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Geschrieben von cube am 30.10.2018, 13:28 Uhr

Film Elternschule *hochhol* - hat ihn jetzt jemand gesehen?

Der Film ist furchtbar anzuschauen.
Aber wie schon unten gesagt: er zeigt Eltern an einem Point of no return. Absolute Ausnahmesituation. Heim oder das hier.
Ohne jetzt wieder auf Für und Wider und so weiter einzugehen:
Meines Erachtens nach ist der Film entweder schlecht gemacht, trotz guter Absichten. Oder es war genau das beabsichtig, was jetzt passiert. Hitzige Grundsatz-Debatten, Shit-Storm für die Eltern, die dort hingehen etc.

Titel "Die Elternschule" - er vermittelt den Eindruck, hier würde allen Eltern gezeigt, wie man mit Problemen umgehen müsse. Der Gegenentwurf zum "attachment Parenting" sozusagen. 1a also dazu gemacht, eine große Debatte um die "richtige Erziehung" loszutreten und die verschiedenen Lager aufeinander zu hetzen.

Der Chef des Programms - er vertritt eine klare Haltung. Bezogen aber auf diese Fälle am Rande des familiären Abgrundes! Der Film lässt seine Aussagen derart einfließen, dass man zwingend den Eindruck hat, er hält diese Radikal-Therapie für etwas, was alle Eltern mit ihren Kindern tun sollten. Und zugegebener Maßen ist er insgesamt vielleicht nicht gerade der Typ, der einen Sympathie-Wettbewerb gewinnen würde - dazu ist er zu sehr Klinik-Chef.

Alle sozusagen schönen Therapieangebote, die ebenfalls zum Programm gehören, werden viel zu wenig dargestellt. So entsteht der Eindruck, es ginge ausschließlich darum, den Willen der Kinder zu brechen, damit sie endlich ihre Eltern nicht mehr tyrannisieren.

Das Marketing zum Film ist ebenfalls eher (und ich vermute absichtlich) derart gestaltet, dass der Film eben zur Grundsatzdebatte über Kindererziehung anheizt. Und nur so am Rande: zum Marketing gehört eben auch die Lancierung diverser Artikel oder Kommentare in Zeitschriften oder auf SocialMedia-Kanälen.

Insgesamt hat sich die Klinik keinen Gefallen damit getan, diesen Film in der Art abzusegnen, wie er nun gezeigt wird. Jedes halbwegs mitfühlende Elternteil kann da nur heulend rausgehen.
Darüber wird dann aber vergessen, dass diese Klinik für die gezeigten Eltern die allerletzte Option ist, bevor sie komplett aufgeben.
Und über diese angeheizte Stimmung gegen die Klinik und gegen die Eltern wird eins ganz vergessen: diese Eltern sind dort gelandet, weil unser System aus SPZ, Beratungsstellen, Ärzten etc es vorher! geschafft hat, zu helfen. Weil sie nicht konnten oder wollten.
Das finde ich das Allerschlimmste: das gar nicht mehr gefragt wird, was vorher in der Hilfskette schief gelaufen ist, sondern sich nur noch auf die Klinik und die Eltern dort gestürzt wird.
Wenn sich nach Ansehen des Filmes keiner dafür interessiert, die Hilfsangebote davor! zu hinterfragen und zu verbessern, kann man sich leicht ausrechnen, dass diese Klinik noch viele Jahre lang viel zu tun haben wird.

Anstatt sich hier also über den Film/Klinik zu echauffieren, sollte die Energie lieber in eine bessere Unterstützung im Vorfeld gesteckt werden.

 
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