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Geschrieben von Bonnie am 10.07.2019, 14:25 Uhr

Der ganz normale Wahnsinn im Trotzalter...

Huhu,

Deine Tochter erprobt halt jetzt sehr stark ihren Willen. Das müssen kleine Kinder, es ist eine genetische Programmierung, damit sie ihre eigene Persönlichkeit entwickeln können. Denn das können sie nur, wenn sie sich auch mal gegen die Eltern stellen. So erfahren sie sich als abgelöst und nicht symbiotisch mit Mama oder Papa.

Dass die Kinder diese Ablösung durch ein eher ungünstiges Verhalten machen, ist ihnen nicht bewusst. Es geht Deiner Maus gar nicht ums Hauen - sondern darum, Dir etwas entgegenzuhalten. Sie entdeckt, dass ihre eigenen Wünsche nicht mit Deinen identisch sind.

Das Lachen hat zwei Bedeutungen: Zum einen ist es eine Übersprungreaktion: Der Mama Widerstand entgegenzusetzen, ist potentiell riskant. Es löst eine innere Anspannung aus. Und die entlädt sich in Lachen. Viele Eltern missdeuten ja das Lachen ihres Kleinkindes als Hohn, obwohl es eigentlich nur eine Entlastungsreaktion ist.

Der zweite Grund, warum sie lacht: Sie vertraut Dir sehr. Sie weiß, dass sie vor Dir keine Angst haben muss. Kinder gewalttätiger Eltern zum Beispiel tun so etwas nicht, sie hauen und lachen nicht - aber um welchen Preis? Dein Maus weiß einfach: Auch wenn Du schimpfst, hast Du sie lieb. Sie traut sich deshalb, frech zu sein und sich Dir entgegenzustellen. Das ist - so paradox es klingt - Zeichen einer guten Bindung.

Trotzdem darfst Du natürlich Grenzen setzen. Wenn sie haut und schubst, halte ihren Arm energisch fest, hocke Dich zu ihr runter und sage: „Nein! Ich will das nicht!“ Das reicht völlig aus! Du musst nicht endlos auf sie einlabern, wie unschön Hauen ist usw. Das weiß sie längst. Eine klare Ansage und eine deutliche Grenze helfen ihr jetzt mehr, sich zu orientieren darüber, was geht, und was nicht geht.

Das Hauen wird dann nur eine kurze Phase sein, es geht vorüber. Lies zusätzlich vielleicht auch mal das tolle Buch: „Mein kompetentes Kind“ von Jesper Juul. Man versteht dann zum ersten Mal wirklich, warum die Kinder sich so verhalten, wie sie es tun. Und vor allem: wie man dieses Trotzverhalten auflösen und unnötig machen kann. Es ist eine große Erleichterung und hat bei meinem Sohn den Trotz fast inh. von Tagen überflüssig gemacht.

LG

 
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