Hausaufgaben - so klappt es besser

Junge mit Notebook

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Der Tag hat nur 24 Stunden - schon bei Schülern scheint das manchmal zu wenig zu sein...

...neben Schule, Sporttraining, Musikunterricht und Nachhilfestunden bleibt kaum noch Freizeit, um sich mit Freunden zu treffen, zu spielen oder sich einfach mal zu langweilen.

Hausaufgaben - so klappt es besser

Die meisten ABC-Schützen können es zunächst gar nicht erwarten, endlich Hausaufgaben zu bekommen. Zumindest in den ersten Tagen und Wochen freuen sie sich, wenn sie die frisch gelernten Buchstaben und Zahlen in ihre neuen Hefte schreiben dürfen. Bei den meisten Grundschülern legt sich diese Begeisterung nach einiger Zeit. Die Hausaufgaben werden zum Alltag - für manche sogar zur lästigen Pflicht, die sie nur widerwillig erfüllen. Der Ärger mit den Eltern und Lehrern ist dann vorprogrammiert.

Ursachen für Hausaufgabenprobleme

Ursachen für Problem mit den Hausaufgaben können beim Kind liegen oder auch auf Seiten der Schule zu finden sein:

Wenn die Schule das Problem ist, dann geben Lehrer entweder zu viel auf oder zu wenig oder das Pensum der Hausaufgaben ist sehr ungleichmäßig. In manchen Fällen ist den Kindern auch nicht klar, was sie genau aufhaben. Manchmal kontrollieren Lehrer die Hausaufgaben nur sehr unregelmäßig. In der Grundschule sollte dies nicht der Fall sein. Die Kinder lernen und arbeiten noch sehr stark FÜR die Lehrkraft. Wenn ihnen Lob und Anerkennung für ihre Arbeit versagt bleibt, wirkt das besonders auf Grundschüler frustrierend, und die Freude an der Arbeit schwindet.

Sollte dies bei Ihrem Kind der Fall sein, dann suchen Sie am besten das Gespräch mit der Lehrerin oder dem Lehrer. Meistens ist es den Lehrkräften nicht bewusst, dass der Umfang oder die Art wie sie die Hausaufgaben aufgeben oder bewerten, ein Problem für das Kind darstellt.

Wie viel Zeit für Hausaufgaben ist okay?

Kinder in der ersten und zweiten Klasse sollten nicht länger als eine halbe Stunde pro Tag für ihre Hausaufgaben benötigen, sonst gibt's Konzentrationsprobleme. Dritt- und Viertklässler sollten nach einer Stunde mit den Hausaufgaben fertig sein.

Sitzen Grundschulkinder wegen der Hausaufgaben regelmäßig länger als eine Stunde am Schreibtisch - ohne zu trödeln oder sich ablenken zu lassen -, dann sollten Eltern nach einer Stunde einen Schlussstrich ziehen. Sprechen Sie am besten vorab mit der Lehrkraft über das Limit. Die meisten Lehrer reagieren verständnisvoll. Denn gerade Grundschüler brauchen nachmittags auch noch ausreichend Zeit zum Spielen und möchten sich regelmäßig mit ihren Freunden treffen.

Das hilft bei den Hausaufgaben:

  • Ein großer Berg an Hausaufgaben ist leichter zu bewältigen, wenn man ihn in kleine Etappen gliedert. Besprechen Sie die Teilschritte und planen Sie auch eine kleine Pause ein, damit die Menge überschaubar bleibt.
  • Feste Zeiten helfen beim Hausaufgabenmachen. Nach dem Essen noch eine halbe Stunde spielen und dann geht es los. Legen Sie gemeinsam mit dem Kind ein realistisches Zeitfenster fest. Das kann sich auch an die Nachmittagsaktivitäten wie Musikunterricht oder Sporttraining anpassen. Wichtig ist nur, dass es regelmäßig eingehalten wird.
  • Auch der Arbeitsplatz spielt eine wichtige Rolle beim konzentrierten Arbeiten. Gut ist, wenn das Kind in seinem Zimmer in Ruhe arbeiten kann. Gerade Grundschüler der unteren Klassen mögen es gern, wenn sie in der Nähe der Mutter z. B. in der Küche sein können. Wenn es in der Küche ruhig zugeht, ist dagegen auch nichts zu sagen.

Typische Hausaufgaben-Probleme und ihre Lösung:

  • Das Kind notiert sich die Hausaufgaben nicht oder es vergisst sie häufig.

    Vertrauen ist gut, Kontrolle ist in Sachen Hausaufgaben besser. Sollte Ihr Kind chronisch seine Hausaufgaben vergessen, dann suchen Sie das Gespräch mit der Lehrkraft und bitten sie, für einige Zeit das Hausaufgabenheft gegenzuzeichnen. Hört sich seltsam an, verfehlt aber nicht seine Wirkung. Manche Lehrer lassen sich darauf nicht gerne ein. Dann könnten Sie sich an die Mutter eines Mitschülers wenden, von dem Sie wissen, dass er oder sie die Hausaufgaben immer gewissenhaft mitschreibt.

  • Der Schüler trödelt, lässt sich ablenken, die Hausaufgaben dauern Stunden.

    Vielleicht ist das Kind mit dem Stoff überfordert? Es bekommt dann in der Schule nicht alles mit und muss sich zuhause die Materie nochmals selbst erarbeiten. Es kann aber auch sein, dass Kinder durch Trödeln die Aufmerksamkeit der Mutter oder des Vaters binden wollen - selbst dann, wenn es negative Aufmerksamkeit wie Streit und Schimpfen ist. Versuchen Sie stattdessen positive "Zeit-Anreize" zu schaffen, z. B. so: Wenn Du Deine Hausaufgaben in einer Stunde fertig hast, dann können wir noch eine Stunde zusammen spielen oder etwas basteln. Wenn Du trödelst, geht das leider nicht mehr, dann fehlt uns die Zeit dazu.

  • Das Kind arbeitet nicht selbstständig. Jemand muss im Raum bleiben, sonst arbeitet das Kind nicht weiter.

    Kinder, die nur im Beisein eines Erwachsenen ihre Hausaufgaben erledigen, haben oft ein Problem damit, sich einen Überblick über ihre Aufgaben zu verschaffen. Besprechen Sie die Teilschritte und ziehen Sie sich dann kurz zurück, um etwas zu erledigen (z. B. die Wäsche im Keller aufhängen). Dehnen Sie die Zeiten der Abwesenheit immer etwas länger aus. Arbeitet ihr Kind alleine und zügig, bekommt es eine kleine Belohnung am besten in Form von Zuwendung: Spielen Sie mit ihm nach den Hausaufgaben ein Spiel oder lesen Sie ihm etwas vor.

  • Manche Kinder machen ihre Hausaufgaben meist schlampig und unordentlich.

    Tintenkleckse, Killerflecken und Geschmiere - bei Hausaufgaben kommt es auch auf die äußere Form an. Doch ob die Hausaufgaben so in Ordnung sind, muss in erster Linie die Lehrkraft entscheiden. Bei manchen Lehrern liegt die Schmerzgrenze etwas höher, andere lassen Kleckse und Co. nicht durchgehen. Besprechen Sie dies am besten beim Elternabend.

Professionelle Hausaufgabenbetreuung

Hausaufgaben sollten nicht zur Belastung für die Beziehung zu Ihrem Kind werden. Wenn Sie alleine mit dem Problem nicht weiterkommen, dann suchen Sie sich Rat und Hilfe. Besprechen Sie mit der Lehrkraft und dem Schulpsychologen, ob Sie das Thema Hausaufgaben nicht für einige Zeit auslagern können.

Vielleicht gibt es in der Nachbarschaft einen älteren Schüler oder eine Schülerin, die sich gerne etwas Taschengeld für die Hausaufgabenbetreuung dazuverdienen möchten? Sollte die Schule es anbieten, dann sollten Sie den Hort oder die Hausaufgabenbetreuung dort in Anspruch nehmen. Indem Sie sich erst mal aus dem brisanten Thema zurückziehen, können Sie die Situation deutlich entschärfen und die Beziehung zu Ihrem Kind wieder positiver gestalten.

Zuletzt überarbeitet: April 2019

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