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Geschrieben von Leena am 28.11.2005, 14:20 Uhrzurück

Re: Züchtigung

"Zum Thema: "Bibel im Laufe der Zeit angepaßt" und "Gott ist jemand, der mit der Zeit geht". Das bezweifel ich. Gott sagt mehrfach, daß er immer derselbe ist , vom Anfang bis zum Ende (Stichwort: Ewig), er ist ein ewiger Gott, der sich nicht ändert, sondern immer derselbe bleibt. Warum sollte er dann seinen Plan von der Welt und uns Menschen ändern. Er ist vollkommen, und war es, da gibt es nichts nachzubessern. ;-)"

Die Bibel wurde, wenn man sie mal sorgfältig liest, ganz eindeutig im Laufe der Zeit "angepasst", und wo z.B. im Alten Testement noch steht "Auge um Auge, Zahn um Zahn" ist im Neuen Testament ein "halte die andere Wange hin" daraus geworden, aber schließlich liegen zwischen AT und NT rd. 1.000 Jahre, in denen die Welt sich schließlich auch verändert hatte - und die Schriften wurden entsprechend angepasst. Vieles, was im Alten bzw. Neuen Testament steht, erschließt sich NUR aus dem historischen Kontext, und eine Unabänderlichkeit Gottes kann man, bei eigenständigem Bibelstudium und wirklichem Lesen, daraus nicht wirklich ableiten - ist jedenfalls meine Meinung!

Und zum Thema "Wer seinen Sohn liebt, züchtigt ihn beizeiten!" - der Zusammenhang, in dem die genannte Textstelle in der Bibel steht (Sprüche 13, 24) ist zumindest recht weit gefasst, um es mal vorsichtig zu formulieren, da hilft es nichts, sich darauf zu berufen, dass die Stelle "aus dem Zusammenhang gerissen" oder "zu wörtlich genommen" sei. Sicherlich umfasst "Zucht" mehr als bloßes "Verprügeln", aber Zucht bedeutet eindeutig AUCH körperliche Zucht, oder wozu braucht man als Elternteil sonst seine "Rute"? "Wer seine Rute schont, der hasst seinen Sohn; wer ihn aber lieb hat, der züchtigt ihn beizeiten" - um mal das ganze Zitat in der in der EKD gebräuchlichen Übersetzung zu bringen.

Aus diesem Zitat müsste man sehr wohl ableiten, dass man seinen Sohn schlagen MUSS, übrigens auch seine Tochter, wenn man die Stelle mal im Original liest - aber das ist eben auch ein Beispiel dafür, dass die Bibel im Originaltext und im historischen Zusammenhang gelesen werden müsste, damit man ein bisschen mehr versteht. Wie oft wird z.B. im Neuen Testament das Wort "pais" verwendet, was Luther regelmäßig mit "Sohn" übersetzt, dabei bedeutet es eigentlich sowohl "Kind" als auch "Sohn" - ein "Pädagoge" (wörtlich: ein Knabenführer) ist ja auch nicht nur für die Erziehung von Jungen zuständig, oder? ;-) So gesehen DARF man seine "Rute nicht schonen", sondern MUSS sowohl Sohn als auch TOCHTER züchtigen mit eben dieser Rute, ergibt sich eindeutig aus dieser genannten Bibelstelle. Da hilft es alles nichts, da kann man nicht daran herumdeuten, da MUSS man ableiten, dass man als braves, bibelgetreuer Christ eigentlich seine Kinder (Sohn und Tochter!) schlagen MUSS. Und sobald man sagt "ich leite daraus nicht ab, dass ich meinen Sohn schlagen muss", deutet man doch schon die Bibel in seinem Sinne um bzw. legt sie aus und entfernt sich vom "reinen Wort", oder?!?

Es ist doch wohl schon ein gewisser "Spagat", einerseits sich in jedem einzelnen Punkt auf die Bibel zu berufen und darauf, dass sie das unverfälschte Wort Gottes sei, andererseits aber zu proklamieren, man dürfe die Bibel nicht immer "wortwörtlich" nehmen! Scheint mir zumindest ein gewisser Widerspruch zu sein - oder..?

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