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Geschrieben von Moneypenny77 am 09.01.2004, 12:05 Uhrzurück

Klarstellung: Ich habe NICHTS gegen berufstätige Mütter...

...ich beziehe mich auf Dein Statement:
"ich bin nur echt immer noch etwas schockiert von den Postings von Moneypenny, die die Auffassung vertritt, dass eine an ihrer Berufstätigkeit interessierte Frau besser keine Kinder bekommen sollte. Da kann ich halt nur entgegen halten und das ist meine aufrichtige Meinung: ein Mann, der voll berufstätig ist + Überstunden etc. und das auch nicht einschränken will, sollte nicht unbedingt Kinder bekommen."

Meine Ausführungen bezogen sich auf Marits Idee, die ich so verstanden habe, als daß der Erziehungsurlaub abgeschafft werden soll. Ergo müßte eine Mutter nach 8 Wochen Mutterschutz wieder arbeiten gehen. Und das finde ich in der Tat bei weitem zu früh, denn warum setze ich ein Kind in die Welt, wenn ich es dann morgens in einer Kindertagesstätte bringe, um es dann nachmittags wieder abzuholen? Und mir kann keiner erzählen, daß es für einen Säugling nicht schlecht ist, wenn im das so widerfährt. Das Gegenargument, dann soll halt der Mann zu Hause bleiben, ist, wie ich bei Freunden gesehen habe, bei so kleinen Würmern nicht praktikabel. Der Mann war wirklich sehr bemüht, hat sämtlich Babykurse belegt, aber ein Baby braucht seine Mutter (für die die ganze Michabpumperei z.B. auch Mega-Streß war). Unsere Freundin MUßTE arbeiten gehen, weil sie einen gut bezahlten Job hatte und er Student war, dann habe ich da aber auch vollstes Verständnis für. Aber sie sagt heute selbst, wenn sie gewußt hätte, wie hoch die emotionale Belastung für alle ist, hätte sie sich das nie so einfach vorgestellt...

Aber, zur Klarstellung: Wenngleich es für mich selbst (aber das ist ja jedem selbst überlassen) nicht oberste Priorität ist, finde ich NICHTS dagegen einzuwenden, wenn Mütter, deren Kinder im KiGa oder sogar schon in der Schule sind, wieder arbeiten gehen, warum auch nicht? Was eine Mutter in dieser Zeit macht ist ja nu schnuppe!

NICHT verstehen kann ich, warum man GEPLANT ein Kind bekommt, wenn man nach dem Mutterschutz wieder arbeiten gehen WILL (ohne zu müssen) und noch nicht mal eine Oma oder so da ist, die sich um das Kind kümmert. Da denke ich schon, sollte man sich wenigstens für 2 oder 3 Jahre entscheiden und wenn es denn gar nicht anders geht, sich in der Zwischenzeit auf Urlaubsvertretungen oder Aushilfe im alten Job beschränken...

Ebenfalls Recht gebe ich Dir, daß eine "klassische Rollenverteilung", bei der der Mann im Beruf und die Frau zu Hause bleibt, nicht heißt, daß auch der Mann sich nicht auf seine Vaterrolle einstellen muß. Das beinhaltet sehr wohl, daß Papi mal früher nach Hause kommt, damit Mutti zum Sport oder zu was auch immer gehen kann und das beinhaltet ganz sicher, daß Papi die "außerfamiliären Aktivitäten" in seiner Freizeit auf ein Minimum beschränkt. Auch Väter, die nach Hause kommen, wenn ihre Kinder im Bett sind, samstags mit Frühschoppen, Fernsehen und Kneipe beschäftigt sind und sonntags ihre Ruhe haben wollen, halte ich für absolut ungeeignet, Kinder in die Welt zu setzen!

Aber ich bleibe bei meiner Meinung, daß Babys sofern es nur irgend möglich ist, wenigstens einen Elternteil als Bezugsperson haben sollten, denn wie sollen sie Vertrauen zu Menschen aufbauen, die sie kaum sehen? Wenigstens die Ausgangsposition bei einem Kinderwunsch sollte sein, daß man sich in der Anfangszeit selbst um sein Kind kümmert.

Etwas anderes ist es auch, wenn sich einfach die persönlichen Umstände ändern. Meine beste Freundin, die vom Vater ihres Kindes sitzen gelassen wurde und die jetzt arbeiten gehen MUß, findet es auch nicht gerade prickelnd, ihren 3jährigen Sohn, der wegen dem, was er mit seinem Vater so erlebt hat sicher besondere Zuwendung braucht, schon 8 Stunden am Tag "weggeben" zu müssen, aber hier kann sich wenigstens die Omi kümmern (die sich aber sicher auch schöneres in ihrem Alter vorstellen könnte, als nochmal ein Kind großzuziehen, nachdem sie schon drei auf den Weg gebracht hat).

Mein Schlußwort ist jetzt sicher arg provokativ, aber ich hau's mal raus: während wir beide berufstätig waren haben wir überlegt, uns einen Hund zuzulegen... KEIN Züchter (jedenfalls keiner aus dem Züchterverband) wollte uns einen Hund geben, wenn er mehr als 4 Stunden allein zu Hause sei. Auch nicht, als ich sagte, meine SchwieMa, die selbst einen Hund habe, wollte ihn mittags immer abholen und bis abends zu sich nehmen... Da fragten uns die Züchter, wozu wir denn einen Hund haben wollten, wenn wir doch eh keine Zeit für ihn hätten... Auch im Tierheim: keine Chance... Und bisher hat auch JEDER, dem wir das erzählt haben gesagt, ein Hund wäre doch für uns nun wirklich Quatsch, das sei immerhin ein lebendiges Wesen und bräuchte Zuwendung und Auslauf usw. Wenn ich aber sagen würde ich, ich wolle nach dem Mutterschutz wieder voll arbeiten gehen, bin ich mir sicher, nicht so eine breite Ablehnung zu erhalten. Schon komisch, oder?

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