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Geschrieben von Hexhex am 09.11.2019, 10:42 Uhr

Ist ein bisschen eine Typfrage...

Grundsätzlich ist das vom Alter her die absolute Hochphase des Fremdelns, also ganz normal. Wie stark ein Kind fremdelt, hängt trotzdem auch sehr vom Typ ab. Meine Tochter hat extrem gefremdelt, auch mit zwei Jahren noch. Mein Sohn dagegen hat nur sehr schwach gefremdelt. Es ist also einfach sehr unterschiedlich.

Es macht nie viel Sinn, sein Kind mit anderen Kindern zu vergleichen. Oder auch mit seinen eigenen Vorstellungen darüber, wie ein Kind seine „sollte“. Wichtig für Deine Tochter ist allein, dass Du sie in ihren Bedürfnissen immer genau dort abholst, wo sie gerade steht.

Das klingt selbstverständlich, ist aber nicht immer leicht. Es bedeutet zum Beispiel auch, dass man - falls das Kind lange fremdelt - nicht solche Sachen sagt, wie: „Aber du brauchst doch keine Angst zu haben“, oder „Nun gib doch mal die Hand“, oder „Nun setz dich doch an der Rutsche mal durch“. All das überfordert scheue Kinder und vermittelt ihnen die Botschaft: Mama oder Papa findet mich nicht gut, so wie ich bin. Sie wollen mich gern anders haben. Ich bin nicht richtig, so wie ich bin.
Das aber ist eine fatale Botschaft, die einen kleinen Menschen wirklich tief verunsichern kann.

Meine Tochter hat wie gesagt stark gefremdelt. Sie war im Kleinkindalter und auch noch im Grundschulalter eine sehr scheue Maus. Wir haben ihr aber immer vermittelt, dass sie perfekt und wunderbar ist, genau wie sie ist. Wenn jemand Anderes gesagt hat: „Du brauchst doch nicht so schüchtern zu sein“, dann habe ich gesagt: „Sie ist nicht schüchtern. Sie möchte sich einfach alles zuerst einmal anschauen, vielleicht macht sie später mit.“

Und es hat sich gelohnt: Sie ist trotz ihrer Zurückhaltung immer ein sehr fröhliches Kind gewesen. Seit der weiterführenden Schule ist sie ausgesprochen selbstbewusst und klar in dem, was sie will, wen sie mag, und was sie nicht will. Sie ist inzwischen Studentin, hat viele Freundinnen und hat ein sehr gutes Selbstwertgefühl.

Fazit: Es ist nicht die Scheu, die aus manchen Kindern irgendwann unsichere Kinder macht. Sondern es ist die Nicht-Akzeptanz von Erwachsenen, die Kinder - egal wie sie sind - erst wirklich verunsichern kann. Erlaube Deiner kleinen Maus, genau so zu sein, wie sie ist. Zeige ihr, wie richtig, gut und wunderbar sie ist. Dann kann sie gar nicht anders, als innerlich stark zu werden, egal wie ihre Veranlagung ist.

LG

 
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