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Geschrieben von RAlph am 26.01.2006, 19:35 Uhrzurück

@saulute: Tja, dann bin ich wohl blind und taub und Du hast die Weisheit gefressen...

Weist Du, mir ist völlig schnurz, was irgendwelche Wissenschaftler dazu meinen. Wichtig ist, um es mit den Worten von Helmut Kohl zu sagen, was hinten rauskommt, wie die Realität aussieht. Wissenschaftler, Experten & Co. haben sich schon öfter geirrt (die reine antiautoritäre Erziehung war vor 35 Jahren das Nonplusultra, gilt heute aber weitestgehend als gescheitert!).

Ich finde Deine Art zu argumentieren mit Verlaub ziemlich naiv.

"...Ich weiß nicht auch, ob du beobachtet hast, wie schnell kleine Kinder andere Sprache lernen, so dass wenn ein dreijährige in Kiga kommt, spätestens im halben Jahr spricht er Deutsch. ..."

Liebe Saulute, ich habe soeben zwei kompetente Leute befragt, meine Kinder! Keine Mißverständnisse, sie sind 17 und 20 Jahre alt und haben beide diesselbe KiTa besucht. Beide haben übereinstimmend berichtet, daß das mitnichten so funktioniert, wie Du es erwartest. Die Kinder lernen es gebrochen und suchen sich recht schnell nach Möglichkeit Kinder, die in ähnlicher Situation stecken oder Kinder ihrer Nationalität. Letzteres war bei dem großen Ausländeranteil in unserem Stadtteil öfter der Fall, als Du glaubst. Und sie berichten, daß solche Kinder zwangsläufig ausgegrenzt wurden. Das dann evtl. den Kindern und/oder der Einrichtung in die Schuhe zu schieben, fände ich absurd.
Mein Sohn berichtet, daß selbst in der 10.Klasse so manches Kind noch nicht richtig Deutsch sprechen kann. Zufall?

Ich selbst habe es auch in vielen Fällen so empfunden. Kinder waren jahrelang mit meinen Kindern im Kindergarten, die Eltern nie bei den Elternabenden der KiTa, später auch nicht in der Schule. Somit mache ich mir meinen Reim darauf, was da zuhause abgeht. Integrationswillen? Null!

"...Das ist mein Prinzip, denn werde ich nie brechen, egal, was Deutsche über mich denken werde, den breche ich nicht mal für meinen Mann und übersetze ihm, was ich zu meiner Tochter gesagt habe. Und trotzdem werde ich mein Kind in das Land integrieren, indem ich frühzeitig sorgen werde, dass er soviel wie möglich den Umgang mit der deutschen Sprache bekommt. ..."

Ich als Dein Mann würde mir verbitten, daß Du mir zu 100% die Konversation zwischen Dir und UNSEREM Kind übersetzen mußt. Das ist selbstverständlich Eure Angelegenheit, ich möchte nur, daß Du weißt, daß Du damit ein fragwürdiges Bild abgibst. Aber da es Dir ja sowieso egal ist, wie Deutsche über Dich denken, ist Dir das, was ich dazu schreibe, auch gleichgültig (warum antworte ich Dir eigentlich? *grübel*).

"... Und was ist deiner Meinung dann wichtiger: wenn ein Kind ein halbes jahr oder meinetwegen ein jahr zum Aussenseiter wird, oder dass mein Kind meine Muttersprache nicht oder sehr schlecht beherrscht, so dass ich gezwungen werde mein lebenlang, mich mit meinem Kind in einer mir fremden Sprache, zu unterhalten? ... "

Du bist Dir offenbar gar nicht darüber im klaren, was es für ein Kind bedeutet, ein halbes oder gar ein ganzes Jahr Außenseiter zu sein. Wer sagt Dir, daß es nach einem Jahr schlagartig anders wird? Kannst Du Dir nicht vorstellen, daß sich das Kind, ohne es zu wollen, einen gewissen Leumund zulegt, in der KiTa, in der Schule, im Verein? Dagegen im Nachhinein ankämpfen zu müssen, ist schwer bis unmöglich, und das Kinderherz kann dabei so ganz nebenbei auch zugrundegehen. Ist Dir egal, ich weiß... *kopfschüttel*
Dabei erwarte ich ja gar nicht, daß Du AUSSCHLIEßLICH mit Deinem Kind Deutsch redest, ich stelle einfach nur Dein engstirniges Dogma in Frage, weiter nichts.

" ... sagen, dass das Kind die deutsche sprache nicht lernt, wenn die Eltern mit ihm diese Sprache nicht sprechen, ist der größte Schwachsinn, den ich je gehört habe. Es gibt doch genug Beispiele, dass es nicht stimmt. ... "

Und es gibt genügend Beispiele, daß es genau damit zusammenhängt, weil die deutsche Sprache zuhause überhaupt nicht fortgeführt wird, von daher ist es prinziepell alles andere als Schwachsinn, was ich in den Raum stelle. :-)

Ich fordere ja gar nicht, und ich wiederhole mich gerne dabei, daß zuhause ausschließlich Deutsch gesprochen werden soll, ganz im Gegenteil, wenn es ein weiteres Sprachpotential im Elternhaus gibt, sollten z.B. Dein Mann und Du "das dem Kind unbedingt mitgeben" (O-Ton von meiner Tochter von eben!), aber im Interesse des Kindes (!!) sollte auch zuhause bei Bedarf ein gewisses Pensum Deutsch gesprochen werden.

Komm mal von Deiner verbohrten Meinung herunter und lasse zumindest ein Überdenken Deines Standpunktes zu. Mir ist schon bewußt, daß Du das beste für Euer Kind willst, keine Frage, aber sich hinzustellen und zu sagen "egal, was Ihr denkt, meine Meinung ist eh die einzig richtige...", das halte ich für kein besonders starkes Argument. :-)

Viele Grüße
Ralph/Snoopy

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