ADHS - ADS

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Geschrieben von Mucksilia am 06.02.2020, 15:42 Uhr

Wieder ich ...

Heute war in der Schule Hilfeplangespräch. Klassenlehrerin, I-Helferin, Jugendamt u wir Eltern (wegen der Fortführung der I-Hilfe).
Gespräch war recht positiv, in der Schule klappt es bestens, was ja toll ist (bis auf ein paar Dinge wie fehlende Radiergummi u manchmal falsche Hausaufgaben). Der I-Helfer wurde weiter bewilligt, weil ein Schulwechsel auf die weiterführende Schule ansteht.

So, am Ende geht es um einen neuen Termin im nächsten Schuljahr, da sagt die Klassenlehrerin:"Nächstes Jahr bin ich weg. Da habe ich ein Sabbatjahr. Auch wegen dem XY (meinem Sohn). Wenn ich bei meinem Psychologen bin, fällt der Name XY ja schon öfter. Lehrer mit I-Helfer-Kinder sollten auch vom Jugendamt unterstützt werden."

BOOOAAHH.
Ich finde das eine Unverschämtheit. Sie kann doch nicht meinem Kind die Schuld geben, dass sie ausgebrannt ist. Dann hätte sie den Beruf nicht ergreifen dürfen - zumal es ja die ganze Zeit hieß, es klappt gut. Und der I-Helfer sie noch unterstützt.

Dann kam XY aus der Schule und hat erzählt, die Klassenlehrerin wollte jetzt wegen AB und CD (also zwei weiteren Kindern) das Jugendamt einschalten - hätte sie heute angekündigt. Die wären ja unmöglich und würden die ganze Klasse stören.

Ob die dann auch Schuld sind, dass die Gute ein Sabbatjahr nimmt?

Ich finde die Aussage echt so richtig gemein.

 
8 Antworten:

Re: Wieder ich ...

Antwort von ohno am 06.02.2020, 17:54 Uhr

Ich will die Erschöpfung der Lehrerin nicht unter den Scheffel kehren. Aber sie ist doch etwas entlastet, wenn eine Teilhabeassistenz in der Klasse ist, die sich um das betreffende Kind kümmert, von daher verstehe ich das jetzt nicht so ganz... So eine Aussage hätte selbstverständlich nicht sein müssen. Hast Du Ihr etwas entgegnet?

Wahrscheinlich wird sie das freie Jahr tatsächlich brauchen, da sie ja auch in andere Schülerrichtungen poltert.

Schön, dass Ihr eine I-Kraft habt. Nur auf die reine ADHS-Diagnose hin bewilligt? Ich hoffe, wir schaffen das noch, mir rennt die Zeit davon, Kindi ist ja schon in der 3.

Gestern habe ich an Dich gedacht. Sie hat mich beim Duschen nach dem Haarewaschen rausgeschickt, sie könnte den Rest gaaaanz alleine... Nunja, ich habe sie Singen gehört und die Dusche lief und lief und lief. Als ich denn einen Blick ins Bad warf, war alles an Seife und Duschgel samt Shampoo vermischt und die Fliesen damit "geputzt"... Natürlich hat sie vergessen, sich zu waschen... Später nach dem Abendessen war die im Bad beim Zähneputzen. So der Plan. Kind kam aber nicht wieder, und auf mein Rufen kam dann die Antwort, dass sie sich aus Versehen die Nägel lackiert hat .

VG ohno

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Re: Wieder ich ...

Antwort von Paperlapapap am 06.02.2020, 19:55 Uhr

Das ist verletzend.
Ich find es auch irgendwie unprofessionell das Dir zu sagen (egal ob es jetzt mit einfließt oder nicht); du hast Dir schließlich das Paket ADHS nicht dazu gebucht.
Was mit aber einfällt: ein Sabbatjahr beantragt man in der Regel relativ weit voraus. Möglicherweise war es auch nur äußerst unglücklich von ihr ausgedrückt.
Trotz allem nicht schön für dich, mich würd es auch treffen.

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Re: Wieder ich ...

Antwort von luvi am 07.02.2020, 0:24 Uhr

Hallo,
Das Sabbatjahr nimmt die Lehrerin sicher nicht wegen deinem Kind und auch nicht wegen der anderen. Zieht euch den Schuh bloß nicht an.
Wenn sie burnt-out hätte, würde sie sich krank schreiben lassen.

Im Bekanntenkreis nimmt eine Lehrerin gerade ein Sabbatjahr. Das ist seit langem geplant und wurde auch so genehmigt. Diese Möglichkeit gibt es für Lehrer. Meine Bekannte hat dafür mehrere Jahre mehr Stunden gearbeitet (dabei aber das gleiche verdient wie vorher), diese "Überstunden" feiert sie jetzt ab und bekommt weiterhin Gehalt.

Ich finde die Aussage der Lehrerin unverschämt, auch wenn sie als Witz gedacht war. So was geht gar nicht und ist äußerst unprofessionell. Auch die Aussage, dass sie das Jugendamt einschalten will geht gar nicht. Schon aus Datenschutzgründen.

Ich würde ein weiteres Gespräch mit der Lehrerin suchen und das Thema ansprechen. Ihr auch klar machen, was ihre Aussage bei euch ausgelöst hat, gerade weil ihr vorher gut zusammen gearbeitet hat.

Klar ist der Beruf des Lehrers nicht einfach, aber sie haben ihn sich selbst ausgesucht.

LG luvi

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Re: Wieder ich ...

Antwort von Mucksilia am 07.02.2020, 10:21 Uhr

Vielen Dank für Eure Beiträge, die mir zeigen, dass ich nicht überempfindlich bin.
Nein, sie hat es nicht als Spass gesagt, sondern war ziemlich aggressiv. Das war ihre erste Klasse (an unserer Schule zumindest), ich habe sie eigentlich immer als engagiert und meinem Sohn zugewandt wargenommen.
Wir (mein Mann war auch mit) haben dazu nichts gesagt. Zum einen wollte ich kein Öl ins Feuer schütteln (da sie ja ziemlich aufgebracht war, wenn ich auch nicht recht weiß, warum). Zum anderen geht mein Sohn da noch bis Sommer hin und solange soll es ihm gutgehen. Sobald ich merke, dass er sich unwohl fühlt (weil sie derartiges zu ihm sagt/ es ihn spüren lässt) würde ich eingreifen.
Ach, mein armer Schatz, ich mach mir da jetzt schon Sorgen, dass e ihm nicht gut geht (zumal ich ja schon vorher geschrieben hatte, dass er im Moment nicht gut drauf ist). Seine Schwester ist am Wochenende nicht da und wir werden ihn mal so richtig verwöhnen.

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I-Helfer

Antwort von Mucksilia am 07.02.2020, 10:27 Uhr

Als er in der 3. Klasse kam, klappte es nicht gut. Die Medis waren nicht richtig eingestellt und er hatte Schwierigkeiten in der Schule. Wir haben uns daraufhin total reingespreißelt und er kam im Oktober für vier Monate in eine Tagesklinik. Es ist uns zwar schwer gefallen, war aber die goldrichtige Entscheidung. Das hat ihm den Wendepunkt gebracht.
Als er da war haben wir auf Rat der Psychologin direkt für die Rückkehr den I-Helfer beantragt. In die Begründung haben wir geschrieben, dass es keinen Sinn macht, wenn er erst ohne zurück kommt und dann wieder in die alten Verhaltensmuster zurückfällt.
Das Jugendamt hat erst gemauert, ich habe aber schriftlich mit Klage gedroht. Dann ging es ganz schnell und mit Rückkehr in die Schule kam der I-Helfer. Gestern wurde auch wieder gesagt, wie viel dass bringt.
Und nein, er hat nichts anderes, "nur" ADHS. Ansonsten ausgesprochen schlau, was ihm aber nichts hilft.

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Re: Wieder ich ...

Antwort von desireekk am 07.02.2020, 12:39 Uhr

Hallo,

Ich möchte nur einen Satz aus deinem letzten Posting aufgreifen:
Gebe niemals klein bei, nur weil dein Kind es mit dieser Person ja noch eine Weile aushalten muss!
Nur weil man für sein Kind eintritt, haben die anderen Erwachsenen das niemals das Kind spüren zu lassen!

Und das habe ich immer ganz freundlich lächelnd auch so klar gemacht.

Wenn sie mit irgendetwas nicht einverstanden sind können Sie sich gerne an mich wenden, aber beim Kind hat das nichts zu suchen.

In der nächsten Schule werden die Lehrer das Kind noch viel länger begleiten, weil die weiterführende Schule ja länger besucht wird.
Da kann einem der Mathe – oder Deutschlehrer immer wieder über die Füße laufen.

Ich setze die Rechte meines Kindes durch, das ist mein Job als Eltern.
Wer da mit dem beruflichen Bereich unprofessionell umgeht, kann sich gerne mit mir und seinem Vorgesetzten unterhalten.

Alles Liebe

D

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Re: Wieder ich ...

Antwort von Summer80 am 07.02.2020, 19:34 Uhr

Ich finde die Aussage auch unglücklich bis unmöglich. Es gibt ja eine Diagnose und dadurch eine Begründung. Es hat ja nichts mit dem Elternhaus zu tun. Euer Kind kann einfach nicht anders.

Trotzdem möchte ich noch etwas anmerken (was die Lehrerin nicht in Schutz nehmen soll!!! So etwas zu Eltern zu sagen gehört sich nicht!):
Du schriebst, es sei die erste Klasse der Lehrerin gewesen. Daher ist sie wahrscheinlich noch sehr jung und unerfahren. Zudem wird man im Studium auf solche Arbeit mit Kindern mit erhöhtem Betreuungsbedarf nicht vorbereitet. Vermutlich hatte sie bis dato mit ADHS noch keinerlei Berührungspunkte. Das kann natürlich überfordernd auf eine so junge Lehrerin wirken. Du hast geschrieben, sie sei sehr engagiert. Vielleicht nimmt sie auch unheimlich viel gedanklich mit nach Hause. Durch ihre Formulierung "auch wegen XY" lese ich heraus, dass sie ihn nicht alleine meinte... die Aussage mit dem Jugendamt in zwei Fällen bestärkt diese Interpretation.

Ihr seid in die Krankheit eures Sohnes "hineingewachsen". Sie musste das von einen auf den anderen Tag "händeln".

Ich möchte sie wirklich nicht in Schutz nehmen!!!!!!!! So etwas gegenüber den Eltern zu formulieren, gehört sich nicht. Ich wollte nur den Blick etwas dafür öffnen, dass es natürlich sein kann, dass sie von der Situation wirklich derart permanent überfordert ist, dass sie ein Sabbatical nehmen möchte. Dass sie zur Therapie geht, stützt diese Vermutung. Sie ist auf diese Arbeit nicht vorbereitet worden und damit überfordert.

Das ist natürlich nicht (niemals!) die Schuld deines Sohnes!!!! Aber vielleicht könnt ihr sie so etwas besser verstehen bzw. etwas milder urteilen.

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Nimms nicht persönlich

Antwort von Benedikte am 08.02.2020, 15:34 Uhr

Mein Mann ist auch Lehrer. Lehrer und nicht Sozialpädagoge- aber das wird bei vielen Planungen überhaupt nicht berücksichtigt. Er hat auch einen ADHSler gehabt-der eben ADHS hatte. Hat sich auf dem Boden gewälzt, ist im Unterricht herumgelaufen, wift dann Zeug aus dem Fenster im Unterricht, redet dazwischen, kann natürlich dem Unterricht nicht richtig folgen, lässt mit seiner ADHS kaum Unterrichtsgeschehen zu, die ganze Klasse wird gestört-kurzum. völlig untherapiert und der macht die Lehrer platt. Die dann ja auch von anderen Eltern Druck kriegen. Das ist einfach schwer-manche Kinder sind eben nicht in den Regelunterricht zu integrieren. Was ich sagen will- zu den Bemerkungen oben, Lehrer hätten sich das ausgesucht- nein, haben sie im Regelfall nicht. Mein Mann ist für Sek 2 ausgebildet, Gymnasiasten, lernwillig und lernfähig. Mit Kindern mit Defiziten haben die meisten Gymnasiallehrer keine Erfahrung, Ausbildung, Vorbereitung, die werden untergejubelt. Sitzen dann in großen Klassen, …..

aber ich schweife ab. Nimms nicht persönlich, das Unterrichten vieler Kinder ist nicht einfach, da plant man schonmal ein sabbatical, zumal man als Lehrer sicher sein kann, als verbeamteter zumal, dass die Stelle auch im Jahr später noch da ist.

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