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Geschrieben von Ralph am 12.07.2004, 22:18 Uhrzurück

Re: Mal ganz provokativ gesagt... (und auch mal eine neuen Thread)...

Penny,

nur weil Du es st#ändig wiederholst, wird es nicht richtiger! :-)

Viel Arbeit bei gleichzeitiger überdurchschnittlicher Mobilität, und sei es auch nur per Flugzeug durch die Wlt hetzen, wurde und wird auch überdurchschnittlich bezahlt. Dagegen habe ich nichts, daran habe ich nie gewzeifelt, und das ist hier nicht das Thema. Ganz abgesehen davon, daß, wenn ich das entsprechende gehalt habe, ich dann auch manches abfedern kann. Notfalls fliegt einen die Familie mittels Lear-Jet halt mal auf halben Wege entgegen.
Das alles hat aber nichts mit der Forderung nach berdurchschnittliche Mobilität der breiten Masse zu tun, die aber prangere ich an, diese Forderung.

Wenn jemand meint, 50, 60 oder auch 80 Stunden in der Woche arbeiten zu müssen/wollen, bitte, meinetwegen kann er entsprechend verdienen, ich beneide ihn nicht mal drum, sondern bedaure ihn.

Und ein Arbeitsvertrag für die breite Masse, daß der AG den AN deutschland oder europaweit nach seinem Gusto einsetzen kann, halte ich in der regel für menschenunwürdig.
Natürlich, wenn ich als Manager eine Handelsvertretung einer großen Firma repräsentiere, dann bringt es allein schon mein beruf mit sich, daß ich evtl. in 2 Jahren nach Kopenhagen geschickt und weitere 2 Jahre nach Dubai geschickt werde. Aaaaber, ich werde entsprechend entlohnt! Wenn ich als AG solch eine Flexibilität erwarte, dann habe ich die auch zu bezahlen, denn das geht über die reine Arbeitleistung hinaus! :-) Du wirst mir aber zustimmen, daß dies bei Facharbeitern nicht im großen Stil der Fall sein wird.

Ich denke auch, daß man das alles sowieso nicht verallgemeinern kann. Ich z.B. bin mit Freundschaften nicht so reichlich gesegnt, d.h. die weinigen, die ich habe, sind mir sehr viel wert. Für mich z.B. wäre es katastrophal, wenn ich diese Bindungen aufgeben müßte, die z.T. schon über Jahrzehnte bestehen (mein Freund und ich feiern dieses Jahr 30jähriges...*gg*).

Ich finde es sehr bemerkenswert, wie Du mit Deinem Mann das schafft oder geschafft habt. Dieses Rezept aber per Blankoscheck allen anderen als die Phantasto-Medizin verordnen zu wollen halte ich einfach für einseitig.
Und noch etwas: Woher weißt Du, daß der VAaer Deinem Sohn nicht fehlt? Das ist eine Lotterie auf die Zukunft. Kann sein, daß es gut geht, kann auch sein, daß er vieles in sich hineinfrißt.
Ich komme, wenn ich das sagen darf, aus, wie man so sagt, geordneten Familienverhältnissen. Meine Mutter ist zuhause geblieben, weil sie keinen KiTa-Platz für mich bekam mit der begründung, daß sie ja einen versorger hätte (meinen Vater). Also die klassische 60er Jahre-Familie.
Hört sich gut an, nicht? Trotzdem hat die Sache einen Haken: Meinen Vater habe ich in den ersten 10 Jahren meines Lebens ganze 3x Weihnachten gesehen, und oft genug ein halbes oder auch 1 1/4 Jahr überhaupt nicht. Er war bestimmt kein schlechter VAter, nur... er war Seemann, fuhr bei der HAPAG als Schiffsingenieur. Ich habe nie etwas gesagt, aber ich kann Dir versichern, daß ich ihn oft vermißt habe. Wenn anderen Jungen etwas kaputtging, war deren Papa da und hat repariert, ich habe 10 Moante ein Schrottfernlenkauto gehabt, bis dann endlich mein Papa von Bord kam und dann erstmal 3 Tage reparaturschicht einlegen durfte...
natürlich wußte ich, daß es sein mußte, wenn es wieder raus auf See ging, und es ist ja auch ein ehrbarer Beruf, auch habe ich mich nicht einmal vernachlässigt gefühlt, und doch... vermißt habe ich ihn, wochenlang, monatelang!
Vielleicht verstehst Du mich ein wenig, daß ich so allergisch reagiere, wenn es noch mehr Arbeiten für Eltern heißt (und nicht nur für die). Mir ist einfach in den letzten Jahren mehr und mehr bewußt geworden, wie wichtig und kostbar es ist, Zeit für einander haben zu können.

Zum Schluß noch ein Kommentar zu Deinem gedanken über Schichtarbeiter wie Krankenschwestern etc.! Die haben ja nun Wechselschichten, und wenn sie heute nicht einkaufen können, dann erledigen sie es halt übermorgen. Ganz abgesehen davon, daß es, gleich in welcher schicht man gerade arbeitet, es immer zeiten gibt, zu der man einkaufen kann, vormittags oder nachmittags, Einkauf kurz nach der Nachtschicht um 8.30 Uhr... ja warum denn nicht? Das muß ich als "TAgarbeiter" doch auch, nur findet es bei mir um 18 oder 19 Uhr statt.

Ich gebe Dir nur in einem recht: Es ist ein Geben und Nehmen, betriebe sind keine Wohlfahrtsverbände, auch richtig, ABER AN sind auch keine Sklaven, die man so mir nichts Dir nichts einsetzen kann wie es einem in den kram passt. Es sind eben keine Maschinen, sondern menschen, mit allen Vor- und Nachteilen. :-)

Viele Grüße
Ralph/Snoopy

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