Kindergesundheit
Hilfe für chronisch kranke und behinderte Kinder Hilfe für chronisch kranke und behinderte Kinder
Geschrieben von Glaseule am 22.09.2017, 11:29 Uhrzurück

Re: Hypotonie und Treppen

Das ist doch prima. Er kann mit 18 Monaten laufen, er macht mit beim Kinderturnen (ich kenne übrigens auch völlig unauffällige Kinder, die sich dort manchmal die gesamte Zeit hingebungsvoll mit Hütchenstapeln beschäftigen, und ohne die Sorge um ihre motorische Entwicklung machen sich deren Eltern auch gar keine Gedanken darüber), er sammelt Bewegungserfahrungen. Aber er braucht auch Zeit, die neuen Erfahrungen zu verarbeiten - mit der Hypotonie auch etwas mehr als andere Kinder. Er merkt wahrscheinlich auch, dass seine Bewegungen unsicherer sind als die anderer Kinder. Auch da braucht er wahrscheinlich zusätzliche Zeit, um Sicherheit zu erlangen. Das ist aber normal und kein Grund, zu verzweifeln.

Unsere Tochter, ebenfalls hypoton, hat mit ca. 19 Monaten auf Empfehlung von Kinderarzt, Physiotherapeutin und Ergotherapeutin mit Kinderturnen angefangen und ist dort anfangs aufrecht auf den Knien herumgerutscht, weil sie noch nicht laufen konnte bzw. sich offenbar auch zu unsicher gefühlt hat, um es zu probieren. Die Ergotherapeutin hat die ersten freien Schritte zwei Monate später regelrecht mit ihr angebahnt.

Sie wird nun in zwei Monaten drei Jahre alt. Seit etwa anderthalb Monaten (also mit ca. 32 Monaten) versucht sie (meist erfolgreich), kleine Treppen von 3-4 Stufen freihändig herunterzugehen. Zum gleichen Zeitpunkt hat sie beim Kinderturnen angefangen, sich auch an Geräte zu wagen, an denen bereits andere Kinder waren und auch mal ohne mich loszugehen und sich an einer Station anzustellen. Vorher hat sie sich ebenfalls weitgehend an die Bälle gehalten oder hat sich eben mal mit Hilfe an eine Station gewagt, wenn diese gerade komplett frei war, aber auch das hat Monate gedauert. Das ist aber auch kein Wunder, wenn man sich im eigenen Körper durch mangelnde Muskelspannung (und damit einhergehend auch oft nicht so sicherer Körperwahrnehmung) noch so unsicher fühlt. Ganz davon abgesehen, dass die Übungsleiterin meinte, es gebe so einige Kinder, die Wochen oder sogar Monate brauchen, bis sie sich trauen, richtig mitzumischen.

Jetzt plötzlich kommen ganz viele kleine Fortschritte, zwar langsam, aber sicher, und ich glaube der Physiotherapeutin, die schon vor etwa einem Jahr gesagt hat: "Sie wird noch einige Jahre Unterstützung brauchen und sie wird sicher auch keine Hochleistungssportlerin, aber ich denke, dass sie etwa zum Schulbeginn so weit aufgeholt haben wird, dass sie mit den anderen Kindern normal mithalten kann. Und ganz ehrlich, diese Aussicht erleichtert mich schon. Es hat aber auch etwas gedauert, bis ich darauf vertrauen konnte, und es bedeutet auch nicht, dass jetzt alles von allein gehen wird. Meine Schwägerin, selbst Integrationsfachkraft, hat uns z. B. noch kürzlich dringend ans Herz gelegt, für den Kindergarten einen Integrationsplatz zu beantragen. Aber das ist alles kein Grund zu verzweifeln, es braucht einfach etwas mehr Geduld, Energie, Einfallsreichtum, Verständnis, Information und Durchhaltevermögen.

Unsere Kinder brauchen etwas mehr Unterstützung, und sie brauchen auch mehr Zeit, aber wenn Dein Sohn jetzt schon so weit ist, dass er läuft und auf Podeste und Rutschen klettert (selbst wenn es nur gelegentlich ist), dann bin ich mir sicher, dass Du zuversichtlich sein kannst, dass er mit diesem Extra an Unterstützung und Zeit seinen Weg machen wird.

 

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