Kinderwunsch nach Fehlgeburt

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Geschrieben von Märzmutter am 27.01.2022, 10:28 Uhr

Meine Erfahrung zum natürlichen Abgang

Hallo zusammen,

ich hatte vor einigen Wochen hier schon mal geschrieben und um eure Erfahrungen zum natürlichen Abgang gebeten.

Nun möchte ich von mir berichten, vielleicht hilft es der Einen oder Anderen ja. Ich hatte mich kurz der Diagnose Missed Abortion in der 9. Woche dazu entschieden, keine OP oder Einleitung durch Tabletten durchführen zu lassen. Ich habe 3,5 Wochen gewartet. Die Zeit war gut, weil ich alles begreifen konnte und mir viele Gedanken über den Abschied gemacht habe. Eine Woche davon war ich krank geschrieben, dann wieder arbeiten. Aber die Zeit war natürlich auch hart, es gab Tage, da bin ich ständig in Tränen ausgebrochen und es gab Tage, da war ich sauer auf meinen Körper, weil nichts vorwärts ging. Nach 3 Wochen und 2 Tagen begann eine ganz leichte Schmierblutung. Am Tag drauf wurde die Blutung etwas mehr und ich bekam Bauchkrämpfe und rettete mich mit Schmerzmitteln durch den Tag. Abends wurden die Schmerzen heftig und innerhalb von 2-3 Stunden verlor ich als erstes die Fruchtblase, dann einen großen Blutklumpen und viel flüssiges Blut. Die Krämpfe wurden augenblicklich besser. Am Tag drauf hatte ich immer noch starke Blutungen, die Krämpfe waren mit Schmerzmitteln zu bändigen. Einen Tag später ging ich arbeiten und merkte aber ein komisches Ziehen vom Bauchnabel nach unten, was ich die Tage zuvor nicht hatte. Die Blutung war kaum noch vorhanden. Ich bin zur Kontrolle zur Ärztin und sie stellte beim Ultraschall fest, dass fast alles abgeblutet ist bis auf kleine Reste. Innerhalb von 1,5 Tagen. Ich bin dankbar, dass mein Körper es wieder alleine geschafft hat. Die Wut ist verflogen. Ich bin nun nochmal Zuhause und habe Zeit für mich. Gestern habe ich Tagebuch geschrieben, morgen möchten mein Mann und ich einen Balkon steigen lassen.

Ob wir einen dritten Versuch wagen, wissen wir nicht. Das kann nur die Zeit zeigen.

Ich wünsche alle Mamis hier alles Gute, lasst euch zu nix drängen oder überreden. Bei einer Fehlgeburt gibt es in den meisten Fällen keinen Grund zur Eile, sondern man kann in Ruhe entscheiden welcher Weg der Richtige ist. Und das kann auch nur die Schwangere entscheiden, denn es ist ihr Körper in dem das Baby ist. Lasst euch keine Angst machen, von wegen das Baby muss ganz schnell raus, es könnten sonst Entzündungen drohen. Wenn dem so wäre, wären wir ausgestorben, denn Fehlgeburten gehören schon immer dazu, OP und Tabletten jedoch nicht.

Stille Grüße

 
3 Antworten:

Re: Meine Erfahrung zum natürlichen Abgang

Antwort von Sophie@ am 27.01.2022, 11:50 Uhr

Hallo!

Mein herzliches Beileid!
Es freut mich, dass du deinen Frieden gefunden hast.

Fehlgeburten gehören zum Leben dazu, könnte ich unterschreiben.
Ob eine OP oder Tablette gewünscht wird oder geraten wird, sollte man von der individuellen Situation abhängen lassen.

Warum mich der Satz stört? Ich hatte eine Eileiterschwangerschaft und viele Personen glauben noch immer, dass das von alleine abgeht, wenn man nur lange genug wartet.
In meinem Fall wäre ich ohne OP 1 Woche nach Fälligkeit der Periode verstorben.
Ich gehe mit dem offen um, damit es mehr Bewusstsein/Feingefühl für solche Situationen gibt. Ich habe mir Kommentare anhören lassen müssen, wo es einem die Haare aufstellt. Diese waren aber nur der Unwissenheit geschuldet. Immer hatte man sich dann bei mir entschuldigt, dass man das nicht wusste.

Ja, die Menschheit ist nicht ausgestorben, aber es gab sehr wohl etliche Schicksalsschläge, die mit OP oder Tabletten zu verhindern gewesen wären.

Ich wünsche euch weiterhin viel Kraft. Mit der Zeit weiß man, ob man es nochmals probieren möchte.

Ich war insgesamt 5 schwanger und habe 2 wundervolle Kinder. Es war viel Leid, aber die Freude über ein Kind überwiegt. Leider kann einem niemand im Vorhinein sagen wie alles verläuft.

Viel Kraft!

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Re: Meine Erfahrung zum natürlichen Abgang

Antwort von Märzmutter am 27.01.2022, 13:40 Uhr

Das tut mir sehr leid für dich. Sowohl dein Schicksal als auch das, was du von deinen Mitmenschen hören musstest. Ich habe mich in meinem Text falsch ausgedrückt, ich meinte im speziellen die Diagnose "Missed Abortion" - nach dieser Diagnose besteht meistens kein Grund zur Eile.

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Re: Meine Erfahrung zum natürlichen Abgang

Antwort von Misana am 13.02.2022, 17:17 Uhr

Ich habe auch viel gelesen und gefragt nachdem meine Diagnose MA feststand. Meine Hebamme war strikt gegen eine AS, meine Frauenärztin dafür es machen zu lassen. Ich wollte auf den natürlichen Abgang warten, meine FA meinte, es wird nicht schön, da ich bereits kurz vor der 12.SSW war. Dazu muss ich sagen, ich bin selbstständig und somit Vollzeit berufstätig. Termin für eine AS war für Anfang Januar eingeplant, wenn bis dahin nix geschieht. Ich hatte am 19.12 meine AS, weil ich es nicht mehr ertragen konnte totes Gewebe in mir zu haben und das Gefühl hatte, das muss jetzt raus. Im Ultraschall haben wir gesehen, dass die Fruchthülle weitergewachsen war, aber meine Bohne schon verkümmert ... mein Körper hatte also noch nicht bemerkt, dass da was nicht stimmt. Der Eingriff an sich war überhaupt nicht schmerzhaft, es wurde alles entfernt und ich hatte 2 Tage nur starke Blutungen.
Diese Entscheidung war für mich die richtige. In der Nachsorge haben wir gesehen, dass mein Körper bereits wieder richtig arbeitet und ich bin der Meinung schon meinen Eisprung gehabt zu haben. Jede Frau sollte auf ihren Körper hören, der sagt einem genau was man tun soll. So viele sind gegen eine AS weil es unnatürlich ist aber bei einer künstlichen Befruchtung hinterfragt niemand die Praktiken ... Alles im Leben hat seinen Sinn

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