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Geschrieben von Ralph am 13.10.2003, 14:07 Uhrzurück

Nein, das war eigentlich vorher klar...

Hi Angie,

auch ich habe damals die Wahlen verfolgt. Und die Hof- bzw. Vatikanauguren hatten vorher schon gemutmaßt, daß es ein Nichtitaliener werden sollte. Es gab mehrere "Kandidaten", auf Karol ist in der Tat keiner gekommen, das ist richtig.

Es mag sein, daß Johannes Paul der II. den Namen wegen seines Vorgängers wählte, das hat aber nichts damit zu tun, daß der Mist im Vatikan damals bis zu den Knien stand (und wahrscheinlich auch heute noch steht).
Fest steht auch, daß Johannes Paul II. was Frieden angeht, sicherlich häufig deutliche Worte gefunden hat, noch öfter aber eher in die Kuhfladen griff.
Stockkonservativ, weltfremd, menschenverachtend.

Für mich unvergeßlich bleibt die unerhörte Aussage, daß vergewaltigte Frauen in den jugoslawischen Bürgerkriegen, die daraufhin schwanger wurden, das Kind freudig austragen und nicht abtreiben sollten (sinngemäß). DAs Ganze sei von Gott gewollt und blablabla.
Spätestens seitdem ist der Papst für mich nur noch ein Narr. Allerdings habe ich es leichter, da ich Protestant bin und der Papst für mich glücklicherweise überhaupt nicht relevant ist.

Solange sich die katholische Kirche an diese Witzfigur als Autorität klammert oder sich im Vatikan nicht Grundlegendes ändert, werden sich die Kirchenoberen immer mehr von ihrer Basis entfernen. Das Ergebnis hat man auf dem ökomenischen Kirchentag in Berlin doch schon gesehen:
Gläubige beider Glaubensrichtungen, die sich einen Dreck um die hohe Theologie scheren und einfach das tun, was sie vom Gefühl her für richtig halten.

Das ist ein Prozeß, den weder der gegenwärtige, noch der künftige Papst wird umkehren können. Entweder der Klerus kommt endlich aus seinem Elfenbeinturm heraus, oder er wird mitsamt seiner katholischen Kirche untergehen.

Deshalb wird die nächste Papstwahl auch eine der wichtigsten in der katholischen Kirchengeschichte sein: Entweder man renoviert die gesamte katholische Theologie, stellt ALLES auf den Prüfstand, von Zölibat über Pille bis zum Thema Reichtum und Kirche, oder der Papst als Institution wird zur Bedeutungslosigkeit verkommen. Das ist zugegebenermaßen ein ungeheures Pensum, das zudem noch in kürzester Zeit bewältigt werden müßte. Nur ist das das Resultat von jahrhundertelangem, seligem Schlaf auf dem Heiligen Stuhl.
Der nächste Papst muß das schaffen, was seine letztenVorgänger in den letzten 3 Jahrhunderten verpennt haben. :-)
LG
Ralph/Snoopy

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