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Geschrieben von schneggal am 01.10.2008, 10:34 Uhr

gestern zdf: Schwere Last auf schmalen Schulter (wegen G8)

Wer hat´s gesehen? Wie sind eure Erfahrungen? Ist es wirklich so schlimm, Gymnasium nur noch unter solchen Bedingungen, oder gibt es doch auch noch positive Meldungen trotz G8?

Der Grundton der Sendung war: Schule fast den ganzen Tag, der Rest besteht aus Essen, Hausaufgaben und Schlafen, Wochenende ist zum Lernen da, Freunde treffen wenn nur einmal die Woche und auch dann am besten zum Lernen....WIRKLICH?

Nach der Sendung von gestern kommt mir die Entscheidung, die uns nächstes Jahr ins Haus steht wie so ein Damokles Schwer vor....

Würde mich freuen, wenn ihr mal schildern könntet, wie es bei euch so läuft, wie viele Nachmittage mi Unterricht? Wie viele Stunden für Hausix und Lernen? Wieviel Zeit noch für Sport, Freunde, Hobbys etc? Und vorallem, fühlen sich die Kinder überfordert, oder geht es?

lg schneggal

 
33 Antworten:

Re: gestern zdf: Schwere Last auf schmalen Schulter (wegen G8)

Antwort von lilly munster am 01.10.2008, 10:51 Uhr

Hallo,

mein mittlerer Sohn ist nun im 3. Jahr G8. Er hat 37 Wochenstunden, geht morgens um halb 7 Uhr aus dem Haus und kommt an drei Nachmittagen erst gegen halb 5 wieder nach Hause. Manchmal früher, wenn der Lehrer Erbarmen hat und ihn zum früheren Bus ziehen lässt...

Hausaufgaben gibt es bei uns recht wenig, zumindest sind sie immer recht schnell erledigt. Er hat Zeit für Fußballtraining (zusätzlich Spiel jeden Samstag), Musikschule, trifft sich auch an den freien Nachmittagen und Wochenenden mit Freunden...

Insgesamt habe ich aber das Gefühl, dass er sich seit langem nur noch von Wochenende zu Wochenende hangelt, er ist auch psychisch labiler, weint schneller. Freitag Nachmittag hängt er eigentlich nur rum, will auch seine Freunde nicht sehen und braucht nur Ruhe und Nichtstun. Erst Samstag ist er wieder wirklich ansprechbar...

Noch hat er recht gute Noten (obwohl er nicht besonders fleißig ist). Ich glaube aber, dass nicht der große Lernaufwand ihn stresst, sondern allein die langen "Arbeits"-Tage. Da spielt es natürlich auch eine Rolle, dass er Buskind ist und schon dadurch viel Zeit verbraucht wird...

Klingt jetzt vielleicht etwas negativ. Ich vertraue darauf, dass er es packt, aber seine neidischen Blicke auf meinen älteren Sohn, der in der 10. Klasse 5 Wochenstunden weniger (eben noch kein G8) hat, kann ich sehr gut verstehen...

Bei uns kritisieren auch die Lehrer die mangelnde Anpassung der Lehrpläne, teilweise gibt es nicht mal genügend Schulbücher, weil die aktuelle 9. Klasse des G9 die gleichen Bücher wie die 8. vom G8 bräuchte. Wirkt alles einfach noch sehr unausgegoren und wird auf dem Rücken der Kinder ausgetragen...

Ich hoffe auf Verbesserungen für alle, die nach uns kommen.

Viel Glück,

Lilly

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@lilly

Antwort von schneggal am 01.10.2008, 11:21 Uhr

Hallo Lilly,
danke dir, dass du mir so ausführlich berichtest! Meine Tochter wäre zwar kein Buskind, aber wir wohnen genau am anderen Ortsende, was einen Fußweg von 30 Min bedeutet.
Das Gymi hier am Ort hat den Ruf, sehr schwer und streng zu sein. Das verunsichert mich zusätzlich.
Ich denke auch, dass man sicher meistens noch Zeit hat, um dem allen nach zu gehen, wenn man wirklich will, aber diese Erschöpftheit....muss man sowas seinem Kind wirklich antun?

was würdet ihr machen, wenn jetzt dann wirklich seine Noten schlechter werden ?

lg Janina

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Re: @lilly

Antwort von Edda3 am 01.10.2008, 11:51 Uhr

Hallo,

meine Große ist zum Glück noch nach dem alten System aufs Gym gekommen. sie ist jetzt in der 10 und das ist alles ganz okay.
Meine Mittlere geht auf Real, da hält sich das alles auch in Grenzen, auch wenn sie in der 6 Französisch hatten, damit die,die nach der 6 zum Gym wechseln wollten überhaupt die Möglichkeit hatten.
Die Freundin meiner Tochter geht aufs Gym und die ist echt gestraft. Die hat auch mindestens 3 Mal in der Woche 7 Stunden (letztes Jahr 7.Klasse) und kommt dann nicht vor halb vier nach Hause. Außerdem haben die viel Hausis in der Schule auf, so dass verabreden an den drei Tagen schon mal flach fällt.
Was die Schulbücher angeht, hat sich da nichts geändert. Die Kinder haben an der Schule meiner Großen im 5, 6, und 7 Schuljahr weiterhin die gleichen Bücher wie meine Tochter.
Meiner Meinung nach ein Unding.
Wie soll man das denn machen,wenn die Bücher gleich bleiben, der Stoff aber jetzt schneller vermittelt werden soll.
Bei uns haben die Gesamtschulen totalen Zulauf, weil die noch nach 9 Jahren Abi machen. Kann ich gut verstehen. Alles andere ist doch experimentieren am lebenden Kind. Unverantwortlich.

Liebe Grüße

Edda

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Mein Sohn geht seit 3 Wochen aufs G8

Antwort von Birgit67 am 01.10.2008, 11:55 Uhr

und es kommt sowohl auf die Schule als auch auf das Bundesland an.

Mein Sohn hat jeden Tag 6 Stunden und zusätlich 1x Nachmittag bis 16.00 Uhr Schule. Wenn er 6 Stunden hat ist er um 13.30 zu Hause, d.h. er ist früher dran als nach der 6. Stunde GS die ging bis 13.15.

sie haben immer Doppelstunden, d.h. Mittwochs muss er für die 3 Hauptfächer Deutsch, Mathe und Englsich das Buch mitnehmen, ansonsten sind die Hauptfächer mit "leichten" Fächer wie Musik, Sport, Reli gekoppelt, damit nicht so viele Bücher anfällt. In den Fachräumen sind ein 2. Klassensatz vorhanden, d.h. er braucht in Bio, Erdkunde und Zeichnen nichts mitbringen.

Schwerer als in der GS ist sein Schulranzen nicht wirklich. Was das lernen angeht - es heißt es zieht nach den Herbstferien an, Momentan hat er keinerlei Probleme sich mit Freunden zu treffen und dann noch ins Leistungsschwimmen und Fußball zu gehen, Lernen muss er noch nicht viel - aber er lernt auch sehr einfach. mal sehen was noch kommt.

Gruß Birgit

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Re: gestern zdf: Schwere Last auf schmalen Schulter (wegen G8)

Antwort von krümelliese am 01.10.2008, 11:59 Uhr

Hallöchen!!!
Habe den Bericht gestern auch gesehen.... Grausam...
Meine Zwillis sind jetzt gerade in die 5. Klasse aufs Gym gekommen. Obwohl wir die Halbtagsvariante gewählt haben, kommen sie jede Woche 2x erst um 16:30 Uhr nach Hause. Sie sind allerdings nun auch Buskinder geworden. Der Tag hat sich schon ziemlich verändert. Noch sind sie zum Glück mit viel Freude und Ehrgeiz dabei. Zum Sport gehen sie auch noch. Muss man mal abwarten, wie sich alles entwickelt. Ich weiss nur eins: Bevor meine Kids nen psychischen Schaden bekommen, werde ich sie von der Schule nehmen.....
Liebe Grüsse

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Ich glaube das es die Umsetzung von G8 ausmacht,

Antwort von pauline04 am 01.10.2008, 12:12 Uhr

ob es was wird oder nicht.
ich habe den Bericht nicht gesehen. Aber was ich von Bekannten aus BaWü höre, ist das schon krass.
Wir (RLP) haben noch kein G8. Das Gymnasium meines Sohnes soll ein's werden. Aber die Schulleitung stellt bestimmte Bedingungen. Lehrpläne ändern, Ganztagsschule Pflicht in Verbindung mit G8 - das sind so die Themen wo man "es besser machen kann".

In den Ost-Bundesländern gehts ja auch - die fragen ja imme ganz entsetzt "was habt ihr denn - das haben wir schon immer". Deswegen: WIE man etwas umsetzt - das macht es dann wohl aus.

Meine pers. Meinung ist: Es ist heftig. Und ich frage mich ob es das wirklich sei muss. Ich bin heidenfroh das wir noch nicht G8 haben....
Die nächste 5. Klasse Generation ist dann (zumindest an unserem Gym) auch dabei. Sehen wir mal, ob der Schulleiter seine Visionen durchsetzen kann.

LG
Pauline

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Re: gestern zdf: Schwere Last auf schmalen Schulter (wegen G8)

Antwort von 123mami am 01.10.2008, 12:27 Uhr

Hallo,
ich habe einen Sohn in der 9. Klasse und einen in der 5.Klasse, beides G8 in Bayern.
Solch einen Stress, wie die Kinder in dem Beitrag habe meine nicht. Der Jüngere sowieso noch nicht, da in der 5. Klasse ja noch nicht soviele Stunden sind. Aber auch mein Großer hat nicht diesen Stress. Er kommt einmal die Woche um 17.15 Uhr heim( hat bis 16.15 Uhr, Bus fährt aber so spät), einmal um 15.15 ( da bis 14.35 Schule) und die anderen beiden Tage um kurz vor 14.00 Uhr ( bis 12.50 Schule) Durch die Busfahrerei geht natürlich viel Zeit verloren, das ist klar, aber er hat trotzdem noch Zeit für andere Sachen.
Bei meinem jüngeren Sohn ist ein Junge aus Hessen. Das hat mich doch sehr gewundert, weil in den letzten Jahren war es eher so, dass die bayerischen Kinder aus dem Grenzgebiet eher nach Hessen gegangen sind, weil es dort leichter war. Als ich aber nun gestern diese Sendung gesehen habe ( die Beispiele waren ja aus Fulda, also Hessen), hat es mich nicht mehr gewundert, da dort die Umsetzung des G8 ja wohl noch schlimmer ist als hier in Bayern.

So richtig schlimm finde ich das G 8 bei uns jetzt eigentlich nicht. Mein Großer, der ja jetzt schon das fünfte Jahr da drin steckt, kommt wirklich gut damit zurecht. Auch in meinem Bekanntenkreis sind viele Kinder, die wenig bis gar keine Probleme haben. Es gibt natürlich auch Kinder, denen das zu schaffen macht, das darf man auch nicht verschweigen.
G 8 ist sicher kein Zuckerschlecken, aber es absolut zu verteufeln, halte ich auch für keine gute Idee,jedenfalls nicht mit meinen Erfahrungen die ich mit meinen beiden Jungs bis jetzt mache.

Viele Grüße

Dagmar

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Re: @schneggal

Antwort von lilly munster am 01.10.2008, 12:28 Uhr

Hmm - da fällt mir eine Antwort schwer. Als sein bester Freund letztes Jahr die Klasse wiederholen musste und mein Sohn doch traurig war, sagte ich im Scherz zu ihm, dass er ja nur sitzenbleiben müßte und schon seien sie wieder vereint.

Ich denke, einmal wiederholen, um dann mit neuem Elan und besseren Noten weiterzumachen, wäre wohl unsere Entscheidung. Zumal es bei uns für Gymnasiums-Abgänger in der überfüllten Realschule so gut wie keine Plätze gibt. Die Realschulen sind seit dem G8 total überlaufen und der Ruf der Hauptschulen tut sein übriges dazu. Jeder versucht die Empfehlung für die Realschule zu erhalten. Zusätzlich hat mein Sohn sich für Latein statt Französisch entschieden und ein Wechsel zur Realschule wäre allein deshalb schon schwierig.

Ich hatte ähnliche Bedenken wie Du. Unsere damalige Grundschullehrerin riet mir aber aufgrund seiner guten Noten auf jeden Fall zum Gymnasium. Ich hab ihr vertraut und es bis heute nicht bereut auch wenn ich den Sinn des G8 nicht wirklich verstehe und die Umsetzung viele Wünsche offen lässt - es ist zu schaffen. Bei Kindern, die zusätzlich viel lernen müssen, muss man aber wohl deutliche Abstriche bei Hobbies etc. machen.

Was sagen denn Eure Lehrer dazu?

LG, Lilly

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Re: gestern zdf: Schwere Last auf schmalen Schulter (wegen G8)

Antwort von Claudia36 am 01.10.2008, 13:11 Uhr

Habe den Beitrag leider nicht gesehen ( hoffe der kommt nochmal)
Meine Kleine geht aufs Gymi mit G8 ( 7 Klasse)
Sie hat 2 mal die Woche bis 15 Uhr Schule, einmal noch Nachhilfe und viele HA, muß viel lernen auch am Wochenende.
Verabredungen unter der Woche geht nur am Freitag.
Zusätzlich hat sie aber noch Schwimmen, tauchen und Ballett, was wir auch noch nicht aufgeben wollen.
Es ist schon hart und meine Kleine macht sich auch teilweise selber total fertig....weil sie die Klasse schaffen will und gute Noten usw.
Wir müssen dann manchmal bremsen.

Claudia

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Re: @schneggal

Antwort von schneggal am 01.10.2008, 14:23 Uhr

was die Lehrer im allgemeinen zu Gymnasium sagen, oder zu meiner Tochter?

Was wohl spürbar ist, dass die Lehrer heute zögerlicher mit der Gymi Empfehlung sind, aber dafür die meisten Eltern hier an der Schule mit aller Gewalt ihre Kids trimmen, damit sie es doch schaffen.

Zu meiner Tochter kann man noch nichts wirkliches sagen, das Schuljahr hat ja gerade erst begonnen....(Bayern)

lg schneggal

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Re: gestern zdf: Schwere Last auf schmalen Schulter (wegen G8)

Antwort von magistra am 01.10.2008, 14:33 Uhr

Hab den Beitrag angesehen und mir mal wieder gedacht: Naja, da haben sie sich eben recht gestresste Schüler gesucht, denn die eigentliche Aussage war ja, dass die freie Schule in Jena so super ist und ganz ohne Lernstress auskommt (Kunststück bei Klassen so um die 22 Schüler, von denen die meisten so aussahen als hätten sie keinerlei Migrationshintergrund).
Vor dieser Folie muss man den Bericht natürlich sehen.
Dennoch war viel Wahres dran. Auch ich erlebe:
- Schüler, die krank sind und dennoch kommen, weil sie Angst haben, zu viel zu verpassen
- Busverbindungen, die einfach nur wahnwitzig sind
- sehr gestresste Schüler
Zu letzterem: Vielleicht ist es durch das G8 wirklich schlimmer geworden, sogar wahrscheinlich, aber das G8 ist auch eine ganz gute Ausrede, denn schon früher haben es manche auf dem Gymnasium eben nicht geschafft. Ich erlebe hier in der Mehrzahl (!!!) Schüler, die nebenbei noch in Vereinen sind (z.T. wirklich in mehreren) und sich zudem noch stark in der Schule engagieren (d.h. bei Sachen, die nicht zum Unterricht gehören, also auch nicht Pflicht sind). Ja, auch die gibt es im geschmähten G8.
Das G8 wäre halb so wild, wenn es endlich zu kleineren Klassen käme, denn damit lösen sich 50% der Probleme an den Schulen ohnehin in Luft auf!
(Wir haben hier sechs 5. Klassen mit je 34 Schülern...)

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Re: gestern zdf: Schwere Last auf schmalen Schulter (wegen G8)

Antwort von Ebba am 01.10.2008, 14:38 Uhr

Ich habe die Sendung gestern Abend auch verfolgt und war wirklich erschuettert. Es ist unglaublich, was man den armen Kinder im Zuge des auf PISA folgenden Aktionismusses (ohne Sinn und Verstand IMHO) antut. Da kämpfen die Gewerkschaften seit Jahrzehnten fuer eine 35 Stundenwoche und den Kindern wird, zumindest den Kindern im Bericht, ohne mit der Wimper zu zucken eine 50 Stundenwoche zugemutet.
Allerdings scheint es mir auch sehr stark vom Bundesland abhängig, wie "schlimm" sich G8 fuer die Kinder auswirkt.
Wir kommen aus NRW und ich habe in meinem Umfeld die Erfahrung gemacht, dass G8 durchaus noch zu ertragen ist, auch wenn die Kinder es deutlich schwerer haben als die, die noch 9 Jahre Zeit fuer ihr Abi haben.
Die zwei Jungen, jeweils in der 7. Klasse, die hier verschiedene Gymnasien besuchen stöhnen noch nicht uebermäßig ueber den Arbeitsaufwand, zumal einer von ihnen (wegen Lehrermangels) nur 28 Wochenstunden hat. Unsere Tochter ist in diesem Jahr auf einem dritten Gymnasium in die 5. Kl. gekommen und hat 2 mal wöchentlich 7 Stunden (sie ist dann gegen 14.30 Uhr zu Hause) und 3 mal wöchentlich 6 Stunden (etwa 13.40 Zu Hause). Zusätzlich hat sie sich noch zu einer AG in der 7. Stunde am Freitag angemeldet. In den ersten Wochen war sie nach der Schule immer ziemlich k.o., aber mittlerweile kommt sie immer ganz munter heim. Der Aufwand fuer die HA hält sich zZt auch noch in Grenzen. Ich fuerchte allerdings, dass die "Kleinen" noch "Welpenschutz" genossen haben und jetzt nach den Ferien mehr HA aufgegeben werden. Wir werden sehen.
Auch die meisten anderen befreundeten Muetter mit Kindern in wiederum anderen Gymnasien hier im Umkreis hatten, bis auf eine, vor den Ferien den Eindruck, dass alles noch recht locker anläuft. Gestöhnt, dass ihre Tochter ueberhaupt keine Zeit mehr zum Spielen habe, hat nur eine Mutter. Das mag zum einen daran liegen, dass das Mädchen mit dem Bus zur Schule fahren muss (was allerdings zwei andere auch muessen) und IMHO v.a., dass das Kind in den bilingualen Zweig eingeschult worden ist.
Von solchen "Experimenten" wuerde ich bei der Einschulung auch absehen. Wir haben auch kurz darueber nachgedacht, weil unsere Tochter in der GS eine hervorragende Schuelerin war und wie es derzeit scheint auch in der nächsten Zeit sein wird, uns dann aber fuer ein mehr an Freizeit fuer unsere Tochter entschieden und das war auch gut so.

Liebe Grueße
Ebba

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Re: @schneggal

Antwort von lilly munster am 01.10.2008, 14:56 Uhr

Ich meinte, welche Empfehlung die Lehrer geben. Stimmt - dafür ist es ja noch zu früh...

Lass Dich mal von den Medien nicht verrückt machen, wie in allen Bereichen wird auch hier maßlos übertrieben. Wenn Dein Kind gern auf's Gymnasium gehen möchte (evtl. Freundinnen das auch tun - ist z.B. bei meinem Sohn für gutes Gelingen schon die halbe Miete), dann verunsichere sie nicht und lass sie. Wenn sie im laufenden Schuljahr gute Noten hat und nicht an der Grenze steht, seh ich keinen Hinderungsgrund. Wie eine andere Userin schon schrieb, bisher ist nur einer in der Klasse meines Sohnes sitzengeblieben - das war vor 30 Jahren in meiner Klasse auch schon so...

Ich nehme an, dass die Eltern-/Lehrergespräche wie bei uns in BW auch bei Euch zu Beginn des 2. Halbjahres geführt werden. Mach Dir bis dahin nicht zu viele Sorgen, geh für Deine Tochter positiv an die Sache ran - das wird schon...

LG, Lilly

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Re: gestern zdf: Schwere Last auf schmalen Schulter (wegen G8)

Antwort von Romacel am 01.10.2008, 14:57 Uhr

Wenn ich das hier so lese, dann haben wir ja richtig Glück. Auf dem Gymnasium, welches meine Tochter jetzt besucht, sind 3 5. Klassen mit jeweils 24 Schülern und sie haben jeden Tag 6 Stunden. Die Hausaufgaben halten sich in Grenzen. Es werden recht viele Arbeiten geschrieben, für die meine Tochter auch lernt aber nie so lange, daß sie keine Freizeit mehr hätte. Ihre Zensuren sind meist sehr gut.

Der Nachteil ist allerdings, daß bei nicht so vielen Schülern eben auch nicht so viele Busse fahren. Sie geht früh 6.30 Uhr aus dem haus, der Unterricht beginnt 7.45 Uhr. Nach der 6. Stunde ist 13 Uhr, sie ist allerdings erst 14.45 zu hause. Und das obwohl die Schule nicht wirklich weit weg ist, leider holt EIN Bus alle Kinder aus den ganzen Dörfern ringsum ab, fährt tausend Kringel und ist rammelvoll.

Naja, man kann eben nicht alles haben...

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Re: gestern zdf: Schwere Last auf schmalen Schulter (wegen G8)

Antwort von KatjaR am 01.10.2008, 15:21 Uhr

Hallo,

ich habe es gestern nicht gesehen, aber ich kann mir schon denken, dass sie gestreßte Kinder ausgesucht haben.
Wenn man Stoff aus 9 Jahren in 8 Jahren lernen soll (wie das hier in Bayern wohl ist), ist es doch klar, dass die täglichen zeitlichen Anforderungen höher sind als vorher. Deswegen wird ja auch viel geschimpft. Es wird aber immer Kinder gehen, die sich leichter tun als Andere.

Grüße
Katja

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Re: Realschule hier bei uns

Antwort von mamamaria65 am 01.10.2008, 17:00 Uhr

Zum Thema g8 kann ich folgendes sagen : Meine Schwester hat 4 Kinder und alle haben die Realschule besucht oder besuchen sie noch. Das eine Mädchen (7. klasse ) hat mo 6 std,di 8 std,mi 6 std,do 7 std,und fr 5std und die ältere z.b. 9. klasse realschule mo 7 std,di 9 std,mi 6 std,do 7std und fr 9 std. Zudem sitzt sie im schnitt täglich an den Hausaufgaben bis zu 2 std und kommt immer erst extrem spät nach hause. Also hier an den realschulen ist es auch nicht ganz anders an den g8 gymnasien.

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Re: gestern zdf: Schwere Last auf schmalen Schulter (wegen G8)

Antwort von MelB am 01.10.2008, 18:07 Uhr

Meine Große ist in der 7. Klasse G8. Sie hat 2mal die Woche bis 15 Uhr Schule. An den Hausaufgaben sitzt sie 1-2 Stunden, die Wochenenden sind meist lernfrei. Klar gibt es Zeiten in denen es heftiger ist, aber meistens hat sie jede Menge Zeit für Hobbies und Freunde.
Sie ist allerdings auch ein Kind, das schon in der Grundschule ohne lernen 1en und 2en heim brachte, also wirklich auf's Gymnasium "gehört".

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Re: gestern zdf: Schwere Last auf schmalen Schulter (wegen G8)

Antwort von asti_2 am 01.10.2008, 18:13 Uhr

Meine Grosse geht auch in die 7. Klasse. Nachmittagsunterricht hat sie einmal und kommt dann um 15.45 Uhr nach Hause, ansonsten um 13.45 Uhr.
Hausaufgaben sind meistens sehr schnell erledigt, länger als 45 min., wenn überhaupt, braucht sie nie.
Sie hat also noch genügend Zeit, für Hobbies und Freundinnen.

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@magistra

Antwort von schneggal am 01.10.2008, 18:14 Uhr

...hier sind es 7 5.Klassen mit jeweils ca 34Schülern!! Der Wahnsinn....zu meiner Zeit waren es 3 parallele Klassen und die Schule war gut gefüllt....jetzt platzt sie echt aus allen Nähten, an Umbau ist nicht zu denken und nicht jede Klasse hat ein eigenes Klassenzimmer!!

Wie soll unter solchen Voraussetzungen gut gelernt werden?

Allerdings schaut die Schulsituation der Realschule auch nicht anders aus, nur die Hauptschule kann mit 2 Klassen á 15 Kindern fahren!!

Leider leider....

Achja und die Bussituation.....ein Dauerbrenner in jeder Elternbeiratssitzung!!

lg schneggal

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wir konnten noch wählen und haben uns für G9 entschieden

Antwort von KaMeKai am 01.10.2008, 19:47 Uhr

wir haben in RLP noch G9, aber auch Schulen, die G8 anbieten.
Meine Tochter ist eine mittelmäßig gute Schülerin mit Gym-Empfehlung. Wir haben sie auf ein G9 Gymnasium gegeben. Sie geht freiwillig ganztags, hat aber nachmittags Mittagessen, AG und Hausaufgabenzeit. Wenn sie heim kommt um 16.40 Uhr, hat sie frei! Ebenso am Wochenende. Da ist Zeit für Sport, Freunde, Kino ec.
Sie stemmt das alles ganz locker und ist sehr zufrieden, macht keinen überarbeiteten Eindruck.
Mein Sohn ist viel besser in der Schule, dem fliegt alles mühelos zu. Ich könnte mir vorstellen, dass wir für ihn ein G8-Gymnasium wählen. Ich würde ihn auch nicht gern ganztags gehen lassen, weil er viel mehr Zeit zum vertrödeln und spielen braucht.

Also gut ist, wenn es beides gibt und dann kann man für das Kind individuell entscheiden.


LG
Kathrin

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Re: gestern zdf: Schwere Last auf schmalen Schulter (wegen G8)

Antwort von Agnetha am 01.10.2008, 19:53 Uhr

Meine Tochter (12) geht seit der 5. Klasse aufs Gymnasium. Jetzt ist sie in der 7. Klasse. Die 8. Klasse wird übersprungen und der Lernstoff wurde von Anfang an entsprechend vorgezogen.

Meine Tochter bewegt sich leistungsmäßig im guten Mittelfeld. Sie ist allerdings ziemlich faul, wenn ich das mal so sagen darf. Ich überlege mir manchmal, wie gut sie wirklich sein könnte, wenn sie ehrgeiziger und fleißiger wäre. Das wäre wohl kaum zum Aushalten .

Sie hat Unterricht von 8.30 - 15.30, zweimal in der Woche von 8.00 - 14.50 Uhr. Hinzu kommt jeweils der Fahrtweg zur Schule bzw. nach Hause von 45 Minuten.

Sie ist ein fröhliches Mädchen. Einmal die Woche ist Basketball. Sie trifft sich auch immer mal (nicht täglich) mit Freundinnen oder geht in die Bibliothek (nicht aus Schulgründen). Natürlich ist es ein langer Tag für sie. Das ist schon klar. Trotzdem denke ich, muss sie sich überhaupt nicht abrackern bis zum Umfallen. Hausaufgaben gibt es zwar jeden Tag, aber nicht in jedem Fach. Meist erledigt sie die in der Hofpause, weil sie zu Hause keine Lust mehr hat. Die sind bisher immer in 30 Minuten zu schaffen gewesen.

Ich würde sie immer wieder auf dieses Gymnasium schicken und zu diesem, wie es hier heißt, Schnellläuferabitur. Alles andere ist meines Erachtens ein verschenktes Jahr.

Agnetha

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meine macht noch G9

Antwort von Gretchen am 01.10.2008, 20:50 Uhr

aber dadurch, dass sie in der 9 und die G8er in der 8.Klasse das 2te WPF Fach wählen müssen, hat sie jetzt mit den 8er zusammen Geschichte Bilingual. Von den anderen Fächern sind die 8er auch genauso weit, daher kann sie nicht mehr sitzen bleiben, sondern muss irgendwie durch G9, was auch nicht toll ist.
Dafür habe ich heute im Radio gehört, dass in NRW der Lehrplan fürs G( neu geschrieben wird und unwichtige Sachen zum Lernen rausfallen und dann auch die Schulbücher gedruckt werden Das G8 läuft jetzt seit 3 Jahren hier und jetzt wird erst alles geändert

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Re: Realschule hier bei uns

Antwort von ChrissyF.71 am 02.10.2008, 8:16 Uhr

Ja, das ist bei uns genauso. Meine Tochter geht in die 5. Klasse einer Gesamtschule. Sie hat 3 mal die Woche 6 Stunden und 2 mal die Woche 8 Stunden. An diesen Tagen kommt sie auch nicht vor halb 4 nach Hause. Und da sind dann noch keine Hausaufgaben gemacht und den Hobbys wurde auch noch nicht nachgegangen. Aber auf der anderen Seite. Die 2 mal 8 Stunden liegen eh an den fußballfreien Tagen *g*

LG!
Chris

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Re: gestern zdf: Schwere Last auf schmalen Schulter (wegen G8)

Antwort von Marion mit Flo & Nessi am 02.10.2008, 9:12 Uhr

Hallo

Florian geht jetzt in die 6. Klasse und ist super gut zufrieden, es gefällt ihm dort besser als auf der Grundschule . Er hat 31 Stunden plus freiwillige AG's. Hausaufgaben hat er fast überhaupt nicht auf, bzw. sie dürfen im Untericht schon damit anfangen und er bekommt sie da meistens fertig.
Er verabredet sich fast täglich mit seinen Freunden, spielt Handball (1 - 2 mal Trainig in der Woche und fast jedes Wochenende Spiele) und er geht zum Gitarren und Keyboardunterricht.

Anders ist es bei seinem Freund. Er geht in die gleiche Klasse und sitzt meistens zu Hause auch noch lange an den Aufgaben.

Ich denke ob das Gymansium schlimm ist oder nicht liegt nicht an G8 sondern am Kind. Wenn ein Kind wirklich so überfordert ist sollte man über einen Schulformwechsel nachdenken und zwar schnell.

LG
Marion mit Flo & Nessi

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Re: gestern zdf: Schwere Last auf schmalen Schulter (wegen G8)

Antwort von alphafrau1 am 02.10.2008, 10:08 Uhr

Hm, da scheiden sich ja nun immer wieder die Geister. Wir haben hier in Thüringen schon immer in 12 Jahren Abi gemacht, zu DDR-zeiten ja auch schon, von daher hat sich hier ja nichts verändert. MEine Tochter ist jetzt in der 6.Klasse. Sie hat jeden Tag 6 Stunden ( 8-13.30 Uhr) und 14tägig Montags 8 Std. (bis 15.15Uhr). Die Busse fahren dann auch gleich, sodaß sie 13.45 bzw. 15.30 Uhr zu Hause ist. Die Hausaufgabenverteilung finde ich nicht besonders gelungen, manchmal haben sie tagelang gar nichts auf und dann sitzt sie mal wieder an einem Tag 2 Std. an den Hausis. Lernen für Arbeiten muß sie schon fast täglich, aber das gehört ja irgendwie dazu. Also bei uns ist von Streß keine Spur, allerdings fällt meiner Tochter das Schulische auch leicht und sie geht super gern zur Schule. Das sind unsere Erfahrungen, ich weiß, daß viele andere eine eher schlechte Meinung vom G8 haben, aber das liegt wohl eher daran, daß mal wieder einfach was übernommen wird, ohne es sorgfältig zu durchdenken. Passiert in diesem Land in den letzten Jahren leider viel zu oft. VG pali

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Re: In 12 Jahren? -in 8 natürlich sorry :-)

Antwort von alphafrau1 am 02.10.2008, 10:20 Uhr

_)

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Danke euch

Antwort von schneggal am 02.10.2008, 14:12 Uhr

....das lässt mich das Ganze schon wieder in einem etwas besseren Licht sehen und ich werde der Dinge harren, die da kommen!!

Aber schade finde ich es trotzdem, dass die nicht den Lehrstoff vor Einführung desG8 geändert haben....das hätte sicher so einigen aus dem ersten G8 Jahr helfen können!

lg schneggal

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Meine Meinung (13.-Klässlerin G9)

Antwort von Mandyschwan am 03.10.2008, 0:12 Uhr

So, hab mir mal eben Mandys Profil geschnappt, weil ich auch noch meinen Senf dazugeben wollte.

Ich selber mache G9, bin in der 13. Klasse und habe lockere 32 Wochenstunden, die auf Nachmittage und Vormittage verteilt sind (Montags erst um elf hin - ein Traum, mittwochs bis fünf und donnerstags bis sechs - nicht so doll).
Mir gehts damit sehr gut und ich hatte meine ganze Schulzeit nicht das Gefühl, dass ich überfordert bin.
Auch jetzt bin ich nicht so gestresst, auch wenn das bei 13-Klässlern ja ruhig mal so sein darf. Immerhin bereiten wir uns ja auf das Abitur vor.
Okay, ich hatte in der letzten Woche, wir haben zur Zeit Klausurenphase, auch mal Tage an denen ich mich 15 Stunden lang mit der Schule beschäftigt habe, aber das ist ja auch was anderes, wenn man nun bald ins Berufsleben geht.

Meine Schwester ist in der 9. Klasse, G8, und bei ihr sieht es anders aus. Sie hat 35 Wochenstunden, ist also keinen Tag in der Woche vor halb drei zu Hause und hat dann immer noch bergeweise Hausaufgaben.
Sie ist ein intelligentes Mädchen, ich weiß nicht, ob ihre Mitschüler, das auch alle so gut hin kriegen, wie sie.
Sie ist in einer Klasse mit 32 Schülern und das schon seit der fünften Klasse. (Außerdem hat unsere Schule neuerdings zu viele Klassen und zu wenig Räume, sodass sie zwei Container auf dem Schulhof aufstellen mussten, die immer eiskalt sind, weil sie separat geheizt werden müssen - einer davon ist ihr Klassenraum).
Und in der neunten Klasse geht es ihnen noch gut.
Die Zehntklässler müssen sich entscheiden - Französisch oder Spanisch oder beides?
Französisch liegt zwei Mal die Woche, 8. + 9. Stunde, Spanisch an den gleichen Tagen 10. + 11. Stunde. Schule von 7.30 bis 17.00 Uhr, durchgängig? Das ist für mich als faule Oberstufenschülerin zu viel! Meiner Schwester werde ich raten eine von den beiden Sprachen abzuwählen.

Ich bin gegen G8 - auch wenn das nicht die Frage war - denn ich fahre mit G9 sehr gut.
Und was bringt das?
Erst einmal einen Doppeljahrgang der die Universitäten überfluten wird.
Dann werden die Schüler mit 18 teilweise 17 ins Berufsleben entlassen und müssen sich ein Jahr länger über Arbeitslosigkeit Gedanken machen, denn leider ist Abitur heutzutage ja keine Jobgarantie mehr.
Es wird unsere "Pisa-Probleme" sicher nicht lösen, wenn wir den Unterrichtsstoff für neun Jahre in acht quetschen!
Wie mein Mathelehrer schon sagte: "Euch kann ich noch erklären, wieso man das so macht. Meiner zehnten Klasse erzähle ich nur noch, wie man es macht"
Ja, die werden dann ganz sicher alle schlauer sein als wir...

Liebe Grüße
Lisa

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Hinzufügend

Antwort von Mandyschwan am 03.10.2008, 0:16 Uhr

Ach ja, ich konnte es mir erlauben, die elfte Klasse im Ausland (USA) zu machen und wurde dafür sogar noch durch Bafög unterstützt.

Die G8-Schüler müssen, wenn sie ein Auslandsjahr machen wollen, ein Schuljahr wiederholen und können vom Staar keinerlei Unterstützung erwarten.

Ich finde das sehr schade, denn ich halte ein Auslandsjahr für eine sehr volle Einrichtig, wenn man seinen Horizont erweitern, eine weitere Sprache fließend sprechen, eine neue Kultur kennenlernen und sein Selbstbewusstsein stärken will.

Danke, dass ich mich hier mal abreagieren durfte :)

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Re: gestern zdf: Schwere Last auf schmalen Schulter (wegen G8)

Antwort von AnkaS. am 03.10.2008, 18:38 Uhr

Hallo!

Am Gymnasium (privates Gymnasium) in NRW haben die 5er montags und dienstags 7 Stunden bis 14.00h; mittwochs und freitags 5 Std. bis 12.05h und donnerstags 6 Stunden bis 13.10h. Ich finde das schon relativ viel, wenn man dagegen schaut wie es noch vor ein paar Jahren war, aber wenn ich so höre mit Nachmittagsunterricht usw., da haben es unsere 5er ja noch relativ gut!

Lg

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und danke :)

Antwort von schneggal am 03.10.2008, 23:17 Uhr

...dass ich das auch mal aus der Sicht eines Schülers sehen durfte!!

Ich sag ja, gut, dass ich noch ein bisserl drüber schlafen kann!! Die super intelligente Schülerin ist meine Tochter einfach nicht, pfiffig und wißbegierig schon, aber eben auch mit ihrem Kopf viel mehr im ach so wichtigen Sport! Auch wenn sie ziemlich sicher eine Gymi Empfehlung bekommen wird, so wie es zur Zeit aussieht....aber, ob ich ihr, ob sie sich sowas dann wirklcih antun will?

lg schneggal

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Re: gestern zdf: Schwere Last auf schmalen Schulter (wegen G8)

Antwort von irmtraud am 05.10.2008, 0:23 Uhr

Das Hauptproblem bei G8 ist, dass mit seiner Einführung der Versuch gemacht wurde bei weitestgehend gleichbleibenden Inhalten und gleichbleibend mehr oder weniger begabten und mehr oder weniger reifen Kindern ein ganzes Schuljahr einzusparen. Leider ist jedoch der Vormittag nicht gewachsen und meines Wissens hat kein einziges Bundesland flächendeckend in wirkliche Ganztagsschulen investiert. Ganztagsschulen, die diesen Namen verdienen, bieten für die jüngeren Schüler durch Lehrer betreute Hausaufgabenstunden an und haben ein weitgefächertes Musik-/Sport-/Theater-/Schach- und sonstiges Angebot während der Schulzeit zum Ausgleich im Angebot.

Weil ein Jahr "gespart" wird müssen die Kinder jetzt das, was sie vorher gelernt haben, in kürzerer Zeit lernen und viele Dinge stehen auch früher als bisher auf dem Lehrplan- oft zu einer Zeit, wenn viele Kinder von ihrem Abstraktionsvermögen noch nicht in der Lage sind, diese wirklich zu begreifen.(Beipiele kann ich dazu gerne nennen) Dies geht zu Lasten der Nachhaltigkeit des Gelernten.

Dies ist passiert, weil die meisten Länder das Jahr, das sie eingespart haben, nicht in der Ober- sonder in der Unter- und Mittelstufe einsparen.

Natürlich gibt es Kinder, die nicht unter G8 leiden. Das sind vornehmlich die kognitiv recht gut begabten sehr ehrgeizigen Kinder sowie die überdurchschnittlich begabten auditiv veranlagten, oder anders gesagt: diejenigen, denen es nichts ausmacht zu Hause noch ganz viel zu üben oder diejenigen, die nicht üben müssen. Für alle anderen ist G8, zumindest im hessischen Fulda, Stress.

Viele Kinder sind unter Stress, bis hin zu ernsthaften Suizidabsichten, wie mir letzte Woche ein Kinderarzt berichtete und viele Eltern, vornehmlich Mütter sind unter Stress.
Das System G8 ist deutlich elternlastig und damit ebenso deutlich selektierend. Kinder mit akademisch, oder zumindest gymnasial gebildeten, Eltern halten sich deutlich länger auf dem Gymnasium als Eltern mit anderem beruflichen Hintergrund. Dies bringt uns in einem großen Schritt zurück in die Mitte des letzten Jahrhunderts.

Wenn man jetzt ein durchaus gymasial geeignetes, aber vielleicht noch wenig ehrgeiziges Kind hat, wird die Entscheidung schwierig. Man muss sich als Elternernteil überlegen, ob man den mangelnden Ehrgeiz über längere Zeit durch elterliche Initiative kompensieren will oder kann- das bedeutet, dass man sich mit dem Schulstoff von vor 30 Jahren herumschlagen muss oder jemanden bezahlen will, der das für einem macht oder ob man das Kind auf die Realschule schickt.
Je nachdem wie die Realschule geführt wird und in welche Klasse das Kind kommt, mag das eine gute Entscheidung sein. Es kann aber auch passieren, dass das Kind sich mit anderen Dingen beschäftigt als seine Mitschüler und durch sein "Anderssein" ausgegrenzt wird und möglicherweise den Arbeitseinsatz dann anpasst. Es mag auch sein, dass das Kind sich tödlich langweilt, weil es beim ersten Mal verstanden hat was manch andere beim dritten Mal noch nicht können.
Unterforderte Realschüler sind nicht automatisch gute Realschüler.

Wenn ich noch einmal ein Gymnasium auszusuchen hätte, würde ich mir die Stundenpläne sehr genau ansehen. Ich würde darauf achten wie viel Pausenzeiten die Kinder haben und welche Bewegungsmöglichkeiten den jüngeren Kindern zur Verfügung stehen. Ich würde darauf achten, ob die Schule eine Mensa hat, die auch angenommen wird und wie die Mittagspause bei Nachmittagsunterricht gestaltet wird. Ich würde mir ansehen wie viel verschiedene Fächer die Kinder pro Tag haben. Wenn ich die Wahl hätte (sowie von der Verfügbarkeit als auch finanziell) würde ich mir auf jeden Fall alle in Frage kommenden Privatschulen ansehen. Meiner Erfahrung nach schaffen die es nämlich, trotz G8, sehr viel besser die Kinder mit all ihren Bedürfnissen zu sehen und nicht ein System mit Verodnungen, Stundenkontingenten und Beamten, das verwaltet werden muss.

Wer jetzt noch Fragen hat, will sagen, wen ich noch nicht zugetextet habe:-), kann sie gerne stellen.

Solidarische Grüße an alle Erziehenden in allen Bundesländern:-)

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Re: gestern zdf: Schwere Last auf schmalen Schulter (wegen G8)

Antwort von RenateK am 08.10.2008, 9:39 Uhr

Hallo,
mein Sohn ist in der 5. Klasse im G8, bei uns gibt es keine Wahlmöglichkeit, G9 gibt es nicht mehr, sonst hätten wir uns sicher dafür entschieden und zwar wegen der geringeren Wochenstundenzahl. Mein Sohn hat 30 Wochenstunden (was noch wenig ist, die meisten anderen Gymnasien hier haben 32 oder 33 in der 5. Klasse) und obwohl die Stunden gut verteilt sind (jeden Tag 6) ist es doch sehr stressig mit Hausaufgaben und Vokabellernen und das obwohl er die Hausaufgaben in den knapp 2 Studnen Hausaufgabenbetreuung am Nachmittag bisher fast immer fertig bekommen hat, das Vokabellernen bleibt ja trotzdem noch für zu Hause.. Ich finde das für einen 10jährigen definitiv zu viel, obwohl unser Sohn bisher nicht jammert, weil es doch viel mehr Spaß macht als auf der Grundschule. Dadurch, dass es einfach weniger Wochenstunden wären und nicht so vollgepackt würde der Unterricht ja nicht weniger anspruchsvoll, möglicherweise eher so gar im Gegenteil. Ich halte das ganze G8-Projekt wie so vieles andere in der Bildungspoltik für ein reines Sparprojekt und bildungspolitisch völlig verfehlt. Leider müssen die KInder es nun ausbaden.
Viele Grüße, Remate

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