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Geschrieben von Ralph am 26.01.2006, 23:03 Uhrzurück

Wohin soll das führen...

Hi Saulute,

es macht keinen Sinn, hier jeweils immer mehr Beispiele für die eigene Meinung aufzutischen. Entscheidend ist, daß weder die eine noch die andere extreme Meinung richtig ist, keine der beiden habe ich vertreten.

Was für die eigenen Kinder letztlich Muttersprache wird, können die Eltern letztlich gar nicht bestimmen, auch Du nicht. Ich denke, daß da genau das Land mit der jeweiligen Sprache die entscheidende Rolle spielt, in dem und von dem das Kind am meisten sozialisiert wird. Als Eltern festzulegen, welche Sprache das zwangsläufig zu werden hat, halte ich im Hinblick auf die Identität, die das Kind entwickelt, für äußerst fragwürdig. Für mich ist vollkommen nachvollziehbar, wenn die "Umgebungssprache", wie Du es nennst, die Muttersprache der Kinder wird, wenn sie viele, viele Jahre in dem betreffenden Land aufwachsen. Dein Beispiel z.B. der Diplomatenfamilie muß deshalb zwangsläufig hinterherhinken, denn in diesen Kreisen gewinnt die Sprache der Eltern eine gänzlich andere Bedeutung. Sie wird umso wichtiger, je öfter das Aufenthaltsland und somit die "Umgebungssprache" gewechselt wird. Darin gehe ich mit Dir auch völlig konform.

Deine Sorgen in Bezug auf die Identitätsfindung der Kinder in einer mehrsprachigen Familie verstehe ich voll und ganz, das ist berechtigt. Heimat, Wurzeln, Tradition und Geschichte, das gehört alles dazu, ganz gewiß auch die Sprache. Diese Probleme löst man aber nicht, indem man seine eigenen Probleme, die man hiermit hat, auch noch bewußt auf die Kinder projeziert. Du hast ja selbst gepostet, daß DU ein grundsätzliches Problem damit hast, mit Deinem Kind Deutsch zu sprechen. Hmmm, wie willst Du denn Deinem Kind später antworten, wenn es z.B. mit einem Deutschproblem aus der Schule zu Dir kommt? Du sprichst doch recht gut Deutsch, willst Du es ihm dann auf litauisch erklären? Saulute, das ist doch absurd! Deshalb: "Sag niemals nie!" Ich habe schon begriffen, worum es Dir geht (glaube ich jedenfalls), nur daß Du zwangsläufig und völlig zweifellos Erfolg haben und Dein Vorhaben durchstehen wirst, daran habe ich schon meine Zweifel. :-)

Und was Deine Ausdrucksweise angeht, so kann ich diese nicht nachvollziehen. Ich sehe nicht, daß ich polemisch argumentiert habe, wenn Du das so empfindest, dann überprüfe mal den Grundton Deiner Postings, nicht nur in diesem Thread. Vielleicht meinst Du es nicht so, kann sein, aber es kommt manchmal merkwürdig rüber.

Und ich finde es schade, wie schnell Du meinen Kindern ihre Kompetenz absprichst, die sie ganz eindeutig im Alltagsleben mit manchen (nicht mit allen!) ausländischen Kindern erworben haben. Das hat in diesem Zusammenhang mit Mehrsprachigkeit nichts zu tun. Wenn Du die feinen Nuancen nicht siehst, mit denen ich argumentiere und die sie beobachtet und heute beurteilt haben, so ist das bedauerlich. Beide sind übrigens keine Knalltüten, sondern haben durch entsprechende Aktivitäten bereits jetzt eine sehr hohe Sozialkompetenz, gehen mit sehr offenen Augen durch's Leben. Grünschnäbel, als die Du sie im Zusammenhang mit unserem Thema hinstellen willst, sind sie mit Sicherheit nicht. :-)

Vielleicht ist jetzt auch das Medium Internet einfach überfordert, könnte gut sein, daß in einem persönlichen Gespräch die Argumente besser rüberkämen. Lieber einmal so richtig in den Haaren liegen, dafür aber vielleicht besser einander verstehen. *grübel*

In diesem Sinne und trotz allem liebe Grüße
Ralph/Snoopy

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