Baby und Job

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Geschrieben von quirida am 12.07.2006, 10:17 Uhr

Hatte gestern ein sehr interessantes und...

...aufschlussreiches Gespräch!!!

Wir waren gestern bei einer Beratungsstelle, die eigentlich nur für Schwangerenberatung usw da ist...

Nun ja, wir hatten ein anderes Anliegen...

Zum Schluss wollten wir uns gerade verabschieden, da fragte mich die Frau (die uns beraten hatte) weshalb Diego denn bei einer TAMU sei...

Ich habe ihr dann meine anfänglichen Gründe erläutert und sie war verständnisvoll (sie war sicher schon Anfang 40)!
Sie wollte mehr darüber wissen, um den Schwangeren, die ihre Beratungsstelle aufsuchen mehr INFO´s zu bieten...

Dann sprachen wir über die Dopplelmoral hier in Deutschland (ja nicht NUR in Deutschland...!)...

Wie schwer es Frauen allgemein haben, Kind und Arbeit unter einen Hut zu bekommen!

Und dass Frauen immer noch als Übermütter gesehen werden, die mindestens 3 Jahre zu Hause zu bleiben haben und wehe sie gehen arbeiten denn leide ja das kind darunter...

Dann erzählt ich ihr, mit was ich die letzten 2 Jahre konfrontiert wurde...

Jung Mutter=Sozialfall
Jung Mutter=kein Bock zu arbeiten
kein zu Bock zu arbeiten=Kind wird auch Sozialfall
Jung Mutter muss noch Ausbildung machen am besten so schnell wie möglich=Das Kind leidet darunter

Tja, und mit soclhen Dingen haben natürlich auch noch andere Mütter zu kämpfen, die es nicht ganze 3 JAhre zu Hause aushalten!

Sicher gehts nicht jedem so, ich habe wohl ein Extrem erlebt, aber ist das nicht gemein?!

Man wird schwanger,ist gg Abtreibung-was in der Gessellschaft auch nicht grad gut betrachtet wird,trägt also das Kind aus, will schnell seine Ausbildung nachholen und wird DESWEGEN wieder geschimpft, weil ja das Kind drunter leiden muss!

Wie gesagt, ich spreche niemanden an-nicht dass es wieder ne endlos Disskusion gibt, aber die Doppelmoral von wegen Kind muss bei der Mutter bleiben, sonst gehts dem Kind schlecht...aber was ist wenn es dem Kind grade deswegen schlecht geht, weil die Mutter nicht arbeitet?!

Was ist also besser ein Kind, welches 24 Stunden bei der Mutter bleibt und die Mutter totunglücklich ist oder eine glückliche, zufriedene Mutter die "nur" ein "paar" (halbtags) Stunden bei ihren/m Kinde/rn bleibt?!

Somit liebe Grüße

&

Ich freu mich schon wahsinnig auf meine Ausbildung!!!!!

 
7 Antworten:

quirida

Antwort von tinai am 12.07.2006, 10:45 Uhr

das ist schon ein sehr besonderes deutsches Problem.

Freunde aus England verstehen diese ganze Diskussion nicht - allerdings gibts in England viel weniger Absicherung und sich auf einem Gehalt auszuruhen ist in den meisten Fällen zu risikoreich. Es gibt auch sonst wenig finanzielle Unterstützung.

In Deutschland sind die Mütter an allem Schuld. WEnn sie zu Hause bleiben "betüdeln sie die Kinder zu viel" und können nicht loslassen, gehen sie arbeiten, hätten sie gar keine Kinder kriegen brauchen. Hat das Kind schlechte Schulnoten, liegt es in jedem Fall an entweder einem Zuviel der Mutter oder zu wenig.

Das betrifft ja auch vieles: Stillt sie ihr Kind gar nicht, ist sie herzlos, stillt sie es aber über den 1. Geburtstag hinaus, tickt sie nicht ganz richtig. Fängt sie mit 18 MOnaten mit Töpfchentraining an, erwartet sie zu viel, wartet sie aber geduldig bis weit über den dritten Geburtstag, dass das Kind die Windel freiwillig abgibt, müsste es doch eigentlich längst trocken sein und sie hat das ja gar nicht im Griff.....

Als Mutter kann man es in Deutschland nur FALSCH machen und dewsegen sollte man sich beizeiten ein dickes Fell zulegen und sich auf sich selbst und die eigene Familie verlassen. Toleranz und Respekt sind bei diesem Thema leider nicht stark verbreitet.

Gruß Tina u

Ps. Und viel Erfolg und Spaß bei Deiner Ausbildung.

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Besser hätte ich es auch nicht ausdrücken können!!!mt

Antwort von quirida am 12.07.2006, 11:28 Uhr

Genau das ist es nämlich!!!

Man kann als Mutter oder auch Vater NICHTS aber auch gar NICHTS richtig machen!!!!

Keiner akzeptiert einen so wie man ist-zumindest kaum einer!

Das ist wirklich sehr schade und man wird zunehmenst unter Druck gesetzt!!!

Ich kann also jede Frau, die sich nicht für Kinder endscheidet verstehen!!!

Mein Fell ist jetzt schon dicker, als das von nem Eisbären, mal schaun wie viel noch dazu kommen MUSS!

GLG

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Bravo!

Antwort von Frosch am 12.07.2006, 11:41 Uhr

Hallo!

Stimme - besonders dem letzten Abschnitt - vorbehaltlos zu.

Meine Schwägerin hat 3 Kinder, und sie kann es - O-Ton - eigentlich nur falsch machen. Egal, was sie macht. (Sie ist selbständig und reißt sich den Popo für ihre Kinder auf. Ich habe alle Hochachtung vor ihr)

LG Antje

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Re: Besser hätte ich es auch nicht ausdrücken können!!!mt

Antwort von Mugi0303 am 12.07.2006, 12:07 Uhr

Hallo,

einer akzeptiert dich doch so wie du bist und das ist der wichtigste Mensch für die Eltern - dein Kind (zumindest wenn es noch klein ist). Es liebt dich einfach ohne wenn und aber ohne Hintergedanken!!
Fange auch bald wieder an zu arbeiten wenn Robin 8 MOnate ist und bin schon auf die Reaktionen auf Arbeit gespannt.

Yvonne

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ein kleiner Einspruch

Antwort von tinai am 12.07.2006, 12:15 Uhr

Quirida nannte auch die Väter, die es nur falsch machen können, das ist aber nicht so - von den Vätern spricht kaum einer und die sprechen von sich auch wenig und lassen einander eher leben als Frauen einander was gönnen oder einander respektieren können.

Klasse Beispiel war doch der unsägliche Artikel der geltungssüchtigen Eva Hermann, die nach einem Kind schon ein Buch übers Stillen schreibt, als hätte sie die Weißheit mit Löffeln gefressen und dann einen langen Artikel schreibt, in dem die Frauen am Niedergang unserer Gesellschaft schuld sind, wegen ihres Egoismusses, dem die armen Männer nur schulterzuckend zusehen können.

Dass Väter nach Geburt eines eigenen Kindes zunehmend mehr arbeiten und weniger Zeit zu Hause verbringen und weniger Hausarbeit leisten, davon spricht niemand (aber darüber gibt es auch Studien).

Diese Diskussion bin ich irgendwie leid und zum Glück habe ich noch im ersten Lebensjahr meines Sohnes gemerkt, dass es das wichtigste ist, wie wir uns als Familie definieren, wie wir zusammen mit der Situation umgehen, wann wir reagieren und dass wir auch mal Fehler machen dürfen ohne gleich Versager zu sein. Zum Glück sind mein Mann und ich uns da einig und die Kinder gedeihen trotz der bösen "Fremdbetreuung" und dem unerhört langen Stillen und Familienbett doch ganz prächtig.

Und trotzdem würde ich niemandem unser Lebensmodell als das non plus ultra aufdrängen. Wir sind doch alle ganz verschieden und so verschieden muss man auch an Probleme herangehen.

In diesem Sinne wünsche ich allen Müttern innere Gelassenheit und Zufriedenheit. Wir machen es uns alle nicht leicht und brauchen usn nicht vor wildfremden für jeden Pups rechtfertigen.

Gruß Tina

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Re: ein kleiner Einspruch

Antwort von quirida am 12.07.2006, 12:29 Uhr

Also mit den Vätern meinte ich zB alleinerzieheden Väter!

Die haben es auch schwer!

Genau, wie Väter, die sich mehr ums Kind kümmern, als die Mama-die ja wieder arbeiten geht...DA SIND WIR wieder selbst betroffen und treffen jetzt schon (!!!) haben noch gar nicht angefangen zu üben(!!!) auf Unverständnis!

DAS meinte ich damit, dass auch Väter es keinem Recht machen können!

Jeder hat sein Päckchen zu tragen...Frauen, Kinder und natürlich auch das "starke" Geschlecht ;o)

GLG

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Oh ja, wie Recht ihr habt...

Antwort von sun1024 am 13.07.2006, 0:44 Uhr

... und die Väter haben es keineswegs immer so einfach.

Wir dachten, wir haben ein tolles modernes emanzipiertes Familienmodell. Jeder von uns beiden nimmt mal Elternzeit, und beide gehen auch mal arbeiten / studieren, und als Langzeitperspektive würden wir gerne beide Teilzeit arbeiten und noch etwas Zeit für Familie haben.

Haha.

Mein super qualifizierter Mann findet nach seiner Elternzeit jahrelang keinen Job, weil er nicht mit Männern ohne Erziehungspause konkurrieren kann und aussortiert wird bei den Bewerbungen. Bei Bewerbungsgesprächen, wenn es denn mal welche gibt, bekommt er abfällig zu hören "und was sollte das da mit der Elternzeit?" oder "na da haben Sie sich ja auch n schönes Leben gemacht, was?".

Das mit der Teilzeitstelle haben wir uns auch beide wieder aus dem Kopf schlagen müssen, denn wenn man teilzeit arbeitet, gilt man ja immer noch als arbeitsscheu und nicht belastbar und hat wenig Chancen, im Beruf ein bisschen weiter zu kommen. Und ja, ich möchte ein bisschen weiter kommen, ich bin sehr gut ausgebildet, habe gute Fähigkeiten und mein Job macht mir Spaß.

Wie man es macht, macht man es verkehrt.

Aber hey, das Wichtige ist, dass es der Familie selbst damit gut geht. Und das tut es immerhin - auch mit Ganztagskindergarten ;).

Liebe Grüße!

sun

akademiker-mit-kind.de

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