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Geschrieben von marit am 08.01.2004, 11:16 Uhrzurück

Re: zu deinem Beispiel

Hi Moneypenny,

hm, ich kann das nirgends sehen, das superengagierte Mütter, die sich prima um ihre Kinder kümmern, im elternbeirat sind oder sich anderweitig noch ehrenamtlich engagieren, nen großen Haushalt wuppen, die Post erledigen, täglich ein gesundes mittagessen zaubern etc. irghendwo belächelt werden. Ich hab eher das Gefühl, daß sie ständig in der Paranoia leben, belächelt zu werden! Eher sehe ich von dieser Seite eine gewisse Aggression nach dem Motto "ich brauche für meine große aufgabe den vollen Arbeitstag, alle, die das noch "nebenher" machen, machens nicht richtig. Das hast du ja auch selbst bereits so formuliert. Vieles, was du täglich machst, läßt sich aber ohne Verlust für die Kinder prima deligieren: Kochen, Hausaufgabenbetreuung, putzen - all das kann man auch anders organisieren ohne daß es den Kindern schadet. Und wenn es immer heißt "die gemeinsame Mahzeit ist ja so wichtig, da werden alle Ereignisse des Tages besprochen", so kann ich dazu nur sagen: genau das hab ich als Kind gehasst: essen war immer mit "Probleme wälzen" verbunden. Man kann für notwendige Gespräche auch andere Rituale finden; den gemeinsamen Abendspaziergang...

Es gibt sowohl unter den "Hausfrauen" als auch unter den Berufstätigen ganz tolle Mütter, die mit sich selbst zufireden sind, ihre Kinder lieben und respektieren und den Alltag hinbekommen. Es gibt unter beiden Gruppen Frauen, die gar nix auf die Reihe bekommen und ihren Frust an ihren Kindern auslassen (allerdings wäre es bei der Gruppe fast noch wichtiger, daß sie arbeitet, damit das Kind psychisch nicht völlig zerstört wird durch das dauernde aufeinanderhocken).
Die Frau deines Kollegen ist natürlich nicht emanzipiert. Allerdings würde sie, wenn sie zuhause bleibe auch nicht automatisch zur tollen Vorzeigemutti mutieren, oder? So gesehen kann man trotz allem froh sein, daß sie arbeitet, denn so eine Frau sollte man nicht den ganzen Tag als "Vorbild" vorgesetzt bekommen. Außerdem ist es ja recht wahrscheinlich, daß diese Ehe nicht ewig hält, umso besser, wenn sich da zumindest der Streit um Geld in Grenzen hält.

Fazit: Weil ich es so sehe, daß es unter beiden Fraktionen gute und schlechte Mütter gibt, finde ich den Standpunkt "Hausfrau gleich gute Mutter" einfach unmöglich - jemand, der in seinem ganzen Leben bisher nie etwas zustandegebracht hat, keine Ausbildung beendet, keine Freundschaft lange aufrechterhalten etc. der wird doch nicht automatisch qua Mutter-Sein zum besseren Menschen...Zugleich sehen aber viele darin eine neue Selbstwert-Chance (und DIE machen eben das Image von Frauen wie dir kaputt): plötzlich haben sie eine Aufgabe, wo ihnen die Kompetenz quasi per Geburt verliehen wurde (wie sie glauben)plötzlich können sie (endlich!) alle abwerten, die bisher an ihnen vorbeigezogen sind, allen voran diese Karriereschlampen, die ihre Kinder "abschieben"...

Bei DIR ist ein Kind sicher gut den ganzen Tag aufgehoben, aber wenn es sich so eine von Neid zerfressene Frau, die hier ihre letzte Chance nach gesellschaftlicher Achtung wittert (sicher auch mit den besten Absichten) zur Aufgabe macht, den lieben langen Tag an einem Kind herumzudocktern, es zu "ihrem" Projekt macht, statt seine Andersheit und sein Getrenntsein von ihr anzuerkennen, DANN hat so ein Kind wenig Chancen, selbst ein glücklicher Mensch zu werden. Insofern ist jede neue Person, die in das Leben eines Kinder tritt (Lehrer, Erzieher, Freunde) vielleicht eine neue Gefahr, aber vor ALLEM eine Riesenchance und ein Regulativ.

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