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Geschrieben von saulute am 26.01.2006, 23:43 Uhrzurück

Re: Wohin soll das führen...

"Was für die eigenen Kinder letztlich Muttersprache wird, können die Eltern letztlich gar nicht bestimmen, auch Du nicht."
Na ja, Muttersprache ist für mich, wie das Wort schon sagt, die Sprache der Mutter oder die Sprache der Eltern, in unserem Fall zwei. Andererseits hast du recht, insofern das Kind die Muttersprache als seine Muttersprache nennt, die er am besten beherrscht. Und genau da fängt meine Problematik an und deine Theorie, dass ausländische Kinder, die in der Familie nur ihre Muttersprache sprechen würden, nicht Deutsch lernen würden, zunichte geht. Kinder, die hier geboren werden und aufwachsen, werden die deutsche Sprache mehr als Muttersprache empfinden, als die Sprache, die sie zu HAuse sprechen. Also kann es für mich gar keine Frage für Integrationsprobleme für solche Kinder geben. Und wir, ausländische Eltern können wir uns, wenn das Kind unsere Sprache gut beherrscht, mit der Illusion abfinden, dass es unsere sprache auch als Muttersprache empfindet. Das ist schon traurig genug.
Aber deinerseits dazu noch aufzufordern, dieses zarte Pflänzchen von dem Bewußtsein, sprachlich auch noch woanders dazu zugehören,mit den Füßen zu strampeln, indem man seine Muttersprache noch mit Deutsch vermischt, finde ich als absolut endgültig inder sprachentwicklung eines Kindes, besonders, wenn es um solche "exotischen" Sprachen, wie Litauisch geht, die mein Kind nirgendwoanders im Ausland, ausser aus meinen Lippen hören wird. Und die soll ich noch mit Deutsch verdünnen? Ich habe sowieso keine Hoffnung, dass mein Kind je ein anständiges, anspruchvolles litauisch lernt, aber noch weniger, wenn ich ihm ab zu noch Deutsch garniere.
Natürlich würde ich meinem Kind bei Hausaufgaben in Deutsch helfen, aber ich spreche vom Alltag, und da werde ich bestimmt kein Wort auf Deutsch verlieren, es sein denn mein Kind fragt, was es auf Deutsch bedeutet.
wie gesagt, ich lehre meinen Mann Deutsch, aber ich rede mit ihm im Alltag nicht auf Deutsch, das sind für mich zwei grundsätzlich verschiedene Sachen.

Das Beispiel mit der Diplomatenfamilie habe ich nur deswegen gebracht, um dir anschaulich zu machen, wie schnell die Kinder sich integrieren und fremde Sprachen lernen, und nicht , wie wichtig denen die Muttersprache ist.

Was mich nur so wütend macht, dass du diese schmerzhafte Problematik, wie wichtig es für die Eltern ist, dass ihre Kinder die sprache der Eltern einwandfrei beherrschen können, nicht richtig verstehst, indem du noch vorschlägst, sich mit eigenen Kindern noch auf Fremdsprache zu unterhalten. Stell dir vor, deine Kinder könnten kein Deutsch, wärest du glücklich damit?

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