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1. Schuljahr - Elternforum 1. Schuljahr - Elternforum
Geschrieben von Celine2 am 24.11.2007, 18:56 Uhr.

Zum Teil stimmt es, aber meist nicht

Hallo,

ich kann Henni nur beipflichten.

Sicher stimmt es, dass es vereinzelt Lehrer gibt, die nicht 100% geben und überfordert oder einfach zu faul sind (jeder kennt den alten Studienrat, der seine uralten Arbeitsblätter zum x-ten Mal kopiert). Aber solche Lehrer sind wirklich nicht mehr oft zu finden (Ich war mittlerweile an ca. 15 Schulen und an jeder Schule gibt es so 1-2 Exemplare, die so drauf sind.)

Zur Verbeamtung: Es werden längst nicht mehr alle Lehrer verbeamtet. An unserer Schule sind ca. 50% Angestellte.

Zur Motivation: Ich kenne auch sehr sehr viele Lehrer, die nicht nur 100% sondern 200% geben. Viele sind in Freistunden und nach Unterricht für ihre Schüler da, regeln viel Privates für die Schüler, stellen Kontakte zu Beratungsstellen her, usw.
Meine Schüler haben auch meine Privatnummer und können mich jederzeit anrufen (ich hab schon ältere Schüler) was sie auch ab und zu machen.

Viele Schüler sind über das Verhalten ihrer Mitschüler so entsetzt, dass sie schon mehrmals ernsthaft gefragt haben, wie man so einen Job nur machen kann.

Ja, ich habe auch eine andere Ausbildung mit der ich in der Wirtschaft draußen locker das Doppelte verdienen könnte (einige meiner Kommilitoninnen haben das auch gemacht und verdienen sehr gut), aber ich (und sehr viele meiner Kolleginnen) WOLLEN mit Jugendlichen/Kinder arbeiten und ihnen nicht nur Lernstoff vermitteln.

Kollegen, die ihre Schüler dumm anreden und demotivieren gibt es zwar leider immer noch, aber sie sterben zum Glück aus. Sie sind oft sehr frustriert und waren z. T. auch schon in psychologischer Behandlung (Burn out-Syndrom etc.). Lehrer haben die höchste Frühpensionierungsquote von allen Berufen. Ich kenne viele Kollegen, die in psychologischer Behandlung sind oder waren, weil sie es nervlich einfach nicht mehr geschafft haben.

Lies Dir nur mal die Foren durch, wieviele Mütter sind denn schon mit 2 Kindern überfordert und "ausgebrannt"? Jetzt stell Dir mal vor, es sitzen 30 Schüler vor Dir, die momentan auch andere Probleme haben, als Dir beim Unterrichten zuzuhören. Da kannst Du den Unterricht noch so abwechslungsreich mit Gruppenarbeit, individueller Förderung und sonstwas gestalten... Wenn das Kind ein Problem hat, denkt es nicht an Deinen Unterricht, sondern über sein Problem nach - logisch!

Und genau da ist der Ansatzpunkt: In jede Klasse gehört ein zusätzlicher Pädagoge/Sozialarbeiter/Therapeut etc. rein um sofort eingreifen zu können um mit dem Kind sprechen und ihm helfen zu können!

Lehrerverbände fordern das seit vielen Jahren! Man kann nur Kinder unterrichten, die bereit sein können, Stoff "aufzunehmen" und sich konzentrieren können.

Nahezu alle Kinder sind wissbegierig und interessiert, wenn man ihnen das Thema gut anbietet, das klappt meist ganz gut, aber sie müssen auch den Kopf frei haben dazu!

Es ist sehr frustrierend, wenn man sich stundenlang auf eine Unterrichtsstunde vorbereitet (man hat auch einen Lehrplan zu erfüllen, jaja...) und die Jugendlichen haben einfach andere Sorgen als z. B. eine mathematische Funktion! Ist ja auch verständlich, aber meine Aufgabe ist es auch, ihnen den Lernstoff zu vermitteln.
Meist ist man sowieso der Ansprechpartner bei Problemen. Aber wo hört man auf?
Oft ist im Moment wichtiger mit der Klasse über die Schlägerei (und deren Vermeidung!) im Pausenhof zu reden und die Hintergründe zu finden.
Viele Kollegen greifen sowas akut auf um es zu besprechen, aber der Lehrstoff wird in dieser Stunde nicht behandelt...

So könnte es aber jede Stunde sein, weil IMMER ein Konflikt oder sonstwas vorgefallen ist.
Hin und wieder muss man leider ein brisantes Thema verlagern um Unterricht machen zu können. Nur ist die Aufmerksamkeit der Schüler dann wieder nicht beim Unterrichtsstoff...

Als Lehrer steht man immer dazwischen. Man kann es keinem 100% Recht machen und man könnte immer mehr machen, aber irgendwo sind auch Grenzen.
Ich bin oft von 7-19 Uhr in der Schule. Unterricht ist zwar nur bis 18.15, aber oft wollen Schüler noch ein Gespräch, oder es gibt noch was mit Kollegen zu besprechen etc.

Der Vorteil des Jobs ist, dass ich mir meine Arbeit zum Großteil einteilen kann, wie ich es für gut heiße. Ja, ich kann auch MAL nachmittags zum Schwimmen oder 2 Stunden im Forum rumhängen, aber was ich nachts arbeite, sehen die anderen nicht, ich will mich jetzt aber nicht persönlich rechtfertigen, weil ich weiß, was ich tue.

Aber glaub mir, wegen dem Geld macht das heutzutage kein Mensch mehr. Wenn Du Dich heute für ein Lehramtsstudium entscheidest, dann machen es die meisten Menschen aus dem Grund, dass sie mit Jugendlichen arbeiten wollen. Der Rest hört nach ein paar Jahren auf.

Von meinen Kommilitoninnen sind
60% schon gar nicht bis zum Staatsexamen gekommen, ca. 30% von denen, die es geschafft haben, arbeiten jetzt noch als Lehrer. Der Rest hat aufgehört, sich etwas in der Wirtschaft gesucht oder sich für Familie entschieden (teilweise wollen sie später mit Teilzeit wieder einsteigen, jedoch mit höchstens 8-12 Stunden).

Mich ärgert oft, dass viele Leute glauben, man arbeitet von 8-13 uhr, hat massig Ferien (in denen wir teilweise übrigens auch Praktika/Fortbildungen machen müssen) und liegt im Sommer im Schwimmbad.

Momentan ist akuter Lehrermangel. Warum wohl? Unsere Schüler sagen uns: "Für das Geld und das sch... Ansehen würde ich DEN Job auch nicht machen!"

Mein Nachbar hat auch gemeint, "alle Lehrer sind faule Säcke" (Zitat).

Darauf hin habe ich gemeint: "Und Berufswahl ist eine Frage der Intelligenz! - Warum bist Du nicht Lehrer geworden, wenn es so toll ist?"
Darauf meinte er: " Ja bin ich wahnsinnig???"

Soviel zum Thema :-)

LG, Celine (die heute auch schon ca. 5 Stunden für die Schule gearbeitet hat und morgen noch den Rest machen muss)

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