Rund um die Erziehung

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Geschrieben von solelo am 01.11.2006, 14:42 Uhr

Was will Nichterziehung und andere Kommentare...

Ich möchte Mal ein paar Fragen beantworten und auf Zitate von euch eingehen – es ist lang; daher habe ich die Punkte mit Sternchen markiert so könnt ihr erkennen, was ihr lesen wollt:

****warum glaubt die nichterziehung, mit ihrer vorgehensweise noch bessere ergebnisse zu erzielen?****

Es geht nicht darum, "Ergebnisse" zu erzielen. Das hört sich an, als ob man irgedwas "produziert". Es geht darum, eine glückliche Kindheit zu gewährlisten (das will glaube ich jeder), die Menschenwürde nicht zu verletzen, sich gegenseitig zu respektieren und EBEN NICHT ein Kind zu "produzieren", dass so handelt, wie es MEINE Vorstellungen entspricht. Erziehung mag "klappen" – wenn man als "Ziel" hat, gehorsame Kinder hervorzubringen. Bei Nichterziehung geht es darum, dem Kind zu helfen, der Mensch zu werden, der es bestimmt zu werden ist, und nicht darum, ihm *unsere* Moralvorstelleungen, Lebensvorstellungen und Philosophie aufzudrängen (aber natürlich können wir es ihm ZEIGEN und VORMACHEN und darüber reden, warum WIR diesen Lebensstil bevorzugen!). Als *Nebeneffekt* dieses Respektvollen Verhältnisses wird es wahrscheinlich viele unserer Lebensvorstellungen annehmen – ist aber kein Muss. Im Endeffekt werden die dann erwachsenen "Kinder" mehr oder minder gleich den erzogenen Kinder sein, nur dass wir ihnen aus unserer Sicht "unnötiges" Erziehen erspart haben und ihnen MEHR geholfen haben und sie dadurch eventuell MEHR Vertrauen in uns haben und aus auch Mal GERNE zu Rate ziehen. Wenige Erwachsene fragen ihre Eltern! SEHR viele Erwachsene gehen ihren Eltern aus dem Weg – Warum? Nicht alle wurden mega autoritär erzogen! ich wurde es nicht – trotzdem ziehe ich nicht immer in Betracht, auch Mal meine Eltern zu fragen, denn ich weiß, sie werden meine Entscheidungen eh nicht akzeptieren sondern sie nieder machen, ganz "freundlich und respektvoll" mit Worten und natürlich "darf" ich machen was ich will – aber ich spüre trotzdem tiefe Abneigung.

Der Weg ist das Ziel und wir finden es gemein, nur weil es "einfacher" ist, den Erziehungsweg zu nehmen – außerdem glauben wir, dass dieser Weg im Grunde nicht "einfacher" ist (siehe Pubertät) sondern viel schwerer wird durch Diskussionen, Bestrafungen und eben dem, was man dann tun muss, um die Einhaltung der Regeln durchzusetzen – again, was macht ihr, wenn die gnazen Erziehungsmethoden nicht klappen? Ich war damals oft am Rande des Ausrastens – zum Millionsten Mal irgendwas gesagt und alle "Tricks" ausgeführt und trotzdem – SCHON WIEDER das und das nicht gemacht. Die nächste Stufe wäre oft nur noch Schlagen gewesen. Erziehung stößt dann da auf ihre "Grenzen" ;-)

****oder glaubt sie das gar nicht?****

Wir glauben natürlich, dass dieser Ansatz "besser" ist :-) Sonst hätten wir ihn nicht gewählt.

****ist es nur eine ideologie? eine lebensphilosophie?****

Es ist eine Lebensphilosophie die auf Menschenwürde und Respekt und Vertrauen basiert. Wir glauben, dass alle das gleiche fühlen egal wie alt, nur manche haben eben schon mehr Lebenserfahrung als die anderen – das glaubt ihr eigentlich auch, aber irgendwie respektiert ihr trotzdem nicht immer ein klares Nein, weil ihr es "besser" wisst. Oftmals gibt es bei Erziehung nur zwei Möglichkeiten: "du tust es oder nicht". "du machst es oder es gibt ärger". Da nutzt man seine Überlegenheit – auch die körperliche aus, um es so zu machen, wie WIR es für richtig halten.


****ich möchte, dass meine kinder um 8 schlafen, weil mir ein paar stunden kinderfreie zeit gemeinsam mit meinem mann wichtig ist. also habe ich von beginn an unseren tagesrhythmus und den schlafrhythmus meiner kinder so gestaltet, dass meine bedürfnisse erfüllt werden. meine kinder sind am frühen abend müde und gehen liebend gerne schlafen, sie kuscheln sich an mich oder den papa und schlafen sein.****

Solange euer Rhythmus übereinstimmt und sie damit glücklich sind ist es doch in Ordnung. Wenn sie es nicht wollten, du aber darauf bestehen würdest, weil du "deine Zeit für dich brauchst", ist es erzieherisch und missachtet die Bedürfnisse des Kindes. Es gibt dann andere Lösungen: Wenn dir deine Zeit sehr sehr wichtig ist könntet ihr ausmachen, dass du und Papa was zusammen macht, aber die Kinder noch in ihrem Zimmer aufbleiben können. Ihr könntet entgegenkommen mit nicht JEDEN Tag eure Zeit haben wollen. Ihr könntet die Kinder auf der Couch einschlafen lassen. Ihr könntet akzeptieren, dass die Kinder eben auch ein recht auf im Wohnzimmer sein haben. Ihr könntet aushandeln, dass die Kinder leise bei euch spielen. Ihr könntet mit ihnen spielen und Familienzeit zusammen verbringen. ... X ...! Es kommt darauf an, WIE du es "so gestaltet" hast, dass sich deren Schlafrhytmus mit eurer Partnerzeit deckt. Wenn du sie gezwungen hast, hast du sie erzogen. Wenn ihr ein Sternchensystem erfunden habt und sie nach 10 Sternchen eine Belohnung bekommen haben, wenn sie "lieb ins Bett gegangen sind", hast du sie erzogen! Wenn sie beim Nachrichten gucken bei dir auf dem Schoss eingeschlafen sind, hast du sie *nicht* erzogen! Wenn du gemerkt hast, wann sie müde sind und du ihnen geholfen hast, auf ihren Körper zu achten, und sie dann freundlich und helfend ins Bett gebracht hast, hast du sie *nicht* erzogen!

****ich bestehe auf zähne putzen morgens, mittags und abends. mit widerstand gehe ich spielerisch um. wir jagen den karius im mund, das ist ein heidenspaß für die kinder. auch hier stehen meine interessen über denen der kinder, die eigentlich nicht putzen möchten. ich aber lege wert darauf, ich sehe mich verantwortlich für ihre zahngesundheit. ich kann nicht finden, dass meine kinder dadurch irgendwelche nachteile erleiden. würde ich sie unter geschimpfe zwingen - ok. aber so haben wir eine win-win-situation. sie haben ihren spaß, ich die geputzten kinderzähne.***

Win-Win-Situation ist super! Wenn du Mal einen Tag ohne Zähneputzen verstreichen lässt, weil sie sagen "du, Mama, heut Mal net", dann erziehst du *nicht* Wenn du Wege findest, ihnen Notwendiges zu erleichtern, ohne sie zu zwingen, erziehst du nicht, du HILFST. Wenn sie es nicht WOLLTEN, dann würden sie sich vehementer wehren. Wenn sie es nicht tun, haben sie es wahrscheinlich einfach verstanden, dass es notwendig ist, die Eltern machen es ja auch, aber es ist halt *trotzdem* langweilig, öde, blöd – du HILFST ihnen, das zu tun, was sie schon längst als notwendig eingesehen haben. Und das machst du super, wenn sie einen Heidenspaß haben!

****ich könnte noch viel mehr beispiele dafür nennen, dass erziehung nicht zwangsläufig suboptimale entwicklungen beim kind zur folge hat.****

Ich glaube hier gibt es eifnach Verwirrung darüber, was "Erziehung" ist, wo da die Grenze liegt. Erziehung ist in meinen Augen alles, was Menschen durch irgendwelche "Tricks" sei es Bestrafung, Belohnung etc. dazu zu bringen, was sie NICHT tun wollen. Erziehung ist auch, zu denken, man müsse Kindern "beibringen", sich "artig" zu verhalten. ich kann es nicht genau erklären aber was du machst ist meiner Meinung nicht Erziehung. Erziehung ist Manipulation und daher gewaltätig (nicht unbedingt körperlich). Mir ist aber klar – weil ich selbst erzogen habe – dass man kein schlechtes Gewissen hat weil man eben überzeugt ist, "das Beste" zu tun, und dass es "notwendig" ist. Was Vina und auch mir nur vorschwebt ist zum Denken anzuregen, ob es wirklich "Notwendig" ist! Dazu das Beispiel mit den Wilden Tieren im anderen Posting ("an alle Nichterziehenden")

****...keine Erziehung ist eine Katastrophe - auch in den Augen der Kinder. Es ist wie im Weltall (denke ich mal) - keine Grenzen (eine Grenze stellt nur der andere dar, aber der Rahmen fehlt), kein Ende. ****

Das ist einfach Quatsch. Das wäre nicht "Nichterziehung" sondern "Vernachlässigung" – und selbst dann gibt es immer noch ganz natürliche Grenzen, die im Leben ganz automatisch auftauchen, nur wäre da keiner da, der einem hilft, damit umzugehen. Nichterziehung beachtet auf jeden Fall natürliche Grenzen und die gibt es zu Hauf schon im eigenen Heim. Ich kann TROTZDEM meinem Kind ermöglichen, alles zu tun, was es tun will – auf sichere (ungefährliche) Art – ODER – ich kann mich zumindest bemühen, das zu ermöglichen – ODER — ich kann mein Kind trösten wenn es nicht ging (und nicht: "tja, da muss du durch" "Tja, das hast du dir selbst eingebrockt" "tja da kann man nichts machen") und etwas Schweres einfacher machen (spielerisch...). Das würde man alles mit der Methode "Vernachlässigung" nicht machen!

****Ach? Dann setzt Du Schläge mit Erziehung gleich? Weißt Du, diese heilige Methode kann ja ein Ansatz sein, aber DIESE Argumentation ist mir zu radikal. Und absoluter Blödsinn. Ein Schlag ins Gesicht der 99,99% Mütter, die sich die Mühe machen, ihr Kind zu glücklichen, selbstbewußten Menschen zu erziehen (im positiven Sinne).****

Schläge ist natürlich noch viel schlimmer als Erziehung aber Erziehung finde ich immer noch gewalttätig, wenn eben über den Kopf des Kindes hinweg Entscheidungen für sein Leben getroffen werden, mit denen das Kind nicht einverstanden ist. Bedenkt doch auch, dass es nicht nur um 3-7 jährige Kinder geht, die eventuell keine Medizin nehmen wollen, Zähne putzen verweigern oder sonst was, sondern dass Eltern über die Pubertät hinaus noch eifrig dabei sind, das Verhalten ihrer Kinder ÄNDERN zu wollen, wenn sie "nicht richtig" handeln. Da wird manipuliert, bestochen... "Du solltest nicht Musik studieren – das werde ich nicht finanzieren".... Da handeln Eltern aus IHREN Überzeugungen heraus – aber das sind sie eben – IHRE Überzeugungen. Die Kinder können und werden durchaus lernen, zu eigenen Überzeugungen zu kommen. Eine gute Möglichkeit, dass die Kinder genau gegenteilige Überzeugungen annehmen als die unseren ist es, ihnen unsere Überzeugungen aufzuzwängen.

****Ich wurde nie geschlagen und erziehe meinen Sohn. Er ist ein gleichberechtigter kleiner Mensch, den ich IMMER ernst nehme. Und sein offenes Wesen zeigt mir, daß ich es fast immer richtig mache. Auch wenn Du das vielleicht nicht hören magst.***

Ich wurde recht frei erzogen und habe beides gemacht, erzogen und nicht erzogen (und die "Erfolge" bei nichterziehung sind erstaundlich: Größter Erfolg: harmonishces Miteinanderleben). Ich habe früher auch gedacht, ich nehme meine Tochter ernst. Ich habe mit allerdings immer gefragt, wie man Kinder "respektvoll" behandeln kann, aber trotzdem auf die Einhaltung der Regeln bestehen kann und so. Wenn man hier irgendwo die Suche betätigt (ich weiß aber nicht mehr in welchem der Unterforen), findet man auch einen Beitrag von mir, wo ich explizit fragte, wie man das denn schaffen könnte LOL :-) Es hat so gut wie keiner geantwortet... Damals wusste ich nichts von Nichterziehung und war fest von dieser Art von Erziehung überzeugt.

****Können Eltern das NEIN aus bestimmten Gründen nicht akzeptieren, wird man aus Liebe zum Kind das Kind nicht auf irgendeine Art ZWINGEN, sondern mit viel Mühe versuchen, das Kind umzustimmen (Bitte aber nicht mit Furcht, Drohung oder Belohnung). Das nennt man auch Willenseinklang herbeiführen.***

Das ist teilweise richtig – aber "Umzustimmen" eben nur, auf ehrliche Art und ein Nein immer akzeptierend. Ich kann wie mit einem Freund Argumente bringen, herausfinden, was das eigentliche Bedürfnis ist, und was das eigentliche Problem – und dann Lösungsvorschläge geben. Ich kann aber auch MICH "umstimmen", dh. meine eigene Meinung ändern (wenn ich frage "ist das eigentlich so wichtig?"). Und ich kann auch ein Kompromiss finden – wir können auch würfeln, demokratisch abstimmen, ja, wir können sogar gemeinsam Regeln aufstellen – solange alle damit einverstanden sind und man sie auch umschmeissen kann und nicht nur der "Regel wegen" beibehält. Ich kann auch das Nein akzeptieren...

****Nur, wie man das Kind umstimmt, daran scheiden sich die "Geister"! Es soll respektvoll und aufrichtig sein, da sind wir uns alle einig.****

Das auch – aber ich habe wirklich Probleme mit diesem "umstimmen". Umstimmen, nur damit es es auf MEINE Art macht, finde ich nicht richtig und erzieherisch. Vielleicht hat das Kind eine besser Lösung! Wenn ich abends "frei" brauche und meine Kinder aber wach bleiben wollen und ich dann versuche, sie "Umzustimmen", weil ich denke, dass MEIN Bedürfnis hier "wichtiger" ist – schließlich habe ich mich doch den ganzen Tag abgerackert und es wäre sonst "unfair", dann habe ich mich eben auf meine Überlegenheit verlassen und erziehe, wenn ich das durchdrücke. Besser finde ich: meine Bedürfnisse betrachten: "ich möchte abends meine Freizeit geniessen" und seine Bedürfnisse "du möchtest abends mit uns spielen" gleich "wichtig" zu stellen und eine LÖSUNG zu finden, wie man beiden Bedürfnissen entgegenkommen kann oder wie man ein Bedürfnis auf andere Weise begegnen kann oder... x... und nicht, die "bestmögliche, respektvolle und aufrichtige Art, das Kind UMZUSTIMMEN" - weil Umstimmen nicht die einzige Lösung ist - es ist nur EINE mögliche Lösung :-)

****Ihm ist es nämlich völlig schnuppe, ob ich "nicht-erziehe" oder "erziehe". Bleibt es ganz es selbst und braucht nicht gegen uns "kämpfen", machen wir es richtig.****

Na ja, das denke ich nicht. Dem Kind ist es ischer nicht so ganz egal. Die Namen sind egal und es weiß nicht, was das eine oder das andere ist. Viele Kinder haben auch schon verinnerlicht, Erziehung "sei notwendig". Aber erkläre deinen Kindern beide Konzepte und gib ihm die Namen und frage dann, ob es ihm noch "völlig Schnuppe ist" ;-)

***aber die nicht-erziehung will das kind ja nicht umstimmen. sie akzeptiert sein nein, will keinen willenseinklang zwischen eltern und kind. insofern bist du keine echte nicht-erzieherin ;-)****

Falsch. Wir akzeptieren ein Nein, wenn es z.B. meine Freiheit nicht einschränkt – wenn es machbar ist – wenn es nicht gefährlich ist. Natürlich wollen wir einen Willenseinklang. Was du beschreibst ist dass die Bedürfnisse der Kinder quasi höher stehen als die der Eltern - die Eltern müssen halt "kuschen". Das wäre bildlich dargestellt: Eltern Kind. Was wir erstreben ist Eltern Kind.

****Ich kann mir immer noch nicht vorstellen, dass Kinder ohne liebevolles Lenken wirklich glücklich sind*****

Das kann ich mir auch nicht vorstellen!! Das ist Vernachlässigung! Wir können Lenken (schließlich geschieht das sowieso auch automatisch durch unser Vorbild) – aber wir können akzeptieren, wenn das Kind trotzdem eine andere Richtung einschlägt (solange sie nicht gefährlich.... blah ist)

Zitate von SusanneZ:

****Extreme bleiben aber halt immer extrem und auch ich halte es für wichtig ein Kind zu lenken und ein strukturiertes Tagesgeschehen vorzugeben.****

Wobei die Bilder Eltern Eltern und Kind Eltern bereits zeigen, dass Nichterziehung NICHT ein Extrem ist :-) Dein Strahl ist falsch – am einen Ende steht die Vernachlässigung (mein kind darf alles, ich greife nie ein und es gibt auch keine natürlichen Grenzen), am andere steht die absolut autoritäre Erziehung (Mein kind muss alles tun was ich sage, ich bin der Boss in allen angelegenheiten und wenn nötig schreite ich sogar mit Gewalt ein).

****Fakt ist, du würdest dein Kind schon auf einfallsreiche Art zum Zähneputzen hin lenken: "schon ganz anders aussehen, mit einem Lied, einer Geschiche, mit Freude, mit Anteilnahme an seinen Bedenken..." Das tun die Mütter der Nicht-Erziehung (so wie ich sie verstanden habe) nicht.****

Doch. Und sie tun es mit Recht – solange sie auch ein trotzdem-nein akztpieren, solange sie keine manipulativen "Techniken" verwenden (Wenn du keine Zähne putzt werden deine Zähne schon morgen schwarz und fallen ALLE ab oder andere Lügen z.B.) und ihre Absicht nur diejenige ist, ihrem Kind etwas zu ermöglichen, etwas (z.B. natürliche Grenzen) leichter und/und oder angenehmer zu machen.

*****Sie werden sich also nicht hinstellen und die ablehnende Haltung versuchen positiv zu stimmen, sondern das einfach hinnehmen. Sie vertrauen rein den Nachahmungskräften. Das tun die anti-autoritären Erzieher auch, aber eben nicht nur. *****

Wir vertrauen den Nachahmungskräften, wir wissen aber auch, dass wir schon länger auf der Welt sind, viele Dinge viel komplexer sind als man sie durch Vorbild vormachen kann und unsere Kinder viele Dinge einfach noch nicht verstehen; dass sie (ganz kleine) im JETZT leben, und nicht vorausschauen können etc etc, wir sind ja nicht dumm ;-) Daher kann ich meinem Kind durchaus authentische Argumente liefern und es überzeugen – solange es eben nicht manipulativ ist. Ich kann für kleine Kinder auch einfach Entscheidungen treffen - es wird mir irgendwann deutlich machen, dass es bereit ist, selbst entscheidungen zu treffen ("ich will mich selbst anziehen" "ich will aussuchen" "ich will liber die gelbe Schüssel" "ich will nicht hingehen" etc.)

Ich glaube du hast Nichterziehung nicht richtig verstanden sondern siehst es eben als Vernachlässigung. Sehr warhscheinlich ist Nichterziehung und antiautoritäre Erziehung das gleiche. nur das der Begriff antiautoritäre Erziehung aus abgelutscht und so ist, allgemein nur gesagt wird "sie sei gescheitert" und so weiter.

Wir wollen keine erzieherischen Methoden wie Manipulation, Bestrafung, Belohnung etc. verwenden, weil wir glauben, dass es nicht nötig ist, es auch anders geht – und ja, vieles funktioniert nach dem Nachahmungseffekt – aber am *meisten* basiert dieser Ansatz auf VERTRAUEN, das unserer Ansicht nach durch Erziehung mehr oder weniger zerstört wird. Wenn das Vertrauen nach der Pubertät oder sonst wann wieder gewonnen wird, so liegt es vielleicht daran, dass die Eltern irgendwann *endlich* den Kindern das Recht einräumen, frei zu sein. Viele Eltern tun das nie.

Gruß
Johanna

 
79 Antworten:

alle Jahre wieder..

Antwort von TineS am 01.11.2006, 14:51 Uhr

kommt eine neue Philospohie oder Erziehungsansatz. Mal wars die Antiautoritäre Erziehung (die wollten auch eine Glückliche Kindheit gewährleisten) momentan ist es wohl die "Nichterziehung".

Wie welche Erziehung fruchtet wird sich wieimmer erst später Zeigen. Die Antiautoriäre Erziehung ging ja mal daneben in vielen Fällen.

Wichtig finde ich, egal was man sich für nen Erziehungsstil raussucht, das er

a) immer wieder selber überdacht wird
b) auf das jeweilige Kind paßt
und da denke ich wird es eher schwierig sobald mehrere Kinder da sind, weil keines wie das andere ist.

gruß

tine

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Nur zu einem Satz von Dir:

Antwort von Frosch am 01.11.2006, 16:20 Uhr

Schläge ist natürlich noch viel schlimmer als Erziehung aber Erziehung finde ich immer noch gewalttätig, wenn eben über den Kopf des Kindes hinweg Entscheidungen für sein Leben getroffen werden, mit denen das Kind nicht einverstanden ist

--> Ergo darf das Kind nicht in den KiGa, nicht in die Schule, usw.

Zum Rest: Wieder mal ein Trend der natürlich auf ALLE Kinder paßt ;-)

PS: Meine Mutter hat mich damals sehr streng zum Klavierüben angehalten. Weil ich selber nicht daran dachte und es immer wieder vergessen habe (Gedankenlosigkeit und Träumerei). Und ich bin ihr heute noch dankbar, Klavierspielen ist mein größtes Hobby. Nach Deiner Argumentation hat sie über meinen Kopf hinwegentschieden, mich manipuliert - OHGOTT, ich glaube, Klavierspielen macht mir jetzt keinen Spaß mehr :-)

Jede Mutter, die ihr Kind als eigenständigen Menschen sieht, das Kind ernst nimmt, ihm dazu verhilft zu einem selbstbewußten Menschen heranzuwachsen, macht es richtig. Ob sie nun "erzieht" oder nicht.

Und JEDE Mutter hier, die meint, sie erzieht ihre Kinder nicht, tut das trotzdem. Auf subtilere Weise.

LG Antje

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Re: Nur zu einem Satz von Dir:

Antwort von mathildas_mama am 01.11.2006, 16:29 Uhr

"Schläge ist natürlich noch viel schlimmer als Erziehung aber Erziehung finde ich immer noch gewalttätig, wenn eben über den Kopf des Kindes hinweg Entscheidungen für sein Leben getroffen werden, mit denen das Kind nicht einverstanden ist

--> Ergo darf das Kind nicht in den KiGa, nicht in die Schule, usw."

Wie kommst Du denn darauf? Wo siehst Du diesen Zusammenhang? Ich persönlich kenne z.B. nicht einen Erstklässler, der nicht in die Schule WILL.

Daß sich das nach ein paar Jahren (wenn überhaupt so spät) wieder ändert und umschlägt in Unlust, das liegt doch daran, daß unsere Schulen nicht imstande sind, diese Lernbegeisterung aufrecht zu erhalten. Da sollte man ansetzen!

In den KiGa gehen Kinder im Allgemeinen dann gerne, wenn sie reif dafür sind (und das ist nicht zwangsläufig mit dem 3. Geburtstag so)und der KiGa entsprechend attraktiv ist. Dann aber auch wirklich gerne!

LG Elke

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@johanna, @mathildas_mama

Antwort von vina am 01.11.2006, 16:41 Uhr

Liebe Johanna,

danke, dass du dieses Posting gesetzt hast. Mir fehlt leider, leider die Zeit auf viele Dinge einzugehen, so wie ich es gerne möchte.

@mathildas_mama,

ich kennen sogar mehrere Kindergartenverweigerer. Mein Sohn sagt ganz klipp und klar warum er dort auf keinen Fall mehr hingehen wird z.B. die dicke Frau (die Erzieherin) hat gesagt, wenn ich nicht schlafe, kommt die Mama mich nicht abholen....
Andere Kinder, die ich kenne, nennen auch ganz klar ihre Gründe, warum sie nicht mehr in den Kindergarten gehen wollen.
Nebenbei bemerkt, kenne ich auch nen Haufen Schulverweigerer. Ja, das gibt es viel öfter als man hier wahrhaben will. Kann man diesen intelligenten Kindern auch nicht übel nehmen, im Gegenteil. Aber das ist ein anderes Thema.

LG
vina

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@tineS

Antwort von vina am 01.11.2006, 16:47 Uhr

Hallo,

auch auf die Gefahr hin, dass ich mich wiederhole:

Nicht-Erziehung ist kein ERZIEHUNGSANSATZ. Das schließt sich praktisch aus. Es ist auch keine Theorie oder irgendein konstruiertes Regularium. Es ist eine Denkweise, eine Philosophie, eher noch eine Einstellung.

lg
vina

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So war das nicht gemeint!

Antwort von Frosch am 01.11.2006, 17:28 Uhr

Ich meinte:
Kinder müssen im KiGa/Schule u.U. Sachen machen, die sie nicht wollen. Rituale befolgen, die sie nicht kennen. Haben sie aufgrund von Nichterziehung dann nicht immense Probleme damit? Was macht ein Nichterzieher, dessen Kind Probleme mit dem KiGa oder der Schule hat? Das würde mich interessieren, die Vorgehensweise bei solchen Problemen...

Mein Sohn hat geht trotz "Erziehen" sehr gerne in den KiGa, ich freue mich, daß es ihm so gefällt...

LG Antje

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@Vina

Antwort von Frosch am 01.11.2006, 17:34 Uhr

Du schreibst:
Kann man diesen intelligenten Kindern auch nicht übel nehmen, im Gegenteil. Aber das ist ein anderes Thema.

--> Liegt es nicht eher daran, daß die Kinder es nicht gelernt haben, Autoritäten zu respektieren? Sachen zu machen, die sie nicht wollen? zB. Stillzusitzen, obwohl sie nicht wollen?

Es muß für ein Kind doch schockierend sein, wenn es plötzlich nicht mehr so machen darf, wie es will, sondern sich "anpassen" muß. Zum Wohl der Gemeinschaft, denn wenn in der Klasse jeder nur das macht, was Spaß macht, ist es ja chaotisch.


Ich war auch Schulverweigerer, weil ich zwar intelligent war aber keinen Bock hatte zu lernen :-))
(ABER da muß ich sagen, daß das Verhalten meiner Eltern - in dieser Hinsicht sehr autoritär - NICHT zu meinem Spaß an der Schule beitrugen. Sie hätten mich in dieser Hinsicht anders erziehen sollen, mehr den Spaß an der Sache fördern *denk*)

LG Antje

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Dann sind wir eindeutig einer Meinung ;-) o.T.

Antwort von SusanneZ am 01.11.2006, 18:07 Uhr

LG

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Bei uns im KiGa nicht.

Antwort von mathildas_mama am 01.11.2006, 20:34 Uhr

Sie müssen nichts tun, was sie nicht wollen.

Natürlich sind die Regeln, sie ein Leben in solchen Gemeinschaften ermöglichen, befolgen - d.h. Ihre Sachen an den Haken hängen, die Gummis-Stiefel in den Schrank stellen, nach dem Spielen aufräumen, andere Kinder nicht schubsen, schlagen oder ihre Grenzen auf andere Art und Weise überschreiten.
Aber solche Regeln gibt es auch in der Familie, mehr oder weniger stark ausgeprägt, eben so viele, wie nötig.

Sie müssen aber nichts machen, was sie nicht wollen. Unser KiGa hat ein offenes Konzept, die Kinder können selbst entscheiden, was sie machen wollen, können auswählen, ob sie zum Reiten, Schwimmen, in den Wald wollen, ob sie in der Halle toben, im Atelier malen und Basteln oder im Ruheraum lesen, CD hören oder sich einfach nur zurückziehen wollen.

Es soll auch schon Schulen geben, die nach demselben Ansatz unterrichten. Denn die Frage ist doch: wem nützt es, wenn Kinder etwas tun, was sie gar nicht tun wollen? Selbst ein Angestellter ist in dem Job am besten, der ihm Spaß macht - und ab einem bestimmten Alter ist auch das Verständnis dafür da, daß etwas unangenehmere Tätigkeiten trotzdem wichtig sind und erledigt werden müssen.

Diese wächst aber von alleine, mit der Lebenserfahrung, dazu muß man nicht Kindergartenkinder dazu bringen, zu basteln, wenn sie gar nicht wollen ...

LG Elke

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Re: Was will Nichterziehung und andere Kommentare...

Antwort von Bobbiesue am 01.11.2006, 20:50 Uhr

Erstmal ein erfreutes.....JAWOLL in Richtung Johanna.

Du schreibst hier soviel Wahres und erstrebenswertes, es ist eine Freude das zu lesen.


Ich selbst arbeite mit Kindern im Alter von 6 - 10 jahren und ich erlebe tagtäglich vieles was mir unverständlich erscheint.

Kinder die mit 10 Jahren nicht fähig sind zu erkennen ob ihnen kalt oder warm ist, Kinder die gewöhnt sind bei jeder Tätigkeit flehentlich zu einem Erwachsenen zu schauen um zu erkennen*hilft er mir jetzt das Problem zu lösen?*

Ich bin schockiert über die Problemlösungsstrategien von 9-jährigen ( sie haben einfach keine, weil sie ja gewohnt sind das Mami, Papi oder eine Betreuungsperson alles für sie löst).

Ich selbst meine, um den Kindern von heute in einer Welt von Morgen das Standbein zu sichern, und ihnen ein "erfolgreiches" ( was für jeden einzelnen Erfolg bedeutet bleibt offen) Leben zu ermöglichen sind einige Schlüsselkompetenzen erforderlich.

Solltet ihr das jetzt lesen, so fragt euch doch selbst ob MEIN KIND...oder sogar ICH SELBST, all diese Kompetenzen besitzen die man im späteren Berufsleben ( und auch sonstigen Leben ) so braucht.


-Eigenverantwortung und Selbständigkeit ( Vertrauen in die persönlichen Fähigkeiten und Mut, die eigenen Angelegenheiten in die Hand zu nehmen)


*Kommentar dazu: wie um alles in der Welt soll ein Kind das jemals schaffen wenn jedes noch so kleine Problem vor dem Kind entfernt wird, wenn es keine Probleme sehen oder GAR bewältigen lernt?*


-Fach-und Methodenkompetenz

-Interkulturelle Kompetenz ( vertiefte Kenntnisse über aktuelle soziale, kulturelle und ökonomische Gegebenheiten anderer Länder;Aufgeschlossenheit gegenüber anderen Kulturen)

-Sprachkompetenz ( mehr Fremdsprachenkenntnisse)

-Medienkompetenz

-Problemlösungsstrategien, Kreativität und Innovationsfähigkeit

*Kommentar dazu: BINGO....da wären wir,ein Beispiel dazu aus meiner Praxis:
Wir drehten einen Film.15 Kids im Alter von 6-10 Jahren.
Kinder die es NICHT gewohnt waren selbst zu bestimmen, selbst Lösungen zu finden, die alles vorgekaut bekamen.
Gegen Ende des Projekts waren ALLE ( selbst ich) um viele Erfahrungen reicher, denn jeder durfte mitbestimmen, jede Meinung war wichtig, und es hat mich WIRKLICH erstaunt, dass die Kinder es NICHT gewohnt waren ERNST genommen zu werden ( von den Eltern aus). Dennoch gab es in diesem halben Jahr nicht EINEN Konflikt, nicht EIN unglückliches Kind, sondern lediglich 15 selbstbewußte Kinder die erfahren haben WIE wichtig SIE als Menschen sind, denn SIE durften an etwas tollem teilhaben...und das ohne das Mami sagt was richtig oder falsch ist, was gut oder böse ist...und und und.*


-Erlernen von Lern-und Experimentiermöglichkeiten

-Soziale Kompetenzen wie Teamfähigkeit, Integrationsfähigkeit und-Wille;vernetztes Denken

-Mobilität und Flexibilität

-Ausdauer, Zuverlässigkeit und Genauigkeit

-Leistungsfähigkeit und Bereitschaft (sozialverantwortlich und am gemeinwohl orientiert)



ich weiß, das sind ne Menge Kompetenzen die ein Mensch haben sollte um im Leben "erfolgreich" zu bestehen.

Einige werden sagen: wenn man das nicht lernt, stundenlang in der Schule zu sitzen dann ist es im Erwachsenen Alter zu spät.

Ich sage,das sitzen in der Schule ( also die geforderte Ausdauer) lernt man nicht in der Schule......DAS lernt man schon im Laufe seines 6-jährigen Lebens im Vorfeld, und zwar in all den geförderten Bereichen die man dem Kind sonst so gerne abnimmt.( das nur als Beispiel)

Vertrauen in sein Kind, Vertrauen in seine eigenen Fähigkeiten als Erwachsener und die Vorbildfunktion in allen Bereichen des Lebens stellen hier einen großen Stellenwert dar.


Hm, wurde nun doch länger als geplant

dennoch liebe Grüße an alle

Bobbiesue

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@Bobbiesue und @solelo

Antwort von Mama Heike am 01.11.2006, 21:27 Uhr

Hallo Bobbiesue,

ein toller Beitrag, vielen Dank.
Du schreibts:
"DAS lernt man schon im Laufe seines 6-jährigen Lebens im Vorfeld, und zwar in all den geförderten Bereichen die man dem Kind sonst so gerne abnimmt."

Und genau das ist es, was ich bei Braunmühl und der Krätzä-Seite vermisse.

Die Kleinkindjahre sind die entscheidenden und da reicht es eben nicht aus, gegenüber dem Kind NUR respektvoll und aufrichtig zu sein. Wenn ich meinem Kind ermöglichen will, diese Kompetenzen zu erwerben, also Fähigkeiten auszubilden, muss ich mir darüber Gedanken machen, was mein Kind an "Umfeld" und "Material" braucht.

Und weil das für mich in der Verantwortung der Eltern liegt (Braunmühl sich aber dazu ganz anders äußert), finde ich den Begriff "Nicht-Erziehung" (nicht das was dahinter steht) völlig untauglich.

Liebe Grüße
Heike

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Re: @Bobbiesue und @solelo

Antwort von suermel am 01.11.2006, 22:06 Uhr

Mein Kind ist mir zu Wertvoll, und es ist mir wichtig, das Mein Kind, einiges kann bevor es zur Schule kommt, Nicht erzieghn ist in MEINEN
AUGEN eine Gleichgültigkeit, unfähig
zu sein sich mit dem Kind auseinander zu setzen, kompromisse einzugehn,bequem das Kind nicht zu erziehn, ich habe mein Kind noch nie gehauen, oder Zimmerarest gegeben, aber ein Nicht einhalten der Regel
hat seine Konsekuent, logische konsekuent, trödeln bein Zähneputzen, verkürzt die Gutenacht geschichte,
1x war es so das es gar keine gab!
sie tobte und schrie, 15 minutzen lang,
dann kommte ich ihr erklären, das ich gesagt hatte, wenn der Zeiger oben ist, wird das Licht gelöscht. Am anderen tag ging es rucki zucki!
Jetz muss ich nur noch sagen, der Zeiger ist bald oben! ACH JAAA sagt sie dann , bald vergessen!
silvia

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@frosch

Antwort von vina am 01.11.2006, 22:17 Uhr

Hallo Antje,

stimmt, die Kinder haben es nicht gelernt Autoritäten zu respektieren. UND ich bin froh darüber....

Man lernt nicht Autoritäten zu respektieren, man sucht sich seine Autoritäten, die man respektieren will. Alles andere beruht auf Angst und Druck ... und macht keinen Sinn, weil es kein echter Respekt ist.

Und JA, Genau, warum stillsitzen, wenn man das nicht will? Stell Dir vor man sperrt dich einfach so mit 25 anderen 35-Jährigen (ich weiss dein alter nicht, nehme jetzt nur ein fikitives Beispiel) zusammen, und sagt: So du rennst ab jetzt 45 min hier im Kreis ... wehe du hältst an ... wehe du redest unerlaubt ... wenn du wass möchtest, dann hüpfst du auf einem bein, dann sehe ich, dass du was willst etc pp... Der Sinn ist dir schleierhaft, du hast keine Lust und bringen wird es dir auch nichts.

Was glaubst wie schockierend es für Eltern ist, deren Kinder "machen durften was sie wollten", wenn die auf einmal anfangen sich an einem Thema festzubeissen ... freiwillig lesen, sich Gesprächspartner suchen (SCHOCK!!!), sich bilden ... ist bei diesen Schulverweigerern schon vorgekommen.
Oder: stell Dir vor ... die wollen dann wirklich studieren und z.B. Arzt werden... freiwillig setzen die sich ruhig und still hin und fangen an zu lernen, nehmen Bewertungen und komische Lehrerpersönlichkeiten in Kauf, denn sie haben ein Ziel vor Augen, wissen, dass sie in einer Gesellschaft leben, die eben das fordert, um Arzt zu werden.

Dass du keinen Bock zu lernen hattest, glaube ich eher weniger. Sowas gibt es nicht. Ich schätze du wolltest nicht lernen, was andere glaubten, was du lernen müsstest.

LG
vina

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@suermel

Antwort von vina am 01.11.2006, 22:36 Uhr

Applaus! Applaus!

Ja, die heutigen Erziehungsmethoden sind defiziler als grobes, plumpes Schlagen. Ähnliche Methoden kenne ich bei der Hunde-"erziehung" - man nennt es auch Dressur.

Mir erschliesst sich allerding nicht der Zusammenhang zwischen schnellem Zähneputzen und den Fähigkeiten, die jemand benötigen soll, um eingeschult zu werden.

Schade finde ich deine Unwissenheit oder - besser gesagt - Deine Oberflächlichkeit. Warum unterstellst du Nichterziehenden, dass ihre Kinder ihnen nicht wertvoll sind, dass sie sich nicht mit ihren Kinder auseinandersetzen (eher im Gegenteil) oder dass sie bequem sind? Glaube mir, die Nichterziehung ist für Erzogene ein hartes Stück Arbeit - aber eine lohnende.

lg
vina

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Re: "logische Konsequenz"

Antwort von solelo am 01.11.2006, 22:38 Uhr

***aber ein Nicht einhalten der Regel
hat seine Konsekuent, logische konsekuent, trödeln bein Zähneputzen, verkürzt die Gutenacht geschichte, ***

Entschuldige, aber inwiefern ist das denn bitte "logisch"???? Das ist genauso unlogisch wie die Regel "wenn du nicht dann zum Essen kommst, wenn wir dich rufen (weil du noch spielst) – gibt es kein Essen mehr für heute". Das ist keine Logische Konsequenz, und wenn das dein Mann mit dir machen würde, weil du zu spät von der Arbeit kämst wäre die **logische** Konsequenz *höchstens*, dass du dir das Essen selbst warm machen musst – alleine essen musst oder dass es nicht mehr davon gibt und du was anderes essen musst. Eine andere (liebevollere) Konsequenz könnte auch sein, dass irgendjemand dich trotzdem begleitet, dass irgendjemand dir trotzdem was warm macht oder was anderes kocht – oder dir zum Spiel einen Teller bringt.

Die WAHRE, wirkliche, logische Konsequenz von beim "Zähne Putzen trödeln" ist: "die Geschichte wird später vorgelesen". Wenn eine NATÜRLICHE Grenze besagt, dass ihr morgens pünktlich zur selben Zeit wach werden (müsst), etwa, weil du einfach zur Arbeit musst oder der Hahn im Garten jeden Morgen zur gleichen Zeit so laut kräht, dass man einfach nicht weiter schlafen kann, ist die LOGISCHE Konsequenz höchstens, dass das Kind – oder ihr alle – WENIGER SCHLAFEN werdet.

Es ist keineswegs "logisch", dass die geschichte "kürzer" ist. Dass sie kürzer vorgelesen wird entscheidest DU! Wann sie ins Bett geht entscheidest DU, egal ob sie schon müde ist oder nicht. Warum sie trödelt ist dir egal – du willst nur, dass es aufhört und benutzt eine Lüge, die du dir mit Verlaub schön zurecht malst als "logische Konsequenz" (warum hast du das Bedürfnis sie als "logisch" zu verkleiden??), obwohl es ganz offensichtlich nicht "logisch" ist. Es ist nur "logisch", dass die Geschichte kürzer ist, wenn man zu einer bestimmten Zeit fertig sein müsst – aber dass ihr zu einer bestimmten zeit fertig mit der Geschichte sein müsst ist wieder nicht logisch und nicht unbedingt erklärbar! Zudem hat jeder einen anderen Bedarf an Schlaf und nicht jeden Tag haargenau den gleichen!

Diese vielen Kleinigkeiten tragen MEINER MEINUNG nach dazu bei, dass uns Kinder nach und nach immer weniger vertrauen und glauben schenken. Noch mag es klappen, aber irgendwann kommt sie dahinter, dass du total den Blödsinn redest!

Irgendwann fragt sie sich - warum muss ich eigentlich um 8 ins Bett? Warum kann ich nicht einfach später gehen? Warum kann ich nicht einfach 5 Minuten kürzer schlafen? Warum kann ich nicht einfach 5 Minuten länger schlafen? Warum ist es meiner Mutter egal, dass ich GERNE 5 minuten weniger schlafe, wenn ich dafür beim Zähne Putzen "trödeln" darf? Was ist "Trödeln" überhaupt? Wieso darf ich nicht das machen, was mir Spaß macht beim Zähneputzen, wo es doch so schon saulangweilig ist?? Wieso soll ich keine solchen Fragen stellen?

Wenn sich solche Fragen häufen und keine WIRKLICH logische Antwort folgt, könnte dein Kind dir irgendwann gar nicht mehr vertrauen – oder immer erst Mal misstrauisch sein und alles hinterfragen ("Diskussionen"). Dann musst du noch mehr manipulatorische Tricks anwenden, um sie beim nächsten Mal zu überzeugen. Und so weiter, bis sie endlich geistig und körperlich fit genug ist, sich zu wehren und offiziell zu sagen, dass du ihr nichts mehr zu sagen hast.

Das ist natürlich nur der Extremfall und keine Prophezeiung. Je nach dem, wie viel du erziehst, sieht es mehr oder weniger so aus.

Gruß
Johanna

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UNd wenn das Kind partout seine Jacke NICHT aufhaengen WILL!

Antwort von Si+Jo+Jo+Fr am 01.11.2006, 22:38 Uhr

Muss es das dann auch nicht?
Und wenn das Kind im Kiga JEDEN TAG schwimmen moechte, aber nie zum Vorschulunterricht? Darf es dann jeden Tag schwimmen?
Und wenn das Kind in der Schule nicht rechnen WILL, muss es dann nicht rechnen lernen?

Sorry, das ist Bloedsinn.

Auch ein Angestellter KANN NICHT NUR DAS TUN was ihm gefaellt, auch wenn ihm die Arbeit dann besser gefallen wuerde!
Was wenn der Krankenschwester nicht mehr gefaellt Bettpfannen zu wechseln??
Was wenn die Erzieherin sich weigert Windeln zu wechseln, weil es ihr keinen Spass macht?
Was wenn die Azubine keinen Bock darauf hat, fuer den Chef zu kopieren?

Es geht schlicht und ergreifend nicht in einer Gesellschaft, dass jeder tut und laesst was ihm gefaellt.

Und wenn du sagst #Sie müssen aber nichts machen, was sie nicht wollen.# dann haut das in einer Gemeinschaft nicht hin.

Und es gibt Kinder, die sich sehr gern vor der Vorschule druecken und jeden Tag lieber Freispiel haben....das nutzt ihnen aber nichts und es wird sich spaetestens in der Schule boese raechen, denn da MUSS jeder JETZT schreiben oder rechnen ob er Bock hat oder nicht. Anders ist es mit einer Lehrkraft fast nicht zu machen.

Wie soll das hinhauen in der Praxis? In der Zukunft der Kinder?

LG Silke

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Nachtrag:

Antwort von Si+Jo+Jo+Fr am 01.11.2006, 22:49 Uhr

#und ab einem bestimmten Alter ist auch das Verständnis dafür da, daß etwas unangenehmere Tätigkeiten trotzdem wichtig sind und erledigt werden müssen.#

wenn ein Kind schon von klein auf, nichts MUSS, wie soll das Verstaendnis kommen, mal was tun zu MUESSEN? Man kann nicht warten, bis das Kind die Reife hat das zu erkennen, denn wann hat ein Kind die?? Manche frueher und manche spaeter.
Und es geht nun mal schon in der Vorschule los, dass man Schwunguebungen und dergleichen macht. Die sind fuer ein Kind von enormem Vorteil!!! Wenn ein Kind aber keinen Bock hat, dann MUSS ich es zwingen. Denn sonst entwickelt sich ein Defizit und das Kind geht schon "als letzter" in die Schule und wenn du Pech hast, zieht es sich wie ein Rattenschwanz durch die Schulzeit.....und das nur, weil es statt stillzitzen und Schwunguebungen lieber schwimmen war??

Ich bin sicher, dass dir das Kind deswegen spaeter mal ein riesen Vorwurf macht.

LG

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@silke

Antwort von Mama Heike am 01.11.2006, 23:08 Uhr

Hallo Silke,

mal völlig unabhängig davon, ob du ein Verantwortung gegenüber deinem Kind hast, kommt bei dir eine Lebenseinstellung ganz klar rüber: Du empfindest dich in deinem Handeln nicht FREI.

Und weil du so denkst, fühlst du dich verpflichtet, auch dein Kind in diese Richtung zu biegen.

Wer sich aber frei fühlt, der wird sich hüten, sein Kind freiwillig verbiegen zu wollen.

Vielleicht magst du hier mal lesen, dass sind sieben Schritte zur Selbstmotivation, wenn man mal wieder das Gefühl hat, man MUSS was tun.
http://www.rund-ums-baby.de/erziehung_elternforum/mebboard.php3?step=3&range=20&action=showMessage&message_id=5112&forum=209

Liebe Grüße
Heike

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Re: UNd wenn das Kind partout seine Jacke NICHT aufhaengen WILL!

Antwort von solelo am 01.11.2006, 23:20 Uhr

***Muss es das dann auch nicht? ***

Warum MUSS es das KIND tun? Es kann doch die Mama machen. Was bezweckst du mti dem Zwang, das es seine Jacke aufhängt. Hänge jeden Tag seine Jacke auf und deine auch, und nach kurzer Zeit will er das selbst machen – oder nicht. Das ist doch wirklich total egal! Du hast in wirklichkeit nur Angst, dass das Kind dich/die Erzieherin "ausnutzen" würde, nicht nur mit der Jacke. Wieso gehst du von so einer Boshafitgkeit aus? Wenn das Kind in einem liebevollen Umfeld lebt, indem sich jeder hilft – was für einen Grund hätte das Kind, sich zu weigern, seinen Beitrag zu leisten, wenn es dazu bereit ist? Wenn ein kleines Kind seine Jacke nicht aufhängen will, heißt es wahrscheinlich nur, dass es eben VIEL lieber spielen will - JETZT. Was ist daran so schlimm? Warum muss es 18 Jahre lang "üben", seine Jacke aufzuhängen? Was ist "logisch" daran, dass das Kind seine Jacke selbst aufhängt, wenn ich DIREKT daneben stehe und es selbst machen könnte? Wenn ich das Kind zwinge, lernt es eventuell eher, dass wenn man groß ist und überlegen, man andere dazu zwingen DARF, etwas zu tun was der andere nicht möchte. TOLL!

***Und wenn das Kind im Kiga JEDEN TAG schwimmen moechte, aber nie zum Vorschulunterricht? Darf es dann jeden Tag schwimmen?***

Theoretisch ja – in den meisten KiGas wird es wohl nicht so sein. Aber nach Ansicht der Nichterzieher sollte es auf jeden Fall so sein. Warum sollte ich das großartige Interesse an Schwimmen verbieten, und stattdessen das Kind zwingen, am VOrschulunterricht teilzunehmen obwohl es nicht will? Hast du das Gefühl, es würde ein Interesse am VU entwickeln, wenn es gezwungen wird und dafür nicht zum Schwimmen darf?

***Und wenn das Kind in der Schule nicht rechnen WILL, muss es dann nicht rechnen lernen?***

In Deutschland herrscht Schulpflicht. Nichterzieher hätten lieber eine Bildungspflicht, damit den Kindern mehr Lernformen zur Verfügung stehen. In Deutschland aber ist die Schule einfach eine "natürliche Grenze", daher braucht man doch da gar nicht zu diskutieren. Selbstverständlich wäre es erstrebenswert, wenn das Kind dann nicht rechnen lernen MÜSSTE, sondern dass das Rechnen an der SChule oder an einem Bildungsort so interessant dargelegt wird, dass es das machen MÖCHTE. Aber das ist ein ganz anderes Thema. Wichtig ist, dass die Schule eine natürliche Grenze darstellt und daher außer Diskussion steht.


***Auch ein Angestellter KANN NICHT NUR DAS TUN was ihm gefaellt, auch wenn ihm die Arbeit dann besser gefallen wuerde!***

Doch, er kann. Er entscheidet sich dann aber dafür, die natürliche Konsequenz dafür zu tragen.

***Was wenn der Krankenschwester nicht mehr gefaellt Bettpfannen zu wechseln??***

Dann wird sie gemahnt und eventuell gefeuert. Natürliche Konsequenz.

***Was wenn die Erzieherin sich weigert Windeln zu wechseln, weil es ihr keinen Spass macht?***

Dann wird sie gemahnt und eventuell gefeuert. Natürliche Konsequenz.

***Was wenn die Azubine keinen Bock darauf hat, fuer den Chef zu kopieren?***

Dann wird sie gemahnt und bekommt keinen Abschluss. Natürliche Konsequenz.

***Es geht schlicht und ergreifend nicht in einer Gesellschaft, dass jeder tut und laesst was ihm gefaellt.***

Doch es geht, theoretisch geht es. Wir KÖNNTEN es, aber wir TUN es nicht, weil wir um die Konsequenzen wissen und abwägen. Können wir mit der KOnsequenz leben, werden wir eventuell das Risiko eingehen. Was lässt dich schlussfolgern, dass ein Kind 18 Jahre Erziehung braucht, um die einfache Tatsache zu lernen, dass man gefeuert wird, wenn man auf der Arbeit fahrlässig handelt? Wir leben nicht in abgeschlossenen Räumen. Das Leben ist überall. Natürliche Konsequenzen gibt es überall. Kinder werden im Laufe der Zeit genügend natürliche Konsequenzen erleiden müssen und selbst Risiken eingehen ("ich will das selbst einschütten" "ich will trotz deiner Ratschläge Mal diesen Job als Werbeausträger ausprobieren"...) Warum gehst du davon aus, dass das dann erwachsene Kind irgendwas "anstellen" wird?

****Und es gibt Kinder, die sich sehr gern vor der Vorschule druecken und jeden Tag lieber Freispiel haben....das nutzt ihnen aber nichts und es wird sich spaetestens in der Schule boese raechen, denn da MUSS jeder JETZT schreiben oder rechnen ob er Bock hat oder nicht.****

Das ist aber SCHADE, dass trotz Forschung und Erkenntnissen, dass nicht jedes Kind den gleichen Lernrhytmus hat jedes Kind GEZWUNGEN wird, zur GLEICHEN Zeit rechnen zu lernen, obwohl es das eventuell auch erst mit 8, oder 9 oder erst 11 lernen könnte, ließe man dem Kind nur sein eigenes Tempo. Wenn mein Kind ein anderes Tempo hat, dann würde ich die Schule wechseln – es gibt genug alternative SChulen die das Lernen im eigenen Tempo ermöglichen!

***Anders ist es mit einer Lehrkraft fast nicht zu machen.***

Dann ist aber nicht das KIND das Problem! ES ist nicht "falsch" und muss daher nicht in eine andere Richtung die angeblich besser ist "erzogen" werden, wenn nötig durch Zwang. Was falsch ist, ist das mit der "einen Lehrkraft" – oder das mit "jeder muss zur gleichen Zeit" - oder das Schulsystem an sich – oder die "Schulbesuchspflich" statt Bildungspflicht – oder oder oder... aber nicht das Kind! Warum muss das KIND geändert werden???

#und ab einem bestimmten Alter ist auch das Verständnis dafür da, daß etwas unangenehmere Tätigkeiten trotzdem wichtig sind und erledigt werden müssen.#

wenn ein Kind schon von klein auf, nichts MUSS, wie soll das Verstaendnis kommen, mal was tun zu MUESSEN?

Es lernt, dass es nichts "muss" aber dass bestimmte Handlungen Konsequenzen haben – wir reden von ECHTEN natürlichen Konsequenzen, nicht die selbst ausgedachten in Regeln eigegrenzten sogenannten "logischen" Konsequenzen – und dass es frei entscheidet, unter Abwägung aller Lösungsmöglichkeiten für auftretende Probleme, ob es etwas machen will oder nicht. Durch jahrelanges Leben in einer Gemeinschaft, der Familie, in der Lösungen für Probleme gemeinsam gesucht werden, anstatt aufgedrückt, in der über die Folgen des Handelns gesprochen wird, anstatt "logische Konsequenzen" auferlegt werden, die keinen Sinn haben, "schult" das Kind ausreichend, um zu begreifen, dass bestimmte Handlungen notwendig sind, hat man ein bestimmtes Ziel, oder will man bestimmte Konsequenzen abwenden.

***Man kann nicht warten, bis das Kind die Reife hat das zu erkennen, denn wann hat ein Kind die??Manche frueher und manche spaeter.****

Du sagst es. Die Reife kommt ganz von allein. Wir können es eh nicht herbeiführen. Wir können aber während des Versuchs das Vertrauen seitens des Kindes an uns verlieren, sodass wir noch weniger dem Kind helfen können, derjenige zu sein, der es werden will/bereits ist.

***Und es geht nun mal schon in der Vorschule los, dass man Schwunguebungen und dergleichen macht. Die sind fuer ein Kind von enormem Vorteil!!! Wenn ein Kind aber keinen Bock hat, dann MUSS ich es zwingen. Denn sonst entwickelt sich ein Defizit und das Kind geht schon "als letzter" in die Schule und wenn du Pech hast, zieht es sich wie ein Rattenschwanz durch die Schulzeit.....und das nur, weil es statt stillzitzen und Schwunguebungen lieber schwimmen war??***

Es könnte tatsächlich vorteilhaft sein – aber es ist nicht zwingend notwendig, dass das zu einer bestimmten Zeit gemacht wird – wie du selbst bei der Reife sagtest - manche früher, manche später – das gilt genauso für die anderen Fähigkeiten. Glaubst du im Ernst, dass ALLE Kinder auf der Welt – ALLE – zur GLEICHEN Zeit, wenn sie 6 sind, Schwungübungen machen müssen?? Vielleicht lernt dein Kind zu der Zeit viel besser rechnen – oder ist total naturinteressiert, oder liebt Planeten, Dinosaurier, Technik etc... Das ist dir aber egal, weil es die dummen Schwungübungen machen "muss" – die es aber vielleicht einfach erst mit 7 oder 8 oder 9 machen will, oder bereits mit 5 hätte machen können, wenn er denn so ist. weil wir aber auf die Schwungübungen bestehen, gehen die anderen Interessen verloren – schade! Wenn da Kind das Interesse für die Schreibschrift entwickelt, wird es dann auch gerne den Schwimmkurs sausen lassen. Aber Schule ist wie gesagt, ein anderes Thema.

Gruß
Johanna

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Ich kann es nicht begreifen, erklaer es mir mit Alltagsfaellen:

Antwort von Si+Jo+Jo+Fr am 01.11.2006, 23:25 Uhr

ich kann es beim besten Willen nicht nachvollziehen.

Was wenn das Kind im Kiga die Jacke heute nicht aufhaengen will.

Macht es Mama oder bleibt die Jacke heute am Boden?
Was lernt das Kind draus? *hihi, wenn ich keine Lust habe, macht es Mami*


Was wenn das Kind nicht zum Vorschulunterricht will, weil es lieber Spielen geht.

Darf es weiter nur spielen? Welche Folgen hat es in der Schule? Wird das Kind den evtl. Rueckstand noch aufholen oder von vornherein ausgegrenzt weil es von den andern als 'dumm' abgestempelt wird?


Was wenn die Azubine nicht fuer den Chef kopieren gehen will, weil es 'ja nicht ihre Aufgabe ist' und sie keinen Bock hat.

Wird sie mit dieser Einstellung einen Schritt weiterkommen? Oder auch nur ihre Stelle behalten/eine Stelle nach der Ausbildung bekommen?


Was wenn von 30 Kindern in der ersten Klasse 3 jetzt nicht lesen wollen, 4 haben jetzte gerade keinen Bock auf Mathe, 6 wollen nicht schon wieder turnen, 9 wollen nicht noch die 4. Geschichte hoeren, 7 wollen nicht stillsitzen und HA hat sowieso jeder 3. nicht, weil das Wetter so schoen war gestern.....wie soll Unterricht hier mit einer Lehrkraft funktionieren?

Weisste ich haenge an diesem: Mein Kind muss nichts, was es nicht will.

Das laesst sich mit einem Leben in einer Gesellschaft einfach nicht vereinbaren in meinen Augen.

LG Silke

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Tut mir leid, das haengt doch an allen Ecken und Enden.

Antwort von Si+Jo+Jo+Fr am 01.11.2006, 23:54 Uhr

Tut mir leid, das KANN nicht hinhauen!

Wem die Schule nicht passt, kann auf eine private ausweichen aber selbst da, kann nicht jeder so wie er moechte! DAS GEHT EINFACH NICHT!

Das geht weder bei Montessori noch sonst wo. Denn es macht einem keinen Sinn das Kind zu lassen, bis es selbst will.
Unsre Kinder waren ueber 2 Jahre auf einer Montessori. Mal 2 Wochen nur Mathe, kein Thema! Aber das Kind muss auch in Deutsch Nachweise bringen und im Stoff mithalten. Also wird es auch bei Montessori zu Deutsch 'gezwungen'.

Ein Kind stoesst immer wieder auf Grenzen (in Mathe z.B.) wo es schwierig wird und es am liebsten alle hinwerfen wuerde, bis der Knoten im Hirn geplatzt ist und man das Problem geloest hat.
ABER das geht nicht!
Man muss sich auch mal durchbeissen und kann sich als Eltern nicht zuruecklehnen und warten, bis das Kind halt will.
Lernen heisst auch: wiederholen, Loesungen suchen, nochmal rechnen, Fehler suchen, nochmal rechnen, bis man es raus hat. Oh Gott, wenn ich meine Kinder immer gelassen haette, bis sie dazu bereit sind, sie haetten schon beim ersten Problem aufgegeben. Denn eine evtl Konsequenz (Klassenziel nicht zu erreichen, kein Wunschberuf spaeter...) interessiert sie JETZT IN DIESEM MOMENT herzlich wenig...denn JETZT wollen sie halt einfach nicht....

Und das Beispiel mit der Jacke:
Klar haenge ich die Jacken meiner Kinder auch mal auf, wenn sie sie nur schnell hingeworfen haben. Aber genauso oft pfeife ich meine Kinder zurueck und lasse sie ihre Jacke selber aufhaengen.

Es ist auch ein gewisser Respekt mir gegenueber, dass sie ihre Aufgaben selber erledigen und nicht immer alles hinterherraeume. Und meine Kinder WISSEN dass Jacken an den Haken kommen, trotzdem landen sie manchmal unter der Garderobe....


Besteht das Leben deiner Kinder nur aus Schwunguebungen? Warum denkst du, dass das alleiniger Inhalt der Leben meiner 6jaehrigen ist/war??

#Vielleicht lernt dein Kind zu der Zeit viel besser rechnen – oder ist total naturinteressiert, oder liebt Planeten, Dinosaurier, Technik etc... Das ist dir aber egal, weil es die dummen Schwungübungen machen "muss"#

Es geht bei der Vorschule um vielleicht 15 Minuten am Tag. Den restlichen Tag lang, kann das Kind Planeten und Dinos erforschen, was mir keineswegs egal ist. Aber ich finde diese 15 Minuten Vorschule am Tag wichtig! Mein Kind kann davon nur profitieren auch wenn das bedeutet, dass es mal eben fuer diese 15 Minuten aus dem Freispiel geholt wird. Egal wie es Vorschule liebt! Es gibt sicher Tage an denen es auf Vorschule keine Lust hat. Koennen die Erzieherinnen wirklich sagen, "na dann machste halt heute mal nicht mit"? Was meinste, wie die andern 10 Kinder dann schreien, weil sie ja eigentlich auch keine Lust haben. Kann man Regeln und Strukturen einfach so umkrempeln??

Oder brauchen Kinder nicht besser ein paar klare Regeln, dass eben JETZT Vorschulzeit ist, weil spaeter Mittagesssen ist und dann Abholzeit etc....weil der Tagen eben strukturiert ist??


Ich komm nicht dahinter, fuer mich klingt es nach einer recht gefaehrlichen Methode (fuer die heutige Schule). Denn das Leben und die Schule sind danach nicht ausgerichtet. Aendert die Schulen! Dann mag das klappen.
Aber solang eine Lehrerin fuer 30 Kinder da ist, kann es nicht hinhauen!

Und wie sollen Eltern von Verhaltensauffaelligen Kinder damit klar kommen? Was ist mit ADHS Kindern?

Das ist meine Meinung!

Ich lese bei euch gerne noch mit, moechte dahinter kommen, aber im Moment erschliesst es sich mir noch nicht.

LG

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Re: Ich kann es nicht begreifen, erklaer es mir mit Alltagsfaellen:

Antwort von olefin am 01.11.2006, 23:54 Uhr

Hallo Silke

"Weisste ich haenge an diesem: Mein Kind muss nichts, was es nicht will."

Ein Kind, das immer muss, wird nie wollen.

"Was wenn die Azubine nicht fuer den Chef kopieren gehen will, weil es 'ja nicht ihre Aufgabe ist' und sie keinen Bock hat."

Wenn ein Erwachsener einen Beruf nicht ausüben möchte, dann kündigt er. Er ist insoweit frei in seiner Entscheidung; muss aber die Folgen seiner Entscheidung tragen (weniger Geld, weniger Anerkennung, Erfolg u.s.w.).

Das von Dir geschilderte Beispiel in der Grundschulklasse ist sicher sehr real. Keines der Kinder hat sich diesen "Beruf" resp. dieses Fach ausgewählt.

"Das laesst sich mit einem Leben in einer Gesellschaft einfach nicht vereinbaren in meinen Augen."

In meinen Augen lässt sich nicht vereinbaren, dass wir einer Gruppe von Menschen elementare Freiheitsrechte vorenthalten.

Zitat aus "Die Sudbury Valley School. Eine neue Sicht auf das Lernen.":

"Wir wollen einfach nicht wahrhaben, daß wir Kinder grundsätzlich wie Gefangene behandeln, im vollsten Sinne des Wortes.
Ich meine das nicht polemisch oder als Angriff auf die Schulen. Es ist eine schlichte politische Beobachtung. Unser Konzept von einem Gefängnis und unser Konzept von einer Schule sind analog, sie sind tatsächlich fast identisch. Sie beinhalten die Beschränkung der Bewegungsfreiheit. Sie beinhalten physische Bevormundung. Sie beinhalten Gedankenkontrolle. Sie beinhalten Gehorsam und Strafe bei Ungehorsam. Es ist ein Gemeinplatz, daß selbst die Architektur moderner Gefängnisse und moderner Schulen viel gemeinsam hat."

Grüße

olefin

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Okay, da muss ich mal drueber schlafen und ich werde

Antwort von Si+Jo+Jo+Fr am 02.11.2006, 0:02 Uhr

mal einen Bekannten (Lehrer) fragen, wie er darueber denkt....

Wir lesen uns!

Gute Nacht!

Silke

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Re@Silke - ich noch mal

Antwort von Mama Heike am 02.11.2006, 0:10 Uhr

Hallo Silke,

ich verstehe schon, dass du an diesem Satz knabberst: Mein Kind muss nichts, was es nicht will.

Es ist schwer zu erklären, dass sich diese Einstellung selbstverständlich mit unserem Erwachsenenleben vereinbaren kann.

Ich "erziehe" beide Kinder wirklich so, dass sie nichts machen MÜSSEN, ich zwinge sie zu gar nichts, sie tun Dinge immer freiwillig oder ich warte solange, bis sie bereit sind und einlenken. Und das dauert nicht länger, als wenn es "Kampf" gebe.

Wenn ich etwas verlange oder möchte, dann machen sie es entweder, weil sie mir vertrauen (und mit die Notwendigkeit "abkaufen") oder weil sie es selber einsehen und machen wollen.

Ich weiß jetzt nicht, wie alt dein Kind ist, meine Große ist 10, die Kleine 2. Wenn ich mit den Kindern unterwegs bin, bekomme ich von allen Seiten nur durchweg nette Kommentare und großes Erstaunen, wie "wohlerzogen" die Kinder sind. Ich lebe doch jeden Tag vor, was ich für gut und richtig erachte. Ein simples Beispiel: Alle Schuhe stehen bei uns in einem Regal im Flur. Der Kleinen macht es Freude, die Schuhe an ihren Platz zu stellen und irgendwann wird daraus Gewohnheit. Der Großen würde nicht einfallen, die Schuhe im Wohnzimmer auszuschleudern, außer sie hätte einen sehr wichtigen Grund. Und den kann man sich doch dann wenigstens anhören, bevor man loswettert.

Die Kinder leben doch selbstverständlich in meinem Leben mit und übernehmen meine "Lebensart". Und weil ich nicht assozial lebe, benehmen sie sich auch nicht so. Es gibt auch keinen Grund, warum sie mein Benehmen in Frage stellen sollten, sie gehen selbstverständlich davon aus, das ich richtig und gut entscheide, denn ich habe sie nie enttäuscht.
Wie ich mit ihnen umgehe, war doch bisher aus Sicht meiner Kinder immer richtig und gut. Und wenn ich doch mal falsch gelegen habe oder liege, dann entschuldige ich mich und denke darüber nach. Da haben es mir meine Kinder schon längst verziehen.

Gegenüber anderen Menschen klopfen meine Kinder schnell ab, wer es ehrlich meint und ihnen respektvoll gegenüber tritt. Wer sich total daneben "benimmt", wird kategorisch abgelehnt, und das ist ihr gutes Recht. Ansonsten geben sie anderen erstmal ein Chance.

Meine Kinder machen also den ersten Schritt. Wenn der andere nicht darauf eingeht und weiterhin respektlos ist, ziehen sie sich berechtigter Weise zurück. Aber bei der Großen nicht mit Tam-Tam "IIIICCCH will nicht." sondern ganz still und auch etwas enttäuscht. Mit mir redet sie dann darüber.

Und sie hat durchweg Lehrer, die Kinder ernst nehmen und lieben. Wieso sollte sie nicht lernen wollen? Sie liebt ihre Leherer.

Es ist wirklich schwierig zu erklären.

Liebe Grüße
Heike

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Aber ist es denn erstrebenswert

Antwort von Si+Jo+Jo+Fr am 02.11.2006, 0:13 Uhr

lieber seinen Arbeitsplatz (seinen Platz in der Klassengemeinschaft) zu verlieren, nur um sein "nicht wollen" druchzusetzen?

Ist es nicht besser, mein Kind lernt, dass es sich auch mal einige Nachmittage auf seinen Hintern setzen muss um in Mathe das Problem endlich zu begreifen und zu loesen, um das Klassenziel noch zu schaffen??

Was wenn mein Kind gerade nicht will, dann wird es unter Umstaenden die Klasse nicht schaffen. Wenn das 2 mal hintereinander passiert ist das Kind raus aus der Schule (zumindest in Bayern am Gym so)....ist das erstrebenswert da zuzugucken und abzuwarten bis mein Kind von sich aus will?

Eigentlich kann doch diese Erziehungsmethode nur dann greifen, wenn man es von Anfang an so durchzieht. Das heisst, alle jetzigen Schulkinder haben diese Methode nicht im Kopf, koennen also gar nicht mehr anders....wenn ich meine Kinder jetzt lassen wuerde wie sie wollen, waeren sie in kuerzester Zeit raus aus der Schule....ohne Abschluss.
Meine Kinder muss ich auch des oefteren an den Tisch zwingen um ihre HA zu machen. Ohne das haetten sie in der Schule nie schnellen Englisch Kenntnisse erreicht, haetten nie so schnell an den hiesigen Schulstoff Anschluss gefunden.

Soll ich sie wirklich machen lassen wie sie wollen?

So, jetzt geh ich wirklich ins Bett...*GG* aber das wollte ich noch sagen.

ist eine interessante Diskussion

LG

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Wegen den Hausaufgaben...

Antwort von Mama Heike am 02.11.2006, 0:23 Uhr

Es ist doch immer günstiger, ein Kind macht Hausaufgaben freiwillig und fröhlich, da wirst du mir doch recht geben.

Die "Kunst" ist doch nur, das Nicht-Wollen in ein Wollen zu verwandeln, das Kind also zu motivieren, wenn es schon nicht der Lehrer geschafft hat, den Sinn von Hausaufgaben zu vermitteln oder wengistens die Freude am Lernen aufrecht zu erhalten.

Wie soll ein erwachsener Mensch gern lernen wollen (und das ist heute unabdingbar, um im Berufsleben zu bestehen), wenn das Lernen von der 1. Klasse an eine Last darstellt?
Wenn Lehrer zu "blöd" sind, Freude am Lernen zu vermitteln, dann doch bitte wenigstens du.

Aber was tust du stattdessen? Du übst auch nur Druck aus! Mhhh...

Liebe Grüße
Heike

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@Si+Jo+Jo+Fr

Antwort von Mona_1008 am 02.11.2006, 0:36 Uhr

Mische mich jetzt mal ein:

Doch, ES HAUT HIN!!!Und zwar sehr gut.

Das, was hier beschrieben wird, praktiziere ich mit meiner Tochter schon immer, vom ersten Lebenstag an!Und habe es auch schon vorher so gemacht..im täglichen Umgang mit anderen Menschen, im Job, in Freundschaften. Genau so..weil mein Bauchgefühl mir schon immer gesagt hat, daß das das einzig Richtige ist.Und ich es anders gar nicht gekonnt hätte.
Weil es leichter ist und das Leben unkompliziert macht.

Aber witzig-ich wußte wirklich nicht, daß es dafür sogar einen Namen gibt (danke solelo*g*!)..geschweige denn, daß es noch andere Menschen gibt, die das so praktizieren.

Ich kenne nämlich leider)nur schimpfende, brüllende, kreischende, verzweifelte Mütter am Rande des Nervenzusammenbruchs, deren Kinder trotzdem machen, was sie wollen :-).
Und frage mich immer wieder, warum über manche Dinge überhaupt ein Wort verloren wird..warum manche Leute ihre Kinder anschreien..schlagen..obwohl sie doch nur ein Spiegelbild dessen sind, was die Eltern ihnen jeden Tag vorleben.Aber das ist wieder eine andere Sache.

Das Resultat bei uns (wenn man dieses Wort benutzen will-mir fällt kein anderes ein momentan) ist jedenfalls ein ausgeglichenes, innerlich gefestigtes, selbständiges, in seinem Handeln sehr bedachtes, cleveres und absolut unkompliziertes, sehr verständiges Kind- ohne zu-Boden-werfen-Trotz, ohne infernalische Schreiattacken (außer beim Haarewaschen, aber das ist was anderes*g*), ohne Diskussionen im Supermarkt usw. und darüber freue ich mich jeden Tag. Vor allem, wenn ich sehe, wie unharmonisch es in anderen Familien zugeht.

Und ich stehe jeden morgen mit dem guten Gefühl auf, daß ich meine Tochter einfach "Mensch sein lasse". Denn genau das ist es, was ich selbst auch von anderen Menschen erwarte. Und genau das hat mich auch dorthin geführt, wo ich heute bin und den Menschen aus mir gemacht, der ich bin. Und da ich sowohl beruflich erfolgreich als auch beliebt und bei meinen Freunden gern gesehen bin, kann das so falsch nicht gewesen sein ;-)
Will damit sagen: mein Leben ist deshalb nicht aus dem Ruder gelaufen.

Nicht nur Deine Kinder profitieren davon, sondern auch Du selbst. Weil Du mehr Lebensqualität hast, indem Du Dich weniger aufregst und lernst, Prioritäten zu setzen. Ich streite nicht mit meinem Kind darüber, ob es Jacken aufhängt usw.
Das ist nicht der Rede wert und völlig egal. Eigentlich "streite" ich nie mit meinem Kind..und ich diskutiere auch nicht sehr oft.

Finde es jedenfalls klasse, daß ich mich hier quasi in den Worten von solelo wiedergefunden habe, ich dachte immer, ich wäre die einzige verrückte Mutter, die das so macht..:-) Normalerweise artet das ja schon aus, wenn man sich nur traut zu schreiben, daß man sein Kind noch nie geschlagen hat-da dachte ich immer, ich halte mich lieber zurück, was meine restliche "Nicht-Erziehung*g*" betrifft. Der Vorwurf des "Verwöhnen und Verziehens" kommt dann in dem Zusammenhang auch gerne mal..

So-nun hab ich auch mit reingesenft und jetzt gehe ich ins Bett ;-)

VG Mona

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Aber was, wenn das Kind nicht so funktioniert?

Antwort von Si+Jo+Jo+Fr am 02.11.2006, 0:49 Uhr

was ist mit ADHS Kindern? Nur als Beispiel?
Wie soll die Schule damit umgehen?
Ich kann mir nicht vorstellen, dass in der Schule immer alle Kinder das gleiche wollen.
Wie soll Unterricht da moeglich sein?

Wie gesagt, es kann im Rahmen einer Familie funktionieren, aber im Rahmen einer Gesellschaft wo unterschiedliche Menschen aufeinandertreffen?? Da kann ich es mir nicht vorstellen und die einfache Konsequenz fuers Berufsleben: *dann wird man halt gekuendigt* das kann doch nicht das gelbe vom Ei sein!

Man MUSS im Leben immer mal was, was man nicht WILL, ist es eine Loesung dann eine Kuendigung in Kauf zu nehmen oder beisse ich nicht lieber mal die Zaehne zusammen und mache es, auch wenn ich es innerlich ablehne?

Egal, Schluss fuer heute, wir lesen uns die naechsten Tage!

LG

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Re: Aber was, wenn das Kind nicht so funktioniert?

Antwort von Mona_1008 am 02.11.2006, 1:05 Uhr

Naja..zugegebenermaßen kann ich dazu nichts sagen, da ich kein Kind mit ADHS habe. Vielleicht funktioniert es bei solchen Kindern wirklich nicht..keine Ahnung! Aber ich glaube, hier ist die Rede von Kinder ohne Defizite oder Krankheiten.

Ich finde, gerade das macht es doch aus, ob Menschen als Erwachsene "richtig funktionieren", weil sie gestärkte Menschen sind, die sich selbst im Griff haben!
Wenn ein Kind immer nur ferngesteuert wird, kann es doch niemals diese wichtigen Erfahrungen SELBST machen, die für das spätere Leben entscheidend sind, wenn keine Mama mehr da ist, die für sie entscheidet, bestimmt, den Weg vorgibt..

Probier`s doch mal aus..so als "Experiment" quasi :-)

VG Mona

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Jeden Tag Schwimmen geht nicht ...

Antwort von mathildas_mama am 02.11.2006, 6:42 Uhr

... weil der KiGa nicht jeden Tag Schwimmen oder Reiten fährt.

Aber jeden Tag Atelier oder jeden Tag Turnhalle, das würde gehen.

Macht aber kein Kind - kein einziges. Was meinst Du, warum nicht?

LG Elke

P.S.: Alles andere hat Solelo hinreichend beantwortet.

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Re: Aber ist es denn erstrebenswert

Antwort von mathildas_mama am 02.11.2006, 6:48 Uhr

"Aber ist es denn erstrebenswert lieber seinen Arbeitsplatz (seinen Platz in der Klassengemeinschaft) zu verlieren, nur um sein "nicht wollen" druchzusetzen?"

Du gehst von einer falschen Voraussetzung aus.
Du gehst davon aus, daß aus einem Kind ein eigennütziger, egozentrischer, schmarotzender Erwachsener werden würde, würden wir Eltern es nicht zwingen, anders zu werden.

Das ist falsch. Kinder WOLLEN wertvolle, soziale Mitglieder der Gemeinschaft werden. Sie WOLLEN ihren Teil dazu beitragen, dazu mußt Du sie nicht zwingen.

Wählt ein inzwischen herangewachsener Jugendlicher einen bestimmten Beruf, ist ihm idealerweise klar, daß gewisse Tätigkeiten dazu gehören.
Mag er diese gar nicht, muß er sich einen anderen Job suchen ...

LG Elke

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@Vina, Du bist lustig :-)

Antwort von Frosch am 02.11.2006, 7:06 Uhr

Man lernt nicht Autoritäten zu respektieren, man sucht sich seine Autoritäten, die man respektieren will. Alles andere beruht auf Angst und Druck ... und macht keinen Sinn, weil es kein echter Respekt ist.

--> Und was ist, wenn diese Jugendlichen irgendwann im Studium einen Prof haben, der ihre Diplomarbeit begleitet, und der Änderungen haben will, die sie nicht machen wollen?

--> Wenn diese Menschen einen Chef haben in der Ausbildung, der Sachen verlangt, die sie nicht machen wollen? (Bei uns Entwicklermaschine reinigen, da haben sich alle Junglehrlinge drum geprügelt *würg*)
Lehrjahre sind keine Herrenjahre, da MUSS man Autoritäten achten. Wenn man was lernen WILL.

Klar wollte ich nicht lernen, was mir nicht gefiel (Mathe, Physik, Geschichte). Alle Fächer halt, in denen ich schlecht war, weil ich keine Lust hatte zu lernen. In meinen Lieblingsfächern (alles Nebenfächer und Englisch *G*) war ich klasse!

LG Antje

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Re: Aber was, wenn das Kind nicht so funktioniert?

Antwort von Bobbiesue am 02.11.2006, 7:09 Uhr

Hallo,
zum Thema ADHS möchte ich mich kurz äußern.

In meiner Arbeit als Hortpädagogin habe ich auch mit , sagen wir mal, schwierigeren Kindern zu tun.

Klar spielt da das Elternhaus kaum mit, aber es gelingt auch in der Gemeinschaft.
( Und ich habe auch 25 Kinder zu betreuen)

Ich muß dem Kind bloß vermitteln wie wichtig es ist, wie wichtig seine Meinung uns allen ist, ihm zuhören können und ihm eine Chance zu geben sich zu beweisen.

Sicher kostet das oft viel Kraft und auch viel Zeit ( weil das Kind meist nicht gewohnt ist das man es ernst und wichtig nimmt).

Aber es klappt, und in meinem Fall sogar sehr gut.

Ich habe das Kind beobachtet, und seine STÄRKEN positiv verstärkt. Dabei seine SCHWÄCHEN ignoriert und ihm so einen bessern Stand in der Gemeinschaft ermöglicht.
Ich konnte der gesamten Gruppe zeigen wie toll seine Ideen doch sind, und wie gewinnbringend man sie einsetzen kann.

Dann kam Abends die Mutter, und das erste was war....."was hast du heute wieder angestellt?"

Tut mir leid wenn ich das sage, aber möchte IRGENDJEMAND von UNS Erwachsenen SO begrüßt werden?

Da muß man sich ja ( je nach Charakter)entweder zurückziehen oder auf gut österreichisch " narrisch" werden.

Ich halte nichts davon Menschen/Kinder mit Druck zu brechen, ich bin eher dafür sie zu biegen und zu formen.
Und das auf eine respektvolle Art und Weise, damit sich Mensch frei und wohl fühlen kann um den Kopf frei zu haben seine Träume und Wünsche verwirklichen zu können.

Und ja, es ist einfacher diesen respektvollen Umgang von geburt an zu praktizieren ( soll in Kurzform heissen: mein Baby bekommt all seine Wünsche erfüllt, all seine Bedürfnisse befriedigt um das so wichtige URVERTRAUEN aufbauen zu können, das für den weiteren Verlauf seines Lebens auch Grundlage für all das ist worüber wir hier reden)


Gruß
Bobbiesue

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Unser Ex-Nachbar hat mehrere Male seinen Azubistelle gewechselt...

Antwort von Frosch am 02.11.2006, 7:21 Uhr

...das hat sich rumgesprochen und er findet keine Stelle mehr.

Achja, er wird im Moment polizeilich gesucht...

LG Antje

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Re: Zusatz

Antwort von Bobbiesue am 02.11.2006, 7:24 Uhr

Es ist immer wieder erstaunlich wie sehr doch die Eltern und Bezugspersonen der Kinder das sogenannte " Lernen" IMMER an Dingen ausmachen die man sehen kann......wie Schreibübungen, Vorschulerziehung und dergleichen.

Das ein Kind im Laufe seines Lebens auch vor der Schule VIEL mehr lernt in dem es einfach spielt, oder angebotenes Bildungsprogramm wie Singen oder Malen oder sogar Rhythmik und noch vieles mehr ( würde den Rahmen sprengen)ist vielen Eltern unklar.

Ein kleines Beispiel:

Wenn ich in einer lutbetonten Rhythmikstunde den Kindern Seile auflege um damit drauf zu balancieren, hat das derart viele Zielsetzungen als Hintergrund.Neben dem Gleichgewicht wird auch noch das Gefühl für Schwung und Rundungen geübt. ich kann dann feststellen ,das Kinder die solche Übungen grobmotorisch vollzogen haben auch grafomotorisch einen Vorteil haben. es lernt diese Dinge von " selbst"

Kinder die im garten 100 Mal eine 8-er Schleife mit dem Rolle drehen verinnlerlichen die Acht derart gut, sodass sie im Schulalter sicher keine Probleme damit haben werden.

es sind die " versteckten" Dinge die die Kinder auf die Zukunft vorbereiten.
Nicht immer die die wir Eltern zu Gesicht bekommen.

Gruß
Bobbiesue

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frosch + nichterzieher

Antwort von ny152 am 02.11.2006, 7:42 Uhr

"Und was ist, wenn diese Jugendlichen irgendwann im Studium einen Prof haben, der ihre Diplomarbeit begleitet, und der Änderungen haben will, die sie nicht machen wollen?

Wenn diese Menschen einen Chef haben in der Ausbildung, der Sachen verlangt, die sie nicht machen wollen?"


wenn ich das richtig verstanden habe, gehen die nichterzieher davon aus, dass ihr kind später in der lage sein wird, auch unangenehme dinge in kauf zu nehmen, wenn sie ihnen nützen. sie wissen um die logische konsequenz (diplomarbeit wird schlecht bewertet, dem azubi wird gekündigt), also handeln sie doch so, wie der vorgesetzte es will, auch wenn es ihnen nicht passt.

im grunde ist das genau das, was du und ich, wir alle, wollen. dass unsere kinder selbstsicherer, starke und kooperative menschen werden, denen es nichts ausmacht, auch mal eine unangenehme arbeit zu verrichten, wenn sie denn notwendig ist auf dem weg zum beruflichen ziel.


ich hab jetzt vieles mehr verstanden. tatsächlich deckt sich einiges mit meinen ansichten, es ist wohl doch nur eine frage der definition.
aber allein gestern vormittag gab es ein paar situationen, in denen ich mich gefragt habe: wie erziehe ich jetzt nicht? zwei beispiele:

händewaschen: 3jähriger will das wasser laufen lassen und damit spielen. wasser ist aber kostbar und kostet geld. ich möchte nicht, dass es minutenlang läuft, einfach so.

arztbesuch: auf dem weg zum arzt fahren wir am spielzeugladen vorbei. mein sohn will rein. wir haben aber in 5 minuten einen arzttermin und noch einiges an wegstrecke vor uns (auto).

im ersten fall habe ich mich über das kind erhebt, ihm erklärt, dass wasser kostbar und teuer ist (was er natürlich nicht 100% verstanden hat) und dass wir das jetzt ausmachen. er hat protestiert, ich habe mich durchgesetzt. der protest hielt sich allerdings in grenzen, weil ich ihn mit was anderem abgelenkt habe.

der zweite fall war schwierig. normalerweise hätte ich ihm in aussicht gestellt, auf der rücktour dort hinein zu gehen. aber 1. führte unser rückweg dort nicht mehr lang (einbahnstr.) und 2. wusste ich, der arzttermin dauert länger und wir müssten danach schnell nach hause, weil der kleine bruder sehr müde sein würde. also habe ich in aussicht gestellt, dass wir "beim nächsten mal" in den laden gehen. er hat es akzeptiert. war das jetzt erziehung oder nichterziehung?


also, ich erziehe in einigen bereich auch nicht. in anderen allerdings bin ich kompromissloser. beispiel: gegessen wird für mich am tisch, nicht an der spielzeugkiste. mein kind muss nicht essen, zur not schmiere in einer stunde auch eine stulle, aber am familienritual teilnehmen, mit eltern und bruder zusammensitzen, das ist mir wichtig. klar gibt es hier grenzen. angenommen, er möchte partout nicht, dann dürfte er aufstehen. aber diese situation hatten wir noch nicht. das gemeinsame essen ist derart ritualisiert, dass es eine selbstverständlichkeit für meinen sohn ist, daran teilzunehmen, wenn auch nur für kurze zeit.

muss jetzt schluss machen, kinder wachen auf.

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@frosch

Antwort von vina am 02.11.2006, 8:06 Uhr

Hallo Antje,

ich glaube, wir reden vom gleichen. Genau! Wenn ich etwas lernen will, muss ich den kauzigen Prof und seine Änderungsvorschläge in Kauf nehmen. Und tue das dann auch ... denn diesen Berufsweg habe ich selbst gewählt ... auch Dinge eingeschlossen, die ich vielleicht nicht so mag.

lg
vina

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Ein guter Freund von uns hat Maurer gelernt ...

Antwort von mathildas_mama am 02.11.2006, 8:47 Uhr

... dann festgestellt, daß es nic für ihn ist.
1 Jahr Zivil-Dienst, dann ein Jahr Mädchen für alles an irgendeiner Einrichtung in Hawaii, dann eine zweite Lehre als Groß- und Außenhandelskaufmann - inzwischen verheiratet, mit einer Amerikanerin, die er damals auf Hawaii kennengelernt hat und in den USA Betriebswirtschaft studierend.

Ein anderer: Elektriker gelernt, ebenfalls festgestellt, daß es nichts auf Dauer für ihn ist, dann eine Weile gejobt, 3 Jahre Bundeswehr - freiwillig, dann fehlen mir ein paar Infos, in der Zeit ist er aber nicht polizeilich gesucht worden, sondern hat eine Eigentumswohnung finanziert.

Vorgestern ist er mit einem Dritten für ein Jahr nach Neuseeland: einfach mal schauen, was da geht, und sich einen Traum erfüllen.

Dieser Dritte hat Maurer gelernt, dann Abi nachgemacht und studiert, ist grad frischgebackener Bauingenieur und erfüllt sich damit seinen Lebenstraum.

Alles keine geradlinigen Lebensläufe, aber Lebensläufe, die das Herz erfrischen :-)))

Ich selbst habe übrigens Melker gelernt, danach Landwirtschaft studiert, als PC-Programmierer gearbeitet, 5 Semester Fernstudium Informatik absolviert und bin seit nunmehr 16 Jahren in ein und derselben Firma kaufmännisch tätig.

LG Elke

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Ach so, aber:

Antwort von Frosch am 02.11.2006, 8:58 Uhr

Hallo!

Wenn Du es so meinst, ist diese Charakterstärke aber durchaus auch Jugendlichen gegeben, die positiv "erzogen" wurden. Mich stört ein bißchen, daß all diese Dinge nur bei "nichterzogenen" möglich sein sollen...?

LG Antje

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Re: frosch + nichterzieher

Antwort von mathildas_mama am 02.11.2006, 9:01 Uhr

"wenn ich das richtig verstanden habe, gehen die nichterzieher davon aus, dass ihr kind später in der lage sein wird, auch unangenehme dinge in kauf zu nehmen, wenn sie ihnen nützen. sie wissen um die logische konsequenz (diplomarbeit wird schlecht bewertet, dem azubi wird gekündigt), also handeln sie doch so, wie der vorgesetzte es will, auch wenn es ihnen nicht passt. "

Nein, ich gehe davon aus, daß mein Kind erkennt, daß es WICHTIG ist, die Maschine zu reinigen, daß es gemacht werden MUSS, weil sie sonst kaputt geht.
Daß die Ablage in einem Büro gemacht werden MUSS, und das sorgfältig, weil sonst die Fa. nicht arbeitsfähig ist.
Letzten Endes nützt es dem Azubi natürlich auch, denn eine Firma, die nicht arbeitsfähig ist, geht irgendwann kaputt und bietet ihm dann irgendwann keinen Arbeitsplatz mehr.
Aber darauf basiert unsere Gemeinschaftdaß jeder seinen Beitrag leisten muß, um sie am Laufen zu halten.

Das - so hoffe ich - sollte mein Kind verstehen.

Aber es soll nicht Tätigkeiten machen, die es nicht als richtig ansieht, aber ihm auf dem beruflichen Weg nützen.
Eine Diplomarbeit ändern, weil irgendjemand das will, obwohl mein Kind seine Sicht der Dinge als richtig ansieht - das würde ich nicht begrüßen.

LG Elke

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Re: Ach so, aber:

Antwort von mathildas_mama am 02.11.2006, 9:04 Uhr

"Mich stört ein bißchen, daß all diese Dinge nur bei "nichterzogenen" möglich sein sollen...?"

Sagt das jemand? Hier wird ja eigentlich eher behauptet, daß das bei "nicht"-erzogenen unmöglich ist - das versuchen wir (ich zumindest) zu widerlegen.

LG Elke

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Naja....

Antwort von Frosch am 02.11.2006, 9:08 Uhr

Wenn ich an den Link denke, der hier reingestellt wurde, mit der Überschrift:
"Erziehung ist gemein"....

Sicher gibt es hier ein paar, die zum Glück nicht nur schwarzweiß sehen. Aber bei manchen frage ich mich, was sie ohne diesen neuen Trend machen würden? AUCH erziehen, wie viele andere Mütter *lächel*

Es geht mir nur um die starre Sichtweise bei manchen. Ich praktiziere vieles, was nichterziehende praktizieren. Keinen Kadavergehorsam verlangen, daß Kind als gleichwertigen Menschen sehen, es ernst nehmen... Anscheinend eine Mischung aus Erziehen und Nichterziehen, interessant, aber ich lerne gern dazu :-)

LG Antje

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Re: frosch + nichterzieher

Antwort von ny152 am 02.11.2006, 9:14 Uhr

Wenn ich etwas lernen will, muss ich den kauzigen Prof und seine Änderungsvorschläge in Kauf nehmen. Und tue das dann auch ...

...schreibt eine andere nicht-erzieherin. also habe ich es wohl doch richtig verstanden?

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@antje

Antwort von Mama Heike am 02.11.2006, 9:15 Uhr

"Mich stört ein bißchen, daß all diese Dinge nur bei "nichterzogenen" möglich sein sollen...?"

Wenn ein Kind über Jahre erlebt hat, dass sein eigener Wille (und sei er noch so törricht im Kleinkindsalter)nichts wert ist, wird es als Heranwachsender es viel Energie darauf aufwenden müssen, dieses "Säcklein" abzuschütteln.

Du schränkst also die Entwicklung deines Kindes entscheidend ein, später seinen eigenen Weg zu gehen, den es gehen will.

Manch einem Erwachsenen gelingt das nie. Doch wer sich als freier Mensch sieht, kann viel mehr aus seinem Leben "machen".

Und in jeder Erziehung oder Nicht-Erzeihung liegt die Gefahr, dass das Kind zu einem Egoisten heranwächst. Nämlich dann, wenn ich gar nicht darüber nachdenke, was einen Menschen zu einem Egoisten werden lässt.

Liebe Grüße
Heike

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Ich bin ohnehin wohl keine echte "nicht"-Erzieherin ...

Antwort von mathildas_mama am 02.11.2006, 9:22 Uhr

... und vor allem keine "andere Nicht-Erzieherin".

Ich selbst, durchaus erzogen worden (aber sehr mäßig)und hätte meine Diplom-Arbeit jedenfalls NICHT geändert. Wäre sie gut so, wie sie ist, würde ich trotz eines kauzigen Professors bestehen ...

LG Elke

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Der link von Kraetzae ist, soweit ich weiß, von Jugendlichen gestaltet.

Antwort von mathildas_mama am 02.11.2006, 9:26 Uhr

Er neigt zu drastischen Ausdrucksformen, um sein Anliegen nachdrücklich deutlich zu machen.

Im Grunde - wenn man es bis ins Extrem betreibt und betrachtet - stimme ich ihm zu. Aber das Leben besteht aus Kompromissen, aus Graustufen. Wer es wirklich so komplett verinnerlicht hat und umsetzen kann: Hut ab.

Ich nicht :-))). Aber ich bemühe mich ;).

LG Elke

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nein, das bist du dann wohl nicht ;-))) (ot)

Antwort von ny152 am 02.11.2006, 9:41 Uhr

xx

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Re:

Antwort von ny152 am 02.11.2006, 9:54 Uhr

ich hätte übrigens in sachen diplom-arbeit einen kompromiss gesucht. ich hätte abstriche gemacht bei meinen ansprüchen und einiges vom prof übernommen, auch wenn ich es nicht für optimal hielte. ich hätte versucht, eine form zu finden, die den prof zufriedenstellt und hinter der ich trotzdem noch stehen kann (wenn auch mit einschränkungen).

letztendlich ginge es ja um meine beruflichen chancen, die allzu häufig von noten abhängig sind. und die note vergibt nun mal vor allem der prof und niemand sonst. natürlich kann ich sagen: "scheiß drauf, ich mach nur das, was ich 100% vertreten kann!" ich kann aber auch sagen: "ok, ich muss einen schritt weiter denken. wenn ich jetzt kompromisse eingehe, komme ich meinem traumberuf näher, als wenn ich jetzt auf stur schalte und nur mich selber sehe." die frage ist, was mehr größe beinhaltet.

ich sage, der zweite ansatz zeugt von größe. es wird sicher viele geben, die sagen, der erste ansatz zeugt von größe. du wirst da nie einen konsens zwischen menschen erzeugen können. den einen sind berufliche chancen wurscht, sie wollen sich nie untreu werden, das ist ihnen wichtig. lieber nehmen sie nachteile in kauf. andere passen sich mehr an, um ihr ziel zu erreichen und erhöhen damit ihre chancen.

mit anpassen und kompromisse schließen meine ich nicht, sich zu prostituieren oder seine seele zu verbiegen oder zu verkaufen. hier geht es um subtile sachen wie inhaltliche veränderungen in einer dipl.arbeit, die vermutlich nicht gleich die ganze arbeit kopfstellen.

aber nun sind wir bereits weit weg von nicht-erziehung, sondern in einem bereich von werten, weltanschauungen und einstellungen. und darüber lässt sich meiner meinung nach überhaupt nicht streiten, weil das ein komplexes gebilde aus lebenserfahrungen, lebensumständen, bildung und interessen ist.

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vina wegen der dicken erzieherin

Antwort von ny152 am 02.11.2006, 10:31 Uhr

eine mögliche sichtweise: ein mensch trifft in seinem leben immer auf menschen, die ihm nicht passen, die er ablehnt, die ihm nicht gut tun. muss der mensch nicht lernen, damit klarzukommen? tue ich ihm einen gefallen, wenn ich sage: "ok, dann musst du dort auch nicht mehr hingehen." du weißt sicher, wie ich das meine.

und was machen eigentlich berufstätige nicht-erzieher mit ihren kindergarten-verweigern?

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Re: @Vina, Du bist lustig :-)

Antwort von solelo am 02.11.2006, 10:41 Uhr

"Lehrjahre sind keine Herrenjahre, da MUSS man Autoritäten achten. Wenn man was lernen WILL. "

Eben – wenn man was lernen WILL. Wir gehen davon aus, dass unsere Kinder nicht so dumm sind, dass sie den einfachen Zusammenhang nicht raffen: "wenn ich das lernen will, dann ist es von Vorteil, wenn ich das hier durchziehe, egal ob mir das Verhalten meines Chefs passt oder nicht". Hier geht es um Prioritäten setzen.

Was lässt dich denken, dass man 18 Jahre braucht, um so einen einfachen Zusammenhang zu verstehen??? Warum glaubst du, dass man es eher lernt, wenn man gezwungen wird, eine Autorität zu achten?

Wir glauben, wenn die Lust am Lernen nicht verdorben wird, wenn Respekt eine Freiwilligkeit ist, dann wird das Kind aus freien Stücken entscheiden, eine Unanehmlichkeit zu akzeptieren, wenn es eben die Priorität hat, zu Lernen.

Gruß
Johanna

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Kinder sind unterschiedlich

Antwort von Kami am 02.11.2006, 10:41 Uhr

Nicht alle Kinder sind mit dem gleichen Erziehungs- oder Nicht-Erziehungskonzept glücklich.
Ich denke wir sollten den Umgang mit unseren Kindern den Kindern anpassen und nicht einem Erziehungsideal. Wahrscheinlich tuen das sogar die meisten hier. Aber nur weil meine Methode zu erziehen bei meinem Kind die geeignete ist, heißt das noch lange nicht, daß ein anderes Kind damit glücklich wird.
Auch Erwachsene bevorzugen unterschiedliche Umgangsstile, warum sollte es bei Kindern anders sein. Es gibt viele Wege zufrieden zu werden, gäbe es nur eine Möglichkeit, ich bin mir sicher, wir würden sie kennen.

Gruß

Kami

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@mama heike!

Antwort von Frosch am 02.11.2006, 10:52 Uhr

Hallo!

Dann sind wir ja gar nicht so weit voneinander entfernt.

Klar, wenn ich mein Kind negativ erziehe, ihm keine Entscheidungsfreiheit lasse, ihm immer nur vorschreibe und es so "entmachte", es nicht als vollwertigen Menschen sehe... usw... - dann hat es später sein "Säcklein" zu tragen. Stimmt.

Aber diese Verantwortung dem Kind gegenüber sollte man sich IMMER vor Augen führen. Auch wenn es schon in der Pubertät ist (ich habe mein "Säcklein" erst durch verschiedene Geschehnisse in diesr Zeit erhalten)


LG Antje

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@ny152

Antwort von Frosch am 02.11.2006, 10:55 Uhr

Hallo!

Den zweiten Ansatz nennt man auch "Diplomatie" - beide Seiten treffen sich in der Mitte :-)

Diese hat mein Sohn schon gut verinnerlicht, und das macht ihm richtig Spaß! Manchmal schlackere ich mit den Ohren, wie groß er in dieser Hinsicht schon ist...

LG Antje

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Ich kenne keinen Menschen, der nicht respektvoll und aufrichtig behandelt werden möchte. Und den Kindern "schulden" wir das gleiche Recht. :-))) o.T.

Antwort von Mama Heike am 02.11.2006, 10:57 Uhr

*

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Re: @Frosch- ich noch mal

Antwort von Mama Heike am 02.11.2006, 11:05 Uhr

"Aber diese Verantwortung dem Kind gegenüber sollte man sich IMMER vor Augen führen."

Ja genau, aber das lehnt ja kurioser Weise der geistige "Vater" der Nicht-Erziehung E. v. Braunmühl ab. Darauf sind aber bisher solelo und vina nicht eingegangen.

Ich denke, dass seine Ablehnung hinsichtlich der Verantwortung nicht mehr zeitgemäß ist. Wie gesagt, die Antipädagogik ist vor 30 Jahren aufs Papier gebracht worden und da waren die äußeren Bedinungen für Kinder noch ganz andere.

Liebe Grüße
Heike

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@Heike

Antwort von Frosch am 02.11.2006, 11:08 Uhr

Hallo!

DAS sollte eigentlich logisch sein: Man sollte die Kinder immer so behandeln wie man selbst behandelt werden möchte. Respektvoll, ernst nehmen, usw.

Also nicht schlagen/klapsen, anbrüllen (wobei auch ich schnell mal laut werde - nicht brüllend - aber ich arbeite daran), oder Liebesentzug wenn es nicht hört (was ich mit am schlimmsten finde)

Aber die Realität sieht bei vielen soooo anders aus. Ein Beispiel: Ein Kind patscht ein anderes Kind, die Mutter geht zu dem patschenden Kind, gibt ihm eins auf die Finger und sagt: "Du SOLLST (*patsch*) doch nicht hauen". Wie soll ein Kind DAS verstehen... Selber auf dem Spielplatz erlebt!

Oder der Umgangston manchen Kindern gegenüber. Und dann wundern sich die Eltern, wenn die Kinder IHNEN gegenüber respektlos sind.

Achja, ich könnte noch so viel schreiben...

LG Antje

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Re: @Heike

Antwort von Mama Heike am 02.11.2006, 11:10 Uhr

Das bezog sich doch auf Kami´s Satz:

"Auch Erwachsene bevorzugen UNTERSCHIEDLICHE Umgangsstile, warum sollte es bei Kindern anders sein."

Liebe Grüße
Heike

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Ach SO!

Antwort von Frosch am 02.11.2006, 11:47 Uhr

Irgendwie steh ich heute auf`m Schlauch.

Mist Kopfwehwetter *aua*

LG Antje

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@ny152

Antwort von vina am 02.11.2006, 12:11 Uhr

Hallo,

entschuldige mal bitte, aber ein 3-Jähriger muss nicht mit solchen Leuten klar kommen. Warum? Hat er sich nicht ausgesucht dort zu sein.

Berufstätige müssen/können Alternativen finden.... ich bin auch berufstätig und habe Alternativen gefunden.

lg
vina

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Re: @ny152

Antwort von ny152 am 02.11.2006, 12:32 Uhr

also ist es eine frage des alters? einem 10/15/20jährigen können wir zumuten, sich mit menschen auseinanderzusetzen, die er/sie nicht mag? ist das richtig? ab wann beginnt diese "raue wirklichkeit"?

fühl dich nicht angegriffen. ich will wirklich nur verstehen.

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Re:

Antwort von ny152 am 02.11.2006, 13:12 Uhr

ich hab noch mal kurz darüber nachgedacht. ich glaube, die frage stellt sich euch nicht wirklich. der 3jährige hat für sich entschieden, er will da nicht hin, weil die dicke erzieherin nicht nett ist - also muss er es auch nicht. ich bin mit dir einer meinung, dass 3jährige noch nicht über die konfliktlösungsstrategien eines erwachsenen verfügen müssen und auch nicht können.

ich hätte vermutlich erst einmal versucht dem kind zu helfen, indem ich die dicke erzieherin um ein gespräch gebeten hätte, die problematik und meine bedenken sowie die bedenken des kindes geschildert hätte und somit möglicherweise den nicht-wohlfühlfaktor für das kind aus dem weg geräumt hätte. zumindest einen versuch wäre das wert gewesen. fühlt ein kind sich aber trotz hilfe der eltern in einem kindergarten unwohl, muss es dort nicht mehr hingehen - da sind wir einer meinung.

in der schule ist es freilich anders. wenn das kind dort auf einen haarsträubenden lehrer trifft, kann es nicht einfach sagen: ich bleib daheim. aber irgendjemand von euch schrieb hier schon mal: schule ist ein sonderfall wegen der existierenden schulpflicht. das bringt zum der antipädagogik verwandten unschooling. das fand ich prekär... zumindest an einer stelle, als eine mutter schrieb, sie würde ihre kinder natürlich in eine regelschule geben, wenn diese es wollten. sie glaube aber nicht, dass diese es wollen. das klang verdammt nach "ich-werde-meine-kinder-schon-so-weit-bringen-dass-sie-die-regelschule-ablehnen" oder nach "ich-wäre-aber-sehr-enttäuscht-wenn-sie-doch-zur-regelschule-wollen". da habe ich kräftig geschmunzelt und kurz gedacht, wie heuchlerisch doch eigentlich der anspruch ist, sein kind völlig uneigennützig und unbeeinflusst seinen weg gehen zu lassen.

und so sind es einzelne aspekte der nicht-erziehung, bei denen sich mir die haare sträuben, während ich andere für außerordentlich klug halte. auf jedenfalls interessant und wie ich oben schon schrieb: ich habe viel gelernt.

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*gg*

Antwort von mathildas_mama am 02.11.2006, 14:36 Uhr

"das bringt zum der antipädagogik verwandten unschooling. das fand ich prekär... zumindest an einer stelle, als eine mutter schrieb, sie würde ihre kinder natürlich in eine regelschule geben, wenn diese es wollten. sie glaube aber nicht, dass diese es wollen. das klang verdammt nach "ich-werde-meine-kinder-schon-so-weit-bringen-dass-sie-die-regelschule-ablehnen" oder nach "ich-wäre-aber-sehr-enttäuscht-wenn-sie-doch-zur-regelschule-wollen". da habe ich kräftig geschmunzelt und kurz gedacht, wie heuchlerisch doch eigentlich der anspruch ist, sein kind völlig uneigennützig und unbeeinflusst seinen weg gehen zu lassen."

Das habe ich irgendwie übersehen. Aber ja, da hast Du recht ;).

Mit dem Fall der Erzieherin: es ist ein pädagogisches Unding, einem Kind damit Angst zu machen, daß die Mutter es nicht mehr abholt, wenn xy nicht gemacht wird. Das hat nichts mit persönlichen Animositäten zu tun, von denen ich denke, daß diese ein 3-6-jähriges Kind auch schon aushalten kann, zumal ja meist eine andere Lieblingserzieherin die Situation ausgleicht.

Ich glaube, vina wollte damit eigentlich deutlich machen, daß Kinder immer einen SEHR GUTEN Grund haben, wenn sie etwas verweigern.
Und DIESE Erzieherin ist ein SEHR GUTER GRUND - wäre es für mich auch.

LG Elke

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Re: Was will Nichterziehung und andere Kommentare...

Antwort von Si+Jo+Jo+Fr am 02.11.2006, 15:37 Uhr

Ich hoere immer raus, dass ihr davon ausgeht, dass das Kind schon wissen wird, was richtig fuer es ist und demnach handeln wird.

Egal welches Alter.

Wenn ich arbeiten MUSS und fuer das Kiga Kind KEINE andere Loesung habe, dann MUSS das Kind halt in den Kiga auch wenn ihm die Erziehrerin nicht passt.

Wenn ich kein Geld fuer eine Tagesmutter habe, wenn ich keine Oma in der Naehe habe, wenn ich keine Nachbarin habe, der ich mein Kind stdlang geben kann, wenn es nunmal der einzige Kiga im Ort ist (wir hatten das Problem, man kann dann in keinen Kiga im Nachbarort, es sei denn es ist ein Lebenshilfe oder sonst wie 'privater"...)

Ihr geht davon aus, dass es fuer alles eine Loesung gibt. Aber manchmal hat man nicht alle Zeit der Welt fuer eine Loesung.
Ich denke da an den Job, den viele gar nicht riskieren koennen! Was wenn der AG das Spielchen nicht mitmacht bis man eine andere Betreuung hat?
Dann heisst es, hopp oder topp - Arbeit oder eben nicht....dann brauchste auch den Kiga Platz nicht mehr...kannst aber deine Miete nicht mehr zahlen.

Klar, kann ich das Problem im Kiga auch loesen....aber wegen so einer Aeusserung wird die Erziehrerin nicht entlassen und das Kind wird immer wieder auf sie stossen, auch wenn sie solche Bemerkungen nicht mehr macht....Das Kind muss mit der Erziehrin dann klar kommen, egal was kommt.


Ich denke da an Situationen wo das Kind nicht entscheiden kann, was richtig ist und was falsch.
Was wenn mein Kind auch nach Aufzeigen aller Punkte noch der Meinung ist, dass sein Handeln richtig ist, obwohl es falsch ist und das Kind seine Gesundheit riskiert (egal was).
Machen lassen oder dann wirklich "streng verbieten" gegen den Willen des Kindes??

Ihr geht davon aus, dass der Jugendliche immer ein Einsehen haben wird, was richtig und was falsch ist. Aber das gerantiert euch genauso keiner wie mir, das ist klar.

Aber was nutzt es mir, wenn ich es mir nicht leisten kann, dass mein Kind mehrere Ausbildungen macht, bis es "seine" findet, nie einen richtigen Job beginnt, wie macht sich das im Lebenslauf????? Welcher Chef nimmt heutzutage jmd der 3 Ausbildungen angefangen und vielleicht nie fertig gemacht hat?
Wer kann seinem Kind schon mehrere 'ueberfluessige' Studienjahre finanzieren?
Denn ganz allein wird es das Kind nicht schaffen.
(nur um das Beispiel von oben aufzugreifen)

Konntet ihr mit 13, 15, 17 schon alles entscheiden? Habt ihr in jede Entscheidung, die ihr nicht selber treffen wolltet/konntet, eure Eltern mit einbezogen? Habt ihr euch nie gegen den Willen der Eltern aufgelehnt?
Ja ihr seid wohl nicht alle nicht-erzogen....aber ich denke, egal wie scheisse/ungenuegend/gut/hilfreich die eigene Erziehung war, irgendwann nimmt man sein Leben selbst in die Hand.

In manchen Punkten klingt das alles gar nicht schlecht. Aber wie gesagt, ich hoere raus, dass ihr davon ausgeht, dass eure Kinder schon selber wissen, was gut ist und was nicht und sich euch nie bis aufs Messer widersetzen werden....


Wir sprechen uns in 12 Jahren wieder!! Dann sehen wir ja weiter!

LG Silke

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Zu Deinem ersten Absatz:

Antwort von mathildas_mama am 02.11.2006, 16:12 Uhr

Diese Situation hatte ich. Das Kind swollte partout nicht mehr zu ihrer Tamu, mit gutem Grund, ich hatte aber keine andere Chance. Wir haben reduziert und nach Lösungen gesucht - nichts ging.

Ja, klar mußte sie da durch. Aber das war definitiv nicht aus erzieherischen Gründen, es war eine schreckliche Zeit - und ich hätte viel darum geben können, hätte ich sie lösen können.
Es war unumgänglich, aufgrund äußerer Zwänge, aber gewiß nicht optimal und erstrebenswert, oder gar: "Tja, damit muß sie halt klar kommen lernen, ihr Problem ...".

Zum zweiten Thema:

*** Aber was nutzt es mir, wenn ich es mir nicht leisten kann, dass mein Kind mehrere Ausbildungen macht, bis es "seine" findet, nie einen richtigen Job beginnt, wie macht sich das im Lebenslauf????? ***

Was soll es DIR nützen?

*** Wer kann seinem Kind schon mehrere 'ueberfluessige' Studienjahre finanzieren?
Denn ganz allein wird es das Kind nicht schaffen.***

Wieso schließt Du das aus?

*** Was wenn mein Kind auch nach Aufzeigen aller Punkte noch der Meinung ist, dass sein Handeln richtig ist, obwohl es falsch ist und das Kind seine Gesundheit riskiert (egal was).***

Sich grob selbst schädigendes Verhalten haben wir bereits besprochen. Und ja - dann gibt´s bei mir keine Diskussion, aber auch NUR dann.

LG Elke

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Thema Ausbildung:

Antwort von Si+Jo+Jo+Fr am 02.11.2006, 16:20 Uhr

Ich bin derjenige, der das Kind solange unterstuetzen muss, bis es eine Arbeit hat. Es ist mein Kind und ich werde mein Kind unterstuetzen.
Aber was ist, wenn ich es mir nicht leisten kann?? Wenn ich keine Arbeit habe und von Sozialhilfe lebe und mein Kind freudestrahlend heim kommt mit den Worten:
JETZT weiss ich was ihc werde! Maurer, Saekretaerin, Koechin war alles falsch! Ich werde Automechaniker!

Soll ich mich dann ernsthaft freuen?? Oder soll ich meinem Kind nicht lieber in aller Deutlichkeit mal in den Hintern treten und sagen: Schoen, wenn du das meinst, aber dann schau, wie du das finanzierst? Denn ich habe noch 2 andere Kinder, die womoeglich auch 3 Ausbildungen anfangen. Ich kann nicht 3 Kinder ernaehren, die jahrelang ohne eine Aussicht auf einen Beruf von Azubi Gehaeltern leben. Was ist, wenn ich das aus irgendwelchen Gruenden tatsaechlich nicht KANN????

Mir waere es lieber, wenn mein Kind die meinetwegen 2. Ausbildung erstmal ABSCHLIESST sich Geld aufbaut und dann auf anderen Wegen versucht in den andern Beruf zu kommen. Es muss sich selber eine Basis schaffen.

Wenn ein Chef liest, dass der neue Bewerber mehrere Ausbildungen angefangen hat und manche nie fertig gemacht hat, dann wird er ihn nicht nehmen, denn er sucht einen verlaesslichen Mitarbeiter und nicht jemanden, der bei der naechsten Unpaesslichkeit weg ist!


Das meine ich damit!

LG

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Re: Thema Ausbildung:

Antwort von mathildas_mama am 02.11.2006, 16:34 Uhr

*** Ich bin derjenige, der das Kind solange unterstuetzen muss, bis es eine Arbeit hat.***

Nein, mußt Du nicht. Wenn es sich nicht bemüht, keine Ausbildung abschließt, bist Du irgendwann aus der Verantwortung ´raus (die genauen Daten habe ich nicht im Kopf).

*** Es ist mein Kind und ich werde mein Kind unterstuetzen. ***

Das wiederum ist DEINE Entscheidung, keine, die das Kind zu verantworten hat.

LG Elke

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Dann wurdest du dein auf die Strasse setzen

Antwort von Si+Jo+Jo+Fr am 02.11.2006, 16:46 Uhr

statt ihm einfach mal den Marsch zu blasen um eine Ausbildung abzuschliessen?

Fazit nach deiner Logik?

Mein Kind wurde "gezwungen" es durchzuziehen und hat eine Ausbildung fertig.

Dein Kind sitzt auf der Strasse, hat keine Arbeit, ist aber gluecklich dass es nicht das tun muss, was es muss, sondern frei waehlen darf...

Egal ob ich "gesetzlich" irgendwann aus der Verantwortung raus bin, es ist mein Kind und ich werde mein und sein Leben lang fuer mein Kind da sein! Auch wenn ich es ab und an mal zu seinem Glueck zwingen muss.
Wuerdest du deinem Kind immer noch "sein Glueck" finden lassen oder deinem Kind mal Druck machen, dass es auch mal ueber seinen Schatten springt und was tut, was nicht nur Spass macht??

Wuerdest du wirklich warten, bis dein Kind ein Einsehen hat und wuerdest du es zu jeder neuen Selbstfindung beglueckwuenschen? (Um mal bei diesem Beispiel zu bleiben....)

Tut mir leid, dass kann ich nicht ernst nehmen.

LG Silke

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Ich weiss, ihr geht davon aus, dass eure Kinder

Antwort von Si+Jo+Jo+Fr am 02.11.2006, 16:57 Uhr

immer das rechte Einsehen und den noetigen Weitblick haben werden...

Aber was wenn nicht? Was, wenn es ohne "du musst" einfach mal nicht geht?? Egal in welcher Situation??

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Wo steht das denn nun wieder?

Antwort von Mathildas_mama am 02.11.2006, 17:03 Uhr

Nein, ich würde mein Kind nicht auf die Straße setzen.

Aber ich wüprde es auch nicht zwingen, eine Ausbildung zu Ende machen, wenn es GUTE Gründe dafür hätte, daß es keinen Sinn macht, weiter zu machen.

Glücklicherweise werden wir uns das höchstwahrscheinlich leisten können.

Wenn es aber dann tatsächlich so knapp wäre, daß das nicht geht, dann erwarte ich (sollte mein Erziehungsziel erreicht worden sein), daß mein Kind dann Lösungen findet, wie es sein beruflichen Werdegang nach SEINEN Vorstellungen gestalten kann, OHNE dabei MIR noch Leistungen abzuverlangen. Und beim Finden dieser Lösungen würde ich es natürlich unterstützen.
Da gibt´s sicher Möglichkeiten ;).

Man kann ein Kind nicht "zu seinem Glück" zwingen. Und gleich gar nicht lebenslang.

Man kann es eine Zeitlang zu etwas zwingen, was man für sein Glück hält. Das geht aber meist nur bis zum 18. LJ, wenn überhaupt so lange.

LG Elke

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Re: Ich weiss, ihr geht davon aus, dass eure Kinder

Antwort von mathildas_mama am 02.11.2006, 17:10 Uhr

Das kommt ja ganz auf die Situation an, und wie eng man das "wenn es ohne DU MUSST nicht geht" faßt.

Bei mir gibt´s da schon einige "Du mußt´s", auch ganz aktuell heute, als Mathilda nciht in den KiGa wollte. Sie geht gerne hin, es ist eine hervorragende Einrichtung, aber sie war heute schlecht drauf.
Aber das geht bei uns nicht, sie muß.

Wäre ich zu Hause, hätte sie nicht gemußt.

Ansonsten habe ich halt sehr viel Phantasie, mir alternative Lebensläufe vorzustellen, die mit reletiv wenig "Du MUSST" auskommen.

LG Elke

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Tut mir leid, das ist Nonsens.....

Antwort von Si+Jo+Jo+Fr am 02.11.2006, 17:15 Uhr

#Aber ich wüprde es auch nicht zwingen, eine Ausbildung zu Ende machen, wenn es GUTE Gründe dafür hätte, daß es keinen Sinn macht, weiter zu machen.#

du wuerdest dein Kind ins Unglueck laufen lassen, denn wie ich gesagt habe: alles steht im Lebenslauf und ein Chef wertet "mehrere Ausbildugen" nicht unbdingt eals positiv.

Was sind Gute Gruende wenn es die 3. Ausbildung anfaengt?? Oder einfach eine abbricht ohne eine neue zu haben? Dein Kind hat dann jemand anders (der es ernst meinte) den Ausbildungsplatz weggenommen, denn der wird unterm Jahr nicht so schnell besetzt. Dein Kind hat einen AG enorm viel Geld gekostet, denn Ausbildung ist ein Draufzahlgeschaeft!!!! (finanziell)
Ausbildungsplaetze sind sehr rar und werden nicht mehr. Warum dann nicht froh sein, UEBERHAUPT was zu haben?

Das Beispiel ist gut!

Ich wuerde mein Kind zwingen, die Ausbildung fertig zu machen, egal ob es sich doch als nicht DER Traumberuf zeigt....!!!

Hinterher kann man immernoch umsatteln. Aber heutzutage ist das alles nicht mehr sooo einfach. Es ist doch gut, wenn man erstmal einen Job hat, seinen Traum kann man auch privat leben.

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Wo das steht? das ist nur eine Schlussfolgerung! LG

Antwort von Si+Jo+Jo+Fr am 02.11.2006, 17:15 Uhr

d

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Ich meine damit, jedes Handeln hat Folgen, und wenn

Antwort von Si+Jo+Jo+Fr am 02.11.2006, 17:24 Uhr

man nur seine eigenen Beduerfnisse sieht, finde ich das sehr egoistisch.

Ich muss meine Beduerfnisse auch mal zurueckschrauben um die Sache fuer alle Beteiligten gut zu regeln.

Ein Abbrechen der Ausbildung wegen "gefaellt mir nicht, der Chef ist ungerecht, ist nicht das, was ich mir vorgestellt hatte" ist fuer mich ein Weglaufen.

Es gibt eigentlich keine guten Gruende um eine Ausbildung aus persoenlichen Gruenden einfach so abzubrechen (sehen wir mal von Straftaten/Allergien etc ab).

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Ich kenne viele Gründe ...

Antwort von mathildas_mama am 02.11.2006, 17:31 Uhr

.... und wenn es der ist, seinem AG nicht NOCH mehr Geld kosten zu müssen, wenn es doch eh´ niemandem etwas bringt.

Aber ich gehe ja gar nicht vom worst case aus. Die düstersten Perspektiven malt Ihr ja immer gleich an die Wand, weil IHr Euch nicht vorstellen könnt, daß Kinder, die man nicht "auch mal zu ihrem Glück zwingt", ihren Weg als verantwortungsvolle, soziale Menschen gehen können. Ich sehe das einfach anders, optimistischer, habe viel mehr Vertrauen in mein Kind als Du in Deine.

LG Elke

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Re: Tut mir leid, das ist Nonsens.....

Antwort von Mathildas_mama am 02.11.2006, 17:33 Uhr

*** du wuerdest dein Kind ins Unglueck laufen lassen, denn wie ich gesagt habe: alles steht im Lebenslauf und ein Chef wertet "mehrere Ausbildugen" nicht unbdingt eals positiv.***

DAS ist nonsens. Denn was für MEIN Kind Glück oder Unglück bedeutet, muß nicht mit MEINEN oder DEINEN Vorstellungen von einem glücklichen Leben übereinstimmen.

LG Elke

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Schmarrn

Antwort von Si+Jo+Jo+Fr am 02.11.2006, 17:35 Uhr

ich gehe vom Worst Case aus, weil ich einfach hinter die Sachen kommen will, WAS WAERE WENN. Einfach um das mal auszudiskutieren!


Das hat mit meinen Kindern rein gar nichts zu tun. Meine Kinder machen ihren Weg sehr gut!!!

LG

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Doch, weil wenn mein Kind

Antwort von Si+Jo+Jo+Fr am 02.11.2006, 17:49 Uhr

kein Geld verdient (was leider sehr wichtig ist um zu ueberleben, ich bin ja nicht ewig hier auf Erden) hat es ein Problem! Und damit habe ich ein Problem!

Von Glueck werde ich nicht satt! Nur weil ich gluecklich bin, gibt mir das Glueck kein Dach ueber dem Kopf, nur vom Gluecklichsein allein kann ein Mensch nicht leben.

In seiner Freizeit kann ein Mensch seinem Glueck gern nachlaufen und es ausleben!!!! Das ist ja auch gut!

Aber es laesst sich nicht immer mit dem Job vereinbaren. Vor allem dann nicht, wenn eine Familie dran haengt.

Was sagtst du, wenn dein Mann heute kuendigt um in Australien fuer eine Handvoll $ Krokodile zu pflegen? Was, wenn du aber nicht in der Lage bist, die Familie finanziell aufzufangen und auf lange Sicht zu ernaehren. Aber dein Mann hat seinen Traumberuf gefunden....

Was dann? Seine Vorstellung von Glueck ist eine ganz andere.....wirst du ihm noch gratulieren zu seiner Einstellung?

Dein Mann wird schlau genug sein, seinen Beruf weiter zu machen auch wenn nicht jeden Spass ist, auch wenn sich der Beruf durch Chefwechsel verschlechtert. Weil er eben nicht um jeden Preis seine Beduerfnisse ausleben kann. Er muss zurueckstecken. Da kann er noch so gute Gruende haben....es ist nicht vorteilhaft, wenn er die Krokodilgeschichte durchzieht, auch wenn sie ihn gluecklich machen wuerde.

Ohne Beruf geht es nicht, auch wenn es nicht der Traumberuf ist. Grundbeduerfnis ist: satt werden und Dach ueberm Kopf. Schoen, wenn einem der Beruf auch noch das uneingeschraenkte Glueck beschert!

Auf der einen Seite geht ihr immer davon aus, dass derjenige schon die Richtige Entscheidung treffen wird, ...aber die fuer WEN Richtige????

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Du denkst in viel zu engen Schemata!

Antwort von mathildas_mama am 02.11.2006, 18:57 Uhr

*** Ohne Beruf geht es nicht, auch wenn es nicht der Traumberuf ist. ***

Ist doch auch Schmarren. Es gibt noch sehr viel mehr Möglichkeiten, zu überleben, als einer geregelten Arbeit im Angestelltenverhältnis nachzugehen.

Daß dies nicht Möglichkeiten sind, die MIR liegen, ist was anderes.

Mein Mann ist nicht mein Kind. Mit meinem Mann habe ich eine Vereinbarung auf freiwilliger Basis getroffen, und wir haben diese Vereinbarung getroffen, weil wir ähnliche Vorstellungen von einem glücklichen Leben haben. Einen notorischen Austeiger hätte ich mir nicht ausgesucht und zum Vater meines Kindes gemacht.

Mein Kind hat mit mir keine freiwillige Vereinbarung getroffen, es hat das Recht, einen eigenen Weg zu beschreiten.
(Mein Mann übrigens auch, jederzeit. Niemand kann ihn hindern. Aber natürlich würde er damit eine Vereinbarung auflösen, und bei mir Enttäuschung hervorrufen. Schließlich verlassen wir uns ja aufeinander).

LG Elke

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Da steht Ihr

Antwort von Fupsi am 03.11.2006, 10:27 Uhr

mit solchen Ideen, aber wirklich alleine da! Oder meinst Du, dass wird die Große Erziehungs-Welle und dass wird die Welt und das Weltbild verändern? Ihr oder Du, tut Eurem/Deinem Kind überhaupt keinen Gefallen mit so einer Einstellung zum Leben. Sie werden eigentlich alleine da stehen und werden mit der Gesellschaft, die sich über Jahrhunderte geprägt hat nicht zurecht finden! Sie werden Probleme bekommen sich einzugliedern und immer außen vor bleiben! Ich finde diese Einstellung extrem, man kann auch seinem Kind, in einer anderen Weise seine Weltanschauung rüber bringen und es trotzdem so zu erziehen, dass es mit dieser Gesellschaft leben kann!! Und das ist wichtig!! Irgendwann werden diese Kinder Probleme machen und nicht nur anderen, Euch auch. Denn der Einwand von Si+Jo+Jo+Fr ist berechtigt, das kann und wird auch nicht funktionieren! Geistige Werte kannst Du in der Form mitgeben und die Einstellung für die nächste Generation vielleicht so wachsen lassen, aber das tatsächlich an seinem Kind zu praktizieren ist in meinen Augen blödsinn und verantwortungslos!

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