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Geschrieben von marit am 23.11.2004, 17:10 Uhrzurück

Re: nicht falsch verstehen

Hallo Schwoba,

ja sicher, die heutigen Erwachsenen (also wir) sind ja auch bereits Opfer unseres Schulsystems (und oft genug auch Opfer der eigenen Schlampigkeit). Ich mache auch relativ viele Fehler hier, was aber daran liegt, dass ich hier in diesem Rahmen einfach alles schnell so runterschreibe, wie ich es gerade denke - und danach nicht korrekturlese. Da kommen dann schonmal freudsche Verschreiber, eine zum falschen Zeitpunkt gedrückte Shift-Taste oder Buchstabendreher vor. Darum kann man das Schriftdeutsch in so einem Forum nicht mit dem Schriftdeutsch vergleichen, das man in einem Bewerbungsschreiben hätte.
Ehrlich gesagt sind mir Postings ohne jede Verwendung von Satzzeichen oder mit vollkommen willkürlicher Rechtschreibung auch suspekt- und ehrlich gesagt wurde ich mich nicht mit jemandem auf ein Date treffen, der in einer Antwort auf eine Kontaktanzeige mehr als drei Fehler auf einer Seite macht (denn spätestens da gehe ich davon aus, dass das, was abgeschickt ist, korrekturgelesen wurde).

Also ich will gar nicht sagen, dass nur die Kinder "blöder" geworden sind, sondern wir Erwachsenen auf alle Fälle auch. Ein Teil des Problems ist sicher auch, daß viele Erwachsenen regelrechten Widerwillen gegen "Schule" und "Lernen" verspüren. Sie vermitteln den Kindern, dass das etwas Unangenehmes ist, was man halt irgendwie ordentlich hinter sich bringen muß. So war es übrigens auch bei meinen Eltern. Ich war regelrecht erstaunt, daß meine Schule nicht so furchtbar begann, wie meine Eltern offenbar dachten. Ich dachte eine Zeitlang sogar, daß es cool ist, schlecht in Mathe zu sein (von meinem Vater, der mit diesem Fach Probleme hatte, bekam ich dafür viel Verständnis). Erst in der Oberstufe habe ich mir "erlaubt" wieder gute Leistungen zu bringen. wer das von uns in der Mittelstufe tat, also gerade in der Pisa-Test-Zeit, war sofort als Streber und schleimer verschrieen.

Ich bin mir fast sicher, daß die Ergebnisse besser wären, würde man 12jährige oder 18jährige testen. Denn in Deutschland fällt die Pubertät, wie sonst wohl fast nirgends mit einer massiven schulverweigerung zusammen. Fatal ist das natürlich für Kinder/Jugendliche, deren Schulzeit in dieser Stimmung und mit diesem Jahr endet. Die wissen ja nicht, daß so etwas auch wieder besser werden kann. Wäre ich nach der 9.Klasse abgegangen, hätte ich mit einem Schnitt von 3,2 recht wenig Chancen auf dem Lehrstellenmarkt gehabt. zum Abi warens dann wieder 1,6.

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