1. Schuljahr - Elternforum

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Geschrieben von Regen-Bogen am 25.01.2020, 19:15 Uhr

Leichte Form von Asperger

Meine Kleine kommt nächstes Schuljahr in die Schule. Jetzt hat man mir im Kindergarten gesagt, dass meine Tochter Probleme im Sozialen hat. Sie tut sich schwer, in eine Gruppe einzufügen, sitzt nicht gerne im Morgenkreis, isst nicht gerne mit anderen Kindern an einem Tisch, nimmt nicht gerne andere Kinder an die Hand. Klar ist mir das schon auch aufgefallen. Sie will nicht gerne Sport in Vereinen, Gruppen machen, geht nicht gerne zu Kindergeburtstagen, mag nicht so gerne Besuch von anderen Kindern haben. Jetzt hat eine Freundin von mir gesagt, dass meine Tochter ja vielleicht eine leichte Form von Asperger hat. Ich hab das gleich gegoogelt und was soll ich sagen, ja, da könnte was dran sein. Kennt das hier jemand? Kann man das testen lassen? Wäre vielleicht ganz gut, wenn ich die zukünftige Lehrerin oder Lehrer darauf vorbereite, oder? Ich mach mir Sorgen, wie das mit ihr in der Schule dann weitergeht.

 
14 Antworten:

Re: Leichte Form von Asperger

Antwort von cube am 26.01.2020, 8:04 Uhr

Bevor du dir darüber Sorgen/Gedanken machst, solltest du das erst mal ärztlich abklären lassen. Zum Bspl. in einem SPZ oder Kinderpsychiater.
Aber ganz ehrlich? Ich liebe ja dieses Andichten von Störungen, nur weil Kind zB introvertierter ist und sich nicht mit Freuden in jede Gruppe wirft....
für mich hört sich das nur nach einem Kind an, das nicht gerne in großen Gruppen ist, sich aber wenn notwendig, durchaus damit arrangieren kann.

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Re: Leichte Form von Asperger

Antwort von Biene88 am 26.01.2020, 8:14 Uhr

Die Lehrer vorzubereiten ist unsinnig, dafür brauchst du eine Diagnose. Also ganz schnell Überweisung vom Kinderarzt holen und im SPZ anmelden. Und sagen, dass es dringend ist wegen der Schule. Wir warten seit September 19 auf einen Termin im April 20. Unserer kommt aber auch erst 2021 in Schuel, deswegen waren wir nicht dringend.
Egal was dort rauskommt, ihr wisst Bescheid. Entweder kriegt ihr eine Diagnose und wisst was daraus resultiert und was ihr tun müsst und damit kann auch die Schule was anfangen! Oder ihr werdet beruhigt und erfahrt, dass alles in Ordnung ist. Aber Rätselraten, Internetrecherche oder Abwarten bringen gar nichts.
Ich würde auch Abraten der Schule was zu sagen, bevor ihr genaues wisst, denn und leider ist es so, kann dein Kind dann ganz schnell einen Stempel bekommen. Es ist was anderes, wenn die Diagnose von einer angesehenen Stelle kommt, dann ist es kein Stempel sondern ein Leiden, mit dem die Schule umgehen muss!

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Re: Leichte Form von Asperger

Antwort von MetaN am 26.01.2020, 9:43 Uhr

Welche Qualifikation hat Deine Freundin, so eine Diagnose zu stellen?

Alles was Du schreibst, traf/trifft auf mich zu, und ich bin ziemlich sicher, dass ich kein Asperger habe. Bin halt introvertiert.

Wenn Du aber das Gefühl hast, Deine Tochter tut sich wirklich schwer und leidet, dann würde ich das abklären lassen, aber dafür braucht man Fachleute und keine Hobbypsychologen. Auch so sollten Lehrer aber in der Lage sein, mit unterschiedlichen Kindern klar zu kommen. Was meinen eigentlich die Erzieherinnen?

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Re: Leichte Form von Asperger

Antwort von IngeA am 26.01.2020, 10:40 Uhr

Für mich wäre auch die Frage:

Kommt deine Tochter im Alltag zurecht, leidet sie?
Leiden andere wegen ihr?

Wenn sie zurechtkommt und weder sie noch andere unter ihrer introvertierten Art leiden, würde ich erst mal gar nichts machen. Kinder sind keine Normteile und es gibt kein Gesetz, das "Anders-Sein" verbietet.

Ich würde das also im Hinterkopf behalten, aber was soll eine Diagnosestellung, wenn kein Handlungsbedarf besteht?

LG Inge

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Unsinn, sorry!

Antwort von Jorinde17 am 26.01.2020, 11:29 Uhr

Also, diese Eigendiagnosen und tollen Hinweise von Freundinnen sind wirklich fürchterlich. Und Dr. Google kann Dir hier ebenfalls nicht weiterhelfen, das ist Unsinn. Was Du beschreibst, ist nicht einmal charakteristisch für Asperger. Mein Sohn hat einen Freund mit (diagnostiziertem) leichtem Asperger-Syndrom, und ich erkenne da bei Deiner Tochter rein gar nichts wieder.

Ein zurückhaltendes Kind, das etwas eigenbrötlerisch ist, ist etwas ganz Häufiges in diesem Alter. Meine Tochter war genau wie Deine in diesem Alter, es war alles exakt so, wie Du es beschreibst, teilweise sogar noch schlimmer. Sie hat nicht einmal geantwortet, wenn ein anderes Kind sie angesprochen hat oder im Kiga mit ihr spielen wollte. Erst im Laufe des Grundschulalters kam sie allmählich mehr aus ihrem Schneckenhaus heraus. Sie hatte immer eher wenige Kontakte, engere Freundinnen kamen erst in der weiterführenden Schule. Inzwischen ist sie 21, selbstbewusst, fröhlich, kontaktfreudig. Sie hat eine feste Clique lieber Freundinnen und seit vier Jahren einen Freund. Sie hat mit dem Kiga-Kind von damals echt nichts mehr gemeinsam, außer ihre Sensiblität.

Kleine Kinder dürfen genau sein, wie Deine Tochter. Sie ist da keine Ausnahme, sondern viele Kinder sind so. Asperger ist im Moment in Mode, und deshalb vermuten Laien gern bei jedem zurückhaltenden Kind gleich das „Spektrum“. Aber das ist Quatsch. Ein Asperger ist typischerweise nicht einmal besonders zurückhaltend. Er zeigt andere Eigenheiten.

Hak‘ das ab. Gib Deiner Tochter lieber das Gefühl, dass sie genau richtig ist, so wie sie ist. Zeige ihr, dass auch Du sie richtig findest, wie sie ist - das ist ganz wichtig. Nur auf dieser sicheren Basis wird sie sich nach und nach weiter in die Welt hinaus wagen. Und vor allem: Sieh Dein Kind auch nicht so statisch. Deine Tochter wird sich sehr entwickeln, sehr verändern. Eltern unterschätzen das Potential ihrer Kinder hier oft bei weitem, das ging mir damals auch so.

LG

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Re: Unsinn, sorry! - schon wieder .Bravo!

Antwort von DK-Ursel am 26.01.2020, 14:37 Uhr

Jorinde, ich werde noch Fan von Dir.
genauso !!
Und tolle Diagnosen Außenstehender sind immer ...

Selbst wenn Den Kind eigenbrötlerisch bleibt und kein "Herdentierchen" wird, ist sie weder verkehrt noch muß sie zwangsläufig Asperger oder eine andere Diagnose haben.
es gibt solche Menschen --- ich kenne da einige auch in meiner Familie und niemand hat eine Diagnose, alle kommen prima mit ihrem Leben zurecht und sind froh und zufrieden so, wie sie leben und sind. (wenn man sie läßt!)
Das erfordert aber eben auch, wie Jorinde schreibt, daß Du Dein Kind annimmst wie es ist - und nicht wie Deine und anderleuts Vorstellung, auch von einem glücklichen Leben, für ein glückliches Leben, es sehen.

Ja, der Satz: Hauptsache mein Kind ist/wird glücklich - ist leicht gesagt, und schwer zu leben, wenn das Kind nicht den Erwartungen (eigenen oder denen der Umwelt) entspricht.

Wir sind eben alle irgendwie "anders" - mit oder ohne Laien- oder Profidiagnose.

Gru ßUrsel, DK

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Re: Leichte Form von Asperger

Antwort von Maca am 26.01.2020, 21:50 Uhr

Hallo,

Wie geht es deinem Kind und wie reagieren andere Kinder auf sie?
Eine ASS- Diagnose ist sinnvoll, wenn beim Betroffenen ein hoher Leidensdruck besteht, weil die anders geartete soziale Interaktion zur Ausgrenzung führt, weil die intensive Reizverarbeitung überfordert, weil keine Kompensationsmechanismen zur Verfügung stehen oder weil Eltern sehr unsicher sind und Unterstützung brauchen, um ihr Kind zu verstehen und seinen Bedürfnissen gerecht zu werden.

Ich bin sehr überrascht über die obigen Ratschläge, da ich davon ausgehe, dass du als Mutter sehr wohl einschätzen kannst, ob dein Kind einfach nur introvertiert ist oder mehr dahintersteckt.
Kein Kind mit einer ASS- Diagnose darf nicht seinem Wesen entsprechend sein.
Im Gegenteil, erst durch das Wissen über die autistische Andersartigkeit, kann auf seine Bedürfnissen bestmöglich eingegangen werden, kann es vor Überforderung geschützt und in seinem sozialen Interagieren unterstützt werden, ohne sich verbiegen und selbst verleugnen zu müssen.
Leicht betroffene bzw. gut kompensierende Autisten mussten sich früher bis zur Selbstaufgabe anpassen, mit den modifizierten Diagnosekriterien wird das, Gott sei Dank, immer weniger nötig.

Wenn du wirklich glaubst, dass dein Kind etwas außerhalb des neurotypischen Spektrums liegt, dann geh mit ihm in eine Kinder-und Jugendpsychriatische Praxis und lass es abklären. Wenn es nicht ins Spektrum fällt, hast du ebenfalls Informationen gewonnen.

Du dürftest und solltest es übrigens auch mit Diagnose vollumfänglich annehmen und genauso akzeptieren und lieben wie es ist.
Das gelingt dann sogar leichter.

LG

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Re: Unsinn, sorry!

Antwort von Maca am 26.01.2020, 23:34 Uhr

“Mein Sohn hat einen Freund mit (diagnostiziertem) leichtem Asperger-Syndrom, und ich erkenne da bei Deiner Tochter rein gar nichts wieder.“

Bei Jungen äußert sich eine ASS meist vollkommen anders als bei Mädchen.

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Re: Unsinn, sorry! - schon wieder .Bravo!

Antwort von Jorinde17 am 27.01.2020, 8:42 Uhr

Dank Dir!
Ich mag Deine Beiträge auch sehr - lebensnah, erfahren und ja, ein bisschen weise!

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Re: Leichte Form von Asperger

Antwort von memory am 27.01.2020, 11:41 Uhr

Juhu , mein Sohn hat Asperger...ABER der war im Kiga das angepassteste Kind von allen....ja keine Fehler machen... , nie von der Norm abweichen, 100% alles umsetzten ( was in seinen Augen ) gemeint war. Und zu Hause hatte ich dann ein völlig apathisches oder hysterisches Kind, was sich erstmal ewig in seinen " Zwängen " verlieren musste um dann wieder Aufnahmebereit zu sein. Ich würde den Kinderarzt mal darauf ansprechen und evtl. in einem Spz vorstellig werden . Denn einfach so Vorbereiten kann man da nix. Und dann muss ich sagen , dass der Asperger noch sehr weit in den Alltag reinreicht ( kann) . Bei uns waren da noch massive Ess und Schlafstörungen, genauso wie katastrophale Wahrnehmungen, von Geräuschen und Stoffen und einiges mehr. Will sagen , Asperger" merkt " man nicht daran , dass das Kind halt gern für sich ist.. .im Gegenteil, die wollen schon mit anderen agieren....ecken dabei bloß oft an.

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Re: Unsinn, sorry!

Antwort von Regen-Bogen am 27.01.2020, 17:03 Uhr

Danke Euch! Das hilft mir sehr weiter

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Re: Leichte Form von Asperger

Antwort von Regen-Bogen am 27.01.2020, 17:05 Uhr

Ja, vielen Dank! Ich werde mit ihr zu einem Kinderpsychiater gehen.

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Re: Leichte Form von Asperger

Antwort von Regen-Bogen am 27.01.2020, 17:06 Uhr

Vielen Dank für Deinen Beitrag! Das ist gut zu wissen!

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Re: Leichte Form von Asperger

Antwort von As am 27.01.2020, 21:35 Uhr

Hast DU denn das Gefühl, dass dein Kind ein Problem mit sich hat?
Kannst du dir vorstellen, dass ihre Introvertiertheit nur ein ihr eigener Charakterzug ist?

Lass dir nichts einreden, folge deinem Bauchgefühl.

Und ehrlich gesagt hätte ich mein Kind nicht ohne Not im SPZ oder bei irgendeinem Psychologen vorgestellt, denn schon allein damit gibst du dem Kind das Gefühl, dass es wirklich "aus der Norm fällt", dass mit ihm was nicht stimmt. Dieses Gefühl tut sicher einem Kind nicht gut, das eigentlich gar keinen Leidensdruck verspürt.

Man kann Kindern Krankheiten auch "anreden".

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