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Geschrieben von rollmops79 am 09.09.2016, 13:10 Uhr

Heute morgen erlebt...

Hi Zusammen,

nachdem das heute bei mir noch nachwirkt und die Diskussion um ausländische Mitbürger hier immer aktuell ist, wollte ich das heutige Erlebnis mit euch teilen.
Also morgens bin ich kurz in einen Kiosk rein, um mir eine Zeitschrift zu kaufen. Da stand eine ältere Dame mit Hund vor zweo Jungen mit sichtlich ausländischer Herkunft. Fragt die Dame die Jungs, wo kommt ihr denn her. Sagt einer der Jungs aus dem Ort, wo wir leben. Nee meint die Dame, bist doch Chinese. Der Junge antwortet wirklich in perfektem Deutsch, dass er hier geboren ist und seine Eltern Asiaten sind. Darauf die Dame, willst bestimmt hier bleiben. Der Junge war sichtlich irritiert und antwortet nochmal hier geboren zu sein. Die Dame meinte dann Deutschland sorgt ja gut für euch, warum solltet ihr nicht bleiben wollen.
Ich meinte dann zu den Jungs, sie sollen es sich wegen dem Alter der Frau sich nicht zu Herzen nehmen, beide waren wirklich durcheinander.
Mir passiert es mit 37 Jahren immer noch, das ich gefragt werde,ob ich deutsch sprechen kann und wie ich so gut deutsch sprechen gelernt habe.
Ich finde diese Situationen immer sehr unangenehm, mich rechtfertigen zu müssen.
Alle stehen i.wie unter Generalverdacht, nicht integriert zu sein, die Sprache nicht zu beherrschen.
Selbst meine alte Vermieterin, die wusste, das ich Germanistik studiert hab, sprach mit mir, als wäre ich schwer vom Begriff.
Mich macht das traurig und die Entwicklung unseres Landes machen mir angst.

 
23 Antworten:

die Leute gab es doch schon immer und oft ist es gerade die ältere Generation

Antwort von Larissa81 am 09.09.2016, 13:21 Uhr

die so reagiert.
So zumindest mein Eindruck

Vielleicht ist da auch noch etwas von ihren Erlebnissen zurück geblieben, wo sie ja wirklich nicht wussten wie sie sich ernähren sollten.

Re: Heute morgen erlebt...

Antwort von Zzina am 09.09.2016, 13:33 Uhr

ja da gebe ich Dir Recht also das mit der Entwicklung in unserem Land, die Dame ne die Olle heute morgen war einfach nur doof und ich befürchte auch das es viele davon gibt und steh dem Entgegen.

Allerdings bin ich auch in die Falle getappt und habe das Paradebeispiel von meinem Sohn bekommen, er hat eine neue Mitschülerin in der Klasse...sie hat einen arabischen Namen für mich erst mal ausergewöhnlich da noch nie gehört und frage ihn : Wo kommt denn xxx her ?
Und er antwortet: Aus Frankfurt!!!
Ich mußte grinsen denn er hat Recht, fragte noch mal vorsichtig ob er weiß aus welchem Land sie kommt oder ihre Eltern, da ich den Namen so gar nicht kenne.
Die Kunst ist dann das zuhören, genau wie heute morgen bei dem Jungen mit chinesischen Eltern...und genau das konnte oder wollte die Frau nicht.


Auch Deine Erfahrungen zeigen es ja auch.....

Ich hoffe das wir das Ruder rumreißen und kann mir einfach nicht denken, das man es anderes zulassen kann bzw. zulassen darf

Andersrum

Antwort von Schnurzel am 09.09.2016, 13:45 Uhr

Ich arbeite in einem großen Einkaufscenter, die meisten asiatsch aussehenden Kunden sind auch tatsächlich Asiaten, diese sprechen wir prinzipiell schon auf Englisch an.
Letztens kam eine asiatische Dame an die Kasse, ich sage "it's twentytwo Euro and thirty Cents, please" und die Dame antwortet "Oh, das habe ich passend!"
Meine ältere Kollegin (fast 60) sagt bewundernd: "Sie sprechen aber gut deutsch!" und die Dame antwortet, dass sie hier geboren ist.
Wir haben alle drei drüber gelacht, sie hat das nicht weiter tragisch genommen.

Ist halt manchmal nicht einfach, auf den ersten Blick zu erkennen, welchen Pass jemand mit sich rumträgt. Und gerade ältere Leutchen verstehen das absolut nicht, da würde ich auch sagen da rein, da raus...

LG
Schnurzel

Re: Andersrum

Antwort von Zzina am 09.09.2016, 14:14 Uhr

da rein und da raus ist richtig, ABER toll das Du den Jungen noch Rückenstärkung geben hast!!!!

Das finde ich auch extrem wichtig in solch Situationen

Diskriminierung/PC/subjektives Empfinden

Antwort von tonib am 09.09.2016, 14:15 Uhr

Das wird ja immer als Paradebeispiel für diskriminierendes und verletzendes Verhalten aufgeführt, aber ist es in Wirklichkeit nicht nur ein unbeholfener Weg, Interesse und Freundlichkeit zu zeigen?

Die Grenzen zwischen gutem Willen und dadurch verursachter unbeabsichtigter Ausgrenzung und politisch korrekter Kontaktaufnahme sind nicht jedem gegeben.

Mir auch nicht: in der Klasse meiner Tochter (ca. 70% MH) ist ein Kind aus der Mongolei. Ich interessiere mich für das Land und suche jetzt nach einen pc Weg, um die Familie mal einzuladen. Ich denke noch darüber nach... Aber eigentlich finde ich es schade, dass das alles so verkrampft geworden ist. Dann macht man doch lieber nichts als etwas Falsches und vergibt dadurch schöne Chancen für Begegnungen.


Natürlich hat man leicht reden, wenn man selbst nicht Gegenstand von Diskriminierung ist. (Ich nur einmal vor langer Zeit, als ich im Rahmen einer Forschungsarbeit mit einer staatlichen Institution zu tun hatte, die mich für einen Ossi hielt und mich lang und breit und unglaublich paternalistisch von den Vorzügen "unserer D-Mark" zu überzeugen versuchte..., aber Schwamm drüber).

Aber umgekehrt habe ich manchmal den Eindruck, dass manche Leute jede negative Erfahrung auf ihrem Diskriminierungskonto verbuchen und gar nicht daran denken, dass es auch völlig unabhängig davon unfreundliche und gedankenlose Leute gibt.

Re: Heute morgen erlebt...

Antwort von Benedikte am 09.09.2016, 15:05 Uhr

rollmpos,
vielleicht liegt es an deiner Vorprägung dass Du das hegativ auffasst

deutschland ist eben kein klassisches Einwandererland und war auch keine große Kolonialmacht (Tansania und Namibia mal beiseitegelassen)

von daher- wer anders aussieht, erregt, gerade mal außerhalb der Ballungsräume, Interesse

Ich habe als Studentin in einem italienischen Eissalon gejobbt und bin immer gefragt worden, ob ich Italienerin sei. Nein, nie gewesen, Rheinländerin durch das laut Carl Zuckmayer viel Volk gefleucht ist was mir halt dunkle Haut, Haare, augen eingebracht hat.Und warum sollen sie das nicht fragen? Ich dand es immer eher als Kompliment- Italiernerin steht bei mir für modisch, stylish, ist einfach positiv besetzt.

Und ich habe lange im Ausland gelebt. Mein Englisch ist akzentgefärbt, aber kein deutscher akzent- und auch da immer die Frage, woher man käme und wie lange man bliebe. aber aufrichtiges Interesse, auf meine antwort reagierte der Fragesteller meist mit seiner Einwanderungsgeschichte.

Im niederländischen habe ich einen ausgeprägten deutschen Akzent- und da haben die Leute auch immer gerafgt, wo ich her käme, wie lange ich bliebe.

So what- ich habe das immer als aufrichtiges Interesse empfunden.

Ich meine, ich verstehe, dass Du es als überflüssig empfindest weil Du ja regelmäßig konfrontiert wirst mit der Frage- aber die anderen stellen sie immer nur einmal.

Und hier- Oma war begriffsstutzig. Spätestens als die Jungs versört regierten ( finde ich auch overdone) hätte sie aufhören sollen weil man nicht wildfremde Kinder anspricht und in Verlegnehit bringt. aber es ist sicher nicht persönlich.

Re: Heute morgen erlebt...

Antwort von shinead am 09.09.2016, 15:35 Uhr

Die Frage an sich ist nicht verwerflich. Das, was die Dame danach gesagt hat, ist es.

Re: Heute morgen erlebt...

Antwort von Shanalou am 09.09.2016, 16:18 Uhr

Genau so ist es. Ich habe auch viel mit Menschen zu tun und frage in offensichtlichen Fällen immer nach dem Ursprungsland oder wo die familiären Wurzeln herkommen, ohne zu unterstellen, das jemand keinen deutschen Pass hat oder "bedürftig" ist.

Re: Heute morgen erlebt...

Antwort von germanit1 am 09.09.2016, 17:13 Uhr

Ist nicht nur in Deutschland so.

Ich werde auch oft gefragt, wo ich herkomme. Ich sage immer ich bin Italienerin. Nur glauben mir das nicht alle, obwohl das stimmt (ich bin halt Deutsche und Italienerin). Wenn wildfremde Leute dann darauf bestehen von mir private Infos zu bekommen, finde ich das absolut nicht toll. Auf meine Fragen antworten viele ja auch nicht.

Am Besten fand ich es noch vor ein paar Jahren. Da war ich mit Kind bei uns im Ort am Hafen und hab ein Schild mit Infos gelesen. Irgendwie kam ich dann mit Italienern ins Gespraech. Nur wollten die mit mir immer Franzoesisch sprechen. Ich hatte Franzoesisch vor Jahren mal in der Schule und habe absolut keine Lust in Italien mit Italienern Franzoesisch zu sprechen besonders da ich fliessend Italienisch spreche. Irgendwann hab ich denen auch was gesagt. DIe meinten dann ich haette einen franzoesischen Akzent. Oder die Mutter von einem Klassenkameraden von meinem Kidn, die unbedingt wissen wollte, warum ich Italienerin bin. Ich kenne die Dame nur vom Sehen. Die wollte aber unbedingt die Info und meinte, sie waere auch von Sardinien. Ich bin dann gegangen, weil ich leider in die andere Richtung musste.

Die Frage ist so eine typ. Frage dieser Generation.... und nicht schlimm

Antwort von sojamama am 09.09.2016, 17:20 Uhr

Die Frage ansich finde ich nicht tragisch, das fragen ältere Mitbürger häufig. Selbst ICH ertappe mich manchmal, dass sie SO frage, obwohl ich ja oft weiß, dass die Kinder und Eltern hier wohnen, aber ich meine damit eben auch das Herkunftsland der Vorfahren.
Und das ist tatsächlich oft sehr interessant, welche Geschichten und Vorfahren dahinter stecken.

Die ältere Dame hat mich Sicherheit die Frage nicht böse gemeint. Aber das danach finde ich allerdings schon etwas befremdlich.

Momentan sehen aber wohl viele ältere Leute die fremdländisch aussehenden Mitbürger als "Sozialschmarotzer" oder eben als Flüchtlinge. Sie können das nicht (mehr) unterscheiden.
Ich merke das an meiner Oma und Schwiegermutter, sie finden es alles okay soweit, aber haben da keine Unterscheidung, wer woher kommt und wie lange hier ist usw. Sie haben sich aber auch nie damit befasst, warum auch?
Die Leute, die schon x Jahre hier wohnen, sind halt da, die kamen als Gastarbeiter z.B. her, und haben hier oft seit Jahren die selbe Arbeitsstelle oder sind halt nun Rentner. Manche sind geblieben, andere zurück ins Herkunftsland.
Aber für die ältere Generation sind sie oft immer noch "die Fremden".

melli

Möglicherweise...

Antwort von Antje04 am 09.09.2016, 17:32 Uhr

...hört die Dame nicht mehr gut. Ihre Bemerkungen, die so völlig nichts mit den Antworten zu tun haben, lassen darauf schließen!
Das hat "mit der Entwicklung des Landes" nichts zu tun, eher mit dem Alter der Frau.

Aber: Warum musst Du Dich rechtfertigen? Meinst Du, Dich rechtfertigen zu müssen? Vielleicht musst Du das auch gar nicht, sondern tust es automatisch?
Und warum nimmst Du solcherart Bemerkungen, dass Du gut deutsch kannst, so negativ? Die Leute, die das sagen, wissen möglicherweise nicht, dass Du schon so lange in D lebst?
Man kann in allem etwas Negatives sehen, man muss das aber nicht.
Das meine ich nicht angreifend, im Gegenteil. Gerade wenn man etwas sensibel ist, neigt man dazu, Dinge zu überinterpretieren.

Das bedeutet selbstverständlich nicht, dass es keine ignoranten Deppen gibt - aber die sind in der Minderheit.

wo Du es sagst

Antwort von Benedikte am 09.09.2016, 18:07 Uhr

das könnte wirklich die Erklärung sein

Re: wo Du es sagst

Antwort von Joplin am 09.09.2016, 18:28 Uhr

Ich habe mal eine halbe Stunde lang mit einem Mann aus Eritrea englisch gesprochen. Dann sagte er im perfekten saarländisch :"mir kenne ach deitsch schwätze"

Peinlich!

Re: Möglicherweise...

Antwort von germanit1 am 09.09.2016, 18:37 Uhr

Manchmal nervt es halt, wenn man immer wieder als Auslaender bezeichnet wird obwohl man es gar nicht ist. Und wenn die Leute mit einem in einer anderen Sprache sprechen, obwohl man immer in der Landessprache antwortet. Meistens frage ich dann die Leute irgendwann, ob sie auch x (die Landessprache) sprechen koennten. Dann tun sie es meist auch. Mir passiert das oft auch mit Leuten mittleren Alters.

An Larissa eine Frage:

Antwort von DK-Ursel am 09.09.2016, 19:52 Uhr

Du schreibst oben:
"Vielleicht ist da auch noch etwas von ihren Erlebnissen zurück geblieben, wo sie ja wirklich nicht wussten wie sie sich ernähren sollten."
Was hat das jetzt damit zu tun?????
Bin ich jetztauf einem falschen Dampfer oder vielleicht doch ehger Du?

ich finde es nicht schlimm, wenn man mich wie vorgestern wieder am Akzent erkennt und fragt, wo ich den nherkomme.
Ja und, ich BIN nun mal Ausländer.
Anders ist es sicher mit den Kindern die hier geboren sind, die adoptiert sind, aber auchsie müssen nun ma ldamit leben,d aß sie "anders" als die üblichen Dänen aussehen und können doch mit einer Antwort aufklären, wie sich alles verhält.

ich finde wie weiter oben schon jemand, daß man auch zuvioel negatives in alles interpretuieren kann - leider fällt mir das in vielen Dingen auf:
"Mein Beileid" möchte man nicht hören, das ist ja doch nur oberfläüchlich gemeint, schrieb ma ljemand in einer Trauerdiskussion.
"Geht´s gut?" ist auch verkehrt gefragt.
Die Bemerkung der Lehrerin ist natürlich für Kind schädlich/schädigend gemeint - und wird selten als Hilfestellung angesehen undundund... der Beispiele gibt es viele.
Nun ist "wo kommst du denn her?" bei einem fremdländisch aussehenden Menschen auch wieder vekrehrt?
Was und wie soll man denn in Kontakt treten?
Habt Ihr, die Ihr das so negativ kritisiert, mal überlegt, wie unsicher auch Ihr in manchen Situationen seid?
Wie oft hier gefragt wird, was man in eine Trauerkarte schreibt, wie men einer Freundin in Notlage hilft, was man hier und dazu sagt?
Wieso erwartet Ihr von anderen viel mehr, als Ihr selbst oft schafft?

Mir ist jemand lieber,d er auf eine "Floskel" zurückgreift,s tatt daß er vor lauter Scham und Angst, was "verkehrt" zu machen, die Straßenseite wechselt, gar nichts schreibt oder so tut, als sei alles ganz normal.
Es IST anders, ich BIN anders, also laß uns doch drüber reden.
Ist doch nicht schlimm, anders zu sein?
gerade mit Euren Reaktionen lebt Ihr das aber vor.
ICH habe versucht, meine deutschsprechenden Kindern beizubringen, ihr Anderssein bewußt positiv zu tragen, es als Bereicherung zu empfinden.
Dann darf ich allerdings auch nicht hinter jeder Frage, die sich darauf bezieht, etwas Negatives wittern.
Tun DFänen allerdings eh weniger - wenn sie überhaupt fragen, mißtrauen sie nicht.
Das scheint mir mehr udn mehr eine deutsche Eigenschaft zu sein... Schade, Ihr bringt Euch u mviele gute Erlebnisse.

Gruß Ursel, DK
P.S.: Das "Ihr" bezieht sich auf, die sich so wie beschrieben verhalten - es muß sich nicht jeder angesprochen fühlen und protestieren

Mir ging das auch immer extrem auf den Wecker.

Antwort von emilie.d. am 09.09.2016, 20:04 Uhr

Ich habe einige Jahre im Ausland gelebt, die Sprache spreche ich gut, aber Aussprache ist nicht perfekt. Ich mache den Mund auf und man hört, dass ich keine Muttersprachlerin bin.
Ständig kamen Nachfragen, wo man herkommt, warum man hier ist. Oft freundlich neugierig, manchmal auch ähnlich unverschämt wie oben.
Nö, ich hatte keinen Bock, an der Kasse nach der Arbeit, beim Kleidungskauf, beim Taxifahren ständig erklären zu müssen, woher ich komme.Insofern spare ich mir solche Fragen, so lange der/die Gesprächspartner nicht selber drauf eingehen.
Und das mit "Sie können aber gut Deutsch" hat etwas Herablassendes. Sage ich nur, wenn ich weiss, dass betreffende Person wirklich noch nicht lange Deutsch lernt.

Re: Möglicherweise...

Antwort von rollmops79 am 09.09.2016, 20:45 Uhr

Sorry Ursel,

normalerweise mag ich deine Antworten, aber diesmal fand ich deinen Beitrag i.wie komisch. Die Jungs waren pubertierende Jugendliche, die scheinbar mit so einer Situation nicht klarkamen und irritiert waren. Ich bin mittlerweile abgehärtet, kann damit umgehen, wenn man mir sagt, ich soll dahin gehen, wo ich hergekommem bin.
Das Problem ist glaub ich, dass Ausländer in Deutschland nochmal unterteil werden. Italiener, Spanier, Griecjen bspw.werden nicht so angefeindet wie Türken, Araber usw. Ich hab noch nie Scheiß Spanier gehört oder Scheiß Italiener. Aber Scheiß-Türke ist eine gängige
Beleidigung.
Ich bin stolz darauf, so zu sein, wie ich bin. Deutsch und türkisch. Ich bin ebe beiides. Ich kann keiner meiner Identitäten ablegen, weil sie zusammen gehören. Ich liebe die deutsche Disziplin, Ordnung, Rechtschaffenheit. Aber möchte die türkische Herzlichkeit, die kulturelle Vielfalt, die Gepflogenheiten nicht missen.
Um integriert zu sein muss man sich kicht assimilieren, aber mir scheint es, dass genau das erwartet wird.

Ursel DK

Antwort von Larissa81 am 09.09.2016, 21:18 Uhr

vielleicht ist es bei mir falsch rüber gekommen.
Ich habe es so verstanden dass die Dame mit Einwanderung nicht froh ist weil sie alles bekommen in Deutschland.
(Deutschland sorgt ja gut für euch)

Ich kenne aus fam.Umfeld (ältere Generation) dass , obwohl es später keine armen Leute mehr waren, immer die Angst blieb kein Geld und somit kein Essen zu haben wie es früher eben war.

Das war jetzt meine Interpreatation dass sie immerzu Sorgen hat dass ihr was genommen wird, vielleicht liege ich komplett daneben

Re: Ursel DK

Antwort von DK-Ursel am 09.09.2016, 21:53 Uhr

Aha.
Komisch, daß immer gleich so interpretiert wird.
Daß eine ältere Dame (wie alt übrigens??? Die direkte (Nach)Kriegsgeneration ist jetzt auch über 80 ) vielleiht einfach schlecht hört ...
Naja, udn selbst wenn, herrje...
ich finde, hier wird dann auch gleich von so einem fall ausgehend sehr generalisiert.
Und es herrscht eben viel Mißtrauen.

Trotzdem danke für denie Erklärung -- ich denke wohl doch naiv erstmal in eine andere Richtung.

Gruß Ursel, DK

Re: Möglicherweise...

Antwort von DK-Ursel am 09.09.2016, 22:12 Uhr

Hej!

ich trau mich mal, Dir zu antworten, da ich ja auch Ausländerin bin.
Zugegeben als Westeuropäerin in einem westeurop. Land" nicht ganz so hervorstechechend, dennoch trage ich dt. Geschichte mit mir, haben meine Kinder bereits im Grundschulalter hier im Dorf Nazisprüche gehört (als sie noch nicht mal wußten, was das ist - und die, die es riefen, wohl auch nicht alle), und:
ich lebe in einem sehr homogenen Land, wo Fremde, egal woher, nicht leicht Anschluß finden.
Das ist eine geschlossene Gesellschaft hier, man bleibt unter sich, und da empfinde ich - zugegeben nicht ovn der Ausländerseite her - Dtld. doch noch als wesentlich offener und "toleranter".
In Dtld. hast Du immerhin viele Modelle zur Auswahl, an die Du Dich assimilieren kannst - hier gibt es nur eins: das dänische, und das ist SEHR einheitlich!

Egal, ich weiß, was Du meinst, ich habe Freunde mit ausländ. Partner und kenne Ausländer in Dtld., ich habe bei ai gearbeitet udn kenne die Vorurteile und die Unterscheidungen, ja, es gibt Ausländer 1. und 2. Klasse, und meni Mann war in Dtld. deutlich einer 1. Klasse.
Das ist nicht schön.
trotzdem finde ich es genauso wenig schön, dann gleich mit Unterstellungen gegenüber allen zu argumentieren, immer nur zu mißtrauen, immer nur das Negative anzunehmen.
Wer damit angefangen hat, wer mehr Recht hat - das ist Kindergartenniveau und muß aufhören, und jeder, der da auf seiner Seite mitmacht, macht eben weiter und de-eskaliert nichts.

Ich bin hier im Forum schon sehr oft für eine Integration eingetreten, die anders ist als viele es sich vorstellen,die auch eine Bringschuld der Einheimischen beinhaltet, offene Türen und eni anderes Verständnis für die Neuankömmlinge.
Darum lasse ich mir nicht vorwerfen, an den Karren der Ausländer zu fahren ,wie könnte ich - ich bin selber einer!
Darum bleibe ich bei aber trotzdem auch bei dem, was ich schrieb und jetzt schreibe:
Assimiliation wird hier genau wie in Dtld. von vielen (allen?) erwartet wird.
es liegt an einem selbst, wie weit man dem folgt und zeigt, daß es auch anders geht.
Ich tue es hier nicht, ich kann mich nicht so verbiegen und ich bin nun mal Deutsche hier, nicht Neu_Dänin oder sowas... meinetwegen auch Ausländerin.
Und darum ist für mich da auch nichts Schlimmes, kann es doch auch gar nicht sein --- ich kann ja nicht einerseits darauf bestehen, Deutsche zu sein und andererseits Fragen dazu als abwertend bewerten! --- wenn mich jemand fragt, woher ich komme, Es ist auch nicht schlimm ., wenn jemand mein Dänisch lobt, es ist auch nicht schlimm, wenn jemand das meiner Töchter lobt.
(Ich bin vor Jahren im dt. Krankenhaus auch mal für mein gutes Deutsch gelobt worden - die Krankenschwester wußte erstmal nur, daß ich in Dk wohne...)

Ich kann durchaus platzen, wenn jemand "Bullshit" von sich gibt, wen ncih die parolen der AfD oder die Aussagen eines Herrn Seehofer und Co höre, ich gehe an die Decke, wenn ich Vorurteile, Verallgemeinerungen und ja, auch eben solche negativen Deutungen lese.
Denn:
ich will einem Lob keine negativen Beweggründe unterstellen - das kann ich, wenn es sich ERWEIST, daß es so gemeint ist.
ich will auch keiner Frage negative Beweggründe unterstellen - für mich ist das erstmal Interesse, und dann muß sich erweisen. was daraus wird..
So wie ich bei einem unbeholfenen Floskelbeileid auch nichts Schlimmes sehe oder wie ich die Frage "na, alles gut bei dir" als Interesse werte und nicht als oberflächjlich.
Wie schwierig sol lKommunikation denn noch werden?????

Ich freue mich über KOntaktaufnahme und fühle nach, wie sie sich entwickelt.
Wer immer nur Negatives voraussetzt, wird vielleicht (!) weniger enttäuscht, aber tut aber auch vielen Unrecht - UND:
Es gibt so was wie sich selbst erfüllende Prophezeihung.
Ich habe in den schwierigen Teenagejahren meiner Tochter, die nicht leicht waren, gelernt, nicht nur auf das Negative zu fokusieren, das Positive stattdessen zu suchen - es hilftm ir auch in meinem anderen Leben.
Und das ist eben wirklche dänische Pädagogik:
Sie gilt für alle Menschen, nicht nur für die Kinder!

Gruß Ursel, DK

Re: Heute morgen erlebt...

Antwort von luna8 am 09.09.2016, 23:49 Uhr

Ich bin halb Deutsche, halb Griechin ( dunkle Haare und Augen) und wenn ich darauf angesprochen werde ist mir das überhaupt nicht unangenehm. Warum auch?

Der Spruch der älteren Frau von wegen.... ' Deutschland macht ja alles für euch, klar wollt ihr hier bleiben...' ist nicht ok.

Was ich viel schlimmer bzw unangenehmer finde, wie oft ich schon auf türkisch ( hier in Dtl) angesprochen wurde, ohne dass mein Gegenüber vorher gefragt hätte, wo ich herkomme. Als hätten nur Türken braune Haare und Augen

Re: Heute morgen erlebt...

Antwort von DK-Ursel am 09.09.2016, 23:56 Uhr

Hihi, Luna, dann müssen das ja fast Türken sein,d ie Dich so vereinnahmen.
mein Bruder ging locke rauch für einen Ausländer - Türken o.ä. - durch und wurde oft in sehr gebrochenem "Pidgin-Deutsch" angesprochen. Das ist sowieso respektlos, aber er meinte, er wußte dadurch zumindest, wie man sichso fühlt...

Wir alle, so hörte ich auch mal einen psychologen - oder nichtnur einen - sdagen, sortieren unser gegenüber ein, in eine Art Schublade, das müssen wir, damit wir ein bißchen Ordnung in unserer Welt haben und die Übersicht nicht verlieren.
Dann aber ist es wichtig, das Vor-Urteil ggf. auch zu revidieren.
und jemanden,der anders aussieht, erstmal als Ausländer enzuordnen, ist ja nichts Ehrenrühriges.
Genauso wenig wie mich in schwarzen Strümpfen vor vielen Jahren eine Dame fragte, ob ich in Trauer sei - auch nicht dramatisch.
Oder wie man jemandem mit fremdem Akzent fragt, woher er denn kommt.
man kl#ärt das auf und gut is - außer, das der Fragende macht daraus dann eine Vor-Verurteilung, dann wird es haarig.

Aber die Frage(n) als solche ifnde ich berechtigt und okay.
Ich sehe sie als gute Chance, mit jemandem ins Gespräch zu kommen, ich nehme sie als interesse - udn glaubvt mir, wen nsowas wegfällt, ist man anfangs sehr verloren.
Und wie einige ja auch schrieben: Manchmal erfährt man da spannende Geschichten - wieso sollte man sich um die bringen?

Gruß Ursel, DK

Zu diesen Jungen passte der Spruch nun echt nicht

Antwort von Leewja am 12.09.2016, 14:35 Uhr

"Deutschland sorgt ja gut für euch, warum solltet ihr nicht bleiben wollen", a< ber ganz grundsätzlich lese ich da kein "ich gönn euch nix, ihr ´nehmt mir was weg, geht doch zurück wo ihr hergekommen seid" draus....

bei vielen, die herkommen, weil sie eben aus wuirtschaftlichen/politischen/Hunger/Kriegsgründen in ihrem Heimatland nicht bleiben wollen/können, ist das doch wahr.
Deustchalnd sorgt gut für seine Einwanderer, warum sollten sie nicht bleiben wollen???

Das stimmt doch ganz schlicht und ergreifend.

Nur dass das hier eben keine solchen Einwanderer waren, sondern eben gebürtige Deustche. Da war sie blöd/dumm/taub/desinteresseirt oder unhöflich.

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