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Geschrieben von Kampfkeksbrudii am 20.07.2021, 12:40 Uhr

Anstrengende Tage und Abende

Hallo zusammen.
Ich habe mich dafür entschieden Mal wieder einen Beitrag zu Posten um nach Meinungen zu fragen und vielleicht auch von anderem Müttern zu lesen, denen es ähnlich geht.

Nun zu Thematik:
Unsere kleine Tochter ist jetzt 17 Monate alt und war immer ein regelrechter Engel. Sie hat auf uns gehört (auch wenn sie offenbar nicht alles versteht, was man ihr sagt), hat nichts angestellt und ist jeden Abend gegen 8 Uhr auf meiner oder Papas Brust eingeschlafen. Dann haben wir sie ins Bett gelegt und sie hat brav durchgeschlafen (auch beim Mittagsschläfchen).
Seit einigen Wochen haben wir drastische Veränderungen bemerkt. Sie hört nicht auf das was man ihr sagt, obwohl sie sehr genau weiß, dass sie etwas nicht darf. Sie klettert auf unser langgezogenes, niedriges Regal, auf dem der Fernseher steht, usw. Auch Dinge, die sie sonst immer brav und gerne gemacht hat (trinken auf den Tisch stellen, Windel wechseln und wegwerfen,..) werden jetzt regelrecht boykottiert. Uns ist klar, dass sie einfach jetzt in die Phase kommt, wo sie ihre Grenzen austesten möchte und einfach Mal wo rauf klettern will, aber wie sollen wir damit umgehen, wenn schimpfen nicht hilft? Was macht ihr so? (Sie kann noch nicht sprechen und versteht nur gewisse Dinge, also sind so Dinge wie 'du darfst das nicht, weil du könntest dir wehtun, bla bla bla' noch nicht möglich. Ich hab's versucht, aber sie hört nicht zu und will dann gleich wieder weglaufen oder spielen, obwohl ich noch rede usw)

2. Thema: Schlafen gehen
Von Anfang an legen wir sie abends zu uns auf die Brust, geben ihr ein letztes Gute-Nacht-Fläschchen (ohne das kann sie nicht einschlafen), warten bis sie schläft (ggf singen wir ein Schlaflied oder schaukeln sanft) und dann legen wir sie ins Bett und sie schläft brav durch.. Tja. So war es Mal. Mittlerweile brauchen wir an manchen Tagen (nicht jeden Abend, oft läuft immer noch alles halbwegs reibungslos) bis zu 3 Stunden um sie ins Bett zu bringen. Sie will nach dem Fläschchen aufstehen und noch spielen, obwohl sie offensichtlich müde ist. Viele Eltern sagen mir bis heute, dass ich selber Schuld bin, aufgrund der Art des Zubettgehens, das war mir aber immer ziemlich egal. Hat ja funktioniert und außerdem bekomme ich, seit die kleine Maus herumflitzen kann eh so wenig Möglichkeiten etwas Zweisamkeit zu genießen. Meint ihr auch, dass wir da einen falschen Ansatz gewählt haben, oder habt ihr vielleicht Tipps, um uns das Zubettgehen etwas zu erleichtern? Oder habt ihr vielleicht ein ähnliches Problem? Ich würde mich über Antworten freuen.

Liebe Grüße
Marisi, Mike & Ruby (17 Monate)

 
2 Antworten:

Re: Anstrengende Tage und Abende

Antwort von sunnydani am 21.07.2021, 11:19 Uhr

Bei so kleinen Kindern, die noch keine Erklärung verstehen, reicht ein einfaches "Nein" und ein "Aus-der-Situation-nehmen", d.h. du setzt dein Kind dann woanders hin und lenkst es ggf mit was anderem ab.
Am besten du räumst im Moment vieles weg, was sie nicht darf/soll, damit sie nicht den ganzen Tag nur Nein hört, denn dann ist es schon normal und auch nicht mehr effektiv.

Ansonsten hängt vieles von der Situation ab, wie ich reagiert habe. Haben die Kinder mit Dingen geworfen, hab ich ihnen das Ding, mit dem sie nicht werfen sollten, weggenommen und ihnen stattdessen einen Ball gegeben und gesagt, sie dürfen damit werfen.
Hab ich gemerkt, sie klettern bereits zum fünften Mal im Haus wo rauf, bin ich mit ihnen rausgegangen und hab sie draußen toben lassen, etc.
Wenn es mal nicht geht, weil man eben was anderes zu tun hat, dann hab ich versucht sie abzulenken bzw. sie mit etwas zu beschäftigen, dass sie sehr interessiert hat (Spielsachen z.Bsp., die es nicht immer gibt) und habe alles, was sie nicht sollten, etc. in der Zeit wirklich so weggeräumt, dass es für sie nicht zu erwischen war.

Ansonsten ist es einfach wichtig, dass man konsequent ist und es klare Regeln gibt. Man sollte sich vorher genau überlegen, was man erlaubt und was nicht und das dann immer gleich handhaben, also nicht heute darf Kind auf der Couch springen und morgen nicht, oder nach dem fünften Mal ermahnen gibt man doch wieder nach und erlaubt es doch, weil es einen nervt. Das merken die Kinder nämlich, sind dadurch verunsichert und versuchen es immer wieder, bis Mama eben dann nachgibt. Also ist etwas Nein, dann bleibt es beim Nein, auch wenn Kind es 20 mal probiert.

Bezüglich Schlafen kann sich immer wieder mal was ändern. Es kann sein, dass der Schlafbedarf deines Kindes gesunken ist und es nicht mehr so viel Schlaf braucht. Dann hilft es vielleicht, den Mittagsschlaf zu kürzen oder wegzulassen oder abends später ins Bett. Ist das Kind aber müde und schläft trotzdem nicht (machen meine, die sind Meister im Wachhalten trotz extremer Müdigkeit), dann muss man da vermutlich einfach durch. Bei uns hilft da nur, auf keinen Fall zu spät ins Bett, denn je später, desto überreizter und je müder, desto schlechter schlafen sie ein.
Das ist einfach alles auszuprobieren.
Oder sie mag vielleicht einfach nicht mehr auf eurer Brust einschlafen und es würde ihr genügen, wenn ihr nur neben ihr im Bett liegt oder einfach im Raum seid. Meine Kinder wären beide nie in einer Position liegen geblieben, die drehen sich hundertmal herum, bis sie dann mal schlafen, das wäre niemals gegangen, wenn ich sie gehalten hätte.

Mein Kleiner schläft in meinem Bett und ich lege mich beim Schlafengehen neben ihn. Wir haben auch schon viel Theater hinter uns und es dauert bei ihm auch jeden Abend eine gute Stunde, teilweise auch 1,5 bis er schläft, aber es geht nicht anders. Er braucht diese Zeit und schläft nicht schneller ein, erst recht nicht, wenn er zu müde ist.
Ich akzeptiere das so, auch wenn ich genug andere Dinge zu tun hätte, aber ich denke mir, er braucht das jetzt eben und irgendwann wird auch er alleine schlafen gehen.

Ihr könnt da nur auf euer Gefühl hören und eben verschiedenes ausprobieren, bis ihr einen Weg gefunden habt, der für euch alle am besten passt. Und der kann sich auch im Laufe der Zeit wieder ändern, das Schlafverhalten von Kindern kann sich sehr, sehr oft ändern und was einmal gut gepasst hat, kann ein paar Wochen später gar nicht mehr klappen. Ist anstrengend, aber völlig normal.

Alles Gute!

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Re: Anstrengende Tage und Abende

Antwort von Junalina am 22.07.2021, 10:00 Uhr

Ich finde, sunnydanni hat es sehr gut beschrieben.

Das Stichwort ist positive umgebung. Versuche alles wegzuräumen, was wirklich gefährlich ist bzw. du nicht möchtest. Es nützt nichts, einem kleinkind alle 3 Minuten Nein zu sagen. Dann wird das schnell zum Hintergrundrauschen.
Meine kleine (13 Monate) klettert auch gerade überall rauf. Ich lass sie das mit Hilfe machen. Auf den hocker zum Waschbecken, die Treppe hoch, auf den Schrank, aufs Sofa. Wenn ich das gerade nicht leisten kann, sind treppengitter und badtür zu und es steht was vor dem Schrank.
So kann sie sich ausprobieren und üben, ohne dass es gefährlich wird. Irgendwann ist es auch einfach nicht mehr interessant.

Zum Schlafen : ich finde ihr habt alles richtig gemacht. Die 3 h jeden Abend würden mich auch nerven. Vielleicht reicht es echt, wenn ihr nur daneben liegt und sie immer wieder sanft hinlegt, wenn sie aufsteht (so klappt es hier gut). Oder an der gesamtschlafdauer über den Tag verteilt was dreht, falls sie wirklich noch nicht müde ist. Das dauert aber alles ein paar Tage, bis es Wirkung zeigt. Falls alles nichts hilft, müsst ihr das so hinnehmen. Das ändert sich auch wieder.
Lasst euch nicht verunsichern. Ihr macht das schon richtig so

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