1. Schuljahr - Elternforum

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Geschrieben von charty am 12.12.2009, 18:07 Uhr

Es steckt mehr dahinter, nicht nur das Sozialgefüge ... (lang!)

... ist der Grund, warum meine Tochter vermehrt nicht mehr in die Schule möchte und ehrlich gesagt, ich kann sie auch verstehen, muss aber jetzt eine Lösung finden.

Ich habe es mir mit meiner Tochter gestern Abend auf der Couch gemütlich gemacht mit schöner Musik, Kerzenlicht und Leckereien und wir haben über die Schule gesprochen. Was dabei raus kam, hat mich teilweise ziemlich erschüttert. Nach zwei Telefonaten mit anderen Müttern (1 Mädchen und 1 Jungen), deren Kinder seit einiger Zeit, insbesondere diese Woche auch sehr bedrückt sind und immer weniger erzählen und deren heutiger Rückruf, bestätigen die Erzählungen meiner Tochter weitestgehend und wir sind momentan alle ein wenig ratlos.

Was kam raus?
1. Die Schule an sich macht ihr Spaß, insbesondere Deutsch und Mathe.

2. Was ihr zuschaffen macht, sind 3 Jungs (A, N und L). Alle drei waren von Anfang an ziemlich problematisch, da sie sich unkontrolliert und überall geprügelt und andere angegriffen haben.
Die Klassenlehrerin (KL) selbst gab beim Elternstammtisch zu, dass sie oft gedacht hat, dass sie diese drei nicht in den Griff bekommen wird; es aber besser wird. Ob es besser geworden ist, bezweifle ich.
Meine Tochter (F) erzählte, dass diese 3 immer dann, wenn die KL nicht im Zimmer ist (sie kopiert dann Arbeitsblätter) und die Kinder ruhig Aufgaben erledigen sollen, diese 3 aufspringen, sich ein potentielles Opfer suchen und die Faust gegen dieses Kind erheben und auch zuschlagen. Mittlerweile hat sich offensichtlich in der Klasse eine Eigendynamik entwickelt, so dass in dem Moment in dem das Opfer klar ist, alle zusammenlaufen, sich um das Opfer stellen und die 3 somit abwehren. Wie es dann weitergeht und wie es dann kommt, dass die Kinder wieder am Platz sind, wenn die KL zurückkommt habe ich noch nicht herausgefunden. F. geht dann meist in der nächsten Pause, so dass die anderen es nicht mitbekommen zur KL und erzählt, was war und diese schimpft dann wieder mit den 3 Jungs.
Ich finde diese Situation alles andere als gut und scheinbar spitzt sich die Lage immer mehr zu. Ich bin insofern stolz, dass meine hier mit der Klasse mitgeht und auch das Vertrauen zur KL hat, aber sie könnte dadurch leicht zur Petze abgestempelt werden. Was Gewalt anbelangt ist meine auch ziemlich vorbelastet, da sie im KiGa das Hauptopfer eines Täters war (inkl. Würgen, Schlagen und Messerangriff).
Und nicht falsch verstehen, ich weiß, dass meine Tochter mit solchen Kindern und später Erwachsenen immer wieder Kontakt in irgendeiner Form haben wird. Deshalb versuche ich auch hier, ihr Möglichkeiten aufzuzeigen, wie sie sich selbst am besten verhalten kann/sollte.

3. Wenn die Leistungstests rausgegeben werden, gibt die Lehrerin sie nicht einfach jedem Kind und sagt diesem ggf. etwas gesondertes dazu, sondern sie dokumentiert die Arbeiten vor der ganzen Klasse. Sie lobt die Besten, erwähnt ein paar, die ganz gut waren und stellt die Schlechtesten, zu denen auch die 3 Jungs gehören, immer besonders raus. Da habe ich geschluckt. Meine kennt damit die Schlechtesten und das finde ich schon mal nicht gut. Zudem werden damit die 3 erneut und das nicht positiv herausgehoben. D.h. sie bekommen permanent nur negatives Feedback und werden dadurch abgestempelt und haben kaum eine Chance hoch zu kommen. Das widerspricht dem Gerechtigkeitsempfinden meiner Tochter.

4. Sie hat ein Problem mit der KL. Sie schreit so viel, rastet teilweise richtig aus, wenn auch nicht mit ihr. Da hat meine Tochter auch ein Problem damit, insbesondere durch den KiGa. Hier konnte ich ihr nur sagen, dass sie versuchen soll, die Ohren abzuklappen und sich immer wieder zu sagen "Sie meint nicht mich. Es geht mich nichts an". Das wird sie lernen müssen.
Was ich aber an der Situation nicht gut finde ist, dass Schreien pädagogisch nicht besonders wertvoll ist. Dass einem mal der Geduldsfaden reißt und man mal losbrüllt ist menschlich, passiert auch mir, aber so wie es meine und die anderen zwei schildern passiert dies jeden Tag mehrmals. Und im Zusammenhang mit den Punkten 2 und 3 habe ich auch hier ein Problem damit.

Ich mag die KL wirklich gern und ich halte von ihr im Prinzip auch recht viel, aber das erschüttert mich, gerade weil es solche Auswirkungen auf meine Tochter hat.
Was würdet Ihr jetzt hier machen? Auf die Klassenelternsprecher zugehen und ein Gespräch mit der KL einfordern, abwarten etc.? Wäre Euch wirklich dankbar, wenn Ihr hier Tipps habt. Auch, wenn Ihr meint, dass ich oder die anderen Mama`s hier überreagieren. Kann allerdings erst Dienstag wieder antworten, da ich ab morgen auf Geschäftsreise bin.

Danke Euch und viele Grüße
Charty

 
8 Antworten:

Re: Es steckt mehr dahinter, nicht nur das Sozialgefüge ... (lang!)

Antwort von Cardetoblanco am 12.12.2009, 22:21 Uhr

Hallo Charty!

Ich finde es schon sehr erschütternd was in der Klasse Deiner Tochter abgeht!
Einen Rat kann ich Dir leider nicht geben. Was macht man da am besten?
Wenn Ihr Euch alle mal zusammensetzt (Eltern und Klassenlehrerin) und darüber sprecht???

Chantal hat mir auch jeden Tag von ihrem Tischnachbarn berichtet, er würde sie ärgern, unterm Tisch treten usw. Sie könnte sich gar nicht konzentrieren usw. Als Elternsprechtag war habe ich der KL das erzählt und sie meinte dann würde sie sofort woanders hingesetzt und Chantal ist mir um den Hals gefallen als ich es ihr erzählt habe. JEtzt sitzt sie woanders und ist ganz happy.

Wenn Du Dich entschieden hast was Du machen willst dann schreib doch mal, würde mich interessieren.

Viel Glück und Deiner Tochter viel Kraft!!!!

lg Sandra

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Auch Lehrer brauchen mal dringend Hilfe

Antwort von Franz Josef Neffe am 12.12.2009, 22:38 Uhr

Nun, die Klassenlehrerin braucht offensichtlich dringend Hilfe. Das ist das Hauptproblem und das Thema. Als Ich-kann-Schule-Lehrer hat es mich nie befriedigt, dass die Schule mit ihrer Pädagogik immer dasteht wie der Ochs vorm Scheunentor, wenn ein Lehrer Probleme mit sich hat. Da ist offiziell nichts vorgesehen. Lehrer sind ja Beamte und Beamte sind immer korrekt und machen alles vorschroftsmäßig richtig.
Wenn Du sie magst, ist das eine gute Basis für ein gutes Gespräch. Vor allem solltet Ihr Euch einmal anschauen, dass der Mensch nicht erst dann eine Wirkung hat, wenn er etwas sagt. Viel intensiver und vor allem unablässig wirken die Gedanken, die er ausstrahlt, und da vor allem die, die er nicht ausstrahlen will.
Wenn ich denke, dass ich "diese drei nicht in den Griff bekommen werde" strahle ich zwei Konfliktstoffe auf einmal aus: 1. Ich möchte Euch in den Griff bekommen. 2. Ich weiß nicht wie das geht. Und darüber hinaus signalisiere ich noch, dass ich nicht verstanden habe, wie man überhaupt Probleme löst, und dass ich dringend eine Lektion brauche. Na, und genau die bekommt sie ja nun bei jeder Gelegenheit.
"Im Griff haben" bindet nur die bewussten Kräfte und erschöpft sie. Als Ich-kann-Schule-Lehrer finde ich es wesentlich realer, sich diese Kräfte und ihren Zustand und den Umgang damit genau anzuschauen und dann besser mit den Kräften umgehen zu lernen. "Wenn ich mit deinen Kräften / Talenten BESSER umgehe als du, mögen sie mich und folgen mir lieber als dir." war der IKS-Satz 2008.
Nun müssen die drei Schlingel ihre Kräfte schon schlecht behandeln, um mit ihnen waqs Schlechtes tun zu können, und nun sind alle böse auf diese Kräfte - ja, würdest Du denn da lieb und brav werden, wenn Du diese Kräfte wärest und man von allen Seiten so mit Dir umgeht???
Offensichtlich sind die Kräfte der Jungen ja stark - warum gibt ihnen niemand starke Aufgaben mit starker Verantwortung, wo man sich stark profilieren kann?
Wenn wir genau hinschauen, tut es meine Kollegin nicht, weil sie sich selber SCHWACH fühlt: schwächer als die drei. Nun sollen sich die Lebenskräfte von denen unter ihr Niveau einordnen??? Es ist doch wohl klar, dass sie das Niveau nicht nach unten regulieren kann sondern sich selbst zu stärken hat. Dafür müsste sie dringend dringend ihre Autosuggestion ändern - von "Ich schaffe es nicht" auf "Ja, ich schaffe es, ich stärke meine Kräfte, ich stehe zu mir, ich wachse, ich spüre es, meine Stimme wird bestimmter und meine Ausstrahlung ebenso,.......".
Wenn sie dann endlich mit sich EINS ist, dann hat sie auch nur 1 Wirkung, und dann strahlt sie nicht mehr Zerrissenheit aus sondern Kraft. Na, und ab dann macht es Sinn, wenn sie einfach all das GUTE ausstrahlt, was den dreien noch fehlt, um ihre Sache GUT zu machen. Und dann wird auch jedes´ihrer Worte mit Bestimmtheit sagen: "Ihr macht das ab jetzt GUT."
Es gibt ganz kleine Leute, die ganz normal laut reden, und nach denen richtet sich jeder: weil sie das ausstrahlen, was sie sagen, und weil sie sagen, was sie ausstrahlen.
Und wenn Ihr, vor allem Deine Tochter, der Lehrerin bei ihrer Ent-Wicklung unauffällig ein wenig helfen wollt, dann lernt Ihr einfach zaubern und schickt ihr im Geiste alles, was sie braucht, um GUT zu handeln und GUT zu sein. Ich freue mich auf Euren Erfolg.
Franz Josef Neffe

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Re: Auch Lehrer brauchen mal dringend Hilfe

Antwort von MamaMalZwei am 12.12.2009, 23:33 Uhr

Ganz ehrlich? Ich finde es schlimm, was da in der Klasse Deiner Tochter passiert. Diese 3 Jungen, die ihren Frust an Mitschülern auslassen, das geht ja gar nicht. So kann niemand angstfrei etwas lernen.
Toll ist immerhin, dass die Klasse zusammensteht und die Jungs abwehrt, aber das kann es doch nicht sein! Es ist nicht Aufgabe von Erstklässlern, in der Klasse für Ruhe zu sorgen. Das müsste die KL besorgen. Und die ist mit ihrem Job offenbar überfordert. Nicht, weil sie es vielleicht nicht gelernt hat, sondern weil diese 3 Kinder zuviel Konfliktpotential mitbringen.
Wie lang will sie sich das noch mit ansehen? Warum leitet sie nicht das Verfahren zur Feststellung des Sonderpädagogischen Förderbedarfs ein? Das darf sie und das sollte sie tun, denn in dieser Atmosphäre lernt niemand etwas.
Das hat auch mit "Ich kann Schule" nichts zu tun. Die 3 sind offenbar damit völlig überfordert, sozial und vom Lernen her in einer Regelklasse zurechtzukommen.
Ich habe selber zwei Kinder, die zuerst auf der Sprachheilschule waren. They never come back - das stimmt eben nicht, beide Kinder sind inzwischen auf dem Gym und auf der Realschule und kommen vom Lernstoff her klar. Mit den Mitschülern nicht immer, aber das steht auf einem anderen Blatt.
Zumindest ihre Lehrer wissen, was sie an den Beiden haben und glaub mir, so ein Verhalten würde keiner von beiden zeigen.
Lemmi kriegt regelmäßig Belobigungszettel mit, dass er durch positives Verhalten auffällt und bei Kati weiß ich es, weil die Lehrer ebenfalls Zufriedenheit signalisieren.
Was ich tun würde: Die Elternvertreter mobilisieren und einen Elternabend organisieren in dem es um die Situation in der Klasse geht.
Die betreffenden Kinder sollten nicht an den Pranger gestellt werden, aber es muss ganz deutlich gemacht werden, dass man dieses Verhalten nicht billigt und - dass es Konsequenzen hat. LG

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Ich sehe da nur eine Lösung

Antwort von Phase1 am 13.12.2009, 9:03 Uhr

Die drei Jungs dürfen keinen Augenblick mehr aus den Augen gelassen werden. Sie sollten weitgehend voneinander getrennt werden (Parallelklassen?), und wenn die Lehrkraft den Raum verlässt, was nur, wenn unbedingt nötig, der Fall sein sollte, müssen die Jungs mitgenommen werden. Auch in der Pause muss unbedingt jemand ein Auge auf die drei haben.

Falls eine solche lückenlose Einzelbetreuung an eurer Schule nicht umsetzbar ist, bzw diese Handhabung auch nach Monaten keine Verbesserung bewirkt, dann sind diese drei Jungs an einer normalen Regelschule leider nicht beschulbar. Das ist aber dann nicht die Schuld der Lehrerin oder der Schule, sondern liegt an der Eignung dieser Kinder.

Im Übrigen, finde ich die Zustände wirklich wirklich heftig. Dass du Folgendes schreibst, irritiert und erschüttert mich wirklich sehr:
"Was Gewalt anbelangt ist meine auch ziemlich vorbelastet, da sie im KiGa das Hauptopfer eines Täters war (inkl. Würgen, Schlagen und Messerangriff).
Und nicht falsch verstehen, ich weiß, dass meine Tochter mit solchen Kindern und später Erwachsenen immer wieder Kontakt in irgendeiner Form haben wird. "

Messerangriffe schon im Kindergarten? Du weißt, dass dein Kind jetzt und auch später als Erwachsener immer mit Gewalt in Kontakt kommen wird? Und nimmst das hin, als sei das völlig normal?

Das ist nicht normal und du musst solche Zustände nicht hinnehmen.

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es ist nie nur ein faktor, sondern immer ein ganzer bienenschwarm

Antwort von Chatilia am 13.12.2009, 10:24 Uhr

ich würde weder mit grossem geschütz auffahren, noch es zum "hauptthema" am familientisch machen.

finde es SUPERTOLL, kannst du mit deiner tochter so gut darüber reden, das war ein ganz wichtiger schritt. nun würde ich einerseits versuchen, nicht locker zu lassen - dazu gleich mehr - andrerseits aber auch nicht die ganze energie (ui! weshalb tue ich mich schwer, dieses wort zu verwenden ) auf diese ereignisse fokussieren, sonst bekommen sie eine wichtigkeit, die sie im leben deiner tochter nicht verdienen.

was ich machen würde: das gespräch mit der KL suchen. freundlich. mehrmals. immer wieder nachfragend. immer wieder. immer wieder. das wird zwar anstrengend, weil du dann immer in der schule antraben musst. aber meiner erfahrung nach nützt es, wenn man "präsenz" markiert.

versuchen wir mal, für die KL verständnis aufzubringen. sie unterrichtet bestimmt nicht gerne in diesem chaos. sie kann damit aber auch nicht die ganze zeit zum direktor oder zu den kollegen. die sagen bestimmt nicht hocherfreut: erzähl mal! wie ging's dir heute? du arme, war's wieder anstrengend? - nein. so menschlich geht das leider nicht zu und her.

wenn du jetzt also regelmässig auftauchst und zwar OHNE vorwürfe, sondern einfach durch nettes nachfragen, wirst du für sie zur moralischen verbündeten.

was an dieser schule abgeht, ist ja haarsträubend. nur wirst du das problem als mutter nicht lösen können. deine aufgabe ist es ja, deine tochter möglichst zu unterstützen. das tust du auch, wenn du mit der KL rücksprache hältst.

das schreierei-problem kenne ich. ich versuchte, mit der KL darüber zu reden. es nützt. mein kind sagt mir, dass die KL jetzt zwar immer noch schreit, sich darauf aber auch entschuldigt bei denen, die nicht gemeint waren. keine ideallösung. aber immerhin wurde die KL nun dafür sensibilisiert. wenn das schreien zum dauerzustand verkommt, wird's sehr unangenehm für alle.

es gibt bestimmt auch andere eltern bei euch, die diese schulkatastrophe nicht einfach so hinnehmen wollen. ich würde mich aber nicht aktiv mit ihnen zusammentun, damit das ganze nicht zu einer "bürgerwehr" oder so verkommt. aber wenn du regelmässig in die schule gehst und dastehst, werden das die kinder zu hause erzählen und es werden bestimmt noch mehr eltern auftauchen.

und die drei jungs? wir haben nur einen dieser art in der klasse und ich wage mir gar nicht vorzustellen, wie das wär, wenn noch mehr dieser sorte rumprügeln würde. diese jungs können einem leid tun, aber damit ist es natürlich nicht getan. ich versuche immer, in rollenspielen mit meinen kindern den umgang mit "schwierigen" jungs zu üben. das klappt gut und die lehrer sagen mir , dass sie oft staunen, wie meine kinder reagieren. meine kinder sind keine "wunderkinder", aber ich bin überzeugt, dass man auch das "verhalten" lernen kann. grad wie laufen und sprechen. das kann man üben und trainieren. die kinder lieben rollenspiele und bekommen dann ein gefühl dafür, dass man ganz verschieden reagieren kann und wir keinesfalls opfer unserer reaktionen sind, sondern man sich auch ganz bewusst, für oder gegen etwas entscheiden kann.

ich wünsche dir viel energie und kraft, damit du deiner tochter weiterhin so gut beistehen kannst.

alles gute!

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Re: Ich sehe da nur eine Lösung

Antwort von charty am 14.12.2009, 21:53 Uhr

Hi, bin gerade erst zurück von meiner Reise, deshalb erst jetzt die Antwort.

Was die Vorfälle im KiGa anbelangt, war dies absolut heftig und da bin ich auch mit 2 weiteren Eltern richtig aktiv gewesen. Es handelte sich hier nur um 1 Kind, das plötzlich - wir kennen bzw. vermuten den Grund - tierisch abgedreht hat. Meine Tochter war das Hauptopfer; wir wissen auch warum. Zu diesem Thema habe ich oft im KiGa-Forum berichtet so gegen Ende 2008 bis Frühjahr 2009, gerade weil es der KiGa tot schweigen wollte, obwohl es genügend Beweise und Zeugen (auch Eltern) gab. Letztendlich ist dieser Junge aus dem KiGa geflogen anstatt, dass ihm geholfen wurde. Dieser Junge sollte eigentlich auch auf unsere Schule (gleicher Sprengel) und ist jetzt aber aufgrund der Hortplätze woanders. Da es meiner Tochter so gegraut hat mit ihm in eine Schule zu gehen, was ich verstehen konnte, habe ich im Vorfeld mit der Schulpsychologin Kontakt aufgenommen und die hat wirklich kompetent mit mir zusammen Lösungen entwickelt, wodurch meine Tochter sich sicher gefühlt hätte und dem Jungen adäquat geholfen hätte werden können. Und jetzt das!
Wir wohnen hier in einer eigentlich sehr guten sozialen Ecke der Großstadt, dennoch bringt das offensichtlich nicht mehr wirklich viel.

Und was ich damit meinte, dass meine Tochter immer wieder wahrscheinlich mit dem Thema in Berührung kommen wird, ist, dass die Gewaltbereitschaft immer mehr zunimmt und ich sie davor nicht schützen kann. Was ich aber tun kann und das mache ich auch, sie zu stärken, dass sie nach außen auch selbstbewußter auftritt und damit nicht immer wieder zur Opferrolle neigt. Aber das ist nicht leicht.

Danke für Deine Meinung und ich werde hier schnellstmöglich erneut den Kontakt zur Lehrerin suchen. Aber das was ich wahrscheinlich zuvor machen werde, ist den Kontakt zu der Schulpsycholgin, die ich vor der Einschulung hatte, zu suchen, da sie auch Lehrerin an unserer Schule ist und bereits die Vorgeschichte meiner Tochter kennt. Ihre Meinung würde mich hier wirklich interessieren. Mal sehen, ich schlafe noch einmal eine Nacht darüber.

Vg Charty

Vg Charty

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Chatilia - Frage zu den Rollenspielen...

Antwort von MM am 15.12.2009, 8:12 Uhr

... - wie läuft das denn genau ab bei Euch? Welches Verhalten spielt Ihr durch? Kommen die Kinder selber auf das "richtige" Verhalten gegenüber aggressiven Mitschülern oder helft Ihr da nach...?

Mich würde das interessieren, da unser Sohn auch 2010 in die Schule kommt und ich auch froh wäre, wenn er etwas davor gewappnet wäre, in eine Opferrolle zu verfallen. Nicht dass es konkreten Anlass gäbe, aber ich kann mir schon vorstellen, dass er in manchen Situatioen einfach überfordert sein könnte... UNd wenn das mit den Rollenspielen bei Euch so toll klappt, dass auch die Lehrer/innen voller Lob sind, interessiert mich einfach mal Eure konkrete Herangehensweise - "wie es geht" (bei Euch) :-). Danke!

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wir sind vorbild und die kinder orientieren sich an unseren aktionen und reaktionen

Antwort von Chatilia am 15.12.2009, 21:21 Uhr

wir machen das wirklich nur spielerisch und sporadisch. einmal ist kind 1 einer dieser "aggressiven" jungen, dann bin ich das "opferkind" oder eben auch das kind, das stark auftritt, indem es dem aggressiven jungen den wind aus den segeln nimmt. dann machen wir es genau umgekehrt. einfach um die verschiedenen reaktionen zu erspielen.

wenn wir unterwegs sind, beobachten wir oft die mitmenschen. wenn sich jemand mir gegenüber sehr unfreundlich verhält, bespreche ich das mit meinen kindern und diskutiere mit ihnen, welche verschiedene reaktionen mir zur verfügung standen oder stehen und was ich mit welcher reaktion beim verärgerten mitmenschen ausgelöst habe oder auslösen würde.

es gibt momente, in meinem erwachsenendasein, wo ich selber völlig falsch reagiere. bin ja auch mensch, kein roboter. zum glück. genau wie unsere kinder.

ich erkenne aber in den den prügelnden jungs sehr oft die unfähigkeit, sich in einer andern sprache mitzuteilen. arme kinder. es wurde ihnen nicht beigebracht.

alles gute!

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