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Geschrieben von marit am 07.01.2004, 11:44 Uhrzurück

Re: wie das zu finanzieren wäre....

AAAARGH,

ich habe dir eine megalange ausführliche Antwort geschrieben und nun ist mein Computer abgestürzt; daher nochmal die Kurzfassung:

Ob deine Haltung nun konservativ ist oder nicht, zumindest ist sie die Haltung, die derzeit staatlich gefördert wird (durch Splitting und Erziehungsgeld). Es wäre auch nach meinem Modell weiterhin möglich, sich die Arbeit so einzuteilen, das Modell wäre eben bloß nicht mehr das Subventionierte, der Splittingvorteil für dich als Frau viele weg. Da ich aber zugleich ein Kindersplitting anstrebe, käme es am Ende monetär auf dasselbe heraus.

Es ist toll, daß du, was die Erziehung deiner Kinder angeht, so hohe Ansprüche hast, aber du wirst mir sicher auch zustimmen, daß es jede Menge Hausfrauen gibt, die die Hälfte des Vormittags vor der Glotze hängen und die Kinder nebenher laufen lassen (wäre das nicht so, gäbe es gewisse Sendeformate, die offensichtlich hohe Einschaltquoten haben nämlich gar nicht).
Ich habe mich über das Wort "Abschiebung" sehr geärgert, weil es die assoziation "Abschiebeknast" nahelegt. Ich denke luftige helle hohe Räume mit kindgerechten Möbeln und Scpielsachen, anregendem Umfeld, der Möglichkeit behütet draußen zu spielen und umgeben zu sein von netten Erwachsenen, die man in einer langen Eingewöhnungszeit behutsam kennenlernen durfte (also keine "Fremden") sind auch für Kinder mit netten Eltern in gutem Umfeld keine traumatisierende Erfahrung. Umso weniger für Kinder, die sonst in einer weniger behüteten Umgebung leben müssen. Abgesehen davon: 6 Stunden, von denen dann auch noch 1-2 verschlafen werden, sind mitnichten ein ganzer Tag.

Ich denke auch, daß jemand zu Hause sein sollte, wenn das Kind aus der Schule kommt, fände es aber nicht schlecht, wenn es um 16 Uhr statt um 13 Uhr kommt, aber schon ein gesundes Mittagessen hatte und die Hausaufgaben fertig sind. Dann kann der Rest des Tages gemeinsam doch viel gelassener angegangen werden. Und ich denke nicht, daß ein Kind, daß mit Papi danach eine Radtour unternimmt unglücklicher ist, als eines, das danach mit Mami Drachen steigen läßt; oder das ein Kind glücklicher ist mit Mama statt mit Papa noch zum Einkaufen zu müssen.

Die Führungskräfte auf höchster Ebene, ob nun Mann oder Frau können sich tatsächlich keinen 30-Stunden Job erlauben, mag sein. Sie müssen es aber auch nicht, denn mein Modell bietet eine Möglichkeit, keinen Zwang. allerdings finde ich, daß sich ein Mann, der 60 Stunden außer haus arbeitet ebenso wie die Frau fragen lassen müßte, warum er eigentlich einen Kinderwunsch befriedeigen möchte, wenn er doch eh nie zu hause ist. Im Gegenzug hat jede Frau das Recht, sich einfach fortzupflanzen und ihren Partner erste Bezugsperson sein zu lassen.

Ja, ich denke es gehört zur Gleichberechtigung, daß Männer sich in Zukunft ebenso fragen lassen müssen, wie sie ihre Arbeit im Falle einer Vaterschaft organisieren wollen. Genauso wie Frauen, dürfen sie natürlich lügen oder die Auskunft verweigern. Einem 25 Jährigen oder einer 25jährigen sieht man nicht an, ob sie ihr Leben lang "kariieregeile Singles" sein werden, oder in 5 Jahren verantwortungsbewußte Eltern sind, insofern teile ich da deine Bedenken nicht.

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