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Geschrieben von SybilleN am 26.08.2020, 12:35 Uhr

2x Hochintelligent / Hochbegabt - was jetzt?

Hallo zusammen!
Schon vor Corona hat meine Älteste (bald 9) unter der Woche immer wieder über Kopf- und Bauchweh geklagt. Der Kinderarzt hat organisch nichts gefunden. Meinte aber, sie hätte aufgrund ihres sprachlichen Defizits vielleicht Stress in der Schule und hat uns zur Psychologin geschickt. Die hat einen IQ-Test empfohlen. Wir haben den Test dann bei beiden Schul-Kindern machen lassen. Gestern bekamen wir das Ergebnis: Beide Kinder haben ein IQ von über 120, in Teilbereichen sogar 134 bzw. 136.
Wir sollen beide eine Klasse überspringen lassen und fördern, fördern, fördern.

Ich selbst fühle mich gerade tierisch überfordert. Ich habe keine Ahnung, wie wir damit weiter umgehen sollen - mit über 120 fallen sie ja nicht in die staatliche Hochbegabtenförderung, hieß es. Die fängt ja erst bei insgesamt über 130 an.
Ich habe auch Angst, dass eine andere / höhere Klasse wieder andere Probleme sozialer Art mit sich brächte, gerade für unsere Älteste.
Hat jemand Erfahrung im Umgang mit solchen Kindern an der Grundschule?

Liebe Grüße!

 
27 Antworten:

Re: 2x Hochintelligent / Hochbegabt - was jetzt?

Antwort von Spirit am 26.08.2020, 13:22 Uhr

Ich habe keine Erfahrung mi solchen Kinder, aber verstehe deine Sorgen nur zu gut.

Habt ihr Kontakt zur Lehrkraft? Vielleicht sprecht ihr mit der und fragt nach was ihr konkret machen könnt und wie er/sie das Überspringen der Klasse sieht.

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Re: 2x Hochintelligent / Hochbegabt - was jetzt?

Antwort von luvi am 26.08.2020, 13:23 Uhr

Hallo,
Es gibt ja auch noch andere Wege als gleich zu überspringen. Evtl. könnten die Kinder auch in bestimmten Unterrichtsfächern weiterführendes Schulmaterial bekommen oder die höhere Klassenstufe besuchen. Hier könnte man auch sehen, ob das soziale passt und sich eure Kinder dort auch wohlfühlen.

LG luvi

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Re: 2x Hochintelligent / Hochbegabt - was jetzt?

Antwort von Astrid18 am 26.08.2020, 19:07 Uhr

In Bayern kann man ab einem IQ von 120 in eine Hochbegabtenklasse gehen; vielleicht ist das bei Euch auch so? Vom Überspringen halte ich nicht viel, weil den Kindern der Umgang mit Gleichaltrigen gut tut.

Wie sieht es mit Musikinstrumenten aus? Das kann fördern. Mathe im Advent ist auch immer eine schöne Sache, ansonsten liest mein Kind auch sehr viel.

In der Schule können sie vielleicht tatsächlich anspruchsvollere Aufgaben bekommen. Aber die Frage ist ja, woher kommt das Bauchweh? An der Ursache würde ich forschen.

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Re: 2x Hochintelligent / Hochbegabt - was jetzt?

Antwort von babyno2 am 26.08.2020, 20:27 Uhr

Hallo,
Ich würde den IQ "vergessen"- du weißt es und es ist ein Indikator für spezielle Eigenarten, die ihr Euch besser erklären könnt.
Auf keinen Fall würde ich Hochbegabung mit schulischer Intelligenz in allen Bereichen gleichsetzen! Laßt Euch mal von der dghk beraten.

Eins meiner Kinder zeigt uns die HB in schulischen Leistungen und hat eine Klasse übersprungen. Alles problemlos und goldrichtig gewesen.

Das andere Kind hat den entsprechenden IQ, ist aber recht unsicher vom Wesen her. Zweifelt stark an sich... Schule läuft problemlos im oberen Leistungsniveau. Aber aufgrund des iq überspringen ist definitiv falsch!

Meine Meinung: überspringen ja- sofern Kind es möchte und Leidensdruck besteht. Übrigens hören nicht alle Lehrer gern was von Hochbegabung... wir hatten immer Glück und die Kinder haben entsprechend Material bekommen.

Alles Gute Euch!

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Re: 2x Hochintelligent / Hochbegabt - was jetzt?

Antwort von 3wildehühner am 26.08.2020, 23:42 Uhr

Bist du sicher, dass die testende Person wirklich Ahnung von Hochbegabung hat?
Das hört sich nämlich überhaupt nicht so an!

1. Ein IQ von 120 ist per Definition nicht hochbegabt. Den haben wahrscheinlich die Hälfte aller Gymnasiasten.

2. Ein hoher IQ sagt nichts über due Schulleistungen aus.

3. Mit einem hohen IQ ist es definitiv nicht grundsätzlich angebracht, Klassen zu überspringen. Kognitive Fähigkeiten und soziale und emotionale Reife verlaufen nicht unbedingt parallel.

4. Du schreibst, ein Kind tue sich schwer mit Sprache. Was meinst du damit? Ist es auf Teilleistungsstörungen getestet worden?

Ich finde deine Schilderung der Testenden sehr unprofessionell.

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Re: 2x Hochintelligent / Hochbegabt - was jetzt?

Antwort von SybilleN am 27.08.2020, 9:44 Uhr

Ich bin - wie gesagt - neu in dem Thema. Die Testende wurde uns empfohlen - sie ist Psychologin mit Spezialisierung auf Hochbegabung. Die macht täglich diese international anerkannten Tests. Sie hat außer dem Überspringen auch noch mehr geraten. Vielleicht liegt es also auch an mir, wenn die Schilderung nicht gut ist.
Der Punkt mit dem Überspringen war der, den ich hier in das Grundschulforum gepackt habe, weil mich das gerade am meisten beschäftigt.

Beide Kinder haben in zwei Bereichen einen Wert von bis zu 136 erreicht. In anderen Bereichen eben 110.
Der IQ ist ja ein Durchschnittswert.

Mit den Sprachstörungen meiner Tochter waren wir schon "Gott-weiß-wo". Sie ist bei der Geburt stark am Kopf verletzt worden und leider hat uns die erste Kinderärztin nur vertröstet, hilt das für normal. Dabei war auffällig, dass sie schlecht sprach und ihr Wörter oft nicht einfielen (z.B. statt Ball oder Kugel sprach sie von "das Rund") Bis dann bei der Schuleingangsuntersuchung der Hammer kam: Keine normale Schule, sondern Sprachheilschule! Das konnte mit viel Logo- und Ergotherapie abgewendet werden. Wir waren soooo froh!
Das Problem war jetzt auch in dem Test sichtbar, ist also berücksichtigt worden.
Scheinbar lernt sie auch, immer besser damit umzugehen und setzt Synonyme besser ein (jetzt also Ball statt Kugel).
Leider haben wir Eltern uns wohl in den letzten Jahren hauptsächlich auf dieses Problem konzentriert - auch weil es eben den Alltag tw. sehr beeinflusste - und gar nicht gesehen, dass sie kognitiv viel stärker ist.

Aber Überspringen? Irgendwie hab ich da die Bauchschmerzen....

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Re: 2x Hochintelligent / Hochbegabt - was jetzt?

Antwort von Astrid18 am 27.08.2020, 10:56 Uhr

Aber dann macht es doch weiterhin Sinn, gegen das sprachliche Defizit zu arbeiten.

Was sagt Dein Kind, warum es Bauchschmerzen hat, was stört sie an der Schule?

Das wird ja nicht zwingend durchs Springen besser. Meinem Kind hat das Bewusstsein geholfen, anders zu denken als die Mitschüler; das Anderssein anzuerkennen und schließlich als positiv zu erkennen.

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Re: In 2 Bereichen 136

Antwort von cube am 27.08.2020, 11:44 Uhr

in anderen 110.

In 2 Teilbereichen sind sie also aktuell dem Durchschnitt deutlich überlegen - und in allen anderen normal bis gut oder auch sehr gut.

Da würde ich das Springen auch stark hinterfragen.
was nutzt es den Kids, dann in ihren HB-Bereichen mehr/besser gefordert zu werden - in den anderen aber plötzlich Probleme zu bekommen.
Besser wäre es, diese Bereich mit zusätzlichem Material zu fördern/Kind auszulasten bzw. seinen Wissensdurst zu stillen.

Und: Tests im GS-Bereich sind eine Abbildung des aktuellen "Zustandes" - der kann sich aber ändern. Weswegen man solche Tests bei GS-Kindern auch in Abständen wiederholt.

Aber wie gesagt: hier liegt ja keine allgemeine HB vor, sondern eine Teilbegabung.

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Re: 2x Hochintelligent / Hochbegabt - was jetzt?

Antwort von SybilleN am 27.08.2020, 13:07 Uhr

Sie ist perfektionistisch und sehr sensibel. Sie versteht Dinge sehr schnell - und gesteht sich keine Fehler zu. Und wenn dann noch eine Rivalität mit einer wenig sozialen Mitschülerin (die sie hänselt) oder eine Bemerkung der Lehrerin wie "Oh, zwei Fehler! Was war denn los? Du kannst das doch besser!" dazu kommt, ist das wahrscheinlich zu viel für ihren Bauch ... Zumal sie darüber ja nicht richtig sprechen kann. Sie sagt: "Die Lehrerin war böse mit mir. Ich war schlecht im Test" - wenn man weiter bohrt, kommt nicht mehr. Ich hab das erst von ihrer Freunddin erfahren, wie die Formulierung richtig war.

Ich denke, überspringen täte ihr nicht gut. Andererseits bräuchte sie in den zwei Teilbereichen eben wirklich mehr "Futter".

Und ja, das mit dem "Anderssein" hat sie ja gleich doppelt...
Mein Sohn kann wahrscheinlich besser überspringen. Er ist extrovertiert, vorlaut und findet in seiner Klasse keinen richtigen Anschluss, weil ihm die "alle wie Babys" vorkommen. Er spielt lieber mit den Klassenkameraden seiner großen Schwester und die auch mit ihm. Für ihn wäre das Überspringen vielleicht ganz gut....

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Re: 2x Hochintelligent / Hochbegabt - was jetzt?

Antwort von 3wildehühner am 27.08.2020, 13:59 Uhr

Das, was du schilderst, hört sich leider nicht besonders professionell an.
Eine auf Hochbegabung spezialisierte Kinderpsychologen müsste eigentlich wissen, dass eine Hochbegabung in Teilbereichen nicht so selten ist und ganz sicher nicht ein Überspringen von Klassen bedingt.
Da muss doch die individuelle Situation ganz genau betrachtet werden!

Zwei meiner Kinder sind Legastheniker und haben trotz mehrerer Teilbereiche mit HB dennoch eine Klasse wiederholt.
Bei beiden eine sehr gute Entscheidung; sie sind danach aufgeblüht.
Die Große hat letztes Jahr Abitur gemacht und studiert, die Kleine ist in der Oberstufe.

Zudem kann bei so abweichenden Werten kein gesamt IQ berechnet werden.
Wenn sie das dennoch getan hat, ist das unseriös.

Nur, weil jemand behauptet, auf Hochbegabung spezialisiert zu sein, bedeutet das nicht, dass der jenige kompetent ist.
Im Gegenteil, das macht häufig betriebsblind.

Ein besserer Ansprechpartner für euch wäre ein Kinderpsychiater.
Das ist ein Arzt.
Dieser hat die Qualifikation, nicht nur eine Hochbegabung zu erkennen, sondern auch Diagnosen für andere Erkrankungen zu stellen.
Ich würde euch dringend raten, euch bei einem Kinderpsychiater einen Termin geben zu lassen.
Vielleicht kann er dann auch herausfinden, woher die sprachlichen Probleme eurer Tochter wirklich kommen.

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Re: 2x Hochintelligent / Hochbegabt - was jetzt?

Antwort von SybilleN am 27.08.2020, 14:26 Uhr

Danke für deine Antwort. Je mehr ich hier lese, desto größer sind auch meine Zweifel an dem Test(ergebnis).

Aber wie meinst du das: "Vielleicht kann er dann auch herausfinden, woher die sprachlichen Probleme eurer Tochter wirklich kommen."

Sie wurde bei der Geburt am Kopf verletzt - genau da, wo das Sprachzentrum sitzt. Mehrere Ärzte und ein Sprachheilspezialist (keine Ahnung mehr, was dessen Ausbildung war, der arbeitet seit 30 Jahren gutachterlich) haben uns dies als Ursache bestätigt. Sollte ich daran zweifeln?

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Re: 2x Hochintelligent / Hochbegabt - was jetzt?

Antwort von 3wildehühner am 27.08.2020, 15:08 Uhr

Dass die Diagnose abgesichert ist, hast du vorher nicht so ausgeführt- deshalb habe ich fälschlicherweise gedacht, dass die Verletzung bei der Geburt als Grund eine Vermutung ist. Wenn nicht, braucht ihr da natürlich nichts mehr abklären.
Trotzdem würde ich einen Gang zum Kinderpsychiater empfehlen.
Meine Töchter hatten z.B. bedingt durch die Differenz zwischen Intelligenz und Leistung beginnende Depressionen.
Ich denke, dass eine richtige Diagnostik durch einen Arzt für deine Kinder zielführend sein kann. Außerdem erhältst du dann eine unabhängige zweite Meinung. Weißt du, welchen Test die Psychologin angewandt hat? Das wäre wichtig, damit der Psychiater dann einen anderen Test einsetzt.
Du kannst mit auch gerne eine PN schreiben.

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Re: 2x Hochintelligent / Hochbegabt - was jetzt?

Antwort von Spirit am 27.08.2020, 18:47 Uhr

Ist das Kind mit den Sprachproblemen (ich vermute es handelt sich um eine Aphasie?) auch das Kind mit Kopf- und Bauchweh?

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Re: 2x Hochintelligent / Hochbegabt - was jetzt?

Antwort von SybilleN am 28.08.2020, 8:20 Uhr

Ja, das ist das gleiche Kind. In den Berichten steht "Broca-Aphasie" und eine Störung des sprachbezogenen Arbeitsgedächtnisses. Letzteres wurde in dem aktuellen Test auch bestätigt.
Die Broca-Aphasie ist glücklicherweise eher leicht und scheinbar kann sie das immer besser ausgleichen bzw. andere Areale übernehmen. Ihre Synonyme werden immer passender und Satzbau sowie Grammatik auch besser.

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Re: 2x Hochintelligent / Hochbegabt - was jetzt?

Antwort von SybilleN am 28.08.2020, 8:33 Uhr

Das mit der dghk war ein super Tipp! Ich dachte, die beraten auch erst ab "durchschnittlich 130".
Aber die Frau hat sich wirklich 1,5 Stunden Zeit genommen - es war toll! Ich habe jetzt viel mehr verstanden und auch meine Bedenken/Fragen hinsichtlich des Test und des Überspringens sind ausgeräumt: Die Beraterin kennt die testende Psychologin und meinte, dass ihre Tests gut / international anerkannt seien. Aber sie würde fast immer zum Überspringen raten, was eben nicht immer gut wäre.
Gerade wenn es noch andere Baustellen gibt, wie bei meiner Tochter.

Wir werden also versuchen, meinen Sohn "springen" zu lassen (wenn die Schule mitmacht). Bei ihm ist auch ein gewisser "Leidensdruck" da.
Bei seiner Schwester hoffe ich, dass die Klassenlehrerin bereit ist, Zusatzaufgaben zu verteilen und sie so besser auszulasten.
Außerdem werden wir versuchen, ihr Arbeitsgedächtnis zu trainieren.

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Re: 2x Hochintelligent / Hochbegabt - was jetzt?

Antwort von Spirit am 28.08.2020, 10:53 Uhr

Okay, dann würde ich dieses Kind nicht springen lassen. Zumindest nicht jetzt.
Kopf- und Bauchschmerzen können auch ein Ausdruck von seelischer Belastung sein und gerade im Zusammenhang mit der Broca-Aphasie würde mich das nicht wundern.

Das "Problem" ist ja einerseits, dass bei dieser Art Aphasie (zumindest bei Erwachsenen) ja oft hauptsächlich die Sprachproduktion beeinträchtig ist. Das bedeutet, dass sie zwar im Sprachverständnis gut dabei ist, aber gerade deshalb hat sie evtl ein ausgeprägtes Störungsbewusstsein und merkt dann schon wenn sie etwas sagt oder auch schreibt was nicht passt und das nun schon seit ihrer Geburt. Das muss enorm belastend sein für ein Kind.

ICH würde da wirklich aufpassen, dass ihr nicht in eine Depression steuert.
Auch wenn das sprachbezogene Arbeitsgedächtnis beeinflusst ist, ist sie ja "langsamer" als vergleichbare Kinder in ihrem Alter. Deshalb würde ich sie, trotz der super Intelligenz nicht springen lassen, sondern an den Defiziten arbeiten und einfach Ruhe reinbringen.

Wurde dieser Umstand der Broca-Aphasie und die Störung der sprachbezogenen Arbeitsgedächtnisses auch bei der Empfehlung berücksichtigt?
Versteh mich nicht falsch. Ich bin mir sicher, dass die Testerin eine erfahrene Person ist und grundsätzlich die Empfehlung sicher auf ihren Erfahrungen beruht und seine Berechtigung hat. Aber die Einschränkungen sollten nicht unterschätzt werden..

Ich würde da auch nochmal Rücksprache mit eurer behandelnden Logopädin halten und ggf. wegen den Kopf- und Bauchschmerzen eine Kinder- und Jugendpsychotherapie aufsuchen. Es wurden ja keine organischen Ursachen gefunden, als kann es auch seelischer Natur sein.

Für MICH wäre an eurer Stelle die physische und psychische Gesundheit im Vordergrund und nicht der IQ und die Schulleistung, etc.

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Re: 2x Hochintelligent / Hochbegabt - was jetzt?

Antwort von SybilleN am 28.08.2020, 11:29 Uhr

"Für MICH wäre an eurer Stelle die physische und psychische Gesundheit im Vordergrund und nicht der IQ und die Schulleistung, etc."

Ja, das sehe ich auch so. Wir haben gestern auch ein langes Telefonat mit der Beraterin bei der dghk geführt. Wir werden die Große erstmal anders fördern.
Wichtig ist, dass sie ihr "Anderssein" nicht als negativ wahrnimmt bzw. nach dem Test können wir sie jetzt viel besser in den Bereichen stärken, die tatsächlich sehr gut ausgeprägt sind.
Eine interessante Anregung gestern war auch, sie vorsichtig an eine Fremdsprache heranzuführen. Entweder klappt es gar nicht oder sehr gut (weil neue Verknüpfungen gebildet werden). Da ist es auch besser, man weiß es jetzt als später.

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Re: 2x Hochintelligent / Hochbegabt - was jetzt?

Antwort von Maca am 28.08.2020, 12:40 Uhr

Hallo,

In welchen Indizes waren die Werte denn eindeutig im HBbereich?

Es ist einfach ein Unterschied, ob die z.b. Verarbeitungsgeschwindigkeit oder das fluide Schlussfolgern im weit überdurchschnittlichen Bereich liegen.

Meiner Erfahrung nach, korreliert Schulerfolg am meisten mit dem Index Arbeitsgedächtnis, langfristiger Bildungserfolg mit dem fluiden Schlussfolgern.

Nicht jedem begabten Kind tut man mit Akzeleration einen Gefallen.

Ausschlaggebend finde, ich den individuellen Leidensdruck, die Aufgeschlossenheit der aufnehmenden Lehrkräfte und die emotionale Stabilität des Kindes.

Geistige Unterforderung kann sehr quälen, soziale Überforderung hingehen auch.
Somit kann man keine pauschalen Empfehlungen geben und muss immer in einer konkreten Situation abwägen.

Kommen deine Kinder mit älteren Kindern klar?
Können sie sich denen gegenüber behaupten, einen eigenen Standpunkt einnehmen und verteidigen?
Verfügen sie über eine altersangemessene Frustrationstoleranz?
Ist ihnen soziale Interaktion auf Augenhöhe sehr wichtig oder könnten sie sich damit arrangieren, eventuell in einer altersbestimmten Hierarchie etwas zurückzustecken?
(die “Kleinen“ werden halt nicht ganz so ernst genommen).
Sind sie körperlich mind. durchschnittlich entwickelt oder wirken sie eh schon jünger?
Für Springerjungen kann es zum Problem werden, wenn sie längentechnisch auffallend hinterherhinken, vor allem in den höheren Klassen.

Andererseits kommt das beschleunigte Lernen in Studien immer ganz gut weg und wird bei hohem Leidensdruck ( ungeachtet aller Nachteile) als Akuthilfe durchaus positiv bewertet.

Mein Kleiner ist in der GS und im Gymnasium gesprungen.
Bei ihm liegt aber auch eine extreme Begabung vor ( eine genaue IQbestimmung ist aufgrund des Deckeneffektes nicht möglich, dafür hat er andere Defizite und ist echt schräg).
Wir würden es immer wieder so machen und hätten ihn eigentlich noch einmal springen lassen wollen. Das wollte er dann aber nicht mehr.( und das war völlig in Ordnung, er bestimmt).

Grundsätzlich ist HochBegabung eine von unendlich vielen Begabungen, die befriedigt werden muss, aber keinen “Mehrwert“ an sich hat und je ehrlicher und unaufgeregter man damit umgeht, je weniger genervt reagiert die Umwelt auf dieses Reizthema.

LG

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Re: 2x Hochintelligent / Hochbegabt - was jetzt?

Antwort von Anna3Mama am 28.08.2020, 16:24 Uhr

Schön, dass Du bei der DGHB gut beraten wurdest.

Uns gings genau gleich, nachdem Asthma sich mit ständigem Kopf- und Bauchweh abwechselte und viele, sehr viele Fehltage auftraten, "mussten" wir zum KJP.
Im Schnitt kam dann einige Punkte unter 130 raus - zu einem Zeitpunkt wo der Kerle wirklich fix und fertig war. Sie meinte, man könnte noch spezielle Tests zusätzlich machen, wo vermutlich Höchstbegabungen in Teilbereichen aufgedeckt würden (gerne, wenn er richtig gesund sei) , aber wir haben darauf verzichtet.
Da die Mittlere in allen Bereichen noch fixer war, nehmen wir an, sie kommt auch in die Richtung. Sagt auch die Psychiaterin, aber sie meinte, solange sie keinen Druck hat einfach machen lassen. Gut, sie kam sich schon wie ein Außerirdischer vor, als sie im Gym einen Schnitt von 1,0 hatte (nach 1,1 oder so in der vierten, also eine Zwei) , was es in der fünften wohl seltenst gibt lt. Rektor und KL, aber sie hat für sich den Schluss rausgezogen, dass sie jetzt eben weniger macht für die Schule, zweier reichen auch. Jetzt in der Pubertät ist "nicht auffallen" doch das wichtigste.

Springen kam weder für den Großen (zu viele Fehltage und dennoch ein guter Halt in der Klasse) noch für die Mittlere (beste Freundinnen aus Babytagen in der Klasse) in Frage.

Wichtig ist aber auch zu überlegen, warum sie ständig Bauchweh und Kopfweh hat.
Die Mittlere ist zwar auch super sensibel und hatte schon fast 2 Jahre vor die Regel anfing recht regelmäßig Kopfweh und Bauchweh und immer wenn alles zuviel wurde, aber es war lange nicht so schlimm wie beim Großen.

Ich bin sicher, dass es die Streitereien in der Klasse war (Mobbing ab KL. 3, nicht gegen ihn, aber er war der beste Freund des Mobbingopfers und wollte ihn verteidigen) und einfach die allgemeine Unruhe erst in der schwierigen GS-Klasse, dann mit 31 Kindern am Gym.

Plus eben jede Veränderung... Sowas hat er nie gut vertragen.

Aber auch das Thema Histamin haben wir angeschaut, Ernährung angepasst. Tatsächlich auch Vit. D und B12 usw etwas supplementiert bzw v. a. auch über Ernährung verbessert.

Zum Stressabbau gibt's auch nichts besseres als Sport, v. a. an der frischen Luft.

Ich wünsche Euch, dass es gut weitergeht und ihr einen Weg findet, wie Euer Kind mit der Reizoffenheit besser zurecht kommt. Gehe davon aus, dass es bei ihr auch ein Thema ist.

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Re: 2x Hochintelligent / Hochbegabt - was jetzt?

Antwort von Spirit am 29.08.2020, 7:35 Uhr

Das klingt für mich sehr, sehr toll.
Sie kann glücklich sein, dass ihr euch so bemüht und wisst was wirklich wichtig ist.

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Re: 2x Hochintelligent / Hochbegabt - was jetzt?

Antwort von babyno2 am 29.08.2020, 21:21 Uhr

Oh, das freut mich sehr!
Mir wurde dort auch so toll geholfen.

Die Entscheidung hört sich richtig an. Viel Erfolg und stets bemühte Lehrer, die Lust auf "diese" Kinder haben wünsche ich Euch!

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Re: 2x Hochintelligent / Hochbegabt - was jetzt?

Antwort von Felica am 30.08.2020, 11:12 Uhr

Mit Sicherheit würde ich nicht springen lassen, nicht bei einem, IQ von 120. Der ist zwar höher als der Durchschnitt, aber nicht super hoch.

Ich würde mit der Lehrerin sprechen. Und organisch abklären lassen woher die Kopf- und Bauchschmerzen kommen. Den scheinbar geht ihr ja von einer psychischen problematik aus, das würde ich aber hinten dran hängen. Gerade jetzt nach Corona.

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Re: 2x Hochintelligent / Hochbegabt - was jetzt?

Antwort von Felica am 30.08.2020, 11:15 Uhr

Und genau das dürfte das Problem gewesen sein. Die Förderschule Schwerpunkt Sprache hätte wahrscheinlich viel rausgenommen an Druck und Stress für dein Kind.

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Re: 2x Hochintelligent / Hochbegabt - was jetzt?

Antwort von SybilleN am 31.08.2020, 9:34 Uhr

Die Förderschule selbst hat uns nach der Beratung dort ausdrücklich davon abgeraten, sie zu ihnen zu schicken. Wir hätten sie natürlich geschickt, wenn die Spezialisten dort uns dazu geraten hätten.

Ihr Sprachverständnis ist intakt - das ist es bei vielen Kindern dort nicht. Und sie hätte dort ausschließlich Kinder um sich gehabt, die sprachlich schwächer gewesen wären - das wäre ja nicht gut!
Jetzt ist es für sie eben nicht schön, dass ihre Synonyme andere in der Klasse zum Lachen bringen. Beispiel: "In einer Schweinerei wurde Wurst gestohlen!"
(Wenn sie schreibt, passiert ihr das fast nie.) Aber wer sagt denn, dass das in der Sprachheilschule nicht so gewesen wäre?

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Re: 2x Hochintelligent / Hochbegabt - was jetzt?

Antwort von SybilleN am 31.08.2020, 9:56 Uhr

Danke dir, das klingt sehr interessant.

Bei meinem Sohn sind es Sprachverständnis (132) und Visuell-Räumliche-Verarbeitung (135) sowie Verarbeitungsgeschwindigkeit (126), die über 120 liegen. Also genau die Punkte, die deiner Erfahrung nach nicht für schulischen Erfolg so tragend wären.

Bei meiner Tochter sind es die gleichen Punkte (ohne Berücksichtigung der Wortfindungsstörung erreicht sie beim Sprachverständnis 139, mit Berücksichtigung 124). Visuell-Räumliche-Verarbeitung ebenfalls 139. Sie ist etwas schneller (Verarbeitungsgeschwindigkeit 132).
Für sie muss es grauslich sein: Sie versteht wohl alles schnell und gut, hat aber echt Probleme, sich zu artikulieren...Kein Wunder, dass man da Bauchweh bekommt.

Von uns aus dürfen beide auch wirklich eine Handwerker-Ausbildung machen. Da ist vor allem das Mädchen sehr geschickt. Schade wäre eben, wenn sie aufgrund geistiger Unterforderung in der Schule abschalten würden...

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Re: 2x Hochintelligent / Hochbegabt - was jetzt?

Antwort von Maca am 01.09.2020, 12:02 Uhr

Ok, das habe ich mißverständlich ausgedrückt.

Was ich meine ist, dass viele Kinder trotz Hochintelligenz schulisch unter ihren Möglichkeiten bleiben, wenn das Arbeitsgedächtnis gegenüber den anderen Werten stark abfällt.

Deine Tochter hat in sehr wichtigen Bereichen ( SV und räumliches Denken) sehr hohe Werte und wird im verbalen Schlußfolgern schnell ein Abstraktionsniveau erreichen, was extrem von den Möglichkeiten der anderen Mitschüler abweicht.

Was passiert dann?
Wird sie sich anpassen, um keine Angriffsfläche zu bieten oder wird sie eventuell zur Zielscheibe von Mißgunst und Unverständnis? ( durch ihre Aussprachprobleme könnte so etwas verstärkt werden).

Ältere Mitschüler böten wahrscheinlich einen besseren Schutz gegen potentielle Hänseleien, da man jüngere Kinder nicht offen ärgert, das wäre schäbig.

Das sind einfach Gedanken, die du vielleicht im Hinterkopf haben solltest.

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Re: 2x Hochintelligent / Hochbegabt - was jetzt?

Antwort von knuffelbär am 06.09.2020, 9:13 Uhr

Also erst mal wundert mich, warum Kind zwei überhaupt getestet wurde, eine Hochbegabung fällt in den meisten Fällen doch auch so auf. Unser erster wurde getestet, aber nur, weil wir aus anderen Gründen dort waren. Er hat eine HB und stößt besonders in den mathematischen Bereichen an die Messgrenze. Aber das Ergebnis hat uns nicht überrascht. Er hat uns mit drei Jahren die mathematischen Grundlagen der zweiten Klasse erklärt und obwohl wir es nicht geübt/fokussiert haben, konnte er vor der Einschulung lesen, nach gehör schreiben im Kopf beherschte er die vier Grundrechenarten und kannte negative Zahlen und Brüche. Dazu spielte er schon damals für sein Alter außergewöhnlich gut Klavier (den Unterricht haben wir ihm ermöglicht um ihm Futter ausserhalb des Schulstoffes zu geben).
Er ist von 1.1 nach 2.2 gesprungen, da er sich in der ersten Klasse wegen der Lehrerin, die nicht auf HB-Kinder eingehen konnte, komplett verweigert hat. Er musste z. B. bei 3-5 "geht nicht" antworten, sagte er "minus zwei" hieß es falsch. Auch musste er, obwohl er schon Bücher für die dritte Klasse sinnerfassend las und auch flüssig vorlas, alle Leseübungen mitmachen.
Er hätte von drei nach vier dann auch springen können, wollte aber nicht, darüber bin ich froh. Das einzige, was ihm nach dem Springen schwer fiel war die Schreibgeschwindigkeit. Es fehlte Übung, da es aber immer mehr schreiben wurde hat es gedauert. Er ist leider sehr klein für sein Alter, das war in der ersten nicht absehbar. Heute ist er in der achten, ist ein guter Schüler, hat Freunde in der Klasse und durch verschiedene Gruppen auch gleichaltrige Freunde. Er überlegt gerade ob er nicht mal beginnen sollte sich in der Schule mehr anzustrengen (Sein Schnitt ist 2,0 und er tut dafür nichts, nur vormittags in die Schule gehen) damit er später einen guten NC erreicht und alles studieren kann. Auch das kommt nicht von uns. Er weiß natürlich, dass er schlau ist, seinen IQ kennt er aber nicht und den erfährt er auch frühestens, wenn er erwachsen genug ist. Ist doch nur eine Zahl!

Wir haben noch zwei Mädchen, die Große ist gerade aufs Gym gewechselt, sie ist gut, getestet wurde sie nie. Manchesmal versteckt sie ihr können. Sie sagte schon vor der Einschulung, dass sie nicht überspringen will. In Mathe ist sie etwas schwächer als ihr Bruder, aber er ist ja auch viel weiter als er müsste. Bei ihr war die Lehrerin auch viel besser, Leseübungen musste sie nicht mit machen, sie durfte in der Zeit in die Kuschelecke und Bücher lesen, die sie interessierten.
Die Kleine ist auch sehr schlau, sie ist jetzt vier und will unbedingt lesen lernen. Auch sie hat Zeit.

Wir bieten unseren Kindern immer die Anreize, damit sie sich etwas selber beibringen können, üben aber nicht explizit mit ihnen, außer bei Instrumenten, da müssen sie dann doch üben.
Extra Futter gibt es nur bei Dingen, die schulisch nicht (so) relevant sind, damit im Unterricht die Langweile nicht zu groß wird. Möglichkeiten gibt es viele (Hobbies in altersgemischten Gruppen wie Jugendfeuerwehr/Pfadfinder etc., Musikinstrumente lernen, Museen besuchen, Städtereisen, Gespräche über Allgemeinwissen, Politik, Geschichte, Geographie, was euch eben wichtig ist, Kindervorlesungen an der nächsten Uni, Wissenspoodcasts usw.)

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