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Geschrieben von laany89 am 11.08.2020, 23:39 Uhr

Schulbegleitung / integrationskraft

Hallo.
Meine tochter hat eine visuelle wahrnehmungsstörung (sind in Behandlung)
Wir versuchen nun eine i kraft für die schule zu bekommen. Sie kommt jz in die zweite klasse. Hat die erste schon wiederholt. Auf die Empfehlung der Lehrerin möchte ich nicht eingehen. (sie soll auf eine Förderschule mit dem Schwerpunkt "sehen" gehen) wir möchten sie aber lieber (bitte schlechte Kommentare weglassen - die werden ignoriert und ich kann sie auch nicht gebrauchen) auf der jetztigen schule lassen

Hat jemand von euch erfahrung mit einer i kraft oder mit einer Beantragung?

 
21 Antworten:

Re: Schulbegleitung / integrationskraft

Antwort von Bela66 am 12.08.2020, 7:59 Uhr

Hallo,

das Problem ist, dass der Markt an ausgebildeten Sonderpädagogen fast komplett leergefegt ist, eben wegen der Inklusion, also des Gemeinsamen Lernens. Deshalb greifen die Schulen oft auf normale Erzieherinnen, manchmal sogar nur auf BUFDIS (Bundesfreiwilligendienstler) zurück.

An meiner Schule wird ein Kind mit Mutismus von einer Kiga-Erzieherin begleitet, was aber sehr gut klappt (das Kind spricht inzwischen von sich aus, 3. Schuljahr). Ein anderes Kind mit Down-Syndrom wird erstaunlicherweise nur von den BUFDIS betreut, die wir gerade an der Schule haben. Die Lage ist einfach katastrophal momentan. Zum riesigen Lehrermangel kommt ein ebenso riesiger Mangel an Sonderpädagogen und Menschen ähnlicher Ausbildung hinzu.

Ich weiß nicht, wie stark die Einschränkung Deiner Tochter ist. Man muss aber leider sagen, dass die Inklusion im Moment oft nur ein frommer Wunsch ist, der mit der Realität nichts zu tun hat. Ich als Lehrerin habe keine Zeit, mich um Förderkinder länger als nur wenige Minuten zu kümmern. Es müsste mindestens eine zweite Lehrkraft (oder eben eine Begleitung) mit im Raum sein, was aber - zumindest bei uns - nicht der Fall ist.

Ich habe in der Klasse etwa 7 Förderkinder (Legasthenie, Dyskalkulie, Lernbehinderungen/leichte geistige Einschränkungen) - und keines von ihnen wird adäquat unterstützt. Ich kann nur kurz an den jeweiligen Tischen stehenbleiben, bevor der Rest der Klasse mich wieder braucht, das ist unglaublich unbefriedigend.

Für mich ist das Gemeinsame Lernen in der jetzigen Form ein Witz, und das ist leider an den meisten Schulen so. Deshalb muss ich sagen: Bis die Inklusion wirklich von ausreichend vielen Fachkräften an den Schulen unterstützt und zur Wirklichkeit wird, kann die Förderschule die bessere Alternative sein: kleine Lerngruppen, kompetentes Personal, ein Eingehen aufs Kind, das sonst leicht untergeht.

LG

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Re: Schulbegleitung / integrationskraft

Antwort von cube am 12.08.2020, 10:32 Uhr

Wenn ich mich richtig erinnere, hat eure Tochter auch Dyskalkulie und die Kl ist nicht so richtig super?
Evt. solltet ihr über einen Schulwechsel nachdenken. ZB auf eine Montessorischule, die grundsätzlich viel stärker auf den individuellen Leistungstand der Kinder eingehen und schon immer Inklusion betrieben haben.

Habt auch im Kopf: mit einer KL, die nicht wirklich helfen kann oder will, wird es auch mit I-Kraft schwierig und in der GS kann man auch nicht unbegrenzt wiederholen. 1 x habt ihr schon - je nach BL kann aber bei nochmaligem Sitzenbleiben eh Schluss sein auf der Regelschule.

Zur Beantragung einer I-Kraft kann ich dir leider nichts sagen.

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Re: Schulbegleitung / integrationskraft

Antwort von laany89 am 12.08.2020, 12:14 Uhr

Ja. Genau. Du erinnerst dich richtig.
Ich danke für eure Rückmeldung

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Re: Frag mal im Forum

Antwort von cube am 12.08.2020, 12:42 Uhr

kranke und behinderte Kinder.
Nicht, weil dein Kind behindert ist mit einer Wahrnehmungsstörung - aber da werden sich mehr Foristen mit Beantragungen etc von Förderungen auskennen als hier.

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Re: Schulbegleitung / integrationskraft

Antwort von luvi am 13.08.2020, 1:18 Uhr

Hallo,
Aus welchem Bundesland kommt ihr?
Das ist nicht einheitlich geregelt.

LG luvi

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Re: Schulbegleitung / integrationskraft

Antwort von laany89 am 13.08.2020, 23:05 Uhr

Nrw kommen wir

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Montessori?

Antwort von mellomania am 14.08.2020, 22:55 Uhr

ähm ne! montessori geht überhaupt nicht mehr auf die kinder ein. sie lernen selber zu lernen. inklusion an der montessorischule? wie denn? die kinder haben freiarbeit, teilen sich ihre arbeit selber ein. das ist doch für förderkinder erst recht gar nichts. das sollte man nur machen, wenn die kinder sich selber organisieren können.

schulbegleitung sind nie sonderpädagogen. die leute gehen einfach mit in die schule und dürfen!! gar keine pädagogische arbeit machen. nur stifte reichen und daneben sitzen.

bei der inklusion selber hat man zwei ode drei stunden die woche einen sonderpädagogen dabei. mehr aber auch nicht. daher ist die lehrkraft, wie oben geschrieben, gar nicht in der lage, die kinder extra zu betreuen da es noch eben mindestens 25 andere kinder gibt. nicht einfach.

ob man das kind auf der schule lässt oder nicht muss man selber wissen. ICH würde das garantiert nicht machen. sbbz wäre für mich die beste wahl. nur da! wird das kind so gefördert, wie es benötigt wird. sonst nirgendwo. die kinder gehen in der regelschule unter. sieht man ja leider bei der posterstellerin...

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Re: Schulbegleitung / integrationskraft

Antwort von Badefrosch am 15.08.2020, 7:59 Uhr

Wenn der Lehrer, die Schule nicht mitzieht,, wird es schwierig, denn die Schule und ihr als Eltern müsst begründen, warum ihr einen Schulbegleiter braucht.

Wir sind eine Inklusionsschule in Bayern, unser Lehrer muss es gut begründet haben, und die Arztberichte auch.

Meiner hat für das kommende Schuljahr 950 Stunden Begleitung bekommen, das sind täglich 5 Stunden.

Er hat ADHS, Lesestörung und emotionale Entwicklungsverzögerung.
Nimmt Medikamente und hat miserable Noten, seltsamerweise erst seit der 4. Klasse, vorher war er auf Realschulnoten.

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Re: Montessori?

Antwort von Johanna3 am 15.08.2020, 16:30 Uhr

"schulbegleitung sind nie sonderpädagogen. die leute gehen einfach mit in die schule und dürfen!! gar keine pädagogische arbeit machen. nur stifte reichen und daneben sitzen."

Das ist falsch. Die "Leute" sind in der Regel ErzieherInnen und teilweise auch Sozial- bzw. Heilpädagogen. Je nach Art der Betreuung bekommt das Kind eine Fachkraft (oder auch nur eine Angelernte) zur Seite gestellt. Im Regelfall wird mit dem Ziel gearbeitet, sich selbst überflüssig zu machen.

Auf keinen Fall ist vorgesehen, dass Schulbegleiter Handlangerdienste für die Kinder erledigen. Das wäre kontraproduktiv. Schulbegleiter dürfen (und müssen!!!) pädagogische Arbeit machen und diese auch dokumentieren.

Und selbstverständlich werden Schulbegleiter auch an Montessori-Schulen eingesetzt. Man kann Kindern auch helfen zu lernen, sich selber zu organisieren. Denn ein festgelegtes Pensum muss auch an diesen Schulen erfüllt werden.

Leider ist der Fachkräftemangel auch in dieser Sparte dramatisch. Ebenso schwierig ist es, Ungelernte zu gewinnen.

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Re: Schulbegleitung / integrationskraft

Antwort von Johanna3 am 15.08.2020, 16:34 Uhr

Wende dich am besten an einen der Träger die Schulbegleitung anbieten (Diakonie, Lebenshilfe, Johanniter). Es ist von deinem Wohnbezirk abhängig, welche Träger zuständig sind. Dort kannst du dich beraten lassen. In NRW wurde dieser Bereich mit am weitesten ausgebaut.

Bekommt deine Tochter denn Hilfsmittel, mit denen sie ihr unzureichendes Sehvermögen etwas kompensieren kann?

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Re: Unser Kind ist an einer Monte-Schule

Antwort von cube am 15.08.2020, 17:09 Uhr

Und das, was du da schreibst, stimmt einfach so nicht.
Der Grundsatz lautet "hilf mir, es selbst zu tun". Hilf mir - nicht "sie zu, wie du das hinbekommst".
Außerdem haben die Kinder nicht nur Freiarbei, sondern auch Fachunterricht. Und Freiarbeit heißt nicht, die könne machen, was sie wollen.
Es gibt einThema (welches natürlich auf den Fachunterricht Bezug nimmt), zu dem die Kinder sich Material aussuchen können (mit Hilfe der KL) und das kann deutlich besser auf den jeweiligen Leistungsstand abgestimmt werden als wenn alle das Gleiche machen müssen.
Die Kinder werden nie einfach mit der Arbeit alleine gelassen.
Dazu gibt es an der Schule Förderunterricht - von Fachpersonal. Nicht irgendein Betreuer/in, die nur daneben sitzt.
In der Klasse unseres Kindes sind mehrere Förderkinder und das klappt sehr gut.

Also entweder weißt du gar nichtgenau, wie an einer Monte-Schule gearbeitet wird oder du hast nur Erfahrungen mit einer schlechten gemacht bzw. einer die von sich behauptet, sie würde nach Montessori arbeiten, aber tatsächlich gar keine echte Monte-Schule ist.

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hier nicht

Antwort von mellomania am 15.08.2020, 23:42 Uhr

die schulbegleiter, die wir hier haben, sind keine pädagogen. sondern einfach leute, die auch privat gesucht werden. montessori ist schon im regelfall nicht für jeden was. wie soll ein kind welches einen förderbedarf hat, da zurechtkommen? wäre für mich als mutter keine option. das was du schreibst, ist nicht immer richtig. pädagogen sind die lehrer. nicht die schulbegleiter. wie das in nrw ist, weiß ich nicht, hier aber definitiv nicht. sie dürfen gar nix pädagogisches machen, sondern das kind versorgen und bei tätigkeiten helfen. aber das pädagogische macht der lehrer.

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Re: Unser Kind ist an einer Monte-Schule

Antwort von mellomania am 15.08.2020, 23:45 Uhr

das könnte auch am bundeland liegen. ich sehe, was meine kinder machen und wie sie lernen. hier gibt es zb. keine förderkinder an der monte schule. und wenn ich sehe, was hier von unseren kindern verlangt wird, kann ich es mir nicht vorstellen, dass das kinder können sollen, die förderbedarf haben. einige unserer freunde bzw die kinder wurden shcon ohne förderbedarf als nicht geeignet für den montezug an den regelzug verwiesen.

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Re: Schulbegleitung / integrationskraft

Antwort von KKM am 16.08.2020, 8:04 Uhr

Bin auch aus NRW.

An unserer Grundschule sind mehrere I- Kräfte, niemand von denen ist Sonderpädagoge.

Eine Frau ist Altenpflegerin mit 6 Kindern.
Eine Frau hat ehrenamtlich das Kinderturnen geleitet und ist so "reingerutscht" in die Schule.
Eine Frau ist Kinderpflegerin.

Bestimmt sehr engagiert. Sind auch alle wirklich nett.
Ob sie pädagogisch gescgult wurden für I-Kinder, das weiß ich nicht.

Studiert hat keine der Frauen.

Für mich ist das eine Mogelpackung mit der Inklusion.
Es ist halt billiger, ein I-Kind in einer Regelschule mit "Ungelernten" zu versorgen als eine Förderschule mit teuren Sonderpädagogen und Kleinklassen zu finanzieren.

Gezielte, bedarfsgerechte Förderung an der Regelschule stelle ich mir je nach Förderbedarf schwierig bis unmöglich vor....

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Re: hier nicht

Antwort von Johanna3 am 16.08.2020, 17:50 Uhr

Die TE kommt aber aus NRW. Und deine allgemeine Antwort ist somit unzutreffend. Die Schulbegleiter müssen (!) pädagogische Arbeit leisten.

" die leute gehen einfach mit in die schule und dürfen!! gar keine pädagogische arbeit machen. "

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Re: Schulbegleitung / integrationskraft

Antwort von Johanna3 am 16.08.2020, 17:54 Uhr

Je nach Ausmaß und Umfang des Hilfebedarfs wird vom Amt festgelegt, ob eine Ungelernte dem Anspruch genügen kann - oder ob eine Erzieherin/Heilpädagogin/Sozialarbeiterin eingestellt werden muss.

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Wo kommen die her?

Antwort von Tai am 17.08.2020, 19:10 Uhr

Ich weiß hier in NRW auch nur von Integrationskräften, die höchstens einen Crash-Kurs in was auch immer belegt haben, wenn überhaupt.
Meistens sind es FSJ-ler.

Wie ist es denn bei dem Fachkräftemangel der von dir genannten Berufe möglich, jemanden zu finden, der Schulbegleiter werden möchte und den das bei seiner Qualifikation auch zufrieden stellt?

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Re: Wo kommen die her?

Antwort von Johanna3 am 18.08.2020, 14:05 Uhr

Das Gehalt von Erziehern, die in der Schulbegleitung tätig sind, ist bei vielen Trägern besser als das im Kindergarten.

Natürlich wird gehaltstechnisch unterschieden ob FsJ-ler, Angelernte - oder eben Fachkräfte eingesetzt werden.

Trotzdem ist es, hier wie in allen sozialen Bereichen, schwer Personal zu finden.

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Re: Wo kommen die her?

Antwort von Tai am 18.08.2020, 16:55 Uhr

Kennst du Erzieher als Schulbegleitung?
Ist das nicht eine ziemlich langweilige und unterfordernde Tätigkeit für Pädagogen?

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Re: Wo kommen die her?

Antwort von Johanna3 am 18.08.2020, 17:02 Uhr

Ja. (Ich habe das auch selber mal gemacht.) Ist in NRW, glaub ich, verbreiteter als in anderen Bundesländern. Das hier mehr Personal gesucht wird, ist wohl auch eine Folge davon, dass immer mehr Förderschulen geschlossen wurden.

In der Regel ist es so, dass die "leichteren" Fälle von Angelernten, FsJ-lern usw. betreut werden.

Fachpersonal nimmt eher die schwierigeren Fälle - da kann von Langeweile eher keine Rede sein. Ich weiß auch von einigen Erziehern, die in die Schulbegleitung wechselten, WEIL sie die Arbeit im Kindergarten nicht so anspruchsvoll fanden.

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Re: Wo kommen die her?

Antwort von Tai am 18.08.2020, 19:00 Uhr

Interessant, danke!

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