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von Andre2108  am 29.12.2019, 9:40 Uhr

Tochter 5 Jahre, Erfahrungen

Guten Morgen,

aktuell haben wir ein paar Probleme mit unserer Tochter. Sie ist ein Einzelkind und 5 1/2 Jahre alt. Vielleicht kann jemand seine Erfahrungen berichten oder sogar Tipps geben.

Thema Schlafen:
Unsere Tochter ist eine Frühaufsteherin. Es ist egal wann sie ins Bett geht, es wird immer früh aufgestanden und wir werden von ihr aufgeweckt. Beispielsweise um 19 Uhr geht's ins Bett, dann werden wir durchschnittlich um 5:00 bis 5:30 Uhr geweckt. Es muss dann aufgestanden werden, andernfalls gibt es Theater. Wie war das bei euch? Die Uhr in ihrem Zimmer kann sie einigermaßen lesen. Kann man von einem Vorschulkind erwarten, dass sie sich beispielsweise bis 7:00 Uhr leise in ihrem Zimmer beschäftigt? Wir sind auch Frühaufsteher, aber vor 6:00 Uhr ist schon früh zum Beispiel am Wochenende. Auch wenn wir sie ins Bett gebracht haben, gibt es oft Ärger. Es müssen bestimmte Dinge eingehalten werden sprich, ihre Zimmertür auf, Ganglicht zusätzlich zu Nachtlichtern an, Badtüre im Gang muss zugemacht werden und die Gangtüre muss offen sein. Wenn sie schläft können Ganglicht und Zimmertür geschlossen werden.

Thema Spielen:
Unsere Tochter kann nur da spielen, wo auch jemand ist. Sprich es wird nur in der Küche oder im Wohnzimmer gespielt. Sie spielt nie alleine in ihrem Zimmer, außer man geht mit. Konnten sich eure Kinder mit über 5 Jahren auch mal 15 bis 30 Minuten alleine im Kinderzimmer beschäftigen? Ein anderes Thema ist, dass wenn man mit ihr spielt, muss so gespielt werden, wie unsere Tochter es will. Es darf zum Beispiel keine andere Rolle eingenommen werden oder mit etwas anderem gespielt werden wie sie will.

Thema Essen:
Unsere Tochter ist sehr wählerisch beim Essen. Morgends wird Nutella, Marmelade oder Honig bevorzugt. Lyoner oder Salami isst sie noch, allerdings nur eine bestimmte Sorte. Holt man Butter, Lyoner oder Salami von einer anderen Marke, wird diese nicht gegessen. Beim Mittagessen ist sogut wie immer Theater. Es gibt nur 2-3 Gerichte die gerne gegessen werden und natürlich keine Gesunden. Jeden Tag fliegen dadurch Lebensmittel in den Müll auch bei kleinen Portionen oder auch Dingen die sie normalerweise isst. Gemüse isst sie nicht, bei Obst mag sie Apfel und Banane. Süßigkeiten wie Schokolade und Kuchen isst sie natürlich gerne. Getrunken wird meistens zwanghaft auch mal Wasser, ansonsten nur gemischt mit Apfelsaft etc. oder Zuckerbomben wie Punica. Zucker gibt es bestimmt immer mehr als die vorgeschriebenen 25 Gramm am Tag. Wie war, dass bei euch? Laut Kinder bmi wenn man darauf gehen kann, hat sie mittlerweile 1 bis 2 kg zuviel.

Thema Verhalten:
Wir haben den Eindruck, dass unsere Tochter vielleicht etwas verzogen ist. Beispiele: Bei jedem Einkaufen möchte sie etwas haben z.b. ein Heft, ansonsten Ärger. Es werden Türen daheim zugehauen. Es wird sauer rumgeschrien oft ohne Grund. Es gibt Theater wenn es ihrer Meinung nach zu wenig Fernsehen gab, auch wenn sie schon länger schauen durfte. Sie ist beleidigt wenn jemand an Weihnachten ein Geschenk bekommt, obwohl sie schon 10 Geschenke bekommen hat. Man darf nichts süsses vor ihr essen auch wenn sie schon etwas hatte.
Wie war das bei euch?

Was noch eine große Rolle spielt ist, dass die Schwiegereltern über uns wohnen und meine Eltern 5 Minuten entfernt. Regeln und zuviel Geschenke sind hier der Fall.

Ich könnte noch ewig weiter schreiben. Aber jetzt ist gut. Vielleicht folgen ein paar Erfahrungen oder Tipps.

Vielen Dank!

Viele Grüße
André

 
16 Antworten:

Re: Tochter 5 Jahre, Erfahrungen

Antwort von Andre2108 am 29.12.2019, 10:38 Uhr

Keine Regeln soll es heißen.

Was noch eine große Rolle spielt ist, dass die Schwiegereltern über uns wohnen und meine Eltern 5 Minuten entfernt. Keine Regeln und zuviel Geschenke sind hier der Fall.

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Re: Tochter 5 Jahre, Erfahrungen

Antwort von SummerSunshine am 29.12.2019, 10:58 Uhr

Prinzesschen hat den Bogen raus, würde ich sagen! Schlaues Kind :-).
"sonst Ärger" - wie sieht dann euer Verhalten aus? Es klingt, als hättet ihr Angst vor "sonst Theater" und gebt lieber gleich nach (Zeitschrift, aufstehen morgens...).
Ihr solltet euch erst einmal im Klaren darüber werden, was euch stört und was okay ist. Ich würde mir z.B. nicht vorschreiben lassen, welche Wurstmarke ich kaufe, wann ich als Mutter einer Vorschülerin aufzustehen habe oder wann/ob ich mal 45 min für mich (Kind nicht an mir hängend) sein möchte.
"Ein bisschen verzogen" - nun ja, das geht zumindest in die richtige Richtung :-).
LG

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Re: Tochter 5 Jahre, Erfahrungen

Antwort von albaconi am 29.12.2019, 11:04 Uhr

Dem schließe ich mich an.

Zitat:
Was noch eine große Rolle spielt ist, dass die Schwiegereltern über uns wohnen und meine Eltern 5 Minuten entfernt. Keine Regeln und zuviel Geschenke sind hier der Fall.

Es liegt ja an euch, mit den Eltern und Schwiegereltern Regeln zu vereinbaren und sie dann auch durchzuziehen. Für mich klingt das jetzt so, als wären sie schuld an dem jetzigen Zustand. Ihr habt es aber versäumt, eure Tochter zu erziehen. Geht sie denn in den KiGa?

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Re: Tochter 5 Jahre, Erfahrungen

Antwort von Grauzone am 29.12.2019, 11:31 Uhr

Thema Schlafen: in der jetzigen Phase werdet ihr es nicht ändern können, dass sie morgens so früh aufwacht. Es gibt doch für ein Kind nichts Schöneres als morgens aufzuwachen und Mama und Papa sind zu Hause. Klar will sie beiden den Morgen verbringen. Warum sollte sie bis zu einer bestimmten Uhrzeit warten? Nur weil die Eltern keine Lust auf das Kind haben und lieber schlafen wollen als sich um das Kind zu kümmern??
Wenn beim Einschlafen bestimmte Dinge eingehalten werden müssen, dient dies der inneren Sicherheit des Kindes. Diese Wünsche sollte man auf jeden Fall beherzigen und auch nicht mit dem Kind ausdiskutieren (muss das Licht schon wieder an sein, du bist doch schon ein großes Mädchen usw)

Thema Spielen:
Viele Kinder können in dem Alter schon alleine spielen. Dies ist aber unerheblich. Entscheidend ist der Entwicklungsstand des eigenen Kindes. Es ist doch schön, wenn das Kind noich die Anwesenheit der Eltern benötigt. Sie wird von allein den Wunsch äußern, wenn sie dies nicht mehr wünscht.
Rollen beim Spielen: im Kiga muss sie alle Sachen mit anderen Kindern teilen oder immer Rücksicht auf andere Kinder nehmen. Zuhause kann sie der "Chef" sein und bestimmen. Dies tut Kinder richtig gut.

Thema Essen:
Ich würde nur das Essen kochen, was sie auch will. Warum sollte ich Gemüse kochen, wenn ich weiss, mein Kind wird es nicht probieren und nicht essen? Ich finde Kuchen oder Süßigkeiten nicht schlimm. Wo man aufpassen muss, sind die Getränke. Im Hinblick auf die Zahngsundheit gibt es nur Wasser. Ausnahmsweise mal Apselsaftschorle und bei festlichen Anlässen /Geburtstagsfeier anderer Kinder) eine Fanta. Diese Vorgaben sollten alle beachten, auch die Großeltern.

Thema Verhalten: die geschilderten Fälle sind altersentsprechend.

Thema Großeltern: ihr legt als Eltern die Regeln fest. Ganz konkret für jede einzelne Regel! Bsp: das Kind darf kein TV schauen oder es darf nur Wasser getrunken werden. Die Großeltern haben sich daran zu halten. Falls sie es nicht machen, gibt es Ärger. Dies sollte man den Großeltern deutlich machen.

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Re: Tochter 5 Jahre, Erfahrungen

Antwort von Summer80 am 29.12.2019, 11:47 Uhr

Hier ähnliche Grundsituation: Kind ist fast 5 und Einzelkind.

Allerdings spielt mein Kind sehr ausgiebig und alleine in seinem Spielzimmer (gleiche Etage wie Küche und Wohnzimmer). Kann sich sehr gut alleine beschäftigen und malt stundenlang. Aber da sind ja alle Kinder unterschiedlich.

Kind schläft von abends 20:00 Uhr bis morgens 7:15 Uhr. Am Wochenende länger. Wir haben es so eingeführt, dass ich meinem Kind am Wochenende kurz beim Anziehen helfe wenn es aufwacht und dann ein Hörspiel anmache. Es spielt dann in seinem Zimmer und mein Mann und ich können uns dann noch ca. eine Stunde hinlegen. Vielleicht ist das eine Option für euch? Das klappt bei uns morgens aber nur mit Hörspiel.

Wenn du dein Kind abends später ins Bett bringst, wird es morgens bestimmt länger schlafen. Allerdings braucht das seine Zeit bis es fruchtet. Ist wie Jetlag. Die Zeit ist einfach "drin". Ich würde sie mal 10-14 Tage konsequent ne Stunde später hinlegen und danach erst beurteilen ob es klappt. Der Rhythmus stellt sich erst langsam um.

Im Laden gibt es generell keine Hefte oder so. Wenn es bei euch immer etwas gab, erwartet eure Tochter das jetzt als selbstverständlich. Wenn du das ändern möchtest, musst du wohl erstmal durch das "Theater" durch. Das ist zwar erstmal nervig, gibt sich dann aber mit der Zeit. Vielleicht lenkst du sie an der Kasse ab, indem sie die Waren aufs Band legen darf und beim Einräumen helfen darf. Mein Kind darf immer die Karte ins Lesegerät stecken. Da ist es immer total heiß drauf.

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Re: Tochter 5 Jahre, Erfahrungen

Antwort von DFL am 29.12.2019, 12:14 Uhr

Ihr habt es NICHT verbockt! Das vornweg. Geschwisterkinder können genauso sein, den sie müssen sich gegenüber den anderen behaupten lernen.

Die ersten Lebensjahre ist die Bedürfnisorientierte Erziehung das beste. Nur so lernen Kinder was und wieviel sie brauchen.

Wenn sie das wissen und auch artikulieren können, kann man über Kompromisse gehen, damit sie an Alternativen herangehen und sich auch selbst einen Plan B oder C erarbeiten können.

Sie ist 5 1/2. Vermutlich kommt sie im Sommer in die Schule und hört überall wie toll das ist, was für ein großes Mädchen sie ist, ob sie sich freut etc.

Nur kann sie das noch nicht erfassen. Das bischen hospitieren in der Schule reicht nicht zum verstehen. Das bischen reicht nicht um zu verstehen, dass es ab Tag X heißt 45 Minuten am Stück den Mund zu halten und sich zu konzentrieren. Schon gar nicht das sie es bis zu 6 mal am Tag machen muss. Auch das der Mittagsschlaf und Kraftgeber gestrichen ist.

Jetzt ist sie im kiga eine der großen, in der Schule ist sie wieder "Krippenkind".

Auch wenn sie mit Büchern und Besuchen in der Schule einen ersten Eindruck bekommt, ist es nur ein Eindruck. Der Rest macht Angst.

Und was machen Kinder wenn sie Angst haben? Rebellieren. Nicht aus Protest! Sie tun es um zu schauen ob ihre Eltern immer noch uneingeschränkt hinter ihnen stehen.

Fangt sie aus, gebt ihr Halt. Stärkt sie emotional dafür.

Stärkt sie sozial in dem ihr Kompromissbereitschaft übt.

Und wie?

Bsp das Aufstehen. Stellt ihr einen Wecker ins Zimmer. Zeigt die Uhr 5:45 Uhr darf sie zu euch ins Bett. Neben den Wecker ein Bild mit der Zeigerkonstellation für 5:45. Solang Stillbeschäftigung.

Wird 1-2 Wochen dauern bis es klappt. Kinder sind Gewohnheitstiere. Daher glauben ja so viele, dass wenn ne Änderung nicht nach 2x sagen klappt sie verzogen sind.

Klappt dass, kommen weitere 15 Minuten Stillbeschäftigung in eurem Bett, so dass bis 6 Uhr keiner redet.

Wird wieder dauern.

Dann kann der Wecker auf um 6 gestellt werden mit Stillbeschäftigung im eigenen Zimmer.

Es wird dauern aber klappen. Alte Routinen durch neue zu ersetzen dauert.

Ist wie bei Erwachsenen, wenn sie Ernährung umstellen, mit Rauchen sufhören, Wille zu mehr Sport. Bis es reibungslos und ohne Kampf gegen den inneren Schweinehund klappt gibts viele Rückfälle.

Thema Großeltern und Geschenke:

Sortiert das Kinderzimmer sorgfältig aus. Zeigt es den Großeltern, wieviel gar nicht genutzt wird durch das Überangebot. Lasst eure Tochter mit ausmisten.

Sie darf entscheiden, was bei Oma und Opa zum spielen deponiert wird, was als Spende in die Kita geht - bei beidem kann sie weiterhin mit spielen aber ihr habt zu hause mehr Ordnung - und was verkauft wird.

Statt der üblichen 5-10 Euro (nur Beispielbeträge) sollen sie ein Ü-Ei und Bargeld für die Spardose bringen. Die Hälfte des Ersparten zum Beispiel für Führerschein aufs Tagesgeldkonto und Rest für Spielsachen etc.

Du hast auch geschrieben, dass der üblicheTrotzanfall kommt, wenn sie nicht ihre Zeitschrift im Supermarkt bekommt. Dafür kann sie das Oma-Opa-Geld benutzten.

Ihr schafft das! Mit Zeit, Geduld und guten Alternativplänen für die Maus. Den das mit Plan B, C und D überlegen kann und soll sie lernen. Das braucht sie fürs Leben. Aber dabei braucht sie auch täglich die Bestätigung durch euch, dass ihr da seid und helft wenn sie Hilfe braucht.

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Re: Tochter 5 Jahre, Erfahrungen

Antwort von maskottchen79 am 29.12.2019, 13:18 Uhr

Hallo erstmal ;)

Thema schlafen.
Wir haben das Problem mit dem zu früh aufstehen mit einen Lichtwecker bisher gut im Griff . Unsere ist die Groglock, hat in der schlafenszeit einen Stern und wenn aufstehzeit ist , geht auf dem Bildschirm langsam die Sonne auf . Zusätzlich geht auch dazu ein weckerton, aber der ist bei uns noch aus . Den hat mein Sohn mit etwas über drei bekommen und es hat nicht lange gebraucht bis er das Prinzip verstanden hatte und bleibt dann auch bis zur aufstehzeit mittlerweile in seinen Zimmer.

Thema spielen.
Meiner mag eigentlich nur gern auch in seinen Zimmer spielen wenn er nebenbei etwas Musik oder allgemein die toniebox laufen hat , sonst ist es ihm einfach zu still und er kommt zu uns zum spielen .

Thema einkaufen .
Ich bin ehrlich , ich geh lieber immer dan einkaufen, wenn das Kind im Kindergarten ist .
Wenn er mal mitkommt, dann wird schon vorher besprochen, was er an Kleinigkeit bekommen darf. Dabei liegt der Preis jedoch höchsten bei den Euro und er versteht auch mittlerweile was er nehmen kann für den Preis.

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Re: Tochter 5 Jahre, Erfahrungen

Antwort von sunnydani am 29.12.2019, 13:24 Uhr

Hmm... ich denke Erfahrungen, wie es mit anderen Kindern läuft, werden euch da nicht viel helfen, da ja jedes Kind anders ist bzw. auch alle Eltern Wert auf andere Dinge legen und Dinge abgewöhnen immer schwerer ist, als sie gleich von vornherein nicht anzugewöhnen.
Aber wenn ihr etwas ändern wollt, ist natürlich immer der passende Zeitpunkt dazu und dann solltet ihr das aber konsequent durchziehen.

Ich kann dir schon schreiben, wie es bei meinem Sohn, der im Februar 6 Jahre alt wird, diesbezüglich läuft, aber wie gesagt, das wird euch nicht viel helfen.

Ich würde mich an eurer Stelle zusammensetzen und euch überlegen, welche Regeln euch wichtig sind und diese dann konsequent durchziehen. Sie ist ja schon 5,5 Jahre alt, in dem Alter kann man schon vernünftig mit den Kindern reden und gewisse Deals vereinbaren.

Zum Thema Einkaufen würde ich es z.Bsp. so machen, dass ihr vorher mit ihr besprecht, dass es heute keine Spielsachen oder was auch immer sie haben will, gibt. Ihr einfach erklären, es geht nicht mehr, dass ihr bei jedem Einkaufen etwas für sie kauft, weil die Dinge teuer sind und weil sie genug davon hat. Punkt.
Und dann wird das peinhart durchgezogen, egal wie viel Theater sie macht.

Das Problem haben wir zum Glück bei unserem Sohn gar nicht mehr, das hatten wir mit 2 Jahren ungefähr. Da hat er sich auf den Boden geworfen und getobt im Geschäft, wenn er was nicht durfte. Ich bin aber trotzdem immer konsequent geblieben. Ich bin ruhig geblieben, habe ihm gesagt, dass ich weiß, dass er das jetzt gerne möchte und dass ich verstehe, dass ihn das ärgert, aber ich kaufe es jetzt trotzdem nicht. Nach ein paar Wochen waren die Tobsuchtsanfälle vorbei, weil er genau wusste, sie bringen ihm nichts. Wenn die gewünschte Reaktion der Eltern nicht kommt, können sie mit ihrem Verhalten auch aufhören, weil es ja nichts bringt, wenn man aber immer nachgibt, werden sie nie damit aufhören, weil sie ja damit erreichen, was sie wollen. Jetzt fragt mein Sohn mich ganz normal, wenn er was haben will und wenn ich Nein sage, legt er es anstandslos und ohne Gezeter einfach wieder zurück.

Da werdet ihr also auch durchmüssen, wenn ihr das ändern wollt. Das geht leider fast allen Eltern so. Manche Kinder sind dann hartnäckiger und manche weniger hartnäckig. Mein Großer hat zu den Kindern gezählt, die ihre Grenzen 100 mal ausgetestet haben und die sehr stur waren, wir hatten täglich wirklich schlimme Wutanfälle.
Aber wir haben das eben früh genug durchgemacht, sodass wir die schlimmsten Phasen jetzt hinter uns haben. Natürlich gibt es auch immer noch Momente, wo er uns an die Grenzen bringt, aber wir haben unseren Weg gefunden, der bei ihm klappt und mit dem fahren wir ganz gut.

Zum Thema Schlafen, das wirst du nicht viel ändern können. Meine Kinder sind auch beide Frühaufsteher. Wenn das später ins Bett bringen nichts ändert (funktioniert bei meinen Kindern nicht, auch nicht, wenn sie wochenlang später schlafen gehen) dann kannst du das nur so akzeptieren.
Du kannst ihr aber schon beibringen, sich eine Zeitlang selber zu beschäftigen. Wenn sie die Uhr schon kann, dann kannst du ihr eine Uhr hinstellen und ihr sagen, erst wenn der Zeiger da und da ist, darf sie zu euch rüberkommen, vorher muss sie sich alleine beschäftigen. Oder sie darf zu euch rüber zum kuscheln kommen, muss aber dann noch liegen bleiben und warten, bis ihr aufsteht.

Bei meinem Großen haben wir die Regel, dass er sich alleine beschäftigen muss, bis ich mit dem kleinen Bruder aufgestanden bin. Meistens ist das nicht lange, da der Kleine auch nicht lange schläft, aber der kleine Bruder schläft noch in unserem Zimmer und jedes Mal, wenn der Große reinkam, hat er den Kleinen auch aufgeweckt und das wollte ich nicht.
Wir haben ihm das erklärt und mit ihm besprochen und es ausprobiert und seitdem klappt es eigentlich immer. Er hört sich dann eine CD mit Liedern oder einem Hörspiel an (das kann er schon selber an- und ausmachen), oder er bastelt oder malt oder macht seine Rätselbücher, solange bis ich mit dem Kleinen aufstehe. Manchmal sind das nur zehn Minuten und manchmal doch bis zu einer Stunde, in der er sich dann alleine beschäftigt.
Spätestens um 6 Uhr ist der Kleine nämlich eh fast immer wach und wir stehen auf und der Große steht meistens gegen 05:15 oder 05:30 Uhr auf.

Zum Thema Alleine spielen:
Mein Großer spielt auch nicht gerne alleine, aber er kann es, wenn er muss. Wir spielen noch sehr viel mit ihm bzw. auch zu dritt gemeinsam mit dem kleinen Bruder, aber in manchen Situationen, wie z.Bsp. in der Früh, kann er sich schon auch alleine beschäftigen. Während ich Tätigkeiten zu machen habe, wie kochen, Wäsche aufhängen, den kleinen Bruder füttern oder ins Bett bringen, ist das auch alles kein Thema. Ich muss ihn schon oft noch anleiten oder auf ihn eingehen und mit ihm reden, aber er kann dann selber weitermachen. Im Garten draußen spielt er auch oft alleine, da reicht es, wenn ich in der Nähe stehe, aber ich muss meistens nur zusehen und er werkelt allein herum.

Das ist aber auch von Kind zu Kind verschieden und du kannst nur versuchen es auszudehnen, indem du eben das Mitspielen immer kurz verzögerst, bis sie es gewohnt ist. Z.Bsp. wenn sie will, dass du mit ihr spielst, dann sagst du ihr: Warte kurz, ich möchte noch schnell einen Schluck Kaffee trinken oder ich will noch zuerst den Geschirrspüler einräumen oder ich möchte gerne noch zwei Seiten Zeitung weiter lesen, keine Ahnung irgendetwas halt und sie muss diese Zeit aushalten, auch wenn sie Theater macht. Oder du gibst ihr eine Sanduhr und sagst ihr, wenn der Sand von einer Seite auf die andere gelaufen ist, dann kommst du.
So spielerisch eben versuchen immer mehr Minuten hinauszuzögern, bis sie dann eben auch mal fünf oder zehn Minuten warten kann oder dann vielleicht doch schon mal alleine zu spielen anfängt, während sie wartet.
Unser Großer tut sich auch schwer mit warten und wir haben das so in unseren Alltag integriert, dass er eben immer wieder auf irgendetwas warten muss und im Laufe der Zeit funktioniert das gut.
Das was ihr sagt, müsst ihr dann aber immer einhalten, sprich, wenn die Sache erledigt ist, dann auch wirklich kommen.

Bezüglich Essen:
Mein Großer ist auch mäkelig und ein kleiner Esser, aber es gibt keine Extrawürste bei uns. Es gibt immer eine große Auswahl und irgendetwas ist dann dabei, das er isst. Er isst sehr wenig und nascht natürlich auch gerne, darf es aber nicht ständig. Aber er isst auch gerne Gemüse und Obst. Ich würde ihr zwischen zwei Sachen auswählen lassen und mehr gibt es nicht zur Auswahl. Oder versuchen kreativ zu werden, damit sie vielleicht mal neue Sachen probiert. Mein Großer liebt es, wenn er lustige Gesichter aus Gemüse auf dem Teller hat oder Dinos/Autos/Sterne, etc. aus Brot. Einfach mit Keksformen aus dem Brotteig ausgestochen. Obstspieße sehen auch lecker aus.
Und ihr müsst dann natürlich auch gesund essen, denn sonst klappt es nicht, ihr das ungesunde Essen abzugewöhnen.

Mein Großer isst mittags jeden Tag eine Suppe, die geht bei ihm am besten, aber die kann man auch unterschiedlich zubereiten und mit viel Gemüse anreichern.
Dann könnt ihr auch die Regel einführen, dass es ab heute nur mehr einmal am Tag etwas zu naschen gibt und zwar mittags nach dem Mittagessen. Ist nur ein Beispiel.
Das müsst ihr dann natürlich auch durchziehen, egal wie viel Theater sie macht. Aber wenn sie das mal verinnerlicht hat, hat sie Struktur und weiß genau, einmal am Tag und wann gibt es naschen.

Mein Großer bekommt nicht mal jeden Tag was zu naschen, aber in Zeiten, in denen er auch am liebsten nur genascht hätte, gab es einmal am Tag nach dem Mittagessen z.Bsp. ein Schokobon und er wusste das und hat dann, als er es verinnerlicht hatte, nicht mehr öfter danach verlangt. Irgendwann hat er sogar darauf vergessen gehabt. Jetzt in der Weihnachtszeit nascht er natürlich wieder mehr, aber er ist auch sehr dünn, an der Grenze zum Untergewicht und somit ist mir das jetzt egal, ich weiß, im Jänner wird es dann wieder wie gewohnt ablaufen.

Getrunken wird bei uns nur Wasser, von Anfang an gab es einfach nichts anderes. Er ist es gewohnt und verlangt auch nicht nach was anderem. Bei Oma und Opa gibt es schon ab und zu Verdünnsäfte, aber nach ein, zwei Gläsern mag er sie gar nicht mehr und will wieder Wasser. Einmal wollte er, dass ich für zu Hause auch einen Saft kaufe, weil der so lecker ist. Das hab ich dann gemacht und zu Hause hat er ihn aber nicht angerührt. Ich hab die Flasche dann nach drei Monaten wieder mit zu Oma genommen, damit er sie dort trinkt, weil sie zu Hause sonst schlecht geworden wäre.

Wir essen natürlich aber selber auch nichts Süßes vor den Kindern, sonst ist ja klar, dass sie es auch wollen. Entweder wir schlemmen mal gemeinsam, sprich jeder bekommt ein Stück Schokolade oder ein Eis oder sonst essen wir das auch nicht. Also dass wir vor ihnen naschen und sie nichts bekommen, würde hier auch nicht klappen und muss ja in meinen Augen auch nicht. Immerhin sind wir Erwachsenen die Vorbilder und wenn wir uns mit Süßkram vollstopfen, ist es klar, dass die Kinder es auch tun.

So, jetzt hab ich euch schön viel geschrieben. Ich hoffe, es kommt alles so an, wie ich es meine. Wenn ihr etwas ändern wollt, müsst ihr damit rechnen, dass ihr auf starken Gegenwind stößt. Dem müsst ihr standhalten, sonst hat eure Tochter euch um den Finger gewickelt. Jedes Kind kann lernen sich an einfache Regeln zu halten und ihr seid die Erwachsenen und gebt ihr die Dinge vor. Struktur und Grenzen braucht auch jedes Kind. Je mehr Führung sie von uns haben, desto sicherer fühlen sie sich und können ja innerhalb der vorgegebenen Grenzen eigene Sachen entscheiden. Mehr braucht es aber auch nicht, denn sie sind Kinder und wir erwachsen, sie sind überfordert, wenn sie alles entscheiden sollen und das zeigt sich dann oft in ihrem Verhalten.

Ich wünsche euch viel Durchhaltevermögen, Kraft und hoffentlich kleine Erfolge!

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Bin ganz bei Sunnydani:)

Antwort von stuffifel am 29.12.2019, 14:36 Uhr

Ich finde,sie hat es gut beschrieben

Wir haben auch ein Einzelkind,er ist 5.5 Jahre und kommt 2020 in die Schule( wie eure Tochter vermutlich auch).

Ich denke, in dem Alter kann man schon die Einhaltung einiger Regeln durchaus erwarten und verlangen.
Eben was euch wichtig ist.

Schlafen:

Unser Sohn wird um 8 am Wochenende „geweckt“- wach ist er sicher vorher schon, aber wir müssen in der Woche alle früh raus und möchten schon am Wochenende wenigstens bis 07:30/08:00 schlafen.
Natürlich liegt er aber nicht schon seit um 5 wach
So früh aber schon aufzustehen,wäre hier absolut keine Option!Und da wir nur ein Kind haben,konnten wir das schon früh klar kommunizieren.

Einkaufen:

Mache ich meist allein,ist Kind mit dabei,gibt es vorher eine klare Ansage-> ja,es gibt etwas Kleines oder nein,heute nicht.
Thema Ende.
Zeitungen kaufe ich gar nicht.

Essen:

Haben wir Gott sei dank keinen Mäkler.
Könnte hier auch nicht passieren,da wir beide als Eltern gerne essen und das auch so kommunizieren und zelebrieren.
Ich würde aber auch nicht x-Gerichte kochen,nur,um es jedem Recht zu machen.
2 Wahlmöglichkeiten und Ruhe.

Spielen:

Findet noch meist im Wohnzimmer statt weil KiZi in der oberen Etage ist.
Finde ich auch ok aber unter einer Voraussetzung: es wird aufgeräumt!
Und der Großteil der großen Fahrzeuge ist jetzt ins KiZi gewandert.

Habt Mut,klare für euch wichtige Grenzen aufzuzeigen und durchzusetzen.
Sie wird dagegen vermutlich rebellieren aber euch trotzdem weiterhin lieben!

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Re: Tochter 5 Jahre, Erfahrungen

Antwort von Baerchie90 am 29.12.2019, 16:26 Uhr

Ihr habt da gerade ja ziemlich viele Dinge, die euch stören. Ich würde mir wohl überlegen, was mich aktuell am meisten stört und mich dann auf diese eine Sache konzentrieren und schauen, wie sie sich entzerren lässt und sobald das Thema wieder für alle passt, an dem nächsten Punkt arbeiten. :-)

Mich würde unter deinen Beispielen das morgendliche aufstehen am meisten stören. Mit meinen Kindern hab ich beispielsweise die Abmachung, dass sie vor mir aufstehen dürfen, vorausgesetzt sie machen keinen quatsch und beschäftigen sich alleine & ruhig, damit alle, die noch schlafen möchten, dies auch können.
Alternativ müssen die Kinder im Bett liegen bleiben, entweder in ihrem oder meinem, bis ich ausgeschlafen bin. Da das ziemlich langweilig ist, haben die Kinder schnell angefangen sich an die Regeln gehalten.

In meiner Nähe spielen stört mich in der Regel nicht, solange ich nicht permanent mitspielen soll. Das Kinder die Regeln beim Spielen festlegen, finde ich auch völlig okay. Wenn die Spielregeln aber permanent geändert werden oder ich nur "doofe Sachen" spielen soll, sage ich meinen Kindern aber auch, dass mir das Spiel so keinen Spaß macht und ich dann auch keine Lust habe mitzuspielen. Manchmal kommen die Kinder mir dann entgegen, manchmal spielen sie lieber ohne mich weiter. Das ist immer etwas tagesabhängig.

Essen tangiert mich auch nicht wirklich. Ich sorge dafür, dass ausreichend gesunde Lebensmittel im Haus sind und zusätzlich bekommt jedes Familienmitglied einen Wochenvorrat an "Naschi". Wie sich das eingeteilt wird, ist jedem selbst überlassen, aber wenn "leer" dann "leer". :-)
Ansonsten wird hier so gekocht, dass für jeden was dabei ist. Gelegentlich probiert mein Mann neue Gerichte aus, da können die Kinder mitessen oder auf etwas simples wie eine Scheibe Brot ausweichen.

Zum Einkaufen nehmen wir selten die Kinder mit, wenn sie dabei sind dürfen sie aber natürlich mitentscheiden. Wird zu viel eingepackt, tauschen wir meistens. "Das ist mir zu viel/teuer/ungesund. Möchtest du lieber A oder lieber B einpacken?" Nebenbei gehen wir dann auch die Preise durch. "Schau mal, für 5€ gibt es eine Zeitschrift, oder eine Packung Kinderriegel, eine Packung Eis und noch ein Ü-Ei obendrauf", dann entscheidet das Kind, was es lieber haben möchte.

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Re: Tochter 5 Jahre, Erfahrungen

Antwort von SunnyGirl!75 am 29.12.2019, 19:20 Uhr

Ich würde sagen, herzlich willkommen in der Vorschulpubertät! Da stecken wir mit Tochter knapp 6, ebenfalls Einzelkind, auch mittendrin.
Das Problem mit dem immer was beim Einkauf was haben wollen und dem extrem früh aufstehen wollen haben wir jetzt nicht, jedoch genug andere Zickereien.
Beim Essen ist sie auch extrem mäkelig, es wird aber nichts extra gekocht.
Meist ist aber mindestens eine Sache dabei, die sie mag.
Sie spielt ebenfalls immer dort wo auch einer von uns ist, da das KiZi im ersten Stock ist.
Ich halte mich allerdings auch nie allein oben auf daher kann ich es auch gut nachvollziehen.
Hoffe einfach das es sich irgendwann ändert sobald sie Schulkind ist!

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Re: Tochter 5 Jahre, Erfahrungen

Antwort von As am 29.12.2019, 23:27 Uhr

So ungewöhnlich finde ich das Verhalten eures Kindes nicht.
Du scheinst genau zu wissen, was dich stört. Ich denke, vieles ist noch gut in die richtige Bahn zu lenken.

Mit 5 ist das Kind verständig genug, dass es klare Ansagen kriegen kann. Du bist dir doch sicher, wie du es gern hättest. Versuche das klar zu kommunizieren.

Erkläre, dass ihr am WE ausschlafen werdet und sie sich leise in ihrem Zimmer zu beschäftigen hat. Vielleicht steigert ihr die Weckzeit schrittweise und lobt sie sehr, wenn es klappt.

Das abendliche Tür offen lassen und Licht anlassen gibt ihr Sicherheit. Das würde mich jetzt nicht so sehr stören, wenn sie damit im Bett bleibt und einschläft. Das erledigt sich irgendwann von selbst.

Allein im Zimmer spielen ist doof. Lasst sie in eurer Nähe spielen, aber stellt klar, dass ihre Spielsachen danach zu verschwinden haben. Räumt anfangs liebevoll gemeinsam mit ihr auf.

Dass ihr beim Spielen die von der Tochter vorgegebenen Rollen einnehmen müsst, ist normal, glaube ich. Ich habe es gehasst, zum hundertsten Mal das Legomännchen den selben Weg lang laufen zu lassen und dabei immer denselben Wortlaut zu rezitieren. Seid einfach ehrlich, wenn ihr dazu keine Lust mehr habt.

Beim Essen würde ich den Süßkram einfach nicht kaufen. Was nicht da ist, kann nicht gegessen werden. Kauft die Wurstsorten, die sie mag. Ihr könnt ja was anderes essen.
Bietet ihr immer wieder unaufgeregt etwas anderes an. Auch komische Essgewohnheiten sind normal. Extrawürste wurden bei uns aber nicht gebraten. Da gab es eben Kartoffeln ohne alles fürs Kind. Verdünnt Punica mit Wasser. Entweder sie trinkt oder lässt es.

Esst Süßes gemeinsam mit ihr oder wenn sie schläft. Der Konflikt lässt sich vermeiden.

Sagt den Schwiegereltern, dass sie Geschenke mit euch absprechen sollen. Kinder, die zu viel haben, sind unglücklich, weil sie sich oft nicht entscheiden können, womit sie spielen wollen. Wenn die Oma eure Erziehungsregeln nicht völlig konterkariert, würde ich sie machen lassen. Kinder können gut unterscheiden, wo sie was dürfen.

Vermeidet es, mit Kind einkaufen zu gehen. Ist sowieso entspannter. Wenn es gelegentlich mal unvermeidbar ist, suggeriert ihr einfach, dass sie sich den besonders tollen Apfel (etc.) ausgesucht hat, den ihr sowieso gekauft hättet.
Diskutiert nicht alles aus, sondern gebt klar vor, was gemacht wird.

So habe ich es damals mit meinen inzwischen fast erwachsenen Kindern gemacht. Ist einen Versuch wert.

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Re: Tochter 5 Jahre, Erfahrungen

Antwort von Monroe am 30.12.2019, 21:10 Uhr

Naja, die Probleme sind hausgemacht. Wenn immer Hand ihrem Wunsch nachkommt, damit sie kein Theater macht, ist doch klar, dass sie Theater macht, um zu kriegen, was sie will.
Sie kauft wohl kaum selbst Lebensmittel ein.
Also warum gibt es denn Punika, Nutella, etc im Haushalt, wenn ihr gar nicht so wirklich möchtet, dass sich eure Tochter von Süßem ernährt?
Auch das Theater im Supermarkt müsst ihr dann einfach Mal aushalten.
Sie hat bei euch die Hosen an. In manchen Dingen wie beim Spielen, finde ich das völlig okay, aber beim Mittagessen gibt es eben das, was auf den Tisch kommt.
Wenn es etwas aus mehreren Komponenten ist, findet sich sicher auch etwas auf dem Teller, was eurer Tochter zusagt.
Ich habe 3 Kinder, die zeitweise auch mäkelige Esser sind. Aber nur von Nudeln möchte ich mich auch nicht ernähren. 1 Kind liebt Gemüse, eins Kartoffeln, eins Fleisch. Also findet sich für jeden Geschmack eine Kombination. Und wenn alle Komponenten auf dem Teller sind, wir auch Mal probiert, was man vorher abgelehnt hat.
Mach nicht zuviel Aufhebens vom Essen.
Aufschnitt kannst du auch gleich auspacken, wenn du abgepacktes Zeig kaufst und nachdem deine Tochter ein paar Mal gemerkt hat, wie du die vertraute Marke in die Tupperdosen legst, ist es ihr auch egal, wenn irgendwann was anderes drin ist.
Halt das Theater einfach aus.
Es wird besser, wenn sie merkt, dass sie mit Wutanfälle und Weinen nicht immer ihren Willen bekommt

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Re: Tochter 5 Jahre, Erfahrungen

Antwort von Philo am 31.12.2019, 16:10 Uhr

die Alleinerbin hat ihre Eltern und Großeltern voll im Griff!

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Re: Tochter 5 Jahre, Erfahrungen

Antwort von stella_die_erste am 02.01.2020, 6:42 Uhr

Ich habe auch ein Einzelkind und kenne die meisten der genannten Probleme nicht.
Und bin ohnehin der Ansicht, dass es keinerlei Einfluss auf das Verhalten des Kindes hat, ob es nun Einzelkind ist oder Geschwister hat.

Wenn man ein Kind um 19.00 ins Bett steckt, ist es eigentlich logisch, dass es um 5.30 wieder wach ist, meine ich.
Ich würde halt die Schlafenszeit nach hinten verschieben.
Ich glaube kaum, dass sie dauerhaft um 5.30 auf der Matte steht, wenn sie erst um 21.00 ins Bett kommt.
Ohnehin würde ich zusehen, dass ich den Schlafrhythmus verändere, weil sie ja vermutlich auch dieses Jahr in die Schule kommt und die Tage lang sind..wenn sie dann schon seit 5-5.30 wach ist, ist der Akku am Nachmittag wahrscheinlich bereits leer. Dann müssen jedoch Hausaufgaben erledigt und gelernt werden.
Dafür gibt es aber sicherlich kein Patentrezept, das muss man ausprobieren, jeder Mensch ist anders.

Ob jetzt dabei Türen offen oder zu sein müssen etc., wäre mir egal, ehrlich gesagt.
Das wird sich die nächsten Jahre sicher ändern und wäre hier kein Thema. Mit solchen Nebenkriegsschauplätzen würde ich mich in dem Fall nicht aufhalten, ihr habt andere Baustellen.

Lasst sie doch einfach zu euch ins Bett, wenn sie aufwacht und dort Bücher ansehen oder leise(!) ein Hörspiel anhören. Das fände ich einen guten Kompromiss.

Allein gespielt hat mein Kind immer, in dem Alter Deiner Tochter auch mal 2 Stunden ganz oben im Spielzimmer mit Playmobil, Lego oder Schleich-Tieren etc.
Zusammen haben wir natürlich das gespielt, was Kind wollte.
Oder halt gleich gefragt, ob wir zusammen XY spielen wollen und uns dann geeinigt.
Man bricht sich doch keinen ab, wenn man nachgibt als Mama/Papa?
Das unterscheidet doch die Eltern mitunter auch von Freunden- mit denen MUSS man Kompromisse finden, wer jetzt Bibi oder Tina ist oder Darth Vader :-)

Was das Essen angeht: da muss man von Anfang an gewisse Grenzen setzen bzw. entsprechendes Essverhalten vorleben.
Vllt wart ihr diesbezüglich zu nachlässig/nachgiebig.
Einfach keine Punica und den anderen Kram mehr zu kaufen und dem Kind endlich (ruhig und vernünftig) zu erklären, warum, wäre sicher eine Lösung..
Ich kann Dir nicht wirklich etwas dazu raten, ich habe solche Dinge nicht gekauft bzw. mochte mein Kind das auch nicht, weil es nicht von Anfang an auf "süß " getrimmt wurde.
Sicher gab es hier auch Dinge, die nicht gemocht wurden, aber keine Extrawürste und schon gar keine deshalb weggeworfenen Lebensmittel.
Allerdings sehe ich auch kein Problem darin, eine Lieblingssorte zu kaufen.
Mein Kind hat früh gelernt, dass man privilegiert ist, wenn der Kühlschrank voll ist (oder man überhaupt einen besitzt) und dass es überall auf der Welt hungernde und arme Menschen gibt..insofern waren derartige Anwandlungen hier nie Thema.

Fernsehen gab es hier auch nicht, sondern MAL (selten) gemeinsam geschaute Filme oder Kino. Wurde nie vermisst, war nicht interessant, da wir viele andere Alternativen boten. Heute ist es fast erwachsen und hat immer noch kein Interesse an Fernsehen und Süßigkeiten auch kaum, übrigens.

Kindliche Wutausbrüche in dem Alter kann ich an einer Hand abzählen. Und sie hatten durchaus ihre Berechtigung, muss ich sagen.
Türen wurden hier allerdings nie geschlagen. Auch nicht von uns Erwachsenen.
Kinder spiegeln das Verhalten der Eltern. Auch das negative.

Beim Einkaufen wollte mein Kind nie, wirklich niemals, irgendwas haben.
Kann ich nichts dazu sagen, kenne ich nicht.
Klar gab es mal ein Eis oder eine Zeitschrift, aber nie fordernd oder mit Drama und Geschrei, sondern eher so "schau mal Mami, da ist aber ein schönes XY drin.. *leuchtende Augen*" und dann hieß es entweder "da hast du recht, möchtest du es haben?" oder auch "so ein Heft haben wir schon, das kaufen wir jetzt nicht". Situationsabhängig eben.
So ungefähr.

Dem Kind beim Einkaufen Aufgaben zu geben (anstatt es nur im Schlepptau zu haben) und das GEMEINSAM zu erledigen, ist vermutlich auch hilfreich.
Gestresste, unentspannte Eltern haben oft auch nölige, bockende Kinder dabei.

Was Geschenke angeht: bei uns gab es z.T. auch große bzw. viele Geschenke und mein Kind hatte vieles, was andere nicht hatten.
Aber: wir haben immer darauf geachtet, WAS es ist und nur Dinge angeschafft, die auch zu 100% bespielt/gewünscht wurden. Das wurde auch mit der Verwandtschaft abgesprochen.
Unnotigen Kram und Gelümps gab es nie.
Und auch hier hat das Kind von Anfang an gelernt, dass es ein Privileg ist, all diese Dinge haben zu dürfen und keinesfalls eine Selbstverständlichkeit.

Ich denke, dass die Erziehung bzw. Grundeinstellung der Eltern und vor allem Authentizität eine sehr große Rolle spielt in der Entwicklung eines Kindes.
Wasser predigen und aber Wein trinken hat noch nie funktioniert, schließlich sind Kinder nicht blöd.

Das ist vermutlich das ganze Geheimnis.

Man darf Kinder durchaus verwöhnen (ohne sie auf einen Thron zu setzen)! Aber man muss dabei seiner Linie treu bleiben und konsequent sein. Und ihnen ERKLÄREN, warum man gewisse Entscheidungen trifft.
Alles andere wirkt auf Kinder willkürlich und sorgt für Widerstand.

Wir sind auch vor Schuleintritt sehr viel gereist ( unser Kind war nicht im Kindergarten) und somit hat Kind schon früh Einblicke in das Leben anderer Kulturen, Völker und generell halt anderer Kinder bekommen. Sowas erdet, auch wenn es zuhause nicht spartanisch zugeht und man die Dinge locker sieht.
Nicht nur in seiner eigenen Blase zu leben, trägt meiner Ansicht auch nach sehr viel dazu bei, späterem egozentrischen und rücksichtslosen Verhalten nachhaltig entgegenzuwirken.

Mein Rat: lebt ihr selbst das vor, was ihr erwartet.
Erklärt ihr immer die Zusammenhänge.
Von heute auf morgen wird das nicht klappen, das ist klar.

Dass eure Tochter in euren Augen "verzogen" ist, ist traurig.
Denn das ist euer Fehler, sie ist nur das Opfer euerer Defizite und ein kleines Mädchen.
Wenn Kinder sich wie Tyrannen verhalten, dann nur, weil Erwachsene sie dazu gemacht haben!

Bei Kommentaren wie von Philo oder summersunshine bekomme ich jedenfalls das kalte Kotzen.
Als wenn das Kind böse wäre..Wahnsinn!

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Re: Tochter 5 Jahre, Erfahrungen

Antwort von Lana-Marie am 04.01.2020, 2:53 Uhr

Wir haben auch eine Tochter in dem Alter.
Diese Probleme haben wir zwar nicht, aber unsere kann auch ordentlich Theater machen.
Wenn sie Theater macht, ist es bei uns so, dass sie genau das dann nicht bekommt.
Ja ... sie lag auch schon vor gefühlten 100 Leuten auf dem Boden und schrie ... shit happens ...
wenn ich die Schlacht dann gewonnen habe, nehme ich das in Kauf.

Mit dem Einkaufen ist es bei uns so, sie darf sich ein kleines Teil aussuchen, dazu zählt aber wirklich alles in dem Geschäft ... Kekse, Joghurt, Saft, ... sucht sie sich was anderes aus muss sie das erste wieder zurückbringen.
Dann merkt sie sich immer gleich 10 Sachen für die nächsten Male! :-)

Bei uns funktionierts.

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