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Geschrieben von Moneypenny77 am 15.10.2003, 10:57 Uhrzurück

Re: Sei mir nicht bös, aber...

Lieber Ralph,

Du willst doch wohl nicht ernsthaft behaupten, das Zölibat sei Schuld am Mißbrauch von Kindern durch kath. Geistliche, oder??? So hört es sich nämlich an. Wenn es ihnen nur darum ginge, ihren Trieb zu befriedigen, könnten sie das ja auch mit der Pfarrsekretärin, der "Haushälterin" oder im Puff machen. Wer pädophil ist, läßt sich auch nicht davon abhalten, daß er eine Ehefrau "umsonst" haben kann, wie wir täglich in der Zeitung lesen müssen.

Ich vertrete das Zölibat auch nicht vehement, ich kann lediglich die Gründe dafür nachvollziehen und finde sie auch gerechtfertigt. Der Pater unserer Gemeinde soll, wie es heißt, auch eine Freundin haben und das würde mich auch bei ihm nicht wundern, davon schätze ich ihn als Geistlichen kein bißchen weniger. Letztlich hängt mein "katholische Seele" aber nicht am Zölibat, sondern an ganz anderen Dingen, die die katholische Kirche ausmachen.

Schade finde ich nur, daß Kirche heutzutage möglichst angepasst und praktisch für den täglichen Gebrauch werden soll. Ein reines Gewissen mit wenig Arbeit und Aufwand, so kommt es mir vor. Da wird ausd er Kirche ausgetreten, weil man nicht einsieht die Steuern zu zahlen, aber natürlich ist man schrecklich gläubig, aber muß dafür ja nicht in der Kirche sein. Bei Hochzeiten, Taufen und Beerdigungen wird die Institution Kirche dann aber wieder gern in Anspruch genommen... auf Kosten derer, die immer brav ihre Steuern gezahlt haben. Die Kinder werden trotzdem versucht in kirchlichen Schulen und Kindergärten untergebracht zu werden und wenn dann Gemeindemitglieder bevorzugt werden ist das Geschrei groß.

Ich bin übrigens auch evangelisch -noch- und befinde mich derzeit in der "Konversionsphase" in die katholische Kirche. Einer meiner Gründe ist, daß die katholische Kirche, nach meiner Auffassung, "ehrlicher" in ihrer Religionsausübung ist.
Man kann nur EINMAL vor den Traualtar treten und geloben, bis zum Tode mit seinem Partner verbunden sein zu wollen (übrigens eine Sache, die ich auch als Katholikin homosexuellen Paaren absolut zusprechen werde). Man benötigt bei einer Taufe mindestens ein katholisches Elternteil und einen katholischen Paten, um die christliche Erziehung nach katholischem Glauben zu gewährleisten. Dies nur als Beispiele.

Unser Pater hat bei unserer nicht-ökumenischen Trauung, obwohl ich vom anderen Verein war, entgegen des vatikanischen Erlasses mit uns die Eucharistie gefeiert. Ich möchte als aktives Mitglied einer katholischen Gemeinde, die meilenweit vom Vatikan entfernt ist, sicher viele Dinge verändern und verbessern. Aber ich halte nichts von Gleichmacherei und der Abschaffung traditioneller Regeln, nur weil sie "unpraktisch" sind. Und ich betone nochmals: die katholische Kirche ist nicht der Papst, sondern Millionen Katholiken, die es selbst in der Hand haben, ihre Kirche zu verändern, aber nicht meckern sollen, wenn sie dazu nicht bereit sind.

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