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Geschrieben von Ebba am 09.05.2011, 7:57 Uhrzurück

Re: *eieieieiei* entsetzen über einige äußerungen hier...

Malwinchen, immer wieder nett zu lesen, wie du dich so empören kannst und anderen Boshaftigkeit, Unwissenheit und/oder Intoleranz zu unterstellst.

Du hast dich sicher schon länger mit dem Schweinefleischverbot durch religiöse Verbote beschäftigt als ich. Meine kurzen Recherchen gestern abend ergaben aber doch, dass dieses Tabu vermutlich weniger mit Trichinen und anderen Erregern zu tun haben als du annimmst.

Interessant zu lesen sind insoweit auch die wikipedia-Artikel zu Schweinefleisch und Nahrungsmitteltabus. Im ersteren heißt es:

"Spätestens seit dem 12. Jahrhundert wurde versucht, diese Verbote mit der „unreinen“ Lebensweise von Schweinen zu begründen, wie sie bei nicht artgerechter Haltung auftritt. So schrieb Maimonides, jüdischer Leibarzt des Sultans Saladin: „Wenn das Gesetz das Schweinefleisch verbietet, so vor allem deshalb, weil die Lebensgewohnheiten und die Nahrung des Tiers höchst unsauber und ekelerregend sind. […] Das Maul eines Schweines ist so schmutzig wie der Kot selbst.“ Ein wissenschaftlicher Erklärungsversuch aus dem 19. Jahrhundert vermutete als Grund eine andere „Unreinheit“, die Übertragung der Trichinose durch nicht vollständig gegartes Schweinefleisch. Da aber auch rohes Fleisch anderer Tierarten schwere Krankheiten übertragen kann, ist diese Erklärung unwahrscheinlich.
Ein moderner Erklärungsversuch von Marvin Harris geht von ökologischen und ökonomischen Faktoren aus: In den Ländern des Nahen Ostens und Nordafrikas gingen die vormals ausgedehnten Wälder in der Zeit um 2000 v. Chr. durch Holzeinschlag, Erosion und die Vergrößerung der Ackerbauflächen auf nur noch kleine Restbestände zurück. Dadurch verloren die Schweine, die bis dahin in Eichen- und Buchenwäldern Nahrung, Schatten und feuchten Schlamm zum Suhlen fanden (sie besitzen keine Schweißdrüsen), ihre ökologische Nische und wurden zum Nahrungskonkurrenten des Menschen, der mit Getreide und dem knapp gewordenen Wasser hätte versorgt werden müssen. Anstelle der Schweine, die unter den veränderten Lebensbedingungen nur schwer und nicht mehr rentabel zu halten waren und sich durch den Wassermangel in ihrem Kot wälzen mussten, setzte sich die Haltung von Rindern, Schafen und Ziegen durch, die sich als Wiederkäuer von für Menschen unverdaulichen Pflanzen ernähren und besser an Hitze und Wassermangel angepasst sind. Zu dieser Zeit begann auch der Verzehr von Schweinefleisch zunehmend verpönt und mit religiösen Verboten belegt zu werden, so in Phönizien, Babylonien und Ägypten, später bei den Juden und schließlich bei den Muslimen."

http://de.wikipedia.org/wiki/Schweinefleisch


Und was daran intolerant ist, wenn man als Westeuropäer, für den der Konsum von Schweinefleisch mit keinerlei Tabu belegt ist, wünscht, dass in KiGas pp. zum Mittagessen neben anderem auch Schweinefleisch angeboten wird ist für mich in keiner Weise nachvollziehbar.

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