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Geschrieben von Murmeltiermama am 18.09.2016, 6:48 Uhr

Presse und Bautzen

Wenn man Journalisten ein paar Tage Zeit gibt für Recherche, dann kommen auch ausgewogene Berichte dabei heraus, die der Wahrheit wahrscheinlich ziemlich nahe kommen. Dieser hier zum Beispiel:

http://www.tagesspiegel.de/themen/reportage/rechte-gegen-fluechtlinge-in-sachsen-wie-kam-es-zu-den-krawallen-in-bautzen/14559504.html

Vielleicht erwarten wir auch einfach zu viel, wenn wir schon am Morgen um 6 Uhr nach irgendwelchen Ereignissen in der Nacht ausrecherchierte Artikel lesen wollen? Journalisten sind auch nur Menschen und gerade in aufgeheizter Stimmung braucht es etwas Zeit, sich ein Bild zu machen.

 
13 Antworten:

Re: Presse und Bautzen

Antwort von Lauch1 am 18.09.2016, 7:29 Uhr

Und warum schaffen es dann ausländische Medien schneller? Es gab ja ganz klare Aussagen des Polizeisprechers, von Zeugen vor Ort, etc.
Spiegel&Co wollten den Sachverhalt vor der heutigen Wahl nicht wahrhaben. That's it.

Re: Presse und Bautzen

Antwort von Murmeltiermama am 18.09.2016, 8:37 Uhr

Du kannst das nicht wissen, aber mit den Aussagen der sächsischen Polizei muss man manchmal echt vorsichtig sein. Die haben auch Pegida und Legida locker mal auf die dreifache Personenanzahl geschätzt als alle wissenschaftlichen Beobachter. Danach musste man zurück rudern. Auch werden hier gern mal Brandanschläge auf Unterkünfte nicht als rechtsextremistisch eingestuft. Was sind die denn sonst? Angewandte Architekturkritik? Man muss in Sachsen nicht links sein, um bei Aussagen der Polizei vorsichtig zu sein. Und es gab auch Zeugen, die anderes gesagt haben. So soll es schon vor Wochen Vorfälle gegeben haben, wo rechte Gruppierungen Asylbewerber durch die Stadt gejagt haben. Aber die Frage, wer angefangen hat,ist müßig. Fakt ist, dass da einiges schief gelaufen ist.

Re: Presse und Bautzen

Antwort von Murmeltiermama am 18.09.2016, 8:44 Uhr

Im Übrigen würde das doch gar keinen Sinn machen. Denkst Du, potentielle AfD-Wähler lesen Spiegel-Artikel? Oder lassen sich gar davon beeinflussen? Damit bewirkt man doch genau das Gegenteil. Und da ich Spiegel-Redakteure nicht für total bescheuert halte, wage ich mal Deine These zu bezweifeln.

Re: Presse und Bautzen

Antwort von Benedikte am 18.09.2016, 8:46 Uhr

also,
Du hast völlig recht, dass der Zwang zur quasi Echtzeitberichterstattung häufig auf Kosten von Fakten und Seriosität geht.

Wobei hier in diesem Fall die Analyse- schon meine- erste, doch sehr zutreffend war. Nämlich dass sich da die Richtigen getroffen haben. Und das stand auch in diesem TSP Beitrag. Abgehängte beider Seiten.

Und auch gute Hintergrundinfos- eben dass viele UMAs eben doch nicht minderjährig seien, dass sie aus Staaten kommen, wo sie defintitiv keine Bleibeperspektive haben usw usw usw.

Für mich immer ganz wichtig die Wohnungsfrage. Wird ja auch beim TSP erläutert.


http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/wirtschaftspolitik/dubiose-wohnungsvermittlung-wohin-nur-mit-den-fluechtlingen-in-berlin-14435823.html?printPagedArticle=true#pageIndex_2

hier stellt die FAZ nochmal dar, wie es in Berlin läuft. Eben dass Flüchtlinge 20 Prozent mehr für eine amtsfinanzierte Wohnung ausgeben können. Knapp 750 kalt für einen Dreipersonenhaushalt. Und hier herrscht wahnsinnige Wohnungsnot inzwischen- für abgehängte Einheimische bedeutet das, dass sie quasi keine Chnacen mehr auf eine neue Wohnung haben eben weil es so viel Konkurrenz gibt, die 20 % mehr zahlen können.

Beri uns klingelte ein Makler an die Türe und wollte uns beraten, "falls" wir verkaufen wollten. Ich hatte bislang unser Haus einfach innerlich im Wert fortgeschrieben, da ich nicht verkaufen will, ist mir der Wert wurscht. Nach dessen Besuch habe ich das Internet angeworfen und einiges nachgelesen. Der Bodenrichtwert in unserem Ortsteil- äußerste Ecke Berlins- ist seit Kauf 2000, wo er bei 40 bis 70 Euro lag, auf über 200 gestiegen. Rund 150 Euro mehr pro qm- und das bei uns, wo die GRZ bei 0,2 liegt, man also nur 20 Prozent des Grundes überbauen kann. Woanders ist der Wert noch mehr explodiert.Wo Du eben MFH bauen kannst und die GRZ bei 0,6 oder gar 0,8 liegt. Sprich, on unserer Straße haben wir alle mal eben 100 bis 180000 Euro gewonnen, Grundstücke alle so 700 bis 1000 qm. Schon für alle Besitzenden wenn die mal verkaufen wollen- aber wer jetzt erst sucht, muss das erstmal bezahlen. In Kombination mit der neuen Kreditrichtlinie der EU ein Drama für viele Suchende. Dazu Grunderwerbstsuern von 7 Proent. Oder auch nur 6- höchste in Deutschland jedenfalls. Sprich, man kann sich darauf verlassen, dass Wohnungen teuer bleiben.

Aber ich schweife ab. Ist halt Sonntagmorgen, die Kinder liegen noch im Bett, mein Gatte und ich habe die Wahl vorbesprochen und ich habe nun unglaublich Zeit. Fakt ist, dass die unterste Bevölkerungsscheibe- und ich weiss nicht, ob man die bei 15 oder 25 Prozent ansetzen muss, in einem direkten Verteilungskampf zu den Zuwanderern steht.

Und diesen Konflikt kann man nicht auflösen.

Und zu Bautzen- solche Vorfälle werden sich häufen. Die gibt es auch hier, nicht so groß, nicht so gewalttätig- aber im Prinzip genauso. Deutsche Arbeitslose, die sich tagsüber vollaufen lassen, Zuwanderer, die das gleiche tun und irgendwann machts bumm.

Letzte Bemerkung- ich verstehe, warum man den Flüchtlingen 20 Prozent mehr zubilligt. Das ist nicht an den Flüchtlingsstatus gebunden, sondern an den Wohnungslosenstatus ( und wohnungslos bist Du wenn Du in einer Turnhalle oder tempohome oder MuFu oder Übergangsheim wohnst). Die Einheimischen haben ja eine Wohnung, wenn auch oft keine ideale. Von daher- dient dem Ziel der Vermeidung von Obdachlosigkeit und somit der Erhaltung der öffentlichen Ordnung. Aber angesichts der faktischen Wohnungsnot hier wird diese Erklärung jedem Betroffenen Einheimischen nur wie Hohn vorkommen- weil er leidet.

Von daher- mich hat das Ereignis nicht überrascht, es wird mehr Verteilungskämpfe geben davon und wer im konkreten Fall angefangen hat, hier eben ein Asylbewerber, ist ziemlich unerheblich.

Benedikte

Re: Presse und Bautzen

Antwort von Joplin am 18.09.2016, 8:48 Uhr

Also, ich war auch sehr erstaunt. Es las sich so, dass wochenlang Flüchtlinge von Rechten schikaniert wurden. Und sich dann wehrten. Was ich verstehen konnte. (Zeit)

Dann las ich woanders, dass Flüchtlinge wochenlang Anwohner belästigt haben und zudem ständig betrunken waren. (Ich glaube Tagesschau oder Spiegel. Ich lese definitiv keine Hetzblatter!)

Ich frage mich, wie es sein kann, dass minderjährige Flüchtlinge an Alkohol kommen. Gibt es da keine Betreuer, werden die sich selber überlassen?

Dann frage ich mich, wie es so weit eskalieren konnte und,um beim Thema zu bleiben, ob, diese unterschiedliche Berichterstattung tatsächlich wegen Zeitmangel statt findet (unsaubere Recherche) Oder ob die Meinung der Menschen in die eine oder andere Richtung gelenkt werden soll,.

Ersteres wäre verständlich.. Letzteres sehr erschreckend!

Was mich auch erschreckt :im Moment fliegt uns die Willkommenskultur massiv um die Ohren. Was vor einem Jahr immer wieder in den Medien gepredigt wurde "es kommen nur arme Kriegsfluchtlinge die sich sehr gerne integrieren wollen, es ist alles unter Kontrolle, Terroristen sind nicht darunter. Warum sollten die?" u.s.w.Die Mär vom Facharbeiter muss ich nicht erwähnen?!?

Jedenfalls gab später sogar Klaus Kleber zu er hätte im Eifer des Gerechtes für die "gute Sache" vielleicht nicht mehr so objektiv berichtet.

Ich meine, Hallo, sogar hier im Forum wird von "dunklen Seiten) schwadroniert, was soll denn da in einer solchen aufgeheizten Stimmung an Sachlichkeit herauskommen? In den Medien war es ähnlich.

Jetzt, nach Köln, nach mehreren Terroranschlagen, nachdem in Flüchtlingsunterkünften Schläferzellen ausgehoben wurden kommt jetzt Noch die Nachricht, dass das Bamf die Pässe sehr schlampig kontrolliert hat, wenn überhaupt und dass jetzt Bundesländer eine Nachkontrolle fordern weil sehr viele mit gefälschten Pässen ankamen bzw. Den Pass weggeworfen haben.

Da waren im Herbst krasse, eigentlich untragbare Zustände. Aber man durfte eigentlich nichts kritisches anbringen, denn der Tenor war" wir schaffen das "

Jetzt sind die Medien ruhiger geworden, habe ich den Eindruck. Die ganz großen Versuche, die Meinung in eine Richtung zu lenken, gibt es nicht mehr. Vielleicht hat man gemerkt, dass es der falsche Weg war und man dadurch sogar die Rechten gestärkt hat.

Anstatt gleich objektiv zu sein, ohne diese Euphorie, einfsch sachlich, rational, ehrlich. Das hätten sich die Menschen gewünscht. Wer will schon einen "gut gegen böse Kampf"?

Das war alles nicht gut. Die Medien kämpfen jetzt mit einer riesigen Vertrauenskrise. Das haben sie sich selber zuzuschreiben. Medien müssen objektiv sein.seriose Medien jedenfalls.

Re: Presse und Bautzen

Antwort von Joplin am 18.09.2016, 8:48 Uhr

Also, ich war auch sehr erstaunt. Es las sich so, dass wochenlang Flüchtlinge von Rechten schikaniert wurden. Und sich dann wehrten. Was ich verstehen konnte. (Zeit)

Dann las ich woanders, dass Flüchtlinge wochenlang Anwohner belästigt haben und zudem ständig betrunken waren. (Ich glaube Tagesschau oder Spiegel. Ich lese definitiv keine Hetzblatter!)

Ich frage mich, wie es sein kann, dass minderjährige Flüchtlinge an Alkohol kommen. Gibt es da keine Betreuer, werden die sich selber überlassen?

Dann frage ich mich, wie es so weit eskalieren konnte und,um beim Thema zu bleiben, ob, diese unterschiedliche Berichterstattung tatsächlich wegen Zeitmangel statt findet (unsaubere Recherche) Oder ob die Meinung der Menschen in die eine oder andere Richtung gelenkt werden soll,.

Ersteres wäre verständlich.. Letzteres sehr erschreckend!

Was mich auch erschreckt :im Moment fliegt uns die Willkommenskultur massiv um die Ohren. Was vor einem Jahr immer wieder in den Medien gepredigt wurde "es kommen nur arme Kriegsfluchtlinge die sich sehr gerne integrieren wollen, es ist alles unter Kontrolle, Terroristen sind nicht darunter. Warum sollten die?" u.s.w.Die Mär vom Facharbeiter muss ich nicht erwähnen?!?

Jedenfalls gab später sogar Klaus Kleber zu er hätte im Eifer des Gerechtes für die "gute Sache" vielleicht nicht mehr so objektiv berichtet.

Ich meine, Hallo, sogar hier im Forum wird von "dunklen Seiten) schwadroniert, was soll denn da in einer solchen aufgeheizten Stimmung an Sachlichkeit herauskommen? In den Medien war es ähnlich.

Jetzt, nach Köln, nach mehreren Terroranschlagen, nachdem in Flüchtlingsunterkünften Schläferzellen ausgehoben wurden kommt jetzt Noch die Nachricht, dass das Bamf die Pässe sehr schlampig kontrolliert hat, wenn überhaupt und dass jetzt Bundesländer eine Nachkontrolle fordern weil sehr viele mit gefälschten Pässen ankamen bzw. Den Pass weggeworfen haben.

Da waren im Herbst krasse, eigentlich untragbare Zustände. Aber man durfte eigentlich nichts kritisches anbringen, denn der Tenor war" wir schaffen das "

Jetzt sind die Medien ruhiger geworden, habe ich den Eindruck. Die ganz großen Versuche, die Meinung in eine Richtung zu lenken, gibt es nicht mehr. Vielleicht hat man gemerkt, dass es der falsche Weg war und man dadurch sogar die Rechten gestärkt hat.

Anstatt gleich objektiv zu sein, ohne diese Euphorie, einfsch sachlich, rational, ehrlich. Das hätten sich die Menschen gewünscht. Wer will schon einen "gut gegen böse Kampf"?

Das war alles nicht gut. Die Medien kämpfen jetzt mit einer riesigen Vertrauenskrise. Das haben sie sich selber zuzuschreiben. Medien müssen objektiv sein.seriose Medien jedenfalls.

Re: Presse und Bautzen

Antwort von Lauch1 am 18.09.2016, 9:08 Uhr

Wenn man der Polizei in bestimmten Bundesländern nicht glauben kann, bleibe ich bei dem, was ich vor Tage geschrieben habe: Überforderung.
Aber Köln liegt eher nicht im Osten, oder?

Re: Presse und Bautzen

Antwort von Murmeltiermama am 18.09.2016, 9:14 Uhr

In Köln gab es möglicherweise politische Anweisungen für die Berichte der Polizei. Das ist absolut inakzeptabel. Dort sollte ja vertuscht werden. Zumindest das wäre mit der sächsischen Polizei nicht passiert.

Wir haben einen Bekannten bei der sächsischen Polizei und der sagt, dass hier bestimmt 70 Prozent der Kollegen offen rassistisch sind und auch jede Art von "linker Demo" (ich meine nicht gewalttätige Autonome, sondern die normalen Gegendemos bei rechten Demos, zu denen Kirchen und Verbände aufrufen) mit großem Argwohn und Ablehnung betrachten.

Re: Presse und Bautzen

Antwort von Lauch1 am 18.09.2016, 9:21 Uhr

Also meine Meinung zu den deutschen Qualitätsmedien hat sich in diesem Jahr deutlich geändert. Ich weiß also nicht so recht, ob ich eher dem gehässigen FAZ Artikel oder dem ö Kanzleramt glauben soll. Über den türkischen Hackerangriff auf den Wiener Flughafen habe ich nichts in deutschen Medien gelesen. Zumindest wäre mir nichts ins Auge gesprungen.

Re: Presse und Bautzen

Antwort von Danyshope am 18.09.2016, 9:50 Uhr

Es gab auch schon am Tag danach Medien welche es scheinbar recht genau wieder gegeben haben, nämlich das es zwar von den Flüchtlingen ausging, das es aber als Folge der dauernden Provokation und des Kampfes 1-2 Tage vorher anzusehen ist. Und auch das die Flüchtlinge selbst nach Einmischung durch die Polizei weiter durch die Stadt gejagt worden sind und ein Rettungswagen nicht einmal anfangs bis zum Flüchtlingsheim durchgelassen worden ist. Nichts von die eine Seite ist besser wie die andere.

Re: Presse und Bautzen

Antwort von Lauch1 am 18.09.2016, 9:56 Uhr

Und wie soll ein Staat unter diesen Voraussetzungen funktionieren?

Re: Presse und Bautzen

Antwort von stjerne am 18.09.2016, 10:50 Uhr

*** Angewandte Architekturkritik?***
Natürlich ist das eigentlich kein Thema zum lachen, aber der war trotzdem gut, kicher.

Re: Presse und Bautzen

Antwort von Leena am 18.09.2016, 15:18 Uhr

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