Für alleinerziehende Eltern

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Geschrieben von woe am 08.08.2005, 13:18 Uhr

Die Akkus sind leer ....

Hallo,
erstmal Danke für Eure Antworten auf den Thread "Ist das zuviel?".
Ich befinde mich gerade wieder in einen tiefen Loch oder besser gesagt ich stecke schon länger drin. Es ist wieder so aussichtlos, ich bin nah am Wasser gebaut, ich sitze jeden Tag nur noch ab, habe die Freue am Leben und sogar an meinen Kind verloren. Ich muß wieder zu Kräften kommen, aber ich weiß nicht wie. Ich war von Samstag mittag bis Montag morgen bei meinem Freund. Da ging es mir ganz gut .. ich konnte abschalten, habe sogar mein Handy ausgemacht weil ich niemanden hören oder sehen wollte. Und jetzt ... jetzt bin ich wieder im "normalen" Leben und ich habe das Gefühl das die aufgetankte Kraft vom Wochenende nicht reicht um die Woche zu schaffen. So langsam aber sicher kommen auch körperliche Beschwerden dazu .... . Mein Sohn ist schwierig (was mit Sicherheit zum großen Teil meine Schuld ist), ich bin wütend auf meinen Ex-weil er sein Leben geniest und keine Verantwortung mehr hat, ich will eigentlich meine Schwiegereltern für ne Weile nicht mehr sehen, aber ich helfe dort und brauche das Geld. Das schlimmste ist: Ich denke manchmal das es mein Kind beim Vater und OMa besser hat wie bei mir. Was ist los mit mir ? ICh will nicht am Boden liegen und am Ende sein. ICh weiß nichts mit mir und der vielen Zeit anzufangen. Ich kann mich nicht den ganzen Tag mit meinen Kind beschäftigen - das mag er auch garnicht ......!!
Ich bemitleide mich immer mehr und sehe kein Ende am Tunnel...!
Das Wetter ist scheiße.. mein Haushalt schaut nicht toll aus .. ich will ihn machen, aber tagsüber ist es unfair den Kleinen gegenüber .. am Abend wenn er endlich mal schläft (so ab 21.00 Uhr) habe ich auch keinen Bock mehr.
Ich hatte mir das alleinesein mit Kind so nicht vorgestellt. Am Anfang schien es einfach und zwischendurch ging es mir sogar mal richtig gut.
Ich fahre in 3 Wochen zu meinen Vater und Cousine. Da hoffe ich etwas auftanken zu können. Am Freitag abend war ich nur noch am heulen und ich rief meinen Ex an ob er bitte vorbeikommen könnte .... ich konnte noch nichtmal mein kind ins bett bringen ... so erledigt habe ich mich gefühlt.
ICh fange schon wieder an zu heulen ... menno ... und mir tut es auch weh, das der Kleine andauerend "OMA" oder "PAPA" sagt ...
Sorry fürs jammern, aber ich weiß im Moment nicht weiter...
LG Silly

 
3 Antworten:

Re: Die Akkus sind leer .... - sehr lang

Antwort von Suka73 am 08.08.2005, 13:36 Uhr

Hallo, das Posting könnte von mir sein, so habe ich mich vor ein paar Wochen gefühlt und das über Monate hinweg.

Ich bin, wie ja eigentlich alle hier, ebenfalls AE und das seit der Schwangerschaft :o) Bei mir haben sich die Sorgen und Probleme noch gesteigert, weil ich immer nur gesehen habe, wie die Anderen auf die Pauke hauen, dem Kindsvater inklusive (der sich null kümmert) und ich daheim hocke. ich hatte das Gefühl mein Leben zieht an mir vorbei und alles, was ich tue, mache ich nur noch für mein Kind. Der Haushalt blieb liegen, obwohl ich den ganzen Tag daheim war. Es war mir peinlich jemanden in die Wohnung zu lassen, weils bei mir zum Teil aussah wie im Schweinestall.

Ich bin, nachdem Simon 1 Jahr alt geworden ist, wieder volltags arbeiten gegangen. Das hat anfangs sehr geholfen, da ich einen sehr schönen Job in einem guten Team habe und mich endlich auch wieder "zu was Nutze" gefühlt habe. Leider hat der Zustand nicht lange angehalten, denn irgendwann vor ein paar MOnaten kam der Tag, an dem ich keinen Bock hatte mein Kind abzuholen. Diese Tage häuften sich dann. Dazu kommt auch, dass Simon ebenfalls sehr anstrengend ist, was ich (wie Du) auch als "meine Schuld" ansehe.

Ich habe mir die Freiheit genommen mein Kind auch mal über Nacht bei der TaMu zu lassen (wir haben ein eher familiäres Verhältnis, das ist, als ob ich Simon zu meinen Eltern gebe über Nacht) Da gings mir dann was besser. Aber wie bei Dir hielt das Hochgefühl und das "das schaffe ich schon" nicht sehr lange an, Du hast zwar eine kurze Verschnaufpause, aber es ändert nichts an Deinem Leben.

Ich habe mir in der Zwischenzeit professionelle Hilfe geholt und bin in Therapie. Es ist absurt, ich hatte einerseits wirklich keine Lust mehr auf mein Kind, dachte ebenfalls wie Du, dass es woanders wesentlich besser aufgehoben ist und mein Sohn mich gar nicht lieb hat, dass er ein Musterknabe ist wenn er woanders ist - bei mir war er immer nur der Tyrann...

Seit ich diese Therapie mache geht es mir wesentlich besser. Ich habe jetzt erkannt woran es liegt, dass es "so" ist. Warum ich "so" bin. Und das mein Kind NULL dafür kann - und ich mir selbst im Weg stehe. Ich habe viele Tipps, die mir erziehungstechnisch gelehrt wurden, befolgt und sehe langsam auch bei Simon ein Ergebnis. Es ist nicht einfach darüber zu sprechen, es weiß auch nicht jeder - meine Ma z.B. meidet das Thema mit Absicht. Sie versteht nicht, dass ich in Therapie bin, ihrer Meinung nach brauche ich sowas nicht. Aber ich war schon der Meinung, dass ich das brauche.

Seitdem kann ich auf meinen Sohn wesentlich besser eingehen und versuche auch, Situationen zu durchleuchten und sie nochmal abzuspielen. Wenn ein Tag sehr gut war dann denke ich nur noch an die guten Sachen - nicht an das einmalige Zicken meines Sohnes beim Zubettgehen. Ich muss Tagebuch schreiben für die Therapeuten und für mich, in dem ich NUR das Gute aufschreibe, was am Tag passiert ist. Das ist gar nicht so einfach.

Bei mir kommt ein großer Hang zum Perfektionismus hinzu, ich habe immer das Gefühl ich muss allen beweisen, wie toll ich das alleine schaffe. Darum geht es gar nicht.

Ich weiß nicht, wie akut es bei Dir ist, ich würde aber ebenfalls vielleicht mal zu einer Beratungsstelle gehen, ProFamilia und die SOS-Kinderdörfer bieten sowas an und haben in jeder größeren Stadt Zweigstellen. Sie sind zum Stillschweigen verpflichtet, Du mußt also danach keine Angst haben, dass auf einmal das JA vor der Tür steht und Dein Kind mitnimmt. Mir haben solche Gespräche sehr geholfen bis jetzt! Du mußt einfach mit jemandem drüber reden und die Ursachen für Dein Unwohlsein herausfinden. Das geht manchmal recht fix :o)

Ich wollte von mir aus, dass es mir wieder besser geht, dass es mein Kind gut bei mir hat und dass wir einfach nur glücklich sind. Ich möchte nicht mehr mein Kind abholen mit dem Gedanken "boah, der schon wieder" - denn so ging es mir manchmal wirklich. Oder auf die Uhr schauen, wann der Tag vorbei ist. Ich fühle mich so schlecht dabei und habe wirklich ein monsterschlechtes Gewissen meinem Sohn gegenüber. Ich glaube, er merkt auch, dass mit mir in letzter Zeit was passiert ist - er ist auch viel herzlicher als früher...

Ich wünsche Dir alles alles Gute und falls Du magst, meine mail ist oben hinterlegt, Du kannst mir sehr gern schreiben.

LG Sue

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Re: Die Akkus sind leer .... - sehr lang

Antwort von Angel28 am 08.08.2005, 19:07 Uhr

Hallo!
So wie Du in Deinem Posting schreibst geht es mir manchmal auch.Ich durfte 3 Monate arbeiten, dann mußte ich aufhören wegen der Kleinen. In dieser Zeit(habe als Familienbetreuerin vom Jugendamt gearbeitet)habe ich einen anderen Blickwinkel der Dinge bekommen:Schaue Dir doch mal an, was Du alles geschafft hast.Du hast sicher eine tolle Wohnung- sie ist nicht imer aufgeräumt, aber immerhin DEINS- Du hast einem Kind das Leben geschenkt, auch wenn sie manchmal schwierig sind,schau ihnen ins Gesicht und eigentlich bist doch dann für alles entschädigt oder?WAs ist das Problem MIT Deinem Kind ein wenig Hausarbeit zu machen?Meine Tochter hilft mir auch gern.UNternehm was mit Deinem Kind(Park,Spielplatz kostet kein Geld)Treff Dich mit anderen Müttern- werd aktiv.Du schreibst Du hast Dir bei Deinem Freund ne Auszeit genomen und Handy ausgemacht- was würde denn dagegen sprechen das auch zu Hause zu tun?Gönn Dir was: Nimm ein Bad, mach Dir ne Eischnee Maske ins Gesicht und ne Eigelb in die Haare.Stell wenn Du willst doch mal Deine Wohnung um.....es gibt ganz viel....Mail mich doch einfach mal an- vielleicht kann ich Dir helfen
LG

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@woe

Antwort von henriette37 am 09.08.2005, 9:01 Uhr

Das klingt so als würde ich über mein derzeitiges Leben einen Beitrag schreiben. So geht es mir schon seit über 2 Jahren. Letztes Jahr war ich zur Müttergenesungskur (ohne Kinder)auf der Insel Juist und danach ging es mir einige Wochen besser, doch mittlerweile sind meine Akkus wieder leer. Das einzigste was anders ist als bei dir ist das ich nicht alleine mit den Kindern bin,sondern der papa noch da ist. Ich würde mich auch gerne trennen,aber ich habe nicht den Mut dazu. Meine Überlegung ist auch,die Kinder bei ihrem Vater zu lassen, damit ich mal Abstand gewinnen kann. Meine Kinder sind auch sehr anstrengend und da trage ich auch meine Schuld bei. Ich habe einfach versagt und das tut mir sehr weh und ich weiß einfach nicht weiter.
Vielleicht wäre es für dich auch mal gut, wenn du eine Müttergenesungskur beantragen würdest,so hast du wenigstens wirklich mal 3 Wochen um einfach nur mal für Dich zu sein, dich mit anderen Müttern auszutauschen. Vielleicht hast du auch das Glück,wie ich, das du Mütter kennenlernst mit denen du dich auf Anhieb super verstehst, so als würdest du sie schon ewig kennen. Dieses Glück hatte ich und wir haben uns in diesem Jahr alle wieder auf der Insel getroffen und haben eine wunderschöne Woche erlebt. Wenn es für alle finanziell möglich ist werden wir das auch in den nächsten Jahren so machen. Im September herum treffen wir uns dann alle bei irgendjemandem zu Hause, wo wir dann ein Wochenende verbringen.
Kannst dich ja noch mal melden,wenn du möchtest.

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