Mai 2021 Mamis

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Geschrieben von Twins2021 am 28.05.2021, 10:46 Uhr

Schwere Zeit und Update

Hallo ihr Lieben,

ich war jetzt lange nicht mehr hier unterwegs und muss sagen ich hatte nichtmal die Kraft einfach nur mal mit zu lesen... Ich wünsche allen frisch gebackenen Mamas von Herzen das beste und hoffe das die anderen es auch bald geschafft haben und kuscheln können

Eine kleine triggerwarnung Depression..
Ich weiß nicht wo ich anfangen soll, ich bete aber dafür das keine Mama das durchmachen muss.
Schon von der Intensivstation weg auf normalstation bemerkte ich, das die Bindung zu den Mäusen nicht die war die ich wollte und die ich erwartet hatte, habe mir aber zunächst nichts dabei gedacht, dachte das jetzt das was ich unter der Geburt und vorher nicht verarbeitet hatte sich seinen weg bahnt und wollte mich dem was kommt stellen. Nun es hat mich getroffen und zerrissen, von nun an war ich ein Wrack ich habe ständig geweint, mich nicht gut genug gefühlt und war mir sicher jeder ist eine bessere Mama als ich, nach Entlassung verstärkte sich das Gefühl dann noch, da jeder es ja auch besser weiß und alle ungefragt auf einen einreden..
Ich hab mich gefühlt wie ein Unmensch, sah meine Töchter an und hoffe jemand würde sehen was für eine schlechte Mutter ich bin und sie mir in ein besseres Leben entführen... ich habe so mit mir zu kämpfen gehabt, ich hatte versucht mit meinem Partner zu reden da kam dann „bist du bescheuert, sowas kann man doch nicht empfinden..“ und ich viel noch tiefer ins Loch... Hab mich gekümmert aber mehr wie ein Roboter -essen-wickeln-schlafen-selten kuscheln-... stand immer häufiger unter der Dusche nur um das Wasser anzustellen und zu weinen um dann wieder rauszugehen als wäre nie etwas gewesen... Eines Tages war ich mit den kleinen zu Besuch bei meiner guten Freundin und als sie die Tür öffnete, sah sie mich an, nahm mir die kleinen ab, nahm mich in den Arm und weinte....
Ich habe mich gefragt was los sei und sie sagte mir „es tut mir leid das du das auch durchmachen musst.“. Zum ersten Mal habe ich mich nicht mehr wie ein Unmensch gefühlt sondern wie jemand der ein „Problem“ hat... Wir haben Stunden geredet und ich hatte begriffen das es nicht nur mir so ging... Sie hatte das auch erlebt nur war ich damals nicht in der Lage das nach zu vollziehen und war darüber nun mehr als beschämt... sie hörte mich an ich hörte sie an Tag für Tag und so heilten wir uns gegenseitig.. eines Tages war sie Bei uns zu Besuch und mein Partner bekam mit das ich nicht alleine solche Gefühle hatte entschuldigte sich bei mir und war ab dem Tag auch wieder zu 100000% der den ich kannte... ich habe nun das Verhältnis zu meinen Töchtern aufgebaut das ich mir gewünscht habe der Weg war hart aber was ich sagen will ist schämt euch nicht wenn so etwas mit euch passiert... ich habe wohl so reagiert weil ich schon im Krankenhaus ständig zu hören bekam „wenn die kleinen es schaffen“ „vielleicht sterben sie“, dann musste ich den Kaiserschnitt machen und die Intensivstation, konnte nicht richtig stillen, der Körper ist eine Ruine und somit hatte ich schon eine kleine Barriere gebaut.. bei meiner Freundin war es das sie die Entbindung nicht selbst geschafft hat sondern einen Kaiserschnitt haben musste, meine Nichte wurde nach Entbindung reanimiert, all das sind Traumata sprecht darüber wenn nicht zuhause dann hier oder irgendwo bitte bitte behaltet es nicht für euch!!
Mit solchen Gedanken in sich festzustecken ist die pure Hölle...
Wir genießen nun jede einzelne Sekunde die wir mit den kleinen haben und sind verblüfft wie schnell sie wachsen, wir haben ein Fotoshooting gehabt das hat total Spaß gemacht Die kleinen wachsen und haben nun schon 3600&3900 gr auf den Rippen, sie entwickeln sich super und können wohl schon Sachen die nicht mal ein Kind der 40ten Woche kann wir sind so stolz auf unsere Mäuse Gestern sind sie schon 2 Monate alt geworden, am 19.6 fahren wir in den ersten Urlaub Reisepässe sind geholt davor werden die Impfungen erledigt sein und die Ärztin hat auch schon zugestimmt zu verreisen sind ja auch lange weg bis September bei meiner Familie in Griechenland können es kaum erwarten
Ich wünsche euch von tiefsten Herzen alles erdenklich Gute genießt es und redet wenn was ist, es kann ganz schön schief gehen!! Leider konnte ich nicht alles schreiben da ich sonst viel zu lange mit beschäftigt wäre aber finde man braucht auch mal so einen Post um vielleicht jemand zu helfen

Kuschelt fleißig und genießt jede Sekunde
Von Herzen alles gute an euch alle ich hoffe ich werde wieder öfter hier reinsehen wobei meine Mäuse mich ganz schön auf Trab halten, dennoch will ich das nie mehr missen müssen

 
5 Antworten:

Re: Schwere Zeit und Update

Antwort von Kokuznuz am 28.05.2021, 11:37 Uhr

Liebe Twins2021,
Vielen Dank für deinen Beitrag. Es ist soooo immens wichtig, über psychische Gesundheit zu sprechen und ich finde dich wahnsinnig mutig dafür.

Ich freue mich sehr, dass ihr jetzt auf einem guten Weg seid und du eine gute Bindung zu deinen Töchtern aufbauen konntest.

Auf der anderen Seite ärgere ich mich jetzt schon wieder, wie achtlos mit der Gesundheit von jungen Mamas umgegangen wird. Eigentlich sollte man nach jeder komplikationsreichen Geburt auch einen Seelsorger zur Seite stellen. Mein Großer war auch eine schwierige Geburt mit Dammschnitt, Saugglocke, schlechten Herztönen etc. Letzten Endes hatte er noch Gelbsucht, war ständig unter der UV-Lampe und wir hatten kaum Zeit, richtig zu bonden. Damit hab ich auch super lange gehadert und eigentlich hätte ich da wen zum Reden gebraucht.

Naja, ich wünsche euch jedenfalls weiterhin alles erdenklich Gute. Macht weiter so, ihr seid super stark!

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Re: Schwere Zeit und Update

Antwort von murmelchen85 am 28.05.2021, 12:31 Uhr

Danke für deinen Beitrag. Es ist soooo wichtig, dass nach der psychischen Gesundheit der Mutter nach einer Geburt geschaut wird. Gerade beim ersten Kindern passiert so viel auch mit der Mutter, die gerade auch erst neu geboren wurde und ihren Platz finden muss. Das wird oft vergessen.

Auch ich habe nach der Geburt unseres erstes Sohnes lange gebraucht, um in die Mutterrolle zu finden, geschweige denn diese rosa roten Muttergefühle zu entwickeln. Ich hatte damals niemanden zum Reden und habe mich für meine Gefühle sehr geschämt.

Heute würde ich es ganz anders machen. Deshalb.. wirklich toll, dass du über deine Gefühle sprechen konntest und damit ein wenig Heilung erfahren hast. Es ist nicht immer alles rosa rot!

Ich wünsche dir weiterhin alles erdenklich Gute mit deinen Twins

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Re: Schwere Zeit und Update

Antwort von Ranunkel21 am 28.05.2021, 13:22 Uhr

Danke für deine Offenheit und die Beschreibung deines/eures Weges! Ich freue mich sehr für dich und euch, dass du einen Weg gefunden hast, emotional zu deinen Babys zu finden. Ich bin auch erstaunt, wie vielfältig die Gefühle als neumama sind und wie sorgsam und verständnisvoll man tatsächlich mit sich selbst umgehen muss - oder konkreter ich mit mir - um positiv in das neue Leben zu tippeln.
alles Gute euch weiterhin!

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Re: Schwere Zeit und Update

Antwort von Erbele am 29.05.2021, 5:24 Uhr

Ein mutiger und sehr wertvoller Bericht von dir. Vielen Dank dafür und alles erdenklich Liebe und Gute für euch.
Es gibt viele Punkte, die einfach unter den Tisch gekehrt werden und den Frauen suggerieren, dass es nur ihr so geht, sei es das Thema Wochenbettdepression, körperliche Einschränkungen oder oder. Daher kann es nicht genug von ehrlichen Berichten geben.
Niemand ist allein und alles kann sein.

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Re: Schwere Zeit und Update

Antwort von Jiny84 am 31.05.2021, 1:28 Uhr

Hallo Twins2021,

Danke das du deine Erfahrung mit und teilst.
Ich freue mich dass du einen weg gefunden hast und auch aufmerksame Freunde um dich herum hast ;) die da gleich reagiert haben.

Unsere Tochter ist auch gerade mal 9Tage alt. Sie schläft viel. Seit Freitag habe ich mir vorgenommen sie bei mir auf der Brust schlafen zu legen. Auch Weil es mir so leid tat dass sie immer alleine in ihrer Wiege war. Und prompt heute durfte ich mir anhören, dass ich sie nicht verwöhnen soll. Ähhm sie ist 9Tage alt. Sie war 9Monate unter meinem Herzschlag. Ich kann sie gar nicht verwöhnen. Und auch wenn ich sie nicht mehr von der Brust bekomme, dann sei es drum.
Außerdem hatten wir beide eine traumatische Geburt hinter uns und ich wollte meinem Kind auch einfach näher sein als nur zu stillen/füttern und dann in die Wiege legen.

Ich wünsche Euch alles Gute
Und eine gute Zeit in Griechenland.

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