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Geschrieben von bugs am 02.12.2006, 23:03 Uhr

zurück in die 2. Klasse?

Hallo,

wer von euch hat Erfahrungen damit, sein Kind eine Klasse zurückzusetzen? Unsere kleine hat den Übergang in die 3. Klasse unter Vorbehalt geschafft. Ihre Leistungen hängen stark davon ab, wie sehr sie von uns unterstützt wird. Wir hatten immer wieder die Hoffnung, daß, wenn wir sie eine Zeitlang anschieben, oder in den Ferien Power-Nachhelfen, es sich dann mit Erfolgserlebnissen festigt. Eine Weile geht es dann auch gut aber dann hinkt sie wieder hinterher, und findet einfach nicht ihren eigenen "Groove" bei dem Schulstoff. Wir sind im April umgezogen (1 Ort weiter), und haben sie erstmal auf der alten Schule gelassen (um nicht zuviel Unruhe reinzubringen) und wollten schauen dass sie die Versetzung schafft. Mit ihrer Lehrerin haben wir besprochen, daß wir mal schauen wie sie sich nach den Ferien macht, war auch gut aber dann eben wieder nicht mehr... Unsere Kleine hat selbst damals gesagt, daß sie gerne wieder von vorne anfangen würde wenn sie könnte (hatte es zu dieser Zeit echt schwer mit dem Stoff). Damals haben wir uns aber für die 3. Klasse entschieden, jetzt ists aber wieder nicht mehr so doll.

Wir haben jetzt entschieden, daß sie an die Schule im Ort kommen soll (zum Halbjahr), sie hat auch schon ein paar Freundinnen hier gefunden. Eigentlich soll sie aber dann zurück in die 2. Klasse. Einerseits glaube ich, fehlen ihr nach so langer Zeit der schweren Mühe die Erfolge in der Schule. Die könnte Sie doch in der 2. Klasse kriegen - oder? Andererseits sind ihre neuen Freundinnen auch schon in der 3. Hat von euch jemand erfahrung mit damit? Ich meine dass seine Kleine/ Sein Kleiner sich so lange abgemüht hat, und dann "sitzen blieb" und was ist dann passiert? Haben sich Erfolgserlebnisse oder eher langeweile mit dem bekannten Stoff, und den jüngeren Klassenkameraden eigestellt? Habe Sorge, denn die Entscheidung kann man ja einerseits nicht mehr rückgängig machen, andererseits vielleicht kommt sie ja auch schon zu spät.

Liebe Grüße Bugs

 
12 Antworten:

Re: zurück in die 2. Klasse?

Antwort von teichlein am 03.12.2006, 10:25 Uhr

Bei dem Sohn meiner Freundin war es so,das er die erste nochmal machen sollte,laut der Lehrer,da meine Freundin das nicht wollte ist er in die 2te gekommen,ganz normal.
Ergebnis: Nun ist er doch zurückgestzt worden,in die erste und es klappt Super,er kommt endlich wieder klar.

Ich glaube mit dem zurücksetzen,das ist keine Seltenheit,alleine aus der Klasse meiner Tochter sind schon 2 Kinder zurückgesetzt worden und 2 Kinder neu in die Klasse gekommen,durch zurücksetzen.
Sieht so aus,als wollen die wenigsten Eltern,das das Kind 1 Jahr wiederholt,man kanns ja mal versuchen...ich denke da steckt Schamgefühl dahinter,wenn ich jetzt an meine Freundin denke.

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Re: zurück in die 2. Klasse?

Antwort von Birgit 2 am 03.12.2006, 10:33 Uhr

Hallo,
ich würde sie schon zurücksetzen, damit sie wieder Erfolgserlebnisse hat. Was sagt sie denn selbst?

Sie wird bestimmt in ihrer neuen Klasse auch schnell Freunde finden und/oder trotzdem mit den 3.Klässnern spielen. Meine Tochter hatte beispielsweise auch oft mit ihrer besten Freundin gespielt, die eine Klasse höher war, da eher eingeschult. Erst durch Umzug und Schulwechsel ging das dann nicht mehr...

Wie ich immer mitbekomme, ist ein zurückversetzen auch keine Seltenheit. Man liest meistens nur von den guten Schülern, die wenigsten schreiben über Probleme. In der Klasse meiner Tochter ist auch ein Kind zurückversetzt worden und einer aus der 4. ist zurück ins 3. gekommen. Das gibt es zumindest von den Klassen, die ich kenne, in ausnahmslos jeder...

Gruß
Birgit

Gruß
Birgit

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Re: zurück in die 2. Klasse?

Antwort von like am 03.12.2006, 10:57 Uhr

Ich würde das mit der neuen Schule als Chance sehen, sie zurücksetzen zu lassen, ohne dass dies so sehr das Stigma des "Sitzenbleibens" hat, da es ja dort die Kinder etc. nicht so sehr mitbekommen und für sie selbst ja ohnehin ein Neuanfang ist. Wenn sie sich schon so klange müht, seh ich keine so große Wahrscheinlichkeit, dass es ohne Zurücksetzen abgehen wird und dann ist das jetzt mit dem Umzug der ideale Zeitpunkt. Vielleicht ist das jetzt die Chance, dass sie dauerhaft mitkommt. Ist sie sehr jung eingeschult worden? Vielleicht tut ihr dann das Jahr mehr Reife und "Entwicklung" besonders gut und sie ist dann entwicklungsmäßig genau auf dem Stand, der zum Stoff der Klasse passt. Viel Glück!!!

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Re: Ja, würde ich machen!

Antwort von Mijou am 03.12.2006, 11:48 Uhr

Hallo,

ständige Überforderung und Misserfolgserlebnisse finde ich viel belastender und auf Dauer schädlich für das Selbstwertgefühl. Die Tochter (8) einer Freundin ist auch zurück in die zweite Klasse versetzt worden. Ihr hat es unglaublich gut getan. Sie hat zwar zuerst geweint aus Enttäuschung und auch Lampenfieber (neue Kinder). Schon nach wenigen Wochen hat sie sich dort aber richtig pudelwohl gefühlt, weil endlich die dauernde, latente Überforderung ein Ende hatte. Sie konnte sich entspannen, hatte wieder gute Noten und damit Erfolgserlebnisse. Und neue Freundschaften wurden auch geknüpft. Zusätzlich hat sie sich aber weiterhin mit ein, zwei Mädchen aus der früheren Klasse getroffen, diese Freundschaften haben gehalten.

Klar ist das alles viel für Deine Tochter: Der Umzug, bereits ein Wechsel und jetzt noch einer. Trotzdem wäre eine endlose Gratwanderung immer am Rande des Sitzenbleibens sicher für sie wesentlich belastender, als ein entlastender Schritt zurück mit Neustart und guten Noten.

Fazit: Ich persönlich würd's tun! :-)

Liebe Grüße,

Mimi

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WIR haben es gemacht!

Antwort von engel-der-zeit am 03.12.2006, 12:25 Uhr

Unsere Tochter sollte ins 2. Schuljahr, war auch versedtzt dorthin. Aber nach 2 Wochen nur Tränen bei den Hausaufgaben. Dann bin ich zur Rektorin und habe sie zurückversetzen lassen, nach 4 Wochen riefen die Lehrer mich an, doch zurück ins 2.! Aber wir haben sie im ERsten gelassen, Sie ist jetzt im 2., kommt gut mit und bewegt sich ansonsten im Mittelfeld! Wir übeglücklich sind! Manche Lehrer sehen das Problem des KIndes nicht, sie halt nicht schlecht genug sind... Und nicht sehen, wie ein Kind leidet! ( Hinzu kommend: Hörverarbeitungsprobleme, Motorik, Hörmerkspanne etc.)

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Re: ich nochmal

Antwort von bugs am 03.12.2006, 17:00 Uhr

Danke für die Beiträge, das macht Mut! P.S. Nein sie ist nicht früh eingeschult worden, sondern mit 6 1/2, im November wurde sie dann 7, also eigentlich genau das "richtige" Alter für die Einschulung. Wir hatten sogar schon überlegt, obs nicht 1 Jahr früher sein sollte, habens aber bleiben lassen (sie wollte mit 5 1/2 schon so gerne). Im nachhinein überlegt man sich dann immer, ob wir nicht den richtigen Zeitpunkt verpasst haben, und wie es dann wohl gelaufen wäre. Aber das bringt ja nix! Jetzt ists wie es ist, und was ihr so berichtet, bestärkt mich in der Entscheidung. Zumal ihr eine durchschnittliche "Intelligenz" "bescheinigt" wurde, ihre Leistungen aber unterdurchschnittlich sind. Sie könnte mehr, aber mit so einem Druck im Nacken immer auf dem Grat zu wandern, ist sicherlich kontraproduktiv. Trotzdem, man fragt sich halt immer, ob man es so denn richtig macht. Bitte gerne weitere Erfahrungsberichte...

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Vorsicht mit den Vorurteilen....

Antwort von eva+kids am 03.12.2006, 22:07 Uhr

hallo,
auch in der Klasse meiner Tochter (2.) und in der Parallklasse sind Kinder (zusammen 4), die zurück gestuft worden sind. Auch letztes Jahr gab es welche, die die 1. Klasse das zweite Mal gemacht haben.
Die Kinder wundern sich immer etwas, aber wenn derjenige nett ist, ist alles in Butter.
Keiner wurde/wird ausgegrenzt.

Ich habe früher als Oberstufenschüler Nachhilfe in der 5. Klasse Hauptschule gegeben (was so anfiel).
Da war ein Junge auf den alle eingeredet haben:
Du könntest, wenn Du wolltest.
Das hat der arme Kerl ständig gehört, aber dem war nicht so!!
Noch Jahre später tut mir das leid, wenn ich daran zurück denke, was er für einen Druck von Lehrer und Eltern hatte und er hat sich wirklich bemüht, aber seine Leistungen waren einfach nicht dementsprechend.

Was mich allerdings etwas stutzig macht, ist, dass Deine Tochter soooo große Schwierigkeiten hat...
versteh `das nicht falsch, aber kommt sie einfach mit der Lehrmethode nicht zurecht?
Vielleicht versteht sie es bei Euch, weil Ihr es ihr anders erklärt?

Ich finde übrigens, dass die Zweitklässler sehr viel können müssen.
Ich meine, über 50 Rechenaufgaben in einer Probe - hallo???
Genaus auch das mit dem Textverständnis nach Zeit....
und der ganze abstrakte Teil mit den Zahlen...

....meine Tochter hat keine Probleme damit, aber ich habe Angst davor, was passiert, wenn sie mal etwas nicht auf Anhieb versteht...
wie schnell der Anschluss verloren ist...

Was genau sind denn ihr Probleme?

eva

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Re: Vorsicht mit den Vorurteilen....

Antwort von bugs am 04.12.2006, 9:10 Uhr

Ich denke es liegt viel an ihrem Selbstvertrauen, daß sie den Ehrgeiz nicht aufbringt, uber die "Verständnishürde" zu kommen. Ich merke oft, daß sie neue Dinge gar nicht im ansatz begriffen hat, das erscheint manchmal wie Desinteresse. Andererseits habe ich zu oft erlebt, daß, wenn ich es ihr mit Geduld und Kreativität erkläre, dann macht es "knack" bei ihr, und dann flutscht es plötzlich. Sie ist in einer Schule, wo 2 Jahrgänge (ihre Klasse mit der Klasse darüber) teilweise gemischt unterrichtet werden, das ist was relativ neues, ich weiß nicht mehr genau wie das amtlich heißt. Wir hielten das anfangs für einen interessanten Ansatz, weil ein guter Schüler oft problemlos eine Klasse überspringen kann. In unserem Fall ist das aber nach hinten losgegangen. Die Klasse hat zudem noch eine recht Junge Lehrerin. Die sagte uns vor einem halben Jahr übrigens auch, dass unsere Tcohter zusätzlich noch das Pech hat, dass viele ihrer Klassenkameraden sehr gut wären, also in ihren "beiden" Klassen wären ausgerechnet "objektiv" gesehen überdurchschnittlich viele gute Schüler. Alles in allem komme ich bei dieser modernen Untrerrichtsform wohl eher zu dem Schluß, daß sie prima ist für sowieso gute Schüler, die dann Chancen haben noch schneller voran zu kommen, und dass die schwächeren eher abgehängt werden. Zumindest ist das in unserem Fall so, unsere kleine hat so manche Mitschüler "davonrauschen" sehen, scheint so, als hätte sie das eher entmutigt. Die neue Schule hat dieses Modell übrigens laut der Direktorin abgelehnt, sie unterrichtet im konventionellen Klassenverband. Ich finde dieses Experiment nicht gut, da haben sich die guten Wissenschaftler echt vergriffen. Vielleicht habt ihr die beurteilung der Unesco-Studie zum deutschen Bildungssystem ja gehört, in der kritisiert wurde, dass in D die Schüler viel zu früh (und das schon im normalen Schulsystem!) nach gut und schlecht aussortiert werden (Weiterführende Schulen würden zu früh differenziert). Diese neue Praxis hat noch viel früher in dieselbe Kerbe. Menschen neigen ja sowieso zur "Grüppchenbildung", und Kinder erst recht. Und bei diesem Experiment müßte man besonders auf eine Homogenität der Klasse achten, das ist unserer Jungen Lehrerin aber tüchtig mißlungen, wenn man es so sieht. Die viele "Freiarbeit" empfinde ich da auch eher als "machen lassen" (trägt eher zur Grüppchenbildung bei), da traut mutet man den Kindern glaube ich zu viel soziale Kompetenz auf einmal zu, die lernen das doch auch erst gerade noch. Erinnert euch doch mal selber an eure eigene Grundschulzeit: man mußte schon sehr mutig und "erwachsen" sein, wenn man sich mit Aussenseitern abgab. Und Aussenseiter war man schnell, wenn man öfter uncool auffiel (und sei es dadurch daß man was nicht verstanden hatte). Bei mir zum Beispiel: ich wurde von meiner Lehererin damals bewußt als Zappelphillip neben die beste Schülerin in der Klasse gesetzt, die allerdings sehr ausgeglichen war.

Ich könnte jetzt noch weiter schreiben, muß aber zur Arbeit, und außerdem eure Lese-Geduld nicht weiter strapazieren. sorry für die langen Ausschweifungen - was meint ihr denn zu dieser modernen Klassen-Sache?

Grüße Bugs

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Re: Vorsicht mit den Vorurteilen....

Antwort von MamaMalZwei am 04.12.2006, 9:53 Uhr

Hallo Bugs, diese Methode, Kinder aus zwei Eingangsklassen zu mischen, ist mir schon früher negativ aufgefallen. Mittlerweile ist sie sehr im Kommen, aber auch gestandene Lehrer haben ihre Probleme damit.
Mein Sohn war ja zuerst in der Sprachheilschule, von der aus er in die Regelschule wechselte. Eben diese Sprachheilschule machte das dann auch, Erstklässler und Vorschüler in einem Raum. Die Lehrerin, so der Sohn einer Freundin, sei nur am Schreien und Schimpfen gewesen. Es gab da so Spezis, die nutzten das Chaos aus, um noch mehr Chaos zu stiften, gossen ihre Saftflasche vor versammelter Mannschaft aus und so weiter.
Zur Gruppenarbeit: Das ist eine heilige Kuh an Grundschulen. Schön, wenn die Arbeitsergebnisse hinterher auch kontrolliert werden. Da alle hin- und herlaufen, um ihre Ergebnisse zu kontrollieren, ist der Lärmpegel entsprechend hoch, darunter leidet die Konzentration. Ich geh da mal von mir selber aus, ich würde wahnsinnig werden, wenn da alle 5 Minuten einer hinter mir steht, der in mein Heft gucken will. Die Parallelklasse hat neulich die römischen Zahlen durchgenommen und komplett falsch verstanden, weil sie nicht wußten bzw. gesagt bekamen, dass es nur drei xxx oder III in einer Reihe gibt bzw. man abzieht, indem man I, X oder D links
voranstellt. Natürlich hat der Lehrer das nicht kontrolliert, bei der nächsten Mathearbeit wäre er aus allen Wolken gefallen! Übrigens war es ein Vater, der mir das sagte, ich schaute in das Heft meines Sohnes und siehe da, er hatte es auch nicht verstanden.
Außerdem ist da noch die Sitzordnung an Gruppentischen, bei denen Schüler entweder aus dem Fenster gucken oder gar seitlich zum Lehrer sitzen. Jeder von uns hat ein dominantes Ohr, wenn das gerade nicht getroffen wird, ist es für Kinder sehr schwierig, bei der Stange zu bleiben, weil das Gehirn Mehrarbeitleisten muss, um aufmerksam zu bleiben. LG

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Re: Vorsicht mit den Vorurteilen....

Antwort von Daja am 04.12.2006, 11:11 Uhr

Hallo Bugs,

nein bei klassenübergreifendem Unterricht geht es gerade nicht um homogene Lerngruppen. Das sollte Eure Lehrerin wissen. Man steigert die Heterogenität sogar künstlich dadurch. Aber selbst in einer reinen 1. Klasse ist Homogenität nie gegeben. In unserer 1. Klasse sind Kinder, die lesen und die Grundrechenarten im Zahlenraum bis 1000 beherrschen genauso wie Kinder, die keinen Buchstaben erkennen und keine Mengenvorstellung besitzen.

Bei klassenübergreifenden Unterricht geht es um Differenzierung. Es wird eben jeder da abgeholt, wo er steht.

Besonders gut haben bei Pisa die Laborschulen und Privatschulen abgeschnitten, die oft in sogenannten Stammgruppen unterrichten. Dort sitzen Schüler von der 1. bis zur 3./4. Klasse. Behinderte Kinder werden genauso integriert wie Hochbegabte. Vorteil dieser Privatschulen ist allerdings, dass sie oft sehr kleine Klassengrößen haben, und mehrere Lehrkräfte gleichzeitig unterrichten.
Staatliche Schulen können das eher nicht leisten.

An Deiner Stelle würde ich die Lehrerin darauf ansprechen, was sie zur Differenzierung für die schwächeren Schüler anbietet.
Im übrigen würde ich nicht darauf setzen, dass Dein Kind bei einer Zurücksetzung tatsächlich auf längere Sicht hin besser mitkommen wird. Was wird denn passieren, wenn das Kind wieder an der Stelle steht, wo es sich bei dem Lernstoff nicht mehr um Wiederholung handelt? Ich würde mir das genau überlegen.

Viele Grüße
Daja

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Re: ich nochmal

Antwort von bugs am 04.12.2006, 23:19 Uhr

Hi,

mit Homogenität meinte ich die anzustrebende Homogenität des Lernstandes, nicht eine die schon herrscht. Du hast aber völlig recht wenn du das Beispiel mit den Privatschulen bringst, ich glaube daß eine heterogene Mischung per se eigentlich sehr förderlich sein kann, aber die muß entsprechend stark von Lehrkräften gestützt sein. Das ist sicherlich an so mancher staatlicher Schule gut gemeint, aber schlecht duchgeführt. Mit dem zurücksetzen... ja man kann nicht in die Zukunft schauen, es könnte auch schief gehen. Allerdings weiß ich, daß es so auch nicht gut weitergeht. Daher bin ich ja so besorgt. Kannst du aus Erfahrung erzählen (oder aus dem Bekanntenkreis?) oder ist das nur so ein Gefühl? Danke für deine Meinung und Sorge.

Liebe Grüße
Bugs

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@ Bugs

Antwort von Daja am 08.12.2006, 9:52 Uhr

Hallo Bugs,

nein, man kann auch keine "Lernstandshomogenität" anstreben. Das muss doch eigentlich jedem klar sein. Das würde nämlich bedeuten, dass einzelne Kinder mit dem Lernen aufhören müssten, um zu warten, bis andere aufgeholt haben. Schwache Kinder müssten aber das höchste Lernpensum erbringen. Das ist doch - ehrlich gesagt - quark!

Kinder bringen unterschiedliche Voraussetzungen mit - zum einen was ihr Vorwissen betrifft und zum anderen, wie schnell sie neue Dinge erlernen können. Bei manchen läuft das nebenbei und andere müssen kämpfen.
Das klingt unfair, aber so ist das Leben.

Manchmal liegt es am Lehrer, dass ein Kind nicht alles begreift. Meine Schwester wurde erst nach der Grundschule richtig gut, weil sie dann einen Lehrerwechsel hatte. Vielleicht hilft bei Euch auch einfach ein Lehrerwechsel. Allerdings habe ich die Erfahrung (im Studium) gemacht, dass gerade zürückgestufte oder sitzengebliebene Kinder nie wirklich an die Klassenspitze kommen werden. Meist haben die Lernschwierigkeiten nämlich andere Ursachen als die Beziehung zur Lehrkraft. Das muss allerdings nicht immere mindere Intelligenz sein, das kann auch eine Krankheit wie ADHS sein, Wahrnehmungsstörungen oder psychische Probleme. Mangelnde Intelligenz kann man bis zu einem bestimmten Grad durch Fleiß ausgleichen.

Ich würde mit Deinem Kind Lernstrategien trainieren und nicht nur den Unterrichtsstoff aufarbeiten. Leistungsschwachen Kindern fehlen meist gute Lösungsstrategien zur Bewältigung von "Problemen". Dazu gibt es tausende von Untersuchungen.
Vielleicht überlegst Du Dir das noch mal.

Ich will Dir das Wiederholen jetzt nicht madig machen. Im Gegenteil auf die Art und Weise mit neuer Schule ist es vielleicht wirklich eine ganz gute Lösung. Ich würde mir an Deiner Stelle jedoch wirklich überlegen, an was genau die Lernschwierigkeiten liegen und wie Ihr damit umgehen könntet. Daran könntet Ihr nämlich dann arbeiten, wenn der Lernstoff bei einer Wiederholung sowieso keine Probleme bereitet.

Viele Grüße
Daja

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