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Geschrieben von Cure am 23.03.2011, 14:01 Uhr

Quereinstieg Waldorfschule - Wiederholung Klasse 8 Realschule

Hallo Zusammen!

Mein Sohn, der im Mai 14 wird, hat eigentlich schon seit der fünften Klasse Probleme mit der Schule bzw. mit den Lehrern und der Art und Weise, wie an einer Regelschule mit Problemen umgegangen wird. Er ist ein schlauer Kerl, an sich auch wirklich nett und in Ordung, sehr sozial, spielt Fussball im Verein seit fast 7 Jahren und privat haben wir mit ihm keine Probleme.

Er ist allerdings auch fürchterlich faul und vergesslich. Die Lehrer sind offensichtlich mit einer Horde pubertierender maßlos überfordert (ich war selbst an dieser Schule, damals waren aber die Lehrer noch Respektspersonen, die neue Generation schreibt dauernd Briefe und lässt nachsitzen).

Er muss also ständig nachsitzen, bekommt schlechte Noten und hat gelernt, dass er mit diesem Verhalten auch noch irgendwie durchkommt und ein Aufwand sowieso nicht belohnt wird. Er hat seinen Ruf und kann sich anstrengen wie er will, er kommt einfach nicht mehr an und bekommt auch keinerlei Unterstützung mehr von seinen Lehrern.

Wir waren im Laufe der Jahre bei der Erziehungsberatung, beim Jugendamt, sogar bei einer Kinderpsychiaterin, die eine ADS diagnostizierte und uns kurzerhand Ritalin verschreiben wollte, was wir aber dann ablehnten. Als dann schließlich eine Konferenz abgehalten wurde, zu der wir mussten, und bei der mich der Schulleiter noch als dummes Kind darstellte, hatte ich erst mal so richtig die Nase voll von der Schule. Aber ich dachte mir, mein Sohn wird schon daraus gelernt haben und vielleicht wird es besser.

Jetzt haben wir eindeutig die Faxen dicke. Da ich mich in der Verantwortung sehe, meinem Sohn die bestmögliche Ausbildung zu gewährleisten, die er bekommen kann und die er mit seinen Fähigkeiten und Talenten bewerkstelligen kann, haben wir uns überlegt, ihn zum Schuljahreswechsel auf die Waldorfschule gehen zu lassen. Er würde dann dort allerdings die 8. Klasse wiederholen, da in der neunten ja auch schon Praktika anstehen etc. und der Wechsel ja erstmal genug ist.

Hat jemand von Euch Erfahrung damit?

Dort könnte er sein Abitur machen, ich glaube nicht, dass er nach der 10. Klasse Realschule noch auf ein Gymnasium wechseln könnte, da er sicher die Qualifikation nicht schafft.

Und da es ja neuerdings das Zentralabitur gibt, ist dieser Abschluss genauso viel Wert, wie auf einer anderen Schule.

Natürlich muss er dort auch lernen, vielleicht sogar noch mehr, aber er würde vielleicht wieder Spaß daran finden und vor allem würde er als Mensch respektiert und nicht aufgrund seiner Fehler stigmatisiert. Was denkt Ihr? Hat vielleicht jemand Erfahrung mit einem solchen Wechsel?

Ich weiß, das es auch einige ehemalige Waldorfschüler gibt, die ihre Schulzeit gehasst haben, aber da gibt es genauso viele ehem. Gymnasiasten, Hauptschüler oder sonstwas. Mir geht es darum zu erfahren, ob ein solcher Wechsel schon bei jemandem von Euch stattgefunden hat und was ihr dazu meint.

Viele Grüße und danke für Eure Antworten!

 
30 Antworten:

Re: Quereinstieg Waldorfschule - Wiederholung Klasse 8 Realschule

Antwort von Schreckschraube am 23.03.2011, 15:14 Uhr

"Er ist allerdings auch fürchterlich faul und vergesslich. Die Lehrer sind offensichtlich mit einer Horde pubertierender maßlos überfordert (ich war selbst an dieser Schule, damals waren aber die Lehrer noch Respektspersonen, die neue Generation schreibt dauernd Briefe und lässt nachsitzen)."

Sorry, aber das hört sich jetzt an, als suchtest du nach einer Schule, an der er weiter frech sein darf.
Steht ja schon mal fest, dass es an der heutigen Lehrergeneration liegt...

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Vergiss es

Antwort von Phase1 am 23.03.2011, 15:37 Uhr

...wenn du dir davon mehr kompetentes Durchgreifen und Förderung durch die Lehrer versprichst - vergiss es.

" Die Lehrer sind offensichtlich mit einer Horde pubertierender maßlos überfordert "

Das ist bei Waldorflehrern aufgrund der Philosophie nochmal ein ganzes Kaliber schlimmer, grade bei den Pubertierenden...

"(ich war selbst an dieser Schule, damals waren aber die Lehrer noch Respektspersonen, die neue Generation schreibt dauernd Briefe und lässt nachsitzen). "

Dass das vielleicht mehr an der neuen Schülergeneration als an der neuen Lehrergeneration liegen könnte, kommt dir eher nicht in den Sinn?

"Er würde dann dort allerdings die 8. Klasse wiederholen, da in der neunten ja auch schon Praktika anstehen etc. und der Wechsel ja erstmal genug ist. "

Vom Lernstoff her sehe ich da die geringsten Probleme. Auch in den Fremdsprachen (die ja in Waldorfschulen ab der ersten Klasse "unterrichtet" werden) wird, kann er sicher gut mithalten. Denn das Lernniveau liegt in etwa zwischen Haupt- und Sonderschule.
Nach 6 Schuljahren haben Waldorfschüler z.B. in Englisch und Französisch den Stoff vom 1. Lernjahr Gym/Realschule drauf. Mehr nicht. Ansonsten kann man grob sagen, dass sie in der 4. Klasse bereits 1- 1,5 Jahre gegenüber dem staatlichen Grundschul-Lehrplan (Bayern) zurückliegen und in der 6. Klasse in etwa 2- 2,5 Jahre gegenüber Gym/Real. Die Schere öffnet sich natürlich noch weiter, je höher die Klasse.

"Hat jemand von Euch Erfahrung damit? "

Ja, mit dem umgekehrten Weg von der Waldorfschule zum staatlichen Schulsystem.

"Dort könnte er sein Abitur machen "

Sei dir dessen nicht so sicher. Waldorfschulen haben zwar meist einen ganz passablen Abi-Schnitt, aber die Schüler, die überhaupt erst zum Abi zugelassen werden, werden natürlich vorher gründlichst aussortiert. So werden die Statistiken geschönt.
Da gab es schon Eltern-Schüler-Lehrer-Gespräche, bei denen bittere Tränen geflossen sind und harte Worte gewechselt wurden, weil die Eltern plötzlich aus allen Wolken fielen, dass ihr 12.-Klässler plötzlich große Wissenslücken hat und das Abitur überhaupt nicht in Frage kommt. Diese Schüler machen dann nach ganzen 13 Jahren die Mittlere Reife oder den Hauptschulabschluss - oder in Einzelfällen schaffen sie noch nichtmal das und stehen dann ohne jeglichen staatlich anerkannten Abschluss da.

"ich glaube nicht, dass er nach der 10. Klasse Realschule noch auf ein Gymnasium wechseln könnte, da er sicher die Qualifikation nicht schafft "

Wenn er das nicht schafft, warum sollte er dann an der Waldorfschule das externe Abitur schaffen? Dieses Abitur, was die dort machen, ist quasi ein forciertes Crash-Abitur, das den eigentlichen Grundsätzen der Waldorfpädagogik völlig zuwiderläuft. In der 13. Klasse wird nur noch auf die Prüfungen gepaukt und eingetrichtert, was in diesem relativ kurzen Zeitraum von einem 3/4 Jahr nur geht. Meist mit Hilfe intensiver elterlicher Hilfe innerhalb der privilegierten Akademiker-Elternhäuser (die sich an Waldorfschulen überproportional häufig finden - und auch das schönt die Statistik) oder teurer Nachhilfestunden und professioneller Paukstudios, die natürlich auch nur für besser Betuchte erschwinglich sind.
Also, mit Spiel und Spaß zum Abitur, so wie du und viele Andere sich das vorstellen - nee, is nich!

"und vor allem würde er als Mensch respektiert und nicht aufgrund seiner Fehler stigmatisiert "

Huahuahuahaha...

" Ich weiß, das es auch einige ehemalige Waldorfschüler gibt, die ihre Schulzeit gehasst haben, aber da gibt es genauso viele ehem. Gymnasiasten"

Ich kann natürlich nur für meine Kinder sprechen - und die sind aufgeblüht, als ich sie von der Waldorfschule genommen habe.

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@SChreckschraube

Antwort von Cure am 23.03.2011, 15:50 Uhr

Hallo,

ich dachte mir, das ich kritische Antworten bekomme. Natürlich ist es nicht so, dass er grundsätzlich nichts an seiner Art und Weise ändern muss. Es liegt auch an den Schülern, nicht nur an den Lehrern, aber ich habe einfach festgestellt, dass die Lehrer der älteren Generation sich einfach noch anders Respekt zu verschaffen wussten, und dass ohne Geschrei oder Drohungen, sondern einfach weil sie Persönlichkeiten dargestellt haben.

Das gibt es sicher noch bei jungen Lehrern, aber an dieser Schule sind einfach viele Lehrer wirklich verweichlichte, schüchterne Menschen, die sich von 12-jäöhrigen auf der Nase herum tanzen lassen.

Und nach zwei, drei Ermahnungen drucken sie dann ein Worddokument aus, welches schon im Computer gespeichert ist und geben es ab. Das finde ich einfach schrecklich.

Gut, aber hast Du nun Erfahrung oder nicht?

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@phase1

Antwort von Cure am 23.03.2011, 15:59 Uhr

Hallo, erstmal vielen Dank für Deine ausführliche Antwort. Du scheinst ja wirklich nur schlechte Erfahrungen gemacht zu haben.

Ich wusste, dass ich kritische Antworten bekommen würde, ich bitte aber auch darum, zu berücksichtigen, dass man natürlich in einem solchen Thread nicht alles schreiben kann, was die Gesamtsituation ausmacht. Selbstverständlich will ich nicht eine Schule für meinen Sohn heraus suchen, auf der er nichts mehr tun muss und auf der er das Abi geschenkt bekommt. Soweit kann ich auch denken, habe übrigens selbst das Abitur gemacht ;-).

Mir geht es einfach darum, dass ich eine Schule suche, auf der er nicht permanent frustriert wird. Klar, zum größten Teil liegt es an ihm, er ist schließlich faul. Nichtsdestotrotz ist er halt auch ein pubertierender Junge, und er denkt jetzt noch nicht an morgen. Das haben wir alle in dem Alter nicht getan. Und da wünsche ich mir einfach Lehrer, die das wissen und berücksichtigen.

Er muss für sein Fehlverhalten zur Rechenschaft gezogen werden, aber er hat auch eine oder mehrere Chancen verdient. Und diese Lehrer dort haben es offensichtlich nicht nötig. Er kann noch so viel im Unterricht beitragen oder sich melden, er hat dort einfach keinen guten Stand mehr aufgrund der Vorgeschichte. Ich will für meinen Sohn erreichen, dass er ernst genommen wird und seine Ressourcen ausschöpfen kann.

Das mit dem Abitur wusste ich nicht, ich dachte, es wäre automatisch so, dass die Kinder dort zum Abi zugelassen werden, wenn der Schnitt stimmt.

Ich habe bewusst nach Erfahrungen gefragt, und es ist schön, dass Du mir Deine versucht hast, mitzuteilen.

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Re: @SChreckschraube

Antwort von Schreckschraube am 23.03.2011, 16:19 Uhr

Ich habe Erfahrungen mit der heutigen Lehrergeneration, denn ich gehöre dazu. Und mit dem Ausdrucken von Word-Dokumenten, warum auch sollte man jede Frechheit mit der Hand dokumentieren, zumal sich ja einiges oft genug wiederholt?

Im Ernst, ich weiß, das klingt fies. Aber du bist in der Schule nicht dabei. Ich weiß, dass jeder Schüler bei uns von jetzt auf gleich zeigen könnte, dass er sich jetzt am Riemen reißt. WIR sind eher so drauf, dann doch noch mal ein Auge zuzudrücken, er hat sich ja doch bemüht *blabla*.
Ich weiß nicht, wo diese schrecklichen Lehrer ihr Nest haben, die immer nur nach den Schwächen suchen und niemals jemanden wieder hochkommen lassen, der ernsthaft strebend sich bemüht. Echt, ich kenne keinen davon, aber die Welt muss voll davon sein...

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Re: @phase1

Antwort von tabeamutti am 23.03.2011, 16:29 Uhr

Hallo,

habe zwar keine Erfahrung mit dem Wechsel, war aber 12 Jahre an einer Waldorfschule.

Mal abgesehen davon, das die Lehrmethoden ganz anders sind - die Lehrer auch. Und das meine ich nicht im Guten Sinne.

Wie schon geschrieben wurde- es wird gesiebt und gedrückt, damit der "Schnitt" passt, das Rest interresiert nicht.
Besser gefördert wird dort mit Sicherheit nicht - das macht sich nur gut in der Werbung.
Ja, man lernt dort auch andere Sachen - aber wer kann heute mit Weidenflechten, Stricken etc eine Familie ernähren?

Ich selber durfte mir anhören, als ich mich zur Ausbildung beworben habe: Waldorfschule, aha, ... hmmm, nein, die nehmen wir grundsätzlich nicht. Die sind nicht teamfähig und können nicht arbeiten!

Überlegt es Euch sehr gut, ob ihr die Waldorfschule wirklich wollt. (Meine 3 werden NIEMALS auf eine gehen - und von meinen ehemaligen Schulfreunden hat keiner sein Kind auf einer)

LG tabemutti

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Sorry, sollte unters Hauptthema

Antwort von tabeamutti am 23.03.2011, 16:30 Uhr

.

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Welcher Schnitt??

Antwort von Phase1 am 23.03.2011, 17:30 Uhr

" dass die Kinder dort zum Abi zugelassen werden, wenn der Schnitt stimmt. "

Welcher Schnitt soll denn da stimmen? An Waldorfschulen gibt es keinen "Schnitt", weil es keine Noten gibt. Die gibt es erst in der 13. Klasse, deren einziger Sinn es ist, die Schüler zu den staatlichen Abschlüssen hinzupeitschen.

Waldorfzeugnisse an sich bestehen nämlich aus langem Textgeschwafel voller euphemistischer Umschreibungen, die nur wenig über schulisch-intellektuellen Leistungen aussagen. Wenn dann aussortiert wird, wer für welchen Abschluss geeignet ist, erst dann kommt das böse Erwachen. Aber dann ist es zu spät, noch was zu ändern. Und selbst die, die auf diesem Weg zum Abitur kommen, haben halt nur irgendwie die Abiturprüfungen bestanden - eine fundierte (gymnasiale) Bildung haben sie jedoch in meinen Augen nicht.

Denn man überlege sich das einmal - wie soll denn ein Waldorfschüler, der in seinen letzten 8 Schuljahren gymnasiale Themen nur mal grade eben so ausreichend gestreift hat (wenn überhaupt), in einem einzigen finalen Schuljahr jemals dasselbe Wissen in derselben Qualität und Tiefe erlangen können wie reguläre Abiturienten mit einer 8-jährigen gymnasialen Beschulung und einem naturwissenschaftlichen, sprachlichen oder humanistischen Schwerpunkt?? Das ist schlichtweg unmöglich und die teilweise ganz passablen bis guten Noten beim Abi sind ein Instantprodukt - mit Tricks und Kniffs crashmäßig schnell erzeugt, aber ohne jede tiefere Qualität.

Wenn es das ist, was du für deinen Sohn willst, dann macht mal ruhig Waldorf...

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Re: Welcher Schnitt??

Antwort von Cure am 23.03.2011, 19:00 Uhr

"Wenn es das ist, was du für deinen Sohn willst, dann macht mal ruhig Waldorf..."

Sowas finde ich unfair. Natürlich will ich das nicht, und ich habe Deine Beiträge freundlich beantwortet und mich für Deine Meinung bedankt. Du hingegen wirst gerade irgendwie unfreundlich, das gefällt mir nicht. Sorry, aber an der Waldorfschule in unserer Gegend gibt es sehr wohl einen Schnitt, der wichtig für die Abiturzulassung ist:

"Ab Klasse 9 erhalten die Schüler am Halbjahresende eine individuelle Beratung durch das jeweilige Klassenkollegium, in der auch Noten mitgeteilt werden."

Das steht so auf deren Homepage. Trotzdem nochmal Danke für Deine ausführlichen Beiträge. Du verstehst offensichtlich etwas von der Materie und ich bin froh, dass Du Dein Wissen teilst.

Aber glaubst Du nicht auch, dass es von Schule zu Schule auch Unterschiede gibt? Also auch bei Waldorf? Es gibt ja auch hier verschiedene Konzepte.

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Re: Quereinstieg Waldorfschule - Wiederholung Klasse 8 Realschule

Antwort von Sternspinne am 23.03.2011, 20:13 Uhr

Hm, das ist sehr schwierig zu entscheiden, finde ich.
Bei uns gibt es verschiedenen Wechsler. Es gibt wenige, die auf die Waldorfschule wechseln, mehr, die abgehen. Anscheinend gehen die alle auf die gleiche Klasse Gymnasium. Da vermute ich aber, dass das eben die intelligenten Schüler sind, die anderen hoffen auf einen leichteren Weg und bleiben.

Das sehr beschützende, individuelle und persönliche wird meiner Erfahrung nach eher in den unteren Klassen praktiziert. Die Lehrer versuchen schon, eine sehr gute Beziehung zu den Kindern aufzubauen. Mir ist es manchmal zu eng das Verhältnis. Ob das in den oberen Klassen noch viel bringt, weiss ich nicht (meiner ist in der 5.). Meines Wissens gleicht der Mittel- und Oberstufenunterricht eher den Regelschulen.

Meine beiden Grossen hätten sich definitiv dort nicht wohlgefühlt. Sie lieben es, wenn die Schule ihnen quasi nicht ins Privatleben hinterherläuft und sie auch auf die Schule kräftig schimpfen können. Bei Waldorfs ist eben alles eine große Familie, auch wenn man es nicht so will.

Dass dein Kind dir als dumm dargestellt wird kann dir dort genauso passieren, das heißt bloß nicht "dumm" sondern, noch nicht genug entwickelt, oder andere antroprosophische Betitelungen.
Und das ist oft härter, weil es immer unter der Prämisse läuft, wir wollen das Beste fürs Kind und haben schon alles bedacht. Letztendlich können die Lehrer da eher machen was sie wollen, weil ihr ja freiwillig da seid.

Andererseits geben sich unsere Lehrer wirklich Mühe für ein gutes Verhältnis zu sorgen und allermeistens geht das auch gut.

Ein Problem könnte Eurythmie sein, das empfinden glaube ich pubertierende Teenies, die damit nicht aufgewachsen sind als super peinlich.

Aber du kannst bestimmt - wenn ein Platz frei ist - deinen Sohn eine Woche probieren lassen. Dann habt ihr beide einen Eindruck.

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@sternspinne

Antwort von Cure am 23.03.2011, 20:15 Uhr

Danke sehr!

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Re: Welcher Schnitt??

Antwort von Phase1 am 23.03.2011, 21:13 Uhr

"Sowas finde ich unfair. Natürlich will ich das nicht, und ich habe Deine Beiträge freundlich beantwortet und"

Ich wollte damit nur ausdrücken, dass ihr es ruhig ausprobieren könnt, auch wenn ich jetzt so dagegen rede. Denn jeder muss seine eigenen Erfahrungen machen, finde ich.

"Ab Klasse 9 erhalten die Schüler am Halbjahresende eine individuelle Beratung durch das jeweilige Klassenkollegium, in der auch Noten mitgeteilt werden."

Ich hörte entfernt davon, dass es vereinzelt Schulen gibt, die dazu übergegangen sind - und zwar auf Druck der Eltern, die dies wünschen. An unserer Waldorfschule war dies ebenfalls für die höheren Klassen im Gespräch, aber das Kollegium hat sich letztendlich dagegen entschieden, da man sich ja von unerleuchteten Personen (=alle die nicht Waldorflehrer sind, in diesem Fall Eltern) nichts sagen lassen muss. Es waren bei dieser Entscheidung tatsächlich mehr Eitelkeiten im Spiel als rationale Argumente. Das vorgeschobene Scheinargument, das den Eltern mitgeteilt wurde, war: Noten würden ja nichts nützen, weil die Schüler sich dadurch nicht mehr als sonst bemühen würden, also keineswegs bessere Leistungen erbringen und mehr lernen würden als vorher. (Tja, woher denn auch, wenn sie nichts Gescheites beigebracht kriegen. Da hatte wohl jemand gewaltig Muffensausen, dass die pädagogische Unfähigkeit ans Licht kommt..).

Die Floskel, die du oben erwähnst ("in der auch Noten mitgeteilt werden."), klingt mir sehr nach Augenwischerei. Es soll also alle halbe Jahre mal eine Note mitgeteilt werden? Aha, und woher soll die kommen? Aus den Fingern gesogen vielleicht. Denn von Leistungsnachweisen in irgendeiner Form steht da nichts... Und selbst wenn - an den staatlichen Lehrplan können sie nicht angelehnt sein, da wie bereits erwähnt, die Diskrepanz einfach zu groß ist.

"dass es von Schule zu Schule auch Unterschiede gibt?"

Es steht und fällt - wie in allen Dingen - mit den Menschen, die dort arbeiten und wirken. Da ich aber mit dem anthroposophischen Menschenschlag und seinem Gestus und Habitus sowie internen Waldorf-Strukturen bestens vertraut bin, weiß ich, dass exakt dieses Thema (Mittelstufe/Oberstufe/Abschlüsse) an allen Waldorfschulen ziemlich problembehaftet ist. Nicht umsonst haben sie ausnahmslos alle einen massiven Schülerschwund in den höheren Klassen zu beklagen,

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Waldorf

Antwort von Spellbound am 23.03.2011, 21:48 Uhr

ich glaube mit dieser Frage bist du hier an der absolut falschen Stelle.
Du mußt es ja in jedem fall selbst ( mit Deinem Sohn ) entscheiden.
Ich kenne reichlich gute Ärzte , die ihre Waldorfschulzeit sehr genossen haben.
Ja und es herrscht schon eine gewisse Ordnung an der Schule, nicht so laissez faire , wie viele denken.
Meine genießen ihre Schule sehr und ich kann nur hoffen das es die richtige Entscheidung war. Ja, es ist nicht alles Gold was glänzt aber man sollte kritisch bleiben und nicht blind mit der Masse rennen. Die gesunde Ernährung und der kritische Umgang mit Nahrung und Kleidung fällt bei mir auf fruchtbaren Boden. Aber ich gebe unser vorheriges Leben ja nicht völlig auf.Schwer das zu beschreiben . Ich genieße Waldorf sehr und meine Kinder auch, die wissen ihr Glück zu schätzen auch wenn es für uns nicht immer leicht ist.

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Oje Phase1

Antwort von desireekk am 23.03.2011, 23:30 Uhr

Hallo,

das was Phase schreibt, kannman so auch nicht für Waldorfschulen verallgemeinern...

Mitnichten "hängen" Waldorfschüler so weit hinten im Stoff nach. Auch eine Waldorfschule hat sich an den im jeweiligen Bundesland geltenden Lehrplan zu halten.

Ich hatte einen Klassenkameraden, der nach/ aus der 9. Klasse Waldorf in die 9. Klasse Gym völligproblemlos gewechselt ist, das Wiederholen der Klasse war vorallem einem 6.monatigen Auslandsaufenthalt geschuldet.

Wir waren (danmals) ca. 80 Schüler im Jahrgang, davon habe ca.

in der 9. Klasse 8 Schüler den HS_Abschluss gemacht (und sind weiter in der Schule geblieben)
in der 12. Klasse ca. 30 die Mittl. Reife gemacht (inkl. aller HS-Absolventen)
von diesen haben nach der 13. ca. 12 die Fachhochschulreife draufgesetzt (keiner fiel druch)
die restlichen 50 Schüler haben Abitur gemacht, 1 fiel durch.

Nur weil Kinder in der Waldorfschüler anders gesehen wird, heißt das nicht, dass nicht auch dort eine klare Struktur herrscht.
Anthroposophie wird immer mit "Wattebäuschchen" assoziiert.... das ist völlig absurd und zeigt, dass man nicht wirklich viel verstanden hat.
Rudolf Steienr verlangt von Lehrern (und auch Eltern) ganz klar eine Führungsfunktion. Dieser sieht eine andere Art der Autorität, und das wird oft mißverstanden.

Jedes jahr 4 Seiten Zeugnis ausfomuluert zu bekommen ist NICHT unbedingt angehehm!
In einer staatl. Schule wäre ich bequem mit Noten von 1-3 durchgelaufen, hier wurde ganz gerne mal auch auf bestimmte Dinge aufmerksam gemacht, an denen es (trotz guter Schulischer kognitiver Leistungen) zu arbeiten galt...

Was genau sagt denn der Junior zum Schulwechsel?
Bejaht er diesen? Warumß was erhofft er sich von einer neuen Schule? Von einer Waldorfschule?
Besteht denn überhaupt eine Chance, dass er dort genommen wird?
Grundsätzlich sehe ich schon, dass so ein Wechsel gut gehen kann. Ich habe es einige Male erlebt.
Je nachdem, wie gut siuch Sohni auf neue Umgebungskulturen einlassen kann und sich klar macht, dass auch an Waldorfschulen klare Regeln herrschen...

Ob er dann dort Abitur oder einen anderen Abschluss macht muss man dann später sehen...

Viele Grüße

Désirée

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Kurzer Nachtrag

Antwort von desireekk am 23.03.2011, 23:32 Uhr

Hallo,

kurzer nachtrag:
Bei uns gab es ab der 12. Klasse Noten zusätzlich zu den ausführlichen Beurteilungen unserer Arbeiten.

Désirée

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Re: Quereinstieg Waldorfschule - Wiederholung Klasse 8 Realschule

Antwort von doschia am 24.03.2011, 3:32 Uhr

die Tochter meiner ehemaligen Kollegin wechselte im 8. Schuljahr vom G8 (Ba-Wü) auf die Waldorfschule, weil ihr der Stress am G8 zuviel war. Ihre Mutter drückte es so aus "Sie musste nur noch lernen, wir hatten überhaupt kein gemütliches Wochenende mehr."
Allerdings sei die Waldorfschule für das Mädchen dann doch nicht das Richtige gewesen. Woran es genau hakte, weiß ich leider nicht, ich habe da nicht weiter nachgefragt. Ich weiß nur, dass die jetzt 17jährige seit September ein sozialpädagogisches Gymnasium besucht. Das heißt, sie muss wohl an der Waldorfschule die Mittlere Reife gemacht haben.

Dann habe ich einen Bekannten, der wegen eines Umzugs in der 8. oder 9. Klasse von einer Waldorfschule auf die Regelschule wechseln musste. Er hatte sehr große Umstellungsschwierigkeiten und schaffte gerade so den Hauptschulabschluss, obwohl er durchaus intelligent ist und sicher mehr drin gewesen wäre.

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Re: Quereinstieg Waldorfschule - Wiederholung Klasse 8 Realschule

Antwort von hasebaer am 24.03.2011, 7:49 Uhr

Lehrer sind offensichtlich mit einer Horde pubertierender maßlos überfordert
Er hat seinen Ruf und kann sich anstrengen wie er will, er kommt einfach nicht mehr an und bekommt auch keinerlei Unterstützung mehr von seinen Lehrern
Mein Schwager hat seine _drei_ Kinder nacheinander von Waldorf runtergenommen. 2 aufs Gym und eine auf Realschule. Genau wegen den gleichen Gründen
Warum Waldorf? Da ist noch mehr Laissez-faire angesagt.

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Re: Quereinstieg Waldorfschule - Wiederholung Klasse 8 Realschule

Antwort von Sternspinne am 24.03.2011, 9:01 Uhr

Noch ein Aspekt: ich finde es sehr gut, dass die Kinder an der Waldorfschule lange zur Schule gehen können, egal welchen Abschluss sie machen.
Und klar, warum soll dann kein Abi drin sein?
Hat er denn eine zweite Fremdsprache?

Mein Mittlerer hat an die Realschule gewechselt, eigentlich um weniger Druck zu haben. Allerdings ist jetzt in der 9. der Druck schon sehr viel grösser als am Gymnasium, denn der Abschluß lauert. Schon jetzt sind die Noten sehr wichtig, mein Sohn aber noch lange nicht so weit, das auch zu überblicken.

Und unsere Klasse ist, soweit man das beurteilen kann, kein Jahr zurück. Allerdings sind die Kinder auf jedem Niveau vertreten, also wie an einer regulären Grundschule, zwischen leistunsstark und leistungsschwach alles vertreten.
Und es geht tatsächlich nicht nur um die Leistung, aber auch. Die Kinder lernen dort vieles, was man eben auch für die Persönlichkeitsentwicklung braucht, aber nicht in Noten umrechnen kann.

Also, ansehen, sprechen, probieren, entscheiden!

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Keine staatlich anerkannte Ersatzschule

Antwort von Phase1 am 24.03.2011, 9:17 Uhr

" Auch eine Waldorfschule hat sich an den im jeweiligen Bundesland geltenden Lehrplan zu halten. "

Absoluter Schwachsinn. Waldorfschulen haben definitiv keinen verbindlichen Lehrplan. Denn sie sind keine staatlich anerkannten Ersatzschulen (so nennt sich das im Beamtendeutsch), sondern lediglich staatlich genehmigte. Der Unterschied zwischen Ersteren und Zweiteren liegt eben genau darin, dass Erstere sich am staatlichen Lehrplan orientieren müssen und Zweitere nicht.

Wikipedia sagt uns außerdem: "Staatlich anerkannte Ersatzschulen führen in Eigenregie wie staatliche Schulen die Abschlussprüfungen nach Vorgabe des Kultusministeriums durch, da sie staatliche Hoheitsrechte mit der Anerkennung übertragen bekommen haben. Genehmigte Ersatzschulen, in Nordrhein-Westfalen anerkannte Ergänzungsschulen, besitzen diese Hoheitsrechte nicht, ihre Schüler müssen daher sogenannte Externenprüfungen (an einer staatlichen Schule, Anm.) ablegen, um ein entsprechendes staatliches Zeugnis zu erhalten."

Wer also behauptet, dass man _an_ einer Waldorfschule Abitur, Mittlere Reife oder auch nur den Hauptschulabschluss machen kann, lügt somit auch noch. Denn _an_ der Waldorfschule findet im Abschlussjahr lediglich die Prüfungsvorbereitung statt. Die Prüfungen hingegen legen Waldorfschüler grundsätzlich immer als sogenannte Externe an einer staatlichen Schule ab, weil die Waldorfschulen selber das gar nicht dürfen.

Das Externenabitur (auch Nichtschülerabitur genannt) kann übrigens auch jeder andere Nichtschüler ablegen, der sich durch Selbststudium oder durch kostenpflichtige Kurse an Fernlehr- oder sonstigen teuren Privatlerninstituten (die auch sehr gerne von Waldorfschülern in Anspruch genommen werden) dazu befähigt fühlt.

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Genau

Antwort von hasebaer am 24.03.2011, 9:26 Uhr

Absolut richtig. Waldorf bereitet vor. Mehr oder weniger. Aber Abi muß man an einer anderen Schule machen.
Was Fremdsprachen angeht. Sie lernen zb. französisch. Aber das versteht kein Franzose. Selbst erlebt. WSchüler haben französischsprachiges Theater aufgeführt. Die Französin hat kein Wort verstanden. peinlich.

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Trotzdem müssen die sich an den Lehrplan halten

Antwort von +emfut+ am 24.03.2011, 10:52 Uhr

Fumi war auf einer genehmigten (im Gegensatz zu einer anerkannten) Ersatzschule. Sie mußte jedes Schuljahr in den Hauptfächern eine Prüfung ablegen, daß die Lernziele des Schuljahres eingehalten wurden. Diese Prüfung wurde von externen Kräften, aber an der Schule abgenommen - und eben jedes Jahr, nicht erst am Schuljahresende.

Die Abschlußprüfungen wurden ebenfalls von externen Kräften, aber an der Schule abgenommen.

Ich kann nicht ausschließen, daß das abhängig vom Bundesland ist. Aber so pauschal stimmt Dein Wiki-Wissen eben nicht.

Gruß,
Elisabeth.

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Immer noch: Nein, müssen sie nicht. Aber sie dürfen.

Antwort von Phase1 am 24.03.2011, 11:17 Uhr

...und das war bei eurer Schule offenbar der Fall.

An Waldorfschulen ist es das eben nicht. Nach 12 Waldorfschuljahren wird ohne jegliche vorhergehenden Prüfungen der auf dem Arbeits- und Ausbildungsmarkt völlig wertlose "Waldorfabschluss" verliehen. Das anschließende 13. Jahr zur Vorbereitung auf die externen Prüfungen ist absolut freiwillig und so gesehen auch kein Schuljahr mehr, sondern im Prinzip so etwas wie eine von der Waldorfschule angebotene Lerngruppe.

"Die Abschlußprüfungen wurden ebenfalls von externen Kräften, aber an der Schule abgenommen."

An welcher Location die Prüfungen stattfinden, ist bei Externen völlig Banane. Man kann sie auch in einem Bierzelt oder auf dem Odeonsplatz ablegen, wenn die Voraussetzungen dafür geschaffen werden. Maßgeblich sind die staatlichen Prüfungsunterlagen und Prüfer.

"Aber so pauschal stimmt Dein Wiki-Wissen eben nicht"

Das ist kein Wiki-Wissen. Wikipedia belegt hier nur, was ich aus der Praxis weiß.

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Phase1: das zeigt Deine Uninformiertheit! Ich habe NICHT extern Abitur gemacht

Antwort von desireekk am 24.03.2011, 14:22 Uhr

Hallo,

tja... ich habe aber mein Abitur NICHT extern gemacht.
Auch keine andere Abschlußprüfung musste beio uns extern abgelegt werden.
Denn ich war an einer staatlich genehmigten Waldorfschule:-)
Genauer:
Öffentliche Schule in freier Trägerschaft
Staatlich anerkannte allgemeinbildende Schule

Ichhabe mein Abitur NICHT extern gemacht, sondern wir alle 50 IN unserer Schule. Allerdings mit der doppelten Anzahl an Prüfungsfächern wie in staatlichen Gymnasien. Trotzdem fiel nur eine durch :-)
...Nachtrag: und soweit ich noch weiß hatten mind. 5 Schüler eine "Eins" vor dem Komma (meine Banknachbarin hatte 1,0).

Nicht alle Waldorfschulen sind staatlich anerkannt, aber sehr viele, wenn nicht sogar inzwischen die meisten (jede private Schule muß als Ersatzschule anfangen und bekommt nach einigen Jahren ggf. die staatl. Genehmigung, das ist aber ein längerer Weg, kenne ich von einer ganz anderen Privatschule, die TOTAL nach dem bayer. Lehrplan arbeitet).

Ich akzeptiere völlig, wenn jemand mit Anthroposophie und QWaldorf nix anfangen kann, aber man sollte informiert sein, GEGEN was genau man da ist :-)
... bevor man schießt...

Viele Grüße

Désirée

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Re: Genau

Antwort von desireekk am 24.03.2011, 14:25 Uhr

:-)

Nochmal: Ich habe nicht extern Abitur gemacht und hatte sogar Französisch-LK :-)
12 Punkte schriftlich wurden durch einen externen Zusatzprüfer später dann im Mündlichen bestätigt.

Und nachdem wir einen Muttersprachler (mit dem wunderbaren Namen Petitjean) hatten, hat man uns sicher verstanden :-)
Zumindest konnte ich mich Schüleraustausch und in Urlauben (später Geschäftsmeetings) gut verständigen.

Viele Grüße

Désirée

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Re: Immer noch: Nein, müssen sie nicht. Aber sie dürfen. Und: Waldorfabschluß...

Antwort von desireekk am 24.03.2011, 14:45 Uhr

Tja, dann ist Dein Praxiswissen eben nicht umfassend.

Bei uns wurde nicht von externen Prüfern abgenommen, wir hatten auch nicht in jedem Schuljahr eine Prüfung irgendwelcher Art.

Ich konnte mich mit allen Abiturienten über die Abituraufgaben in Deutsch-LK, Franz_LK und Mathe-GK des selbenJahrgangs austauschen, sie waren exakt dieselben (u. a. der goldene Topf und Wallenstein). Das 4. schriftliche Fach wurde auch intern abgenommen, nur die Pürfungaufgaben wurden vorher durch das Kultusministerium genehmigt.
Korrigiert wurde auch von meinen Lehrern.

Mündl. wurde von eigenen Lehrer abgenommen mit Hospitation eines externen Lehrers.

Waldorfabschluß:
Das ist kein Abschluß in Form eines Schulabschlusses zum Nachweis eines Bildungsniveaus.
Abschluss wird hier im Sinne von "Abschließen" der Schulzeit verstanden.
Man beschäftigt sich noch einmal projektbezogen intensiv mit einem Thema und präsentiert es mit all den Mitteln und Fähigkeiten, die man im Laufe der Schulzeit erlernt hat.
Meine Abschlußarbeit ging übrigens (in der 12. Klasse!) über das Thema: "Die sich änderende Rolle der Frau in der Werbung der letzten 100 Jahre" :-)
Ein Klassenkamerad schloß über "Faustfeuerwaffen" (also völlig un-waldorf) ab.
Dazu gehört auch immer ein gemeinsames Eurhythmie-Projekt der Klasse und oft auch ein Konzert/Schauspiel.

Vielleicht wird dein "Wissen" jetzt ein wenig runder, s. meine anderen Antworten.

Viele Grüße

Désirée

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Seufz...

Antwort von Phase1 am 24.03.2011, 14:52 Uhr

" Denn ich war an einer staatlich genehmigten Waldorfschule:-)
Genauer:
Öffentliche Schule in freier Trägerschaft
Staatlich anerkannte allgemeinbildende Schule "

Zeile 1 und Zeile 4 widersprechen sich, denn staatlich genehmigt und staatlich anerkannt schließen sich gegenseitig aus.
Bezüglich Uninformiertheit => Eigentor. q.e.d.

"sondern wir alle 50 IN unserer Schule "

Lies dazu mal, was ich bereits an emfut bzgl. Prüfungs-Location geschrieben hab.

Der Rest deines Beitrages ist leider kompletter Unsinn.

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Du kennst das alles nur aus der Schülersicht

Antwort von Phase1 am 24.03.2011, 15:17 Uhr

"Tja, dann ist Dein Praxiswissen eben nicht umfassend."

Glaub mir, mein Praxiswissen ist mit Sicherheit ein wenig umfassender als deines.

Dein "Hospitant" war übrigens dein Erstkorrektor.

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Re: Du kennst das alles nur aus der Schülersicht

Antwort von desireekk am 24.03.2011, 15:41 Uhr

Nein war er nicht :-)

Mein Erstkorrektor war mein LK-Leiter, weil sich meine Schule eben diesen von einem Gymansium für unseren (von den Schülern speziell gewünschten) Franz-LK ausgeliehen hatte :-)

Désirée

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Re: Seufz...

Antwort von desireekk am 24.03.2011, 15:45 Uhr

OK, ich korriegiere: Zeile 1 zu:

Staatlich anerkannte allgemeinbildende (Waldorf-)Schule

"Öffentliche Schule in freier Trägerschaft
Staatlich anerkannte allgemeinbildende Schule"

steht auf der Homepage meiner Schule, ich habs nur rüberkopiert.

Übrigens macht es für einen Schüler durchaus etwas aus WO er seine Prüfungen schreibt.
Dass es psychisch unweit belastender sein kann, wenn er in unbekannter Umgebung vor ihm unbekannten Menschen (zum ersten Mal im Leben) eine Prüfung ablegen muss, ist doch wohl auch unbestritten.

Désirée

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Re: Quereinstieg Waldorfschule - Wiederholung Klasse 8 Realschule

Antwort von maja12374 am 27.03.2011, 11:57 Uhr

Hallo Cure,

Ob Waldorf im Fall Deines Sohnes das richtige ist, ist fraglich. Tut mir Leid dies so sagen zu müssen, bitte sehe es nciht als Angriff gegen Dich oder Deinen Sohnemann.

Kinder die an ADS Leiden sind meist kleine Träumer, Gedankenabwesend und eben auch vergesslich. ADS ist nunmal leider auch in gewissen Hinsicht eine leichte Form des Authismus. Solche Kinder sind definitiv nicht Unintelligent, sie nehmen es nur anders auf und verabeiten es anders.

Ich finde Waldorf an für sich super, vor allem Kita. Aber die Schule?? Meine Bekannte hatte ihren Sohn in einer Waldorfschule und es gab dann große Probleme mit ihm. Waldorf arbeitet ja auf dem Prinzip der Nachahmung, wenn ein Schüler etwas nicht versteht oder Fragen hat so stellt er ein Schildchen auf den Tisch und die Lehrer erkennen das dort Hilfe benötigt wird, ansonsten schaut man nicht wirklich.

Das ging beim Sohn der Bekannten so weit, dass er am Ende der 2ten Klasse nicht mal richtig schreiben und lesen konnte. Nach Prüfung aller Aspekte (auch dem finanziellen) wurde innerhalb von 6 Wochen (Sommerferien) zu dritt dem Jungen das Lesen und Schreiben beigebracht und er ging auf eine staatliche Schule.

Zu dem ist der Abschluss an der Waldorfschule bislang noch nicht Gültig und erfordert eine staatliche Nachprüfung.

Ihr habt da sehr große Probleme mit der Lehrerschaft der Realschule, habt ihr denn nach diesen ganzen Dingen mal mit dem Schulamt Kontakt aufgenommen??? Oder an einen Wechsel in eine andere staatliche Schule nachgedacht?

Als man meine große in der Grundschule massiv mobbte (Lehrer und Mitschüler) wollte sich anfangs auch niemand wirklich dafür verantwortlich fühlen. Selbst ein Schulpsychologe konnte keine Einigung erzielen, dass Jugendamt fühlte sich auch nicht in der Lage einzugreifen...so das ich mich leider dazu gezwungen sah bis ans Landesschulamt und das Ministerium für Bildung zu schreiben.

Das kostet natürlich sehr viel Kraft, am Ende solltet ihr Entscheiden was für Euren Jungen das beste ist.

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