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Geschrieben von wassermann63 am 15.11.2005, 10:58 Uhrzurück

Re: Zufrieden mit dem Mittelmaß - kann das gut sein???

Hallo,

ich kann dir nicht sagen, wie ich miene Söhne erziehen werde, wenn sie in ein Alter kommen, in welchem der Leistungs- und Wettbewerbsdruck spürbar groß ist. Mit Sicherheit kann ich nur feststellen, dass ich selbst mit relativ geringem Druck, was schulische Leistungen anbelangt, erzogen worden bin (kann mich nicht daran erinnern, dass meine Mutter mir bei den Hausaufgaben geholfen hätte. Das liegt aber auch daran, dass ich sie ab ca. der 8. Klasse gar nicht mehr zu Hause gemacht habe, sondern während des Unterrichts, sozusagen vom blanken Blatt Papier aus ;-)

Tatsächlich war ich aber in gewissen Schuljahren auch nur mittelmäßig (nämlich in den Jahren, in welchen ich nur meine "Verknallten" im Kopf hatte).

Der natürliche Ehrgeiz kam erst in der Oberstufe, als ich mir eine Mitschülerin als Konkurrentin ausgesucht und meine Leistungen mit den ihrigen gemessen habe.

Vielleicht wäre es nicht schlecht gewesen, mehr Druck von meinen Eltern während der pubertären Jahre zu bekommen.
Auf der anderen Seite wären diese Versuche unter Umständen in jenen rebellischen Jahren gescheitert. Wer weiß.

Zuviel Druck ist aber mit Sicherheit nicht leistungsfördernd.

Das Mittelmaß als rechtes Maß der Dinge ist oftmals die bequemste, manchmal aber auch die einzig richtige Lösung. Bei schulischen Leistungen ist es offensichtlich die bequemste Lösung. Bei der Zufuhr von Nahrungsmitteln die einzig richtige ;-)

Wettbewerbsdenken und extremer Leistungsvergleich ist in Ländern wie Japan hoch angeschrieben. ABer wäre es sinnvoll, derartige Systeme auf uns zu übertragen? (So à la Kindergarten mit Leistungssport und Frühschulung?) MAl abgesehen davon, dass dieses System selbst in Japan anscheinend massive psychologische Probleme auslöst (was man halt so hört.., ich war aber nur einmal kurz in Japan und habe die Menschen eigentlich als recht heiter erlebt).

In D ist der Leistungsdruck noch relativ gering. Das wird sich aber ändern, wenn das amerikanische hire & fire-Prinzip hier erst einmal so richtig greift.

Kurz: meiner Meinung nach ist es o.k., die Leistungen der Sprösslinge zu beobachten und unterstützend einzugreifen, wenn selbige aus dem Ruder geraten. Aber nicht drillen. Ich denke, dass der natürliche Ehrgeiz nicht aus Drill entsteht.

LG
JAcky

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