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Geschrieben von betty71 am 14.05.2014, 17:23 Uhr zurück

Nochmal Dyskalkulie mit Erklärung

Ganz herzlichen Dank an alle, die mir weiter unten geantwortet haben!

Mein Sohn hat schon bei der Einschulungsuntersuchung leichte Defizite bei der Mengenerfassung. In der Schule ist er ansonsten ein guter Schüler und er geht auch gerne. In Mathe fehlt m.E. das Zahlenverständnis zumindest teilweise. Wenn er 10 - 2 rechnen soll, fragt er mich, bei welcher Zahl er mit dem Zählen beginnen soll. Das Ergebnis kann also alles zwischen 7 und 9 sein. Addition klappt wesentlich besser als Subtraktion. Beim Rechnen 16-9 hat er Probleme mit dem Zehnerübergang. Das Zerlegen der 9 in 6 und 3 bereitet ihm Probleme. Generell Zahlen zerlegen ist holprig. Wenn er einen Anfang gefunden hat, geht es, aber ich glaube manchmal, er spult dann einen Automatismus ab, jedoch ohne wirklich zu verstehen, warum er dies so macht. Er vertauscht auch mal Addition mit Subtraktion, das könnte aber auch ein Konzentrationsthema sein.

Er erfasst eine Menge nicht beim Hinsehen. Wenn er z.B. 5 Eier aus der Packung holen soll, zählt er sie entsprechend ab. Vor einiger Zeit, als die Stifte in seiner Federmappe nicht mehr zum Abzählen reichten, zählte er imaginäre Punkte am Himmel (Lehrerin: er träumt und guckt aus dem Fenster. Er: ich träume nicht, ich zähle Punkte ab) oder Punkte auf der Tasse oder Streifen auf dem Hemd...
Er versteht nicht, dass er nicht 2014 geboren ist, sondern 2007, weil an der Tafel "xx. April 2014" stand und das ist ja sein Geburtstag.

Aus all diesen Dingen entnehme ich, dass es ein Problem gibt. Er war bis vor einem knappen Jahr beidhändig unterwegs und hat sich nach 20 Ergo-Stunden auf die linke Hand als Schreibhand festgelegt. Viele andere Dinge macht er aber mit rechts. Er vertauscht zum Teil noch immer "d" und "b", sowohl beim Schreiben als auch beim Lesen. Beim Lesen korrigiert er sich aber durch den Wortsinn sofort selber.

Der Besuch beim Kinderpsychiater, der an sich auch testet, verlief erfolglos, da der Test am Ende der 1. Klasse noch zu früh sei. Aber man könne auf ADS / ADHS testen und im Falle eines positiven Tests gibt es hilfreiche Medikamente. Dort waren wir nicht mehr.

Die Schulpsychologin sagte mir ebenfalls, dass in der 1. Klasse nicht getestet wird. Erst ab fortgeschrittener 2. Klasse würden sie aktiv werden. Die 1. Klasse sei im Übrigen nur dazu bestimmt, sich in der Schule zurecht zu finden. Ich solle ihn nicht überfordern und ihm Zeit geben. Das ist eine tolle Aussage, wenn man sieht, dass das eigene Kind immer mehr den Anschluss verliert.

Bleibt noch eine Testung im Mathematisch lerntherapeutischen Institut (hier. Düsseldorf), die in der kommenden Woche ansteht. Kostet allerdings 300 € nur für den Test und die Auswertung. Und falls es tatsächlich noch zu früh sein sollte, würde ich mir das Geld auch gerne sparen. Andererseits würde ich es gerne ausgeben, falls es uns weiterbringt. Da die monatlichen Therapiekosten dann allerdings 240 € betragen, ist die Frage schon interessant.

Und bei den Lerntherapeuten bin ich auch schon darauf gekommen, dass dies kein geschützter Begriff ist, sondern sich (fast) jeder unabhängig der Qualifikation so nennen darf. Das macht die Suche nach einer entsprechenden Unterstützung sehr schwer.

Zu Hause baue ich das Rechnen in fast alles ein, ob beim Kochen, beim Autofahren, beim Einkaufen. Da mein Sohn allerdings in der Ganztagsbetreuung ist und auch dort seine Hausaufgaben macht (und oft genug Einträge bekommt, weil er stört, die Hausaufgaben nicht macht oder nicht fertig wird / fast immer bei Mathe), fangen wir oft nach 17 Uhr an, die Dinge noch einmal zu rechnen. Alles etwas unentspannt und es sind dann alle müde.

Insoweit schwanke ich nun noch, ob ich den (teuren) Test in der kommenden Woche absage und tatsächlich noch dieses Schuljahr abwarte. Da ich insgesamt aber gute Fortschritte sehe, bin ich selber von einer Dyskalkulie nicht ganz überzeugt, möchte aber eben auch nicht den Punkt verpassen, an dem man hätte anfangen müssen.

Viele Grüße
betty71

 

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