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Geschrieben von Moneypenny77 am 07.01.2004, 10:59 Uhrzurück

@krissie

Hallo Krissie,

ich gebe Dir voll und ganz Recht, daß es eben genau jeder Familie möglich sein sollte ihr persönliches Lebensmodell anständig durchzuziehen. Das erfordert aber auch Respekt voreinander und den sehe ich in unserer Gesellschaft nicht. Natürlich ist eine "arbeitende Mutter" nicht automatisch eine Rabenmutter, dazu wird sie aber schnell abgestempelt. Allerdings lasse ich es als nicht arbeitende Mutter auch nicht auf mir sitzen, meine "gesellschaftlichen Pflichten" zu vernachlässigen oder, wie Du es so schön schreibst, "keine Interessen außerhalb des häuslichen Kreises" zu haben. Ich persönlich definiere mich nunmal nicht über meinen Job, in dem ich sicher auch nicht gerade unerfolgreich bin.

Nun ist mein persönliches Bild der Mutterrolle darauf ausgerichtet, daß ich der Meinung bin, nur eine Sache richtig machen zu können und mich daher, gerade in den ersten, prägenden Jahren zu 100 % auf meine Kinder zu konzentrieren. Vielleicht gehe ich in 5 oder 10 Jahren auch wieder arbeiten, wenn die Zwerge in der Schule sind und mich die Langeweile plagt, aber wenn sie nach Hause kommen, möchte ich für sie da sein. Davon kann ich trotzdem nebenher meine drei "ruhenden" Fremdsprachen in Abendkursen auffrischen, mit meinem Mann die Börsenlage und die Konjunktur diskutieren oder mich für sexuell mißbrauchte Kinder engagieren. Für mich persönlich wäre die emotionale Belastung Job und Kind mit meinen familiären Ansprüchen vereinbaren zu müssen ehrlich gesagt zur Zeit viel zu hoch.

Bezug nehmend auf Dein Statement:
"Davon abgesehen finde ich Deine Sichtweise sehr bedenklich, dass doch bitte Männer nicht durch Teilzeitforderungen aus ihren Führungspositionen gekickt werden sollen, Frauen aber als potentielle MÜtter Probleme haben dürfen, eingestellt zu werden bzw. als tatsähliche Mütter kaum noch eine Chance auf befriedigende Berufstätigkeit haben..." möchte ich mich "verteidigen", da ich das so nicht gemeint habe. Ich denke, daß es eben in der Praxis darauf hinauslaufen WÜRDE, daß letztlich beide Elterteile oder potentielle Elternteile schlechtere Chancen auf dem Arbeitsmarkt haben würden, was als Konsequenz auch in meinen Augen nicht der richtige Weg sein kann.

Leider liegen gerade in der Familienpolitik zwischen Theorie und Praxis Welten. Nicht zuletzt deshalb, weil "Familie" ein sehr persönliche und sehr individuell gestaltete Einheit ist, bei der staatliches Eingreifen immer problematisch ist.

Deinem Schlußsatz kann ich jedenfalls nur voll zustimmen, denn egal welches Modell Frau wählt, sie ist hat es weder "leichter" als die andere noch wird ihre Leistung anerkannt.

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