Re: Beziehung zu meinem Papa
Du willst Deinem Vater gern helfen, das kann ich total gut verstehen, aber ich glaub', das ist kaum möglich. Ein erwachsener Mensch muss selbst darauf kommen, was ihm gut tut und was nicht. Und er muss auch selbst die Verantwortung dafür übernehmen wollen (!), wie es ihm geht. Du hast als Tochter hier kaum Einfluss, zumal sich Eltern von ihren Kindern sowieso nur selten etwas sagen lassen.
Dein Vater hat offenbar eine Depression (Burnout ist ja einfach nur das moderne Wort für eine Belastungsdepression). Hier kannst Du ihm nicht helfen, sondern er müsste bereit sein, eine Therapie zu machen, also zum Beispiel in eine psychosomatische Klinik zu gehen. Dort würde er rundum behandelt, sowohl die Depression als auch die schlechten Lebensgewohnheiten würden angegangen, und er würde Gesprächskreise besuchen, sich bewegen und Entspannungsverfahren lernen. Das geht aber nur, wenn er das auch will. Und ehrlich gesagt, klingt er nicht unbedingt so.
Was Du aber tun kannst: Sage ihm immer mal wieder, wie lieb Du ihn hast und dass Du Dir wünschst, dass er lange lebt. Besuche ihn auch mal mit Deinen Kindern, wenn Du welche hast. Manchmal können Kinder sture ältere Leute ein bissel "aufwecken".
Was Du aber nicht tun solltest: Dich für ihn verantwortlich oder für sein Wohlergehen zuständig fühlen. Es ist ja oft so, dass sich "verlassene" Kinder auch noch verantwortlich fühlen für den Elternteil, der sie verlassen hat. Obwohl es eigentlich umgekehrt sein sollte: Dein Vater war für DEIN Wohlergehen verantwortlich und hätte sich um Dich kümmern müssen.
Ich versteh' schon, dass Du ihn lieb hast und nicht willst, dass er sich selbst zugrunde richtet. Deshalb ist es ja auch wichtig, ihm zu sagen, wie wichtig er für Dich (und die Enkel?) ist, auch wenn er selbst eher der zurückhaltende Typ ist, das macht nix. Pass aber zugleich auf, Dich nicht für seine Gesundheit zuständig zu fühlen, denn das bist Du nicht und kannst es auch nicht sein! Grenz' Dich also innerlich auch ein wenig ab, gell!
LG  |
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