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Geschrieben von MM am 23.05.2014, 9:39 Uhr

Jetzt hol ich es doch noch mal hoch (Ausnahmeregelungen)...

... weil es mich beschäftigt und unten evtl. untergeht...

Einerseits werden in vielen Bereichen keine Ausnahmen zugelassen, z.B. neulich in der Diskussion hier, ob man sein Kind ausnahmsweise ein paar Tage früher aus der Schule nehmen darf, wenn man z.B. zu einer Hochzeit in der Familie fährt - das fanden viele absolut daneben, ritten auf dem "Prinzip", der Schulpflicht und dem Gleichheitsprinzip für alle rum, verglichen Ferien mit Urlaub bei Arbeitnehmern.... usw. - also bei vielen eine sehr strenge Auslegung und Ablehnug von Ausnahmen.

Dabei ging es um nichts Schwerwiegendes - die Schulbildung eines Kindes ist schliesslich nicht von ein paar Tagen schulfrei bedroht, niemandem wird geschadet oder gar Leid zugefügt.

Bei dem Schlachten von Tieren ohne Betäubung aber (das sehr wohl schadet und lebendigen Wesen Leid zufügt!) ist man aber auf einmal - im Rahmen der "Religionsausübung" - ganz offen für Ausnahmeregelungen, befürwortet diese - und wer diese nicht akzeptiert und ebenfalls das Gleichheitsprinzip betont, ist angeblich gleich "arrogant" oder "fremdenfeindlich"??? Warum?

Das ist völlig doch willkürlich und unlogisch, ich verstehe es überhaupt nicht!

Wenn man auf Prinzipien besteht, dann doch wohl am eheseten da, wo es um etwas Schwerwiegendes geht - und das Leiden der Tiere IST schwerwiegend!!!!

Warum gibt es dieses zweierlei Mass (sorry, hab hier kein funktionierendes EsZet)...?

 
67 Antworten:

Re: Jetzt hol ich es doch noch mal hoch (Ausnahmeregelungen)...

Antwort von taram am 23.05.2014, 10:11 Uhr

Für eine Hochzeit zwei Tage schulfrei - wird wahrscheinlich von jeder Schule genehmigt - schulfrei vor den Ferien um den billigeren Flieger in Urlaub ist nun mal gesetzlich verboten

naja bei einem thema in das viele sich reinversetzen können

Antwort von DecafLofat am 23.05.2014, 10:18 Uhr

wollen sie nicht übervorteilt werden d h man ist generell "strenger" Und spricht dem anderen das recht auf die ausnahme ab. (nur so kann ich mir das mit dem früheren ferienbeginn erklären... neidfaktor, wenn auch unbewusst - so ist der mensch)
beim schächten bleib ich bei meiner letzten aussage im strang unten - lt wiki fußnote 1 zum oberbgriff schächten ist dieses in deutschland erlaubt weil die religionsfreiheit eins der grundrechte ist - und die rechtssprechung schächten NUR erlaubt wenn eine elektroschokbetäubung vorausgeht, was es rein RECHTLICH zum schlachten macht. (ist in dem link nachzulesen der bei wiki unter schächten bei fußnote 1 verlinkt ist)
daher verstehe ich den ganzen wirbel um das thema ehrlich gesagt gar nicht. mri ist es im sinne des tiers lieber es wird nicht hunderte kilometer gekarrt unter schrecklichen bedingungen sondenr es kann hier passieren.
die artikel die die untrige threaderöffnerin verlinkt hat (aus den zeitungen vor ort) sind schlimm, schon hetzerisch und voller widersrüche in sich (im dritten artikel wird im bild untertitet, er hat die räume gemietet, im text dazu steht er habe das areal gekauft, desweiteren wird auf seinen lebenslauf eingegangen, er war als verkäufer auf flohmärkten tätig und steig tnun ins gastrogewerbe ein... ich kanns mir nicht anders erklären als: des deutschen neid auf den unternehmergeist der in deutschland lebenden nicht-deutschen - oder ist der herr gar deutsch? dann wäre es ja noch lachhafter... er hat eine marktlücke entdeckt, ist doh alles tutti!)

Es ging mir nicht um die verlinkten Artikel...

Antwort von MM am 23.05.2014, 10:23 Uhr

... sondern halt um diese Grundsatzfrage, warum es bei der einen (schwerwiegenden) Sache Ausnahmen gibt und bei der anderen (weniger schwerwiegenden) nicht? Ist Tierschutz nicht im Grundgesetz verankert?

Das mit dem "hunderte Kilometer gekarrt" ist natürlich auch schrecklich - aber nicht umsonst gibt es Initiativen fürein Verbot solcher Tiertransporte, UND für das ausnahmslose Verbot des Schächtens.

Ja, es ist in Deutschland gesetzlich verboten...

Antwort von MM am 23.05.2014, 10:26 Uhr

... (in Ländern mit Bildungs- statt Schulpflicht nicht), und es ist offenbar ausnahmslos verboten (= Ausnahmen stehen nicht im Gesetz).

Das Schlachten von Tieren ohne Betäubung ist in Deutschland ebenfalls verboten, aber es gibt von Gesetz wegen Ausnahmen, Warum?

Ich finde das absurd und unverhältnismässig und frage nach dem Grund...

Re: Jetzt hol ich es doch noch mal hoch (Ausnahmeregelungen)...

Antwort von roxithro am 23.05.2014, 10:29 Uhr

....weil man wahrscheinlich im Unterbewußtsein das Gefühl/ Sorge / Angst ( wie auch immer ) hat, als fremdenfeindlich oder rassistisch abgestempelt zu werden. Da wird vielleicht mehr Toleranz gegenüber dem Schächten geübt, als gegenüber einem Kind, was zwei Tage vor den Ferien aus der Schule genommen sein will.
Mit unserer " Vergangenheit " muss man sich heutzutage ja genau überlegen, was man wie bezüglich eines Themas, das in irgendeiner Weise Ausländer betrifft, sagt.

Ich sagte neulich am Frühstückstisch, nach einem Blick in den " Panorama Teil " unserer Tageszeitung, dass ich den Sänger Seal häßlich fände.
Ich stellte dann fest, dass ich dass wohl mal schön in meinen vier Wänden behalte, und nicht öffentlich kund tue, denn mit Sicherheit würde mir das falsch angelastet. Anders, als wenn ich einen hellhäutigen Sänger häßlich fände....

Re: Ja, es ist in Deutschland gesetzlich verboten...

Antwort von kravallie am 23.05.2014, 10:29 Uhr

man kann doch unterschiedliche meinungen zu völlig unterschiedlichen themen haben!!!???

ich frage auch nicht, warum du dich immer im den freds jemandem anschließt und das dann kundtust.

mir sind beide themen wurscht.

Re: Es ging mir nicht um die verlinkten Artikel...

Antwort von DecafLofat am 23.05.2014, 10:30 Uhr

hast du gelesen was ich schrieb?durch den umweg der e-schock-betäubung gilt es rechtlich als schlachten... schächten wie es der islam kennt, gibt es daher in D faktisch nicht. den tieren wird nicht bei lebendigem leib die kehle durschnitten. (http://www.hagalil.com/judentum/koscher/m-shoch1.htm, vorletzter absatz)
und im endeffekt sind de "westlichen"schlachtmethoden doch nicht wirklich ethischer, oder?
DAHER bin ich in diesem fall tolerant - die alternative ist nämlich auch nicht tierfreundlicher. tiere töten um sie zu essen - mei. da machts auch keinen unterschied mehr wie.
mmir wäre es übrigens auch egal wenn lieschen müller mit ihrem kind drei tage früher i d ferien startet - ihr bier, ihr kind, ihre (mögliche) strafe für die sie löhnen muss.

leider hast du Unrecht

Antwort von like am 23.05.2014, 10:30 Uhr

ich finde deinen Link auch gar nicht - korrektes Zitieren wäre schön.
Schächten ist per Definition betäubungsloses Schlachten und ist Tradition im jüdischen und muslimischen Glauben. Betäubungsloses Schlachten ist in Deutschland vom Grundsatz her verboten, mit Ausnahmeregelung aber erlaubt.
Schade, dass du Antworten anderer auf deine Meinungen nicht wirklich liest - trotz ordentlich zitierter Quellen. Ich spar mir also die Mühe nochmaliger Quellenangabe.

roxi

Antwort von DecafLofat am 23.05.2014, 10:31 Uhr

seal IST hässlich.
so unter uns.

Re: roxi

Antwort von kravallie am 23.05.2014, 10:33 Uhr

da muß ich deca auch mal zustimmen.
würde meine meinung auch nicht verheimlichen.

lies:

Antwort von DecafLofat am 23.05.2014, 10:33 Uhr

1) eingangsabsatz, letzter satz http://de.wikipedia.org/wiki/Sch%C3%A4chten In Deutschland wird das Schächten für Muslime nur mit einer vorangegangenen, elektrischen Betäubung erlaubt.

und 2) http://www.hagalil.com/judentum/koscher/m-shoch1.htm

für ganz dumme, die nichts damit anfangen können wenn ich unten schreibe von schächten bei wiki und der link i fußnote 1 dort...

Re: roxi

Antwort von roxithro am 23.05.2014, 10:34 Uhr

puhhhh, habe die Luft angehalten und auf den Shitstorm gewartet....

Aber wenn das soooo ist , dann

ok, nun endlich vernünftige Quellenangabe

Antwort von like am 23.05.2014, 10:35 Uhr

wie ich bereits unten im Strang schrieb - (hast du aber nicht ggelesen, ist klar), mehren sich auch jüdische und islamische Stimmen gegen das Schächten und so hat die Türkisch-Isla­mische Union der Anstalt für Reli­gion, DITIB, zwischenzeitlich eine vorherige Betäubung ausdrücklich für zulässig erklärt - was aber nicht heißt, dass nun nicht mehr ohne Betäubung geschächtet wird.

Verlinke gern nochmal: http://www.rund-ums-baby.de/aktuell/Schaechten-ist-laut-Definition-betaeubunsloses-Schlachten_611620.htm

Re: Es ging mir nicht um die verlinkten Artikel...

Antwort von miebop am 23.05.2014, 10:35 Uhr

Tierschutz steht sicher nicht im Grundgesetz.
Ich müsste meine Kinder fragen, der Älteste lernt es gerade in der Schule. Ich kann mich nicht erinnern oder war seinerzeit schon im verfrühten Mitte-der-Woche-"Urlaub". ;-)

Ich bin mir sicher, dass Religionsfreiheit Tierschutz aussticht.
Wenn das so ist, dass beim Schächten vorher betäubt wird, ist es doch genau das gleiche was im deutschen Schlachthof auch passiert.

Und wer mal einen Blick in deutsche Schlachthöfe geworfen hat (und in die Mästereien und sogar in die moderne Milchkuhhaltung!), dem vergeht's eh.
Pest und Cholera, das gibt sich alles nichts. Wer was tun will, fängt sich sein Demeter-Rind auf der Weide selbst...

Re: Jetzt hol ich es doch noch mal hoch (Ausnahmeregelungen)...

Antwort von Alba am 23.05.2014, 10:35 Uhr

- weil die Welt nicht nur schwarz und weiss ist
- weil Logik und Konsequenz nicht jedermans Sache ist
- weil die meisten Leute sehr ungern zu religoes begruendeten Sachen Stellung beziehen wegen Vorwurf der Intoleranz
- weil es mehr Spass macht und sicherer ist andere Eltern zu kritisieren als andere Kulturen und deren Traditionen

hab schon... jetzt könntest du aber auch mal lesen.

Antwort von like am 23.05.2014, 10:36 Uhr

klappt das bei dir noch?
s.o.

Re: Jetzt hol ich es doch noch mal hoch (Ausnahmeregelungen)...

Antwort von Leena am 23.05.2014, 10:36 Uhr

Zu dem Vergleich mit der Steuerhinterziehung hatte ich unten gerade geschrieben...

Ansonsten - mir persönlich geht es nicht um eine "strenge Ablehnung von Ausnahmen", sondern darum, mit offenen Karten zu spielen, gewissermaßen, und ergebnisoffen in ein Gespräch zu gehen, bzw. die betroffenen Rechtsgüter ergebnisoffen abzuwägen.

Wie gesagt - wenn einer für sich beschließt, Steuern zu hinterziehen, ist das (mit gutem Grund) strafbar. Er darf aber das Finanzamt fragen, ob in seinem Fall aus den-und-den besonderen Gründen eine abweichende Steuerfestsetzung aus Billigkeitsgründen vorgenommen werden könnte. Dann liegt die Entscheidung beim Finanzamt, und wenn es wirklich gute Gründe sind, die für eine Ausnahme sprechen, ist das machbar.

Wenn einer beschließt, hey, ich will mit den Kids eine Woche nach Malle fliegen, und wenn ich zwei Tage vor Ferienbeginn fliege, ist das 400 Euro billiger, also lass ich die Kinder fehlen, das ist doch nichts Schwerwiegendes - dann ist das Verletzung der Schulpflicht etc. Wenn man dagegen sagt, wir fliegen alle 5 Jahre einmal in unser Heimatland, und wenn wir zwei Tage vor Ferienbeginn mit der ganzen Familie fahren, können wir es uns leisten, sonst eben nicht, und dann mit dem Rektor bzw. Schulamt spricht - dann sind Ausnahmen möglich und machbar.

Sprechenden Menschen kann geholfen werden, ganz oft - aber einsam für sich im stillen Kämmerlein zu beschließen, ich halt mich jetzt mal nicht an die Regeln, weil es mir so besser passt - das geht nicht.

Halt aber nichts mit willkürlich und unlogisch zu tun. :-)

Auch bei der Grundrechtskollision Tierschutz - freie Religionsausübung - freie Berufsausübung muss man eben diese Rechtsgüterabwägung vornehmen - und wenn man dann in bestimmten Fällen Schächten erlaubt, finde ich das tatsächlich gut und richtig.

Was den Tierschutz betrifft - wenn ich mir z.B. die Bilder anschaue, wie aufgehängte Hähnchen am Laufband an Schneidemessern vorbei fahren, bei manchen Hähnchen wird der Kopf direkt abgeschnitten, bei vielen aber nur halb oder nur angeschnitten, und dann hängen die Tiere da, aufgehängt an den Füßen, und zappeln wie wild... dann wird da schlicht aus finanziellen Gründen, aus Gründen des "Mehrverdienstes", ganz locker - oder legal - der Tierschutz eklatant missachtet und den Tieren definitiv geschadet und Leid zugefügt. Human oder eben entsprechend "tierfreundlich" geschlachtet wird so oder so oft gerade NICHT.

Dazu gibt es aber keine Petitionen nach dem Motto "eine Stadt braucht Hilfe vor bösen islamistischen Gruppen, die Tiere ermorden" - und das finde ich dann sehr wohl "arrogant". Und tendenziös.

Da entsteht bei mir das Gefühl, der Tierschutz wird von einigen, oft die, die am lautesten schreien, nicht wirklich ernst gemeint, sondern dient als "guter" (vorgeschobener) Grund, in gutbürgerlicher Verkleidung im Grunde kackbraunes Gedankengut zu verbreiten.

(Wobei es ja wohl Studien gibt, die belegen, dass richtig durchgeführtes Schächten schmerzärmer für die Tiere ist als der hier sonst vorgesehene Bolzenschuss, wobei es auch für das Gegenteil Studien gibt. ICH habe davon nicht genug Ahnung, um entscheiden zu können, wer da "Recht hat". Also halte ich mich auch bei den generellen "Schächten ist aber Tierquälerei!"-Rufen zurück, weil ich es eben nicht beurteilen kann. Ich glaube allerdings wirklich, beide Schlachtmethoden sind für die Tiere gleich schlimm, wenn etwas schiefgeht - und faktisch geht bei beiden Methoden zu oft etwas schief. Da sehe ich viel eher Handlungsbedarf.)

Re: Jetzt hol ich es doch noch mal hoch (Ausnahmeregelungen)...

Antwort von DecafLofat am 23.05.2014, 10:37 Uhr

alba wird ihrem namen mal wieder gerecht und bringt alles weise und exakt auf den punkt.
dem ist nix hinzuzufügen.

doch

Antwort von like am 23.05.2014, 10:38 Uhr

http://dejure.org/gesetze/GG/20a.html

Tierschutz steht im Grundgesetz.

Was manche auch immer einfach so aus dem hohlem Bauch raus und mit Überzeugung behaupten....

Re: Jetzt hol ich es doch noch mal hoch (Ausnahmeregelungen)...

Antwort von Alba am 23.05.2014, 10:39 Uhr

"weise" hee hee, I think that might be a first :)

Re: Jetzt hol ich es doch noch mal hoch (Ausnahmeregelungen)...

Antwort von DecafLofat am 23.05.2014, 10:41 Uhr

well it's the meaning of alba/albus, isn't it?

Re: Es ging mir nicht um die verlinkten Artikel...

Antwort von Leena am 23.05.2014, 10:41 Uhr

Seit 2002 steht der Tierschutz im Grundgesetz, Art. 20a GG.

Ist also noch relativ "neu". ;-)

Ansonsten ist es eine Rechtsgüterabwägung und eine klassische Grundrechtskollision, d.h. beide Seiten haben im Grunde "Recht" und man muss dann eben entscheiden, welches Recht mehr Gewicht haben muss.

Re: Jetzt hol ich es doch noch mal hoch (Ausnahmeregelungen)...

Antwort von Babsorella am 23.05.2014, 10:44 Uhr

Ich denke, es hängt viel damit zusammen, dass man in Deutschland sehr sensibel aufgrund der Geschichte des Dritten Reiches ist. Es besteht eben die Gefahr, dass Kritik an anderen Religionen, Menschen anderer Herkunft etc. gleich mit der Keule der Fremdenfeindlichkeit oder des Antisemitismus (das ist hier jetzt nicht relevant) abgebügelt wird. Bei vielen macht sich daher eine - wie ich finde - teilweise übertriebene political correctness breit. Da bei Deinem Beispiel der Schulpflicht die Gefahr des Vorwurfs von Fremdenfeindlichkeit/Rassismus nicht gegeben ist, wird eine Position eben offensiver vertreten. Wenn man gegen das Schächten ist, kommt aber gleich der Vorwurf, man würde andere Religionen nicht akzeptieren und man sei ein Neonazi, rechtsextrem, arrogant oder intolerant ggü. anderen Religionen etc.

Ohne die Diskussionen unten wieder aufzugreifen (das wolltest Du mit Deiner Frage ja auch gar nicht), kann man mit dem sehr wichtigen Recht auf freie Religionsausübung mE trotzdem nicht alles rechtfertigen. Auch Grundrecht gelten nicht unbeschränkt, sondern können bei entgegenstehenden Rechten beschränkt werden.

Re: Jetzt hol ich es doch noch mal hoch (Ausnahmeregelungen)...

Antwort von Alba am 23.05.2014, 10:44 Uhr

It's actually the gallic name of Scotland and also, I worked with a protein with the acrynom alba at the time I signed on. I know about the Latin meaning but I didn't chose it for that.

Re: Jetzt hol ich es doch noch mal hoch (Ausnahmeregelungen)...

Antwort von Leena am 23.05.2014, 10:46 Uhr

Der Vorwurf des Antisemitismus kann hier sehr wohl relevant sein - zumal jüdischen Schlachtereien früher Ausnahmegenehmigungen grundsätzlich erteilt wurden, muslimischen dagegen nicht.

Das Thema spielt faktisch also sehr wohl in diese Diskussion mit rein.

Re: Jetzt hol ich es doch noch mal hoch (Ausnahmeregelungen)...

Antwort von Babsorella am 23.05.2014, 10:56 Uhr

In dem Ausgangsthread ging es aber um eine Schlachtung durch muslimische Vorgaben. Mir ging es darum klarzumachen, dass die Diskussion unten keine jüdische Schächtung betraf.

Re: Jetzt hol ich es doch noch mal hoch (Ausnahmeregelungen)...

Antwort von Strudelteigteilchen am 23.05.2014, 10:59 Uhr

Ich schließe mich, ganz MM-like, Alba an, möchte ihre Liste aber noch um einen Punkt ergänzen:

- Weil das Forum keine homogene Masse ist

Übrigens gibt es auch bei Hochzeiten und ähnlichem in der Verwandtschaft Ausnahmeregelungen bezüglich der schulischen Freistellung. Been there....

Re: Jetzt hol ich es doch noch mal hoch (Ausnahmeregelungen)...

Antwort von Leena am 23.05.2014, 11:12 Uhr

Stimmt. Aber ein ausnahmsloses Schächtungs-Verbot würde jüdische Schächter genauso betreffen wie muslimische, und genauso zu einer Grundrechtskollision führen.

Und Muslimen etwas generell nicht erlauben, was man Juden generell als Ausnahme erlaubt... geht auch nicht.

Natürlich kann man über die Schlachtmethoden diskutieren...

Antwort von MM am 23.05.2014, 11:35 Uhr

... also ob die westlichen "besser "sind (und nicht umsonst bin ich mein halbes Leben Vegetarierin), aber hier ging es ja "ums Prinzip".

Wenn einmal festgelegt wurde, dass diese und diese Methode ethischer ist und andere verboten sind, müssten das eigentlich alle einhalten - das war der Punkt. Wobei man natürlich auch über diese Festlegung diskutieren könnte, aber das ist ja wieder ein anderes Thema...

Danke, das ist interessant....

Antwort von MM am 23.05.2014, 11:36 Uhr

... ich hab das erst jetzt gelesen!

Unterschiedliche Meinungen ja...

Antwort von MM am 23.05.2014, 11:37 Uhr

... und es geht ja auch nicht darum, diese nicht haben zu dürfen. Warum man aber so verschiedene Masstäbe anlegt, das interessierte mich halt...

in frankreich wird über 32% der rindfleischproduktion geschächtet

Antwort von DecafLofat am 23.05.2014, 11:39 Uhr

obwohl nur potentiell 7% der konsumenten dies nachfragen.
http://de.wikipedia.org/wiki/Halal

spannendes, unnützes wissen.

OK, natürlich sind die hiesigen Schlachtmethoden...

Antwort von MM am 23.05.2014, 11:47 Uhr

... und die Massentierhaltung etwas Furchtbares, und ich mach mir da auch keine Illusionen, Da müsste sich sooo viel ändern.... :-/

Ich verstehe auch, dass du das Thema Tierschutz deshalb macnhmal als vorgeschoben empfindest. Aber jetzt mal ausgehend davon, dass man es ernst meint mit dem Prinzip des möglichst "ethisch akzeptablen Schlachtens" (also die Diskussion jetzt mal ausklammernd) - dann gibt es ein enstprechendes Gesetzt und es müsste auf EInhaltung dieses Prinzips bestanden werden - und auch "Religionsausübung" dürfte da kein Argument sein.

Ebenso wenn man - sagen wir als Staat/Gesellschaft - überzeugt ist (was ja auch angezweifelt werden kann und zur Diskussion steht), dass strikte Schulpflicht das richtige ist und "blosse" Bildungspflicht nicht reicht, dann hat man ein enstprechendes Gesetz und setzt es durch, es gibt Kontrollen usw. - und dann ist die Freistellung eines Kindes für ein paar Tage halt unmöglich oder recht schwer (gut begründete Ausnahme).

Generell hast du natürlich recht, dass "sprechenden Menschen geholfen werden kann".

Auf irgendwelche populistischen oder schlimmeren Artikel habe ich mich nicht bezogen.

weißt du MM

Antwort von DecafLofat am 23.05.2014, 11:51 Uhr

mir geht die hutschnur hoch wenn ich seh wie sich meine mitmenschen für rumänische straßenhunde und die art und weise der schlachtung von tieren einsetzen, wenn es aber darum geht, italien mit der nußschalenflüchtlingskatastrophe nicht alleine zu lassen, sondern die ganze EU da mit ins boot zu nehmen um flüchtlinge aufzunehmen, da wiegeln dann alle ab.
das tier scheint mir bei manchen mehr wert als der mensch.
KOTZEN könnte ich da.

Aber ich meinte das NICHT so...

Antwort von MM am 23.05.2014, 11:56 Uhr

... sondern denke, dass sich beides (Hilfe für Menschen und Schutz für Tiere) gar nicht ausschliesst, sondern im Gegenteil ergänzt!

Man kann/sollte für beides sensibel sein und wenn es irgendwie sinnvoll möglich ist, auch etwas tun (ich meine nicht blinden Aktionismus, aber halt die Augen offen halten, eigenständig deken und helfen, da wo es geht).

Bzg. der Flüchtlinge stimme ich dir zu, dass da die ganze EU helfen müsste.

Babsorella, aber dann läuft ja irgendwie etwas schief, oder? Denn...

Antwort von MM am 23.05.2014, 12:05 Uhr

... denn wenn man schon präventiv aus Angst vor einem Rassismus/Xenofobie-Vorwurf (von wem eigentlich?) auch berechtigte sachliche Kritik an bestimmten Dingen nicht äussert, kann das u.U. auch ausgenutzt werden (z.B. von Gruppen, die genau wissen, dass diese "Masche" greift, und so eine sachliche Diskussion zu bestimmten Themen im Keim ersticken), und es ist auch eine (selbst auferlegte) Freiheitseinschränkung, was ich bedenklich finde.

Wovor hat man in Deutschland so viel Angst? Wenn man sachlich bleibt, kann man doch auch solche Dinge diskutieren, finde ich. Die Lehre aus dem Nationalsozialismus ist NICHT, dass man nicht eigenständig kritisch denken und diskutieren darf - eher im Gegenteil...

Re: @Leena

Antwort von Nurit am 23.05.2014, 12:07 Uhr

Danke; ich stimme Dir vollinhaltlich zu.

beste Grüße,

Nurit (mosaisch)

man drehe es um....

Antwort von SchwesterRabiata am 23.05.2014, 12:23 Uhr

ich habe jetzt keine andere Antwort gelesen.
es wird keinem Kind geschadet, wenn es die letzten 2 Schultage, die meist eh nur dahindümpeln, weil Zeugnisse längst geschrieben und verteilt, aus dem Unterricht genommen wird.
Verwerflicher finde ich eher andersherum die Tourismusindustrie, die die Ferienzeiten ausnutzt um die Preise zu erhöhen und somit die Menschen schon zum Überlegen bringt, halt 2 Tage vorher zu fahren/fliegen/schippern um sich einige 100 Euro zu sparen. Aber ich weiß halt, daß es da Ärger gibt und daß sich die Schulen da quer stellen (müssen), ob mir das gefällt oder nicht ist ne andere Sache.
Zweites Thema.... mir geht es auf die Nerven, daß immer mehr "verlangt" wird von Religionen, Ausnahmen, die gegen unser Gesetz sind. Die wollen und wollen und wollen und erwarten und überhaupt.... und ich finde, dem muß man mal einen Riegel vorschieben . Da ich Religion an sich eh total überflüssig und sinnfrei finde, und das mehr Ärger als alles andere auf der Welt gebraucht, ist es auch der letzte Grund für mich eine "Extrawurst" zu "schlachten"....
Meine muslimischen Nachbarn kamen mal mit einer geschächteten Ziege über die Schulter geworfen nach Hause, die mich aus ihren toten offenen Augen anglotzt... ich hätte mich fast übergeben!!! (ich war allerdings auch schwanger;-)).
Andererseits, und ich bin auch nicht blind, daß ich das übersehe, ein gut gehaltenes Tier, was nicht quer durch Europa gekarrt wird und einen schnellen Tod hat, und den hat es eigentlich, wenn es richtig gemacht wird, auch wenn es grausig ausschaut. Aber auf Grund der Stressvermeidung würde ich auf eine Betäubung bestehen, und genau dagegen wehren sich ja Muslime und Juden und das ist das Problem wo ich sagen würde "Vermaledeite Religion, macht es so wie es besser fürs Tier ist oder esst Gras!".....

Re: Babsorella, aber dann läuft ja irgendwie etwas schief, oder? Denn...

Antwort von Strudelteigteilchen am 23.05.2014, 12:32 Uhr

Sachlich? Wer ist denn da unsachlich?

Es ist doch so: Kaum tun die Deutschen irgendwas, was irgendwem nicht paßt, wird Hitler aus den Schubladen gezogen. Das machen die Italiener, die Griechen, das machen Putin und Erdogan. Das findet statt. Punkt. Im Grunde machst auch Du es, wenn Du uns von außen vorschreiben willst, wie und wann wir mit der Vergangenheit abzuschließen haben.

Sind wir Deutschen deswegen erpressbar? Zunehmend weniger, finde ich. Aber es nervt einfach. UND - und das ist das eigentlich Schlimme - es spielt genau den Falschen in die Hände. Wer wegen jedem Kleinscheixx pauschal und kollektiv als Nazi (oder, alternativ, als "Political Übercorrect") beschimpft wird, der verliert irgendwann die Scheu vor extremen politischen Einstellungen. Ist ja eh egal.

Noch steht diese "Political-Correctness-Mauer" - und auch, wenn sie in Details manchmal nervt und, zumal von außen, sehr deutsch-kleingeistig rüberkommt, so hilft sie mMn gegen diese "Uns bezeichnet sowieso die halbe Welt als Nazis, dann können wir es doch auch sein!"-Leute. Ob das dann besser ist?

Betrachte diese Überkorrekten doch als "Über-Ich" im freud`schen Sinne. Lästig, nervig und pedantisch, aber notwendig.

Doch, es wird jemandem geschadet!

Antwort von Sabet am 23.05.2014, 12:41 Uhr

"Dabei ging es um nichts Schwerwiegendes - die Schulbildung eines Kindes ist schliesslich nicht von ein paar Tagen schulfrei bedroht, niemandem wird geschadet oder gar Leid zugefügt."

Wie immer hier - über Schule meint JEDER kompetent und komplett mitreden können, dabei kennen sie die meisten nur aus der eigenen Zeit und als Elternteil. Schulbefreiungen nur aus der Sicht der Kinder, die nichts mehr versäumen, oder eh schon so gut gebildet sind, zu betrachten, ist sehr sehr eindimensional. Schulbefreiungen sollten für ernsthafte Anliegen da sein: Beerdigungen natürlich, Prüfungen außerhalb der Schule, Erkrankungen von Angehörigen. Darüber hinaus zu befreien, spricht sich in Windeseile herum unter den Eltern, bricht der Schulleitung im Sinne der Gleichbehandlung das Genick, schadet dem Ruf der Schule und zu guter Letzt kann eine Schule deshalb auch Ärger mit dem Kultusministerium bekommen.
Eltern vermitteln ihrem Kind eine negative Wertigkeit von der Schulzeit und dem Sinn der Anwesenheit an Schultagen. Auch mir als Lehrer wird ein Ist-doch-egal-am-Schluss-Stempel verpasst (und das muss ich auch aushalten vor der Klasse in den letzten Tagen)! Wobei letzteres bei der Meinung über Lehrer hier natürlich niemanden interessieren wird.
Denkt doch auch einmal über den Tellerrand hinaus!
Sabet

Re: Babsorella, aber dann läuft ja irgendwie etwas schief, oder? Denn...

Antwort von Alba am 23.05.2014, 13:10 Uhr

Das Rassismusargument bekommt man aber auch in anderen Laendern. GB hat die Diskussion im Moment auch weil einige fast food/restaurant Ketten (zB Subway und PizzExpress) in einigen ihrer Filialen nur noch halal meat anbieten. Und all die Diskussionen sind voll mit "this is racist" Vorwuerfen egal wie vorsichtig Meinungen formuliert werden. Manche benutzten es wirklich um jede Diskussion abzublocken.
Deutschland ist fuer solche Vorwuerfe aufgrund seiner Vergangenheit natuerlich besonders anfaellig aber es kommt woanders auch vor.

und das rechtfertigt nun was?

Antwort von like am 23.05.2014, 13:14 Uhr

na ja

Antwort von like am 23.05.2014, 13:18 Uhr

und die Deutschen selber eifern den anderen Ländern feste nach... da wird z.B. dann hier im Forum aus einem Schächt-Gegner automatisch ein Nazi gemacht und Petitionen als Nazi-Pamphlet abgetan.
Wie das wohl auf andere Länder wirkt?

das impliziert dass frankreich einen großteil davon exportiert

Antwort von DecafLofat am 23.05.2014, 13:18 Uhr

und es doch klüger wäre das CO2 beim transport einzusparen und den glaubensgruppen die ihr fleisch gern so hergestellt hätten, dies frisch und vor ort herzustellen und kaufen zu können, ohne einen derartigen carbon footprint, der uns allen irgendwann die luft abschnüren wird.
aber ich will im thread nun nichts mehr zu DEM thema sagen, war auch nicht dieabsicht von MM, das thea von unten hier hoch zu holen.
so. und nun bin ich in wochenendlaune, husch, hoch zu meinem neuen thread.

Naja, Tellerrand...

Antwort von und am 23.05.2014, 13:20 Uhr

"Denkt doch auch einmal über den Tellerrand hinaus! "

Grade wer die Welt jenseits des Tellerandes kennt, der weiß ganz genau, dass um Beurlaubungen von der Schulpflicht im Ausland eben KEIN riesen Aufstand gemacht wird. Das geht fast in jedem Land der Erde völlig unkompliziert und ohne große Empörung - außer eben in Deutschland.

So viel zu "Tellerrand".

Re: Naja, Tellerrand...

Antwort von shinead am 23.05.2014, 14:00 Uhr

>>Das geht fast in jedem Land der Erde völlig unkompliziert und ohne große Empörung - außer eben in Deutschland.

Welches dieser Länder hat denn analog zu Deutschland eine Schulpflicht?

Ich kenne diese einfachen Beurlaubungen nur von Ländern mit Bildungspflicht.

Re: Babsorella, aber dann läuft ja irgendwie etwas schief, oder? Denn...

Antwort von Babsorella am 23.05.2014, 14:07 Uhr

Du hast völlig Recht, dass man sachlich auch Dinge diskutieren dürfen sollte, die möglicherweise Religionen oder bestimmte Herkunftländer betreffen. Aufgrund unserer Geschichte scheint es aber einen weit verbreiteten gesellschaftlichen Konsens zu geben, dass man sich damit sehr zurückhält. Ich persönlich finde das nicht gut, weil es eben gerade einer sachlichen Diskussion im Wege steht. Du lebst ja in Tschechien, wenn ich das richtig im Kopf habe. Deshalb hast Du vielleicht auch eine etwas entspanntere Sichtweise auf dieses Thema. Man hat ja auch unten an dem Thread gesehen, dass irgendwann das Totschlagargument von Nazi-Partei und "kackbraunem" Gedankengut kam. Ich gebe allerdings zu, dass ich unten nicht alles gelesen habe, so dass ich nicht beurteilen möchte, ob das Ansinnen der Ausgangsposterin unten tatsächlich aus der Ecke getrieben war.

Re: Babsorella, aber dann läuft ja irgendwie etwas schief, oder? Denn...

Antwort von lotte_1753 am 23.05.2014, 14:19 Uhr

und dabei war der Führer doch Vegetarier ... Aber ich denke hier können die die speziell deutsche Vergangenheit mal ruhen lassen, denn in anderen Ländern bekommst Du die Rassismusreaktion auch gratis dazu.

Im Grunde geht es, um zum AP zurückzukommen, bei der Frage Schächtung um eine klassische Abwägung zweier Rechtsgüter, also der Religionsfreiheit auf der einen Seite, und dem Tierschutz auf der anderen Seite. Bei der Abwägung Freistellen vor den Ferien und Schulpflicht (also Erziehungs- und Fürsorgepflicht des Staates) kann ich ausser der allgemeinen Handlungsfreiheit kein Rechtsgut auf billige Ferien erkennen. Insofern hat die eine Ausnahme nichts mit der anderen zu tun, weder sachlich, noch konzeptionell.

Ist aber immer wieder erstaunlich, auf welchen Mist die Leute kommen, also dass das eigene Seelenheil daran hängt, dass ein Tier mehr leiden muss als nötig.

Re: Babsorella, aber dann läuft ja irgendwie etwas schief, oder? Denn...

Antwort von lotte_1753 am 23.05.2014, 14:19 Uhr

und dabei war der Führer doch Vegetarier ... Aber ich denke hier können die die speziell deutsche Vergangenheit mal ruhen lassen, denn in anderen Ländern bekommst Du die Rassismusreaktion auch gratis dazu.

Im Grunde geht es, um zum AP zurückzukommen, bei der Frage Schächtung um eine klassische Abwägung zweier Rechtsgüter, also der Religionsfreiheit auf der einen Seite, und dem Tierschutz auf der anderen Seite. Bei der Abwägung Freistellen vor den Ferien und Schulpflicht (also Erziehungs- und Fürsorgepflicht des Staates) kann ich ausser der allgemeinen Handlungsfreiheit kein Rechtsgut auf billige Ferien erkennen. Insofern hat die eine Ausnahme nichts mit der anderen zu tun, weder sachlich, noch konzeptionell.

Ist aber immer wieder erstaunlich, auf welchen Mist die Leute kommen, also dass das eigene Seelenheil daran hängt, dass ein Tier mehr leiden muss als nötig.

Re: Naja, Tellerrand...

Antwort von lotte_1753 am 23.05.2014, 14:24 Uhr

Stimmt, die Argumentation mit dem Tellerand verkehrt sich ins Gegenteil. Wobei ich sagen muss, dass ich eine Prise Preussentum gar nicht verkehrt finde und prinzipiell zustimme.

Protest..

Antwort von Leena am 23.05.2014, 14:33 Uhr

Ich habe nie behauptet, dass die Ausgangsposterin unten selbst bewusst von "kackbraunem Gedankengut" getrieben wäre - DAS habe ich nie gesagt, schon allein, weil ich sie kein Stück kenne und das gar nicht beurteilen kann!

Aber wenn ich mir die Formulierungen der von ihr verlinkten Petition bzw. die auf der Seite teilweise zu findenden Kommentare zu dem Thema anschaue, dann sehe ich sehr wohl die Gefahr, dass da unter dem "Deckmäntelchen" des Tierschutzes braunes Gedankengut salonfähig gemacht werden könnte. Das Ganze entwickelt schon den Tenor "hier in Deutschland wollen wir keine Türken, die Tiere quäen und umbringen!" Das ist nicht unsere Kultur, das sind nicht unsere Sitten, das wollen wir nicht! Und wenn man dann noch damit ankommt, das quasi direkt neben dem "Riesenschlachthof" auch noch ein Kindergarten ist und überhaupt und mitten in der Stadt, das geht doch gar nicht! Große Empörung. Und dann noch was von "islamistischen Gruppen" erzählen, und dem Bürgermeister, der damit gut befreundet wäre, man will ihm ja nichts unterstellen, gottbewahre, ABER...

"Der türkisch-stämmige XY will einen "Fleischpalast" eröffnen, wo die Tiere durch Schächten umgebracht werden ... Tiere sollten aber nicht auf so eine grausame Art und Weise getötet werden ... eine Stadt braucht Eure Hilfe!" "Verpisst euch aus meinem Land mit euren dreckigen Gebräuchen!"

Tut mir leid, aber diese Tendenz finde ich inakzeptabel. Oder vielmehr - nein, tut mir nicht leid. Ich bleibe bei inakzeptabel!

Persönliche Wertigkeit von Religion

Antwort von Leena am 23.05.2014, 14:48 Uhr

Nur weil hier Menschen "Religion an sich eh total überflüssig und sinnfrei" finden, wie SchwesterRabiata unten schrieb, finde ich trotzdem nicht, dass man das auch von anderen Menschen "verlangen" kann.

Nur weil mir meine Religion nicht besonders wichtig ist, ich keine habe oder ich mich an die Regelungen meiner Religion nicht halte (weil ich sie vielleicht zum Gutteil gar nicht kenne oder für mich nicht für wichtig und / oder richtig halte) kann ich nicht von anderen verlangen, dass das für sie genau so gelten sollte - meiner Meinung nach.

Auch wenn bei Moses steht "Du sollst kein Mischgewebe tragen, Wolle und Leinen zusammen" und trotzdem viele Juden und Christen sehr wohl Kleidung "aus zweierlei, miteinander vermischten Fäden" tragen, und ich mich als Christ nicht daran halte - dann ist das meine Sache. Aber ich will nicht in einem Staat leben, der mir verbietet, Kleidung nur aus nicht miteinander vermischten Fäden zu tragen!

Ich will selbst entscheiden, was ich glaube oder nicht, und ich will selbst entscheiden, inwieweit ich meinen Glauben lebe oder nicht. Und ich will mir auch nicht von dem Staat, in dem ich lebe, da in meinen privaten Lebensbereich reinreden lassen müssen.


Was die geschächtete Ziege der muslimischen Nachbarn mit ihren "toten offenen Augen" angeht - ich hätte mich fast übergeben, als ich mal beim örtlichen Metzger den LKW auf der Straße sah, hinten offen und die Schweinehälften mit ihren toten offenen Augen hingen innen an großen Haken, von einem Bataillon Wespen umschwärmt. Und dabei was ich noch nicht mal schwanger...

Re: Jetzt hol ich es doch noch mal hoch (Ausnahmeregelungen)...

Antwort von wolke76 am 23.05.2014, 15:10 Uhr

Es geht nicht um zweierlei Maß.
Es geht nicht um die Schlachtmethode ansich.
Es geht nicht um Religion, Rasse oder sonstigen Quatsch, den sich irgendwelche Menschen ausgedacht haben.

Es geht schlichtweg um Gleichheit, Demokratie, Gesetze usw.

Wenn es Ausnahmegenehmigungen für gewisse Tätigkeiten, die grds. verboten sind, gibt, so handelt man LEGAL sobald man diese Ausnahmegenehmigung besitzt.

Wenn es die Möglichkeit der Erteilung einer Sondergenehmigung gibt und sämtliche Voraussetzungen dafür gegegebn sind, dann muss sie auch erteilt werden.

Man kann sich nunmal nicht die sprichwörtlichen Rosinen (hier: das Verbot) herauspicken, wenn einem der restliche Kuchen (Gesetze bzw. deren AUsnahmeregelungen) nicht schmeckt.

Aber kann die persönliche Wertigkeit der Religion wichtiger sein...

Antwort von Petra28 am 23.05.2014, 15:10 Uhr

...als die Normen und Werte der Gesellschaft? Und wo ist die Grenze zu ziehen?

Auch na ja

Antwort von Strudelteigteilchen am 23.05.2014, 15:25 Uhr

Schau mal, wo die Petition herkommt. Sooooo weit hergeholt ist der Vorwuf nicht.

Vielleicht ist das das Problem: Die Welt wird immer komplizierter, also muß man immer mehr überspitzen. Oder meint das zumindest.

Apropos Nazi-Vorwürfe aus dem Ausland: Kürzlich hatte im Rahmen einer Info-Sendung ein deutscher Reporter einen "Mann von der Straße" interviewt, irgendwie im Zusammenhang mit der Ukraine - ich weiß nicht mal mehr, ob der Mann Pro-Russland oder pro-Ukraine war (wahrscheinlich ersteres, aber ich bin mir nicht sicher). Jedenfalls schlug der Mann einen wahnwitzigen Argumentationsbogen, der nachweisen sollte, daß die Deutschen sich immer noch nicht von Hitler losgesagt haben und daher als Teil der jüdischen Weltverschwörung alle Banken unter ihre Gewalt stellen wollen. Luschtig :-)

Und da, Alba, ist mMn auch cer Unterschied zu GB und anderen Ländern: Die können sich weitgehend intern über den Umgang mit Ausländern auseinandersetzen. Deutschland tut das quasi immer teil-öffentlich und mit der - von innen und außen auferlegten - Vorgabe der "besonderen Verantwortung". Ich will diese besondere Verantwortung weder leugnen noch wegschieben, aber sie macht es eben auch etwas komplizierter.

Jedenfalls haben es m.W. weder Cameron noch Hollande mit Hitlerbärtchen und Hakenkreuzbinde auf die Titelseiten in Griechenland gebracht - der (vermeintliche) Gag klappt nur mit Angie.

Re: Persönliche Wertigkeit von Religion

Antwort von lotte_1753 am 23.05.2014, 16:01 Uhr

Es geht immer um die Abwägung mit anderen Rechtsgütern. Wenn mein Sonnengott Menschenopfer verlangt, dann wird ein deutsches Gericht das Recht am Leben wahrscheinlich höher einschätzen, als das Recht auf ungestörte Religionsausübung. Ich kann also nicht zu diesem Zweck auf offener Strasse Jungfrauen entführen. Hier geht es nicht um die Tötung der Tiere - wie auch immer geschlachtet, gegessen werden sie tot - sondern darum, ob die Religionsfreiheit hier zurückzustehen hat. Wenn das jetzt ein zentraler Glaubenssatz ist, hat in meinem Rechtsstaatsverständnis die Ziege Pech gehabt. (Was mich aber nicht daran hindert, den Kopf über so einen Aberglauben zu schüttelt).

Re: Aber kann die persönliche Wertigkeit der Religion wichtiger sein...

Antwort von Leena am 23.05.2014, 18:19 Uhr

...als welche Normen und Werte der Gesellschaft?

Wir schächten Tiere nicht, weil wir das für unnötige Tierquälerei halten, aber wir haben Massentierhaltung, Tiertransporte unter oft unwürdigen Bedingungen, bei denen die halbe Ladung schon beim Transport stirbt, und maschinere Hühnchen-Kopf-Abschneidung, die regelmäßig schief geht. Da quälen wir definitiv Tiere, und das völlig gedankenlos und aus reinem Geschäftsinteresse.

Geht Geschäftsinteresse und wirtschaftlicher Profit dem Grundgesetz vor, wenn das die "Normen und Werte unserer Gesellschaft" sind?

Ich finde den Aufschrei um den Marler "Fleischpalast" tatsächlich in weiten Teilen scheinheilig. (Wortspiel zwischen "heilig" und "scheinheilig" war nicht beabsichtigt.)

Ich meine das grundsätzlich, losgelöst vom Ausgangsthema.

Antwort von Petra28 am 23.05.2014, 19:24 Uhr

Und frage mich, erstens, wo die Grenze gezogen wird, bei den Ausnahmen aus religiösen Gründen.

Und zweitens, ab wann ist eine Religion Religion? Darf ich morgen eine Religion gründen, die die Amputation des linken Ohrläppchens verlangt?

@Rabiata

Antwort von wolke76 am 23.05.2014, 22:38 Uhr

Ich zitiere dich mal: "mir geht es auf die Nerven, daß immer mehr "verlangt" wird von Religionen, Ausnahmen, die gegen unser Gesetz sind. Die wollen und wollen und wollen und erwarten und überhaupt.... und ich finde, dem muß man mal einen Riegel vorschieben ."

Die Religionen bzw. deren Anhänger verlangen doch nicht "immer mehr", auch nicht mehr Ausnahmen. Die Gesetze, auf die du dich beziehst, sehen diese Ausnahmen ausdrücklich vor. Das ist nix, was jetzt irgendwer neu für sich einfordert. Du willst also der korrekten Auslegung unserer Gesetze einen Riegel vorschieben bzw. nur das annehmen, was "genehm" ist? Wo soll das denn hinführen? Jeder macht, was er will? So funktioniert das nicht!

Re: roxi

Antwort von wolke76 am 23.05.2014, 22:49 Uhr

Prost! Schön ist er wirklich nicht. Aber das hat ja nichts damit zu tun, dass er nicht weiß ist. Schnuckis gibt es überall

Ich DENKE über den sog. "Tellerrand" hinaus...

Antwort von MM am 23.05.2014, 23:46 Uhr

... was immer das genau sein mag...!

Ich lebe in einem Land (Tschechien), wo es kein Problem ist und keine Prinzipienfragen daran festgemacht werden. Es gibt hier Bildungspflicht, sprich niemand behauptet, (Schul-)Bildung von Kindern dürfe nur in der Schule stattfinden. Homeschooling ist erlaubt, auch wenn es nur eine verschwindende Minderheit praktiziert. Aber da niemand festlegt, dass man zum Sichbilden in einem Schulgebäude sitzen muss, ist auch die Sache mit der Schulbefreiung einfacher und entspannter.

So ist es kein Problem und Lehrern wird kein "Strick" daraus gedreht, wenn man z.B. ausserhalb der Winterferien in den Skiurlaub will (z.B. weil man keinen Urlaub in den Ferien bekommt oder die Unterkunft da schon ausgebucht war). Man bittet die Lehrerin (kein formaler Antrag!), diese willigt i.d.R. ein, wenn das Kind keine schwerwiegenden Probleme hat und nicht sehr oft fehlt - und das Kind bekommt ein paar Arbeitsblätter etc. mit, von denen es halt im Skirurlaub jeden Abend/Nachmittag eins macht. Fertig. Kein Problem, alles ganz entspannt, zumindest im Grundschulalter ist es ganz klar so. Unsere Lehrerin sagt ganz klar, dass sie es - wenn es nur irgendwie geht - unterstützt, wenn Kinder mit ihren Eltern als Familie aktiv Zeit verbringen! :-)

Niemandem wird "das Genick gebrochen" oder "der Ruf zerstört", wie du schreibst. Klar, wenn jemand diese Möglichkeiten missbrauchen würde, könnte die Lehrerin immer sagen, dass das Kind bereits zu oft gefehlt hat und dies nicht mit ein paar Arbeitsblättern in Eigenregie aufholen kann - und die Bitte ablehnen. Aber die meisten Eltern sind wohl schlau genug, diese Möglichkeit nicht zu missbrauchen oder überzustrapazieren.
¨
Ich verstehe, dass es in Deutschland ein Problem ist, wie du schreibst. Aber das liegt halt an der Gesetzgebung. Das führt dann zu solchen Absurditäten wiie Kontrollen am Flughafen...

Und, du sprichst mir aus der Seele! Das zum Thema...

Antwort von MM am 24.05.2014, 0:26 Uhr

... "Tellerrand"!

Dann ist halt die Schulpflicht das Problem...

Antwort von MM am 24.05.2014, 0:28 Uhr

... und man sollte evtl. zur Diskussion stellen, ob Bildundgspflicht nicht vieles einfacher und entspannter machen würde...

Die Metapher ist doch total verkehrt...

Antwort von MM am 24.05.2014, 0:31 Uhr

... denn wenn schon, dann sind die Gesetze der Kuchen (das grosse ganze) und die Ausnahmeregelungen die Rosinen (ein Teil davon)... Und ich würde in diesem Fall halt zu einem Kuchen ohne Rosinen tendieren, weil zu dieser Art Kuchen keine Rosinen passen und nur Magenschmerzen verurachen... ;-)

Also bitte, was soll das??? Wo will ich euch was vorschreiben???

Antwort von MM am 24.05.2014, 0:40 Uhr

Langsam wird es echt absurd. Lies bitte nochmal richtig. Es ging in keinster Weise darum, irgendjemandem irgendetwas vorzuschreiben. Ich habe kein Wort dazu geschrieben, wie und wann wer mit der Vergangenheit abzuschliessen hat. Wo hast du das hervorgezaubert???

Im Gegenteil - gerade weil man nicht so leicht mit ihr abschliessn kann, finde ich, dass man sich kritisches Denken und kritische Diskussion nicht verbieten (lassen) sollte, nur weil dann irgendwer irgendwas denken oder sagen könnte. Klar kann das passieren, aber dann kann man doch sachlich argumentieren - das war mein Punkt.

Du kannst ja anderer Meinung sein, aber diese Beschuldigung, ich würde jemandem was vorschreiben, war echt daneben, sorry. Ich schreibe hier einfach nur Meinungen bzw. Gedanken zum Thema, so wie andere auch, und bemühe mich, es auf anständige Weise zu tun (wenn jemand etwas falsch bzw. im bösen Sinne versteht, tut es mir leid). Das ist alles.

Re: Die Metapher ist doch total verkehrt...

Antwort von wolke76 am 24.05.2014, 13:55 Uhr

Kannst du sehen wie du willst, Interpretationssache... Dann eben nach deiner Auslegung: Du kannst die Rosinen nicht weglassen, wenn sie ausdrücklich im Rezept genannt werden. Wenn du sie weglässt, ist es nicht mehr DER Kuchen.

Es bedürfte einer Gesetzesänderung. Derzeit sehen die Gesetze die Regelungen nunmal vor. Und an die Gesetze muss sich jeder halten.

Kuchen...

Antwort von Rassel2011 am 24.05.2014, 21:48 Uhr

Und nochmal: Ich denke, die Schächtungsangelegenheit wird sich, trotz bestehender Ausnahmeregelung, aber wegen rechtlicher Vorgaben, an die sich gerade ein großer Betrieb im Endeffekt sicherlich halten muss, letztlich im Sande verlaufen, wie man so schön sagt..
Der dargestellte Vergleich passt nicht, Kuchen und Rosinen trifft es jedoch ganz genau..

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