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Geschrieben von marit am 09.01.2004, 13:24 Uhrzurück

Re: Klarstellung: Ich habe NICHTS gegen berufstätige Mütter...

Hallo Monneypenny,

meinem Vorschlag lag aber eben kein "voller" Arbeitstag zugrunde, sondern ein um 2-3 Stunden verkürzter, der DANN auch noch mit dem ebenfalls verkürzten des Partner zusammenkommt. Wenn man dann noch annimmt, daß beide nicht total identische Arbeitszeiten haben, müßte das Kind nur 4-5 Stunden betreut werden. Wenn ein Kind wirklich gut betreut wird (das wäre ja auch Sinn und Zwecke des Ganzen), wenn also in dieser Zeit mit ihm spazierengegangen wird, es ausreichend beschäftigt und im richtigen Moment schlafen gelegt wird, sehe ich darin erst mal kein großes Problem. In der Regel fremdeln Kinder in diesem Alter ja nocht nicht. Etwas anderes ist es natürlich, wenn es sich um ein Schreikind handelt oder es aufgrund einer Behinderung besondere Förderung braucht, dann muß man natürlich eine andere Lösung finden. Ich wäre auch durchaus dafür, den regulären Mutterschutz auf ein halbes Jahr zu verlängern. Aber: 3 Jahre aus dem Beruf rauszukommen, bei weiteren Kindern noch länger, das ist doch fast nirgends machbar. Das ist doch gerade der "trick", daß den Müttern suggeriert wird, es ginge doch nur um 3 Jahre, aber danach bekommt man häufig keinen fuß mehr in die Tür. Ich bin Wissenschaftlerin. Selbst wenn ich vom gesetzt her 3 Jahre fehlen dürfte, würden mir die fehlenden Forschungsleistungen in diesen 3 Jahren beruflich für IMMER das Genick brechen. Wenn es nämlich um die Zahl der betreuten Projekte oder um die Publikationslisten oder um die angebotenen Lehrveranstaltungen geht, die bei einer Berufung begutachtet werden, da fällt jedem nur auf "huch, das ist ja wenig für ihr Alter", daß da 3 Jahre Erziehungsurlaub eingeflossen sind, interessiert da niemanden. Wenn ich aber eh weiterpublizieren und forschen muß, dann will ich bitteschön aber auch das Geld dafür haben, und nicht alles nebenher von zu Hause aus machen müssen (wo mir im Übrigen auch das Equipment fehlen würde).

soll ich nun deshalb meinen Wunsch nach einem Kind für alle Zeiten begraben? Nur weil ich Wissenschaftlerin bin? Das ist doch Unsinn, ich denke ich kann einem Kind jede Menge bieten, selbst wenn es im Babyalter auch mal abgepumpte Muttermilch trinken, und 1/4 eines jeden Tages von einer (natürlich sorgsam ausgesuchten) Tagesmutter betreut wird. Es gibt weiß Gott schlimmere Kinderschicksale, gerade auch innerhalb (!) vieler Familien.

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