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Geschrieben von Ani123 am 09.01.2014, 0:27 Uhr

Intergrativer Kindergarten-mit gerade 3 und 5,5 Jahren

Meine ehemaligen Tageskinder und inzwischen einfach nur noch Babysitterkinder werden älter.

Die Kleine ist im Mai 2011 geboren und von Geburt an schwierig. Manche erinnern sich evtl. daran, dass ich schon ab und zu von ihr berichtet habe. Eine schwierige Schwangerschaft: Mutter musste sich ab der 20SSW schonen, Bettruhe, und das mit zwei weiteren Kindern von gerade 2 und 3,5 Jahren zu Hause. Ab der 24SSW sagte die Frauenärztin, dass das Baby jederzeit kommen könne. Ihr Vater starb dann kurze Zeit später, was sie psychisch sehr mit nahm. Letztendlich, wie ein kleines Wunder, kam die Kleine genau am errechneten Geburtstermin (niemand hat damit gerechnet).
Die Geburt war schnell (ich meine 3h), aber leider auch nicht ganz ohne. Wenn auch alles ok schien, kam das Kind zur Welt und zeigte entweder keine oder kurz darauf keine Atmung mehr (so genau weiß ich das nicht). Es wurde reanimiert; die Ärzte nahmen den Kampf auf, erfolgreich. Wenige Minuten später bekam die Mutter einen Blutsturz, verliert das Bewusstsein, Herzstilstand, die Ärzte reanimieren sie, erfolgreich. Stunden der Ungewissheit vergehen: Niemand wusste ob Baby und Mutter die Nacht überstehen werden. Zum Glück haben beide es. Mutter erholte sich gut, Baby nicht. Immer wieder kommt es zu kurzen Atemaussetzern, die durch Herzmassage behoben werden können.
Als das Baby zu Hause ist lässt dieses nicht nach. Immer wieder Atemprobleme, schnelle Atmung, zu langsame Atmung. Ständige Beobachtung des Kindes, immer musste jemand (fast) neben dem Kind stehen, mind. im gleichen Raum sein. Selbst ich (und ich bezeichne mich als selbstsicher) hatte Bedenken eine Spülmaschine auszuräumen und dabei zu überhören, dass die Atmung sich verändert. Mit der Zeit hatte ich es raus, hörte/sah selbst im Kinderwagen neben Autolärm wenn sich was veränderte und griff ein, indem ich sie schnell hoch nahm, anpustete, und dann atmete sie auch wieder normal. Unternahm man nichts (leider auf oft zu Hause passiert) kam es zum Atemstillstand. Mutter ist Ärztin und holte Kind dann zurück.
Das Kind ist in der Entwicklung massiv zurück. Sie ist jetzt knappe 2,5 Jahre und seit Oktober läuft sie. Allerdings hat sie einen unsicheren Gang, kann nur kurze Strecken selber laufen. Sie spricht gar nicht (kein Mama, Papa, usw.), sie lallt zeitweise vor sich hin. Laut Kinderarzt und SPZ ist sie auf dem Entwicklungsstand eines Kindes von gerade einem Jahr.
ABER sie ist ein Riese für ihr Alter. Sie misst jetzt schon über 1m und wiegt 21kg. Wenn man sie sieht denkt man, dass sie schon älter als 2 sein muss. Und wenn man dann sieht wie sie sich bewegt ist es teilweise nur traurig.
Wegen ihr musste die Mutter zu Hause bleiben und konnte bis heute ihre Arbeit nicht wieder aufnehmen. Zwar besucht die Kleine eine Regelkinderkrippe, seit sie 17 Monate alt ist. Den Erziehern ist von Anfang an aufgefallen, dass sie in ihrer Entwicklung hinter her ist. Krankengymnastik hat damals geholfen (bis zum Krippeneintritt, zumindest hatte ich das Gefühl, dass sie damit begonnen hat sich zu drehen und zu robben). Seit August 13 bekommt sie jetzt Frühförderung in der Krippe für 1h die Woche. Die Krippe befindet sich in einem Kindergarten. Eigentlich wechseln die Kinder von der Krippe in den Kindergarten. Der Mutter wurde jetzt schon mitgeteilt, dass dieses bei der Kleinen nicht möglich sein wird, da sie einen erhöhten Förderbedarf hat und Integration braucht.
SPZ spricht von heilpädagogischer Unterstützung u.a. auch im heilpädagogischen Kindergarten. Krippe spricht vom integrativen Kindergarten, ist von heilpädagogischen Kindergarten aber nicht abgeneigt. Fakt ist: Sie muss die Kita zu Ende Juli 14 verlassen!

Nun hat die Mutter sich bereits mehrere Kitas angeschaut, u.a. auch einen heilpädagogischen. Aber: Sie hat Sorge, dass heraus kommt, dass ihr Kind einen erhöhten Förderbedarf hat und es den Ruf ihrer Familie, insbesondere des Mannes, schädigt (ihr Mann ist sehr bekannt in der Stadt). Daher bevorzugt sie einen integrativen Kindergarten. Nun hat sie im 15 Autominuten entfernten Kindergarten einen Integrativplatz bekommen zu August 14.

Ihr Sohn (geb. Jan. 09) hat ebenfalls dort einen Platz bekommen, denn die Mutter möchte keineswegs zwei Kindergärten anfahren (ich glaube auch, dass sie sauer ist, dass ihre Kleine nicht dort bleiben darf). Somit soll der dann 5.5-Jährige mit wechseln. Der Junge ist sehr gut entwickelt, laut den Erziehern im Kindergarten könnte er bereits dieses Jahr eingeschult werden, aber seine Eltern möchten das nicht.
Der Junge hat schon viele Betreuungswechsel hinter sich:
Sein ersten 5 Monate wurde er von einer Kinderfrau betreut, die auch seinen nur fast 1,5 Jahre älteren Bruder mit betreute. Ich war damals als Babysitterin dort aktiv und kam, wenn die Kinderfrau nicht konnte.
Bis er 19 Monate war betreute ich ihn als Tagesmutter, genauso wie seinen Bruder, der allerdings zeitweise im Kindergarten war.
Mit 19 Monaten kam er in die Krippe und mit gerade 3 dann in die Kindergartengruppe.
Alle Wechsel verliefen bis jetzt unkompliziert.

Doch jetzt merkt man, dass er angekommen ist, dass er seinen sicheren Hafen gefunden hat. Es ist seine Kindergartengruppe (bis Sommer 13 war sein Bruder noch mit in der Gruppe und er hat das nie so gesagt). Jetzt sagt er immer wieder "Meine Gruppe und meine Freunde mit denen ich dann zur Schule komme". Er fühlt sich sehr wohl dort.

Ich kann nicht einschätzen wie er einen Wechsel dieses Mal mit machen wird für ein Jahr. Dann käme er auf jeden Fall in die Schule.
Seine Schwester bleiben drei Jahre in dem Kindergarten.

Ich kann die Mutter verstehen. Sie muss die beiden bringen und abholen. Andererseits sehe ich auch den Jungen, der gerade jetzt so gut angekommen ist und wieder raus gerissen wird.
Als Erzieherin müsste ich jetzt sagen: Kinder gewöhnen sich schnell an neue Situation, so auch der Junge. Doch rein als Frau, die beide Kinder von Geburt an kennt, sage ich was anderes, nämlich: Wird er es wieder so unkompliziert mitmachen? Wird es ihm gut tun?
Laut der Kindergartenleitung gehen mehrere Kinder von dem Kindergarten später zu der Schule, wo er auch hinkommen soll. Aber das wurde in seiner jetzigen Kita auch gesagt und trotzdem war sein Bruder dieses Jahr alleine auf der Schule. Und mit dem Jungen stände fest, dass mehr Kinder zu seiner Schule kommen werden, zumindest in der jetzigen Kita.

Für die Kleine stelle ich es mir auch schwer vor. Sie war auch nie so unkompliziert einzugewöhnen, wie der Junge. Allerdings kann ich bei ihr anders denken: Sie muss gehen, sie kann dort nicht bleiben. Nur frage ich mich: Bekommt sie wirklich genügend Förderung in einem integrativen Kindergarten? Wäre vielleicht ein heilpädagogischer Kindergarten besser?

Wer hat einen Wechsel schon hinter sich und kann davon berichten.

Die Mutter ist sich zurzeit auch noch unsicher, ob sie die Plätze überhaupt annehmen soll. Hauptgrund: der Ruf des Mannes könnte geschädigt werden. Allerdings würde kein Regelkindergarten (außer die Not ist riesig) das Kind so aufnehmen. Ich meine, jede Kindergartenleitung wird sehen, dass sie massiv entwicklungsverzögert ist und das nicht in einem halben Jahr aufholen kann.

 
4 Antworten:

Re: Intergrativer Kindergarten-mit gerade 3 und 5,5 Jahren

Antwort von Holzkohle am 09.01.2014, 22:20 Uhr

ganz im Ernst???? Ich kann gar nicht so viel Essen, wie ich kotzen möchte - sorry. Das Kind hat einen ERHÖHTEN Betreuungsbedarf, ist entwicklungsverzögert, und man überlegt, ob man den HPK absagt weil es um den Ruf des MANNES geht?????? Sie kann jetzt mit 2,5 Jahren gerade mal LAUFEN und das unsicher - und der Typ macht sich Gedanken, wie er "dasteht" mit einem besonderen Kind???? Das wäre für mich sogar ein Scheidungsgrund!!!

Ich habe selbst ein Kind, was ein Jahr lang den HPK besucht hat, und mein Sohn hat da solche Fortschritte gemacht, die nicht mal eine I-Gruppe hätte auffangen können. Denn in einer I-Gruppe hast Du normale wie auch besondere Kinder, aber Du hast eben nicht genug Zeit, dich um alle besonderen Kinder zu kümmern und der Gruppenschlüssel ist auch größer.
In einem HPK hast du maximal 12 Kinder und mind. 2 - 3 Betreuer, die alle geschult sind auf besondere Kinder und sich ALLE um ALLE Kinder gleichbereit kümmern und sie fordern und fördern. Es wäre für mich noch mal ein Eingriff in die Entwicklung des Kindes, wenn man es nicht auf eine HPK schicken würde... nur aus SCHAM??? Da kommt mir die Galle hoch!

Den Sohn würde ich im alten KG verweilen lassen, er fühlt sich dort wohl, hat FReunde und ist angekommen. "Nur" weil die Mutter ... ich sage mal so keine Lust hat, zwei Kindergärten anzufahren, muss jetzt das große, normal entwickelte Kind unter der kleinen Schwester leiden - was er sicherlich so auch schon tut? Verstehe ich nicht! Zum Wohle meiner Kinder wäre mir kein Weg zu weit und glaube mir, ich habe damals Anfahrtswege von bis zu 2 h in Kauf genommen, und damit meine ich EINE Fahrt, um mein Kind in den Kiga zu bringen und danach in die Firma zu fahren - nur, damit es gut betreut ist. Und vor allem gerecht betreut ist.

Natürlich nimmt kein Regelkindergarten das Kind SO auf.. und es wäre in meinen Augen auch fatal und falsch, so ein Kind in einen REGELkindergarten zu schicken!!!! Es wäre aber genau so falsch, den normal entwickelten Sohn aus seinem Umfeld zu ziehen, nur, damit die Mutter nicht zwei Fahrtwege hat...

Entzieht sich mir völlig. Sorry, wenn ich ein wenig ausgeflippt bin :)

Deine Freundin kann mich gern zum Thema HPK anschreiben, das war für uns ein SEGEN und wenn ich das von Anfang an besser gewußt hätte, dann hätte ich meinen Sohn gleich da reingesteckt und nicht in einen Regelkindergarten, wo er drei Jahre lang nur Probleme hatte, am Ende von den Erzieherin boykottiert und gemobbt wurde... was seine Entwicklung noch mal eingeschränkt und seine Person verändert hat...

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Re: Intergrativer Kindergarten-mit gerade 3 und 5,5 Jahren

Antwort von seerose1979 am 09.01.2014, 22:23 Uhr

Traurig dass der Vater nicht zu seiner Tochter steht, sondern eher seinen Ruf gefährdet sieht. Sein Kind braucht nun einmal mehr Förderbedarf als andere Kinder, aber man sollte doch dazu stehen und einfach das beste für das Kind suchen. Die ganze Sache steht und fällt mit den Erzieherinnen: eine gut geführte und mit Ergo- und Sprachtherapeutische Unterstützung kann das Mädchen dort gut aufgehoben sein. Wenn die Mutter das Gefühl hat dort wird nicht so gut auf die Tochter eingegangen, dann würde ich lieber einen heilpädagogischen Kindergarten bevorzugen. Sie kann ja wegen Inklusion trotzdem in eine "normale" Schule gehen- mit Schulbegleitung.
Gruß seerose

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Re: Intergrativer Kindergarten-mit gerade 3 und 5,5 Jahren

Antwort von Holzkohle am 09.01.2014, 22:52 Uhr

dazu sei noch gesagt - bekomme mal "einfach so" einen Platz in einem HPK, wir mussten damals mit unzähligen Gutachten und Meinungen vom alten Kindergarten darum KÄMPFEN!!! Ich würde mir sowas auf gar keinen Fall durch die Lappen gehen lassen, "nur" weil Kindsvater Angst um seinen RUF hat...

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Re: Intergrativer Kindergarten-mit gerade 3 und 5,5 Jahren

Antwort von blessed2011 am 11.01.2014, 17:35 Uhr

Ich würde den Großen da lassen, wo er ist, weil es FÜR IHN die beste Betreuungsform ist. Die Kleine NATÜRLICH in den Integrtionskiga.

Jedes Kind, auch das große, sollte die angemessene Betreuung erhalten. Ich würde ihm den Wechseln nicht zumuten, warum? Nur weil die Mutter zu faul ist, ein Jahr doppelt zu fahren???

Das mache ich auch, weil ein Kind ein Integrationskind ist, und das andere topfit. Nur weil er eine entwicklungsverzögerte Schwester hat, muss er doch nicht drunter leiden.

Ich breche eindeutig die Lanze für den Großen und der Vater....naja ohne Worte...der kann ja seinen "tollen Sohn" in den Kiga bringen und die Mutter die Kleine, wenn es ihm zu peinlich ist.


Meine Meinung,
Karina

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