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Geschrieben von marit am 23.11.2004, 16:45 Uhrzurück

Re: die neuen Pisa-Ergebnisse

100 Schüler und 2 Studenten? Oh Gott da mag ich mir gar nicht vorstellen, was da abgeht. Ich bin auch ziemlich wütend, wenn "Ganztagsschule" einfach "Schule mit Nachmittagsbetreuung" sein soll. Die zusätzliche Zeit sollte doch GERADE genutzt werden können, um den Tag sinnvoller und gesünder zu strukturieren, z.B. so, daß jeden Tag 2 Stunden im Freien verbracht werden sollen, daß auf 2 Stunden betreutes Lernen wieder 1 Stunde alleine arbeiten erfolgt, daß man viel mehr Projektunterricht machen kann. Ehrlich gesagt verstehe ich auch nicht, was daran - soo viel teurer sein soll- bis auf den Kantinenausbau. Man müßte doch eigentlich nur die Arbeitszeit der Lehrer komplett in diese Ganztagsschulzeit legen - und ebenso wie es für die Schüler darin auch Zeiten stiller Beschäftigung gibt, könnten die Lehrer diese Zeiten für ihre Unterrichtsvorbereitung nutzen. Wäre es wirklich so wahnsinnig teuer, wenn jede Schule zusätzlich 2 Sozialpädagogen oder auch Schulpsychologen beschäftigt und von mir aus auch ein paar Studenten, die die Kinder beim Spielen draußen etwas beaufsichtigen können (damit die Lehrer dann auch wirklich ohne Unterbrechung mal was vorbeireiten können)?

Es ist wirklich mies, wenn so ein prima Hortkonzept wie eures draufgeht, nur damit ein paar Zuschüsse für ein schlechteres Projekt eingestrichen werden können. Andererseits kann natürlich so ein Hortkonzept nicht einfach so auf eine komplette Schule ausgeweitet werden, es ist schon irgendwie klar, daß das jeden finanziellen Rahmen sprengen würde. Aber warum verdammt nochmal, kann man in dieser Sache keine ehrlichen Deals machen, z.B. so, daß eure Horterzieherinnen nun mehr Kinder betreuen müssen, dafür aber auch einen Teil des Nachmittags von Lehrern unterstützt werden (z.B. so daß sie, während eine Gruppe von Kindern mit den Lehrern Hausaufgaben macht, mit den anderen nach draußen gehen können etc.).

Viel kann auch durch Mentorprogramme passieren, z.b. dergestalt, daß jeder Schüler einmal in der Woche einem jüngeren Schüler (in einer Art Patenschaft) etwas zeigt, was er/sie besonders gut kann. Da kann das eine "Paar" miteinander Mathe üben, ein anderes miteinander für die Bundesjugendspiele trainieren etc. Ich bin sicher, daß man mit etwas Anschubengagement auch sehr viel Geld sparen kann. Daß das Unterrichten in Deutschland so anstrengend ist, liegt ja auch ein wenig an den frontalen Unterrichtspraxen, die es nach wie vor gibt. es ist sehr anstrengend, einer unruhigen Klasse etwas über den kalten Krieg zu erzählen, ein Tafelbild zu erstellen und die dabei den fliegenden Radiergummis auszuweichen. Mit Sicherheit ist es weniger anstrengend, eine Klasse, die sich vorher austoben konnte in Gruppen zusammenzusetzen und mit den entsprechenden Quellen selbst ein Tafelbild erstellen zu lassen, wobei man selbst dann eben nur für Erklärungen zwischendurch oder für Probleme die es gibt zur Verfügung steht...

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