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Geschrieben von marit am 25.08.2004, 15:00 Uhrzurück

Re: man muß aber auch nicht so tun, als ginge es mit 50 nur noch um den Lebensabend

wenn man die durchschnittliche Lebenserwartung erreicht, hat man dann doch noch 30-35 Jahre vor sich. Das ist mehr Zeit, als ich bisher gelebt habe!!! Ich kann, wie gesagt, verstehen, daß es sehr schmerzlich ist, etwas zu verlieren - aber es kann doch kein staatlich garantiertes Recht auf die Abzahlung eines Eigenheims geben und den Lebensabend im eigenen Haus geben. Außerdem wird verschwiegen, daß Harz IV ja auch Betreibskosten und Zinsen für ein Eigenheim bezahlt. Meine Mutter konnte mit 48 nach dem Tod meines Vaters ihr Haus auch nicht mehr weiterabzahlen von der sehr viel geringeren Witwenrente. Wenn ich ihr, sie ist inzwischen 56 sagen würde, daß sie am Ende ihres Lebens stünde und sich nichts mehr ändern dürfe, wäre sie zu Tode beleidigt. Heute lebt sie recht glücklich in einer 4-Zimmer-Wohnung und der Ortswechsel war auch eine Riesenchance für sie. Das Leben ist nicht zu Ende, wenn man den Wohnort wechseln muß und auch nicht, wenn man die letzten Jahre bis zur Rente pendeln muß, vielleicht gibt es ja auch unkonventionellere Lösungen, wie z.B. einen Untermieter.
Daß jeder Mensch erstmal Angst davor hat, steht auf einem anderen Blatt.

Ich finde es einfach nicht in Ordnung, wenn Menschen mit unterschiedlichen Lebensstilen nicht als gleichwertig behandelt werden.Jemand, der konsumiert (statt spart) ist "böse", obwohl er für den Wirtschaftsstandort Deutschland jede Menge tut. Wer ein Eigenheim baut, ist "gut" (warum auch immer), wer stattdessen viel reist ist verantwortungslos (obwohl er dadurch eine große kulturelle Kompetetenz erworben hat). Wer auf dem Land lebt, ist gut und wird mit Pendlerpauschalen belohnt(obwohl er für die Zersiedlung der Landschaften verantwortlich ist), wer mit einer kleinen Stadtwohnung auskommt, mit dem stimmt was nicht. Das kotzt mich an und da finde ich Nivelleirungsmaßnahmen recht "erfrischend". In dem Ort, wo ich her komme, sind "Mieter" und "Asoziale" so ungefähr Synonyme. Kinder, von Leuten, die "nur zu Miete" wohnen, sind schon fast kein Umgang für die Eigenheimsprößlinge etc. Das ist doch auch nicht in Ordnung, in so einer Haltung auch noch dauerhaft bestärkt zu werden.Jemand, der sein Eigenheim nicht halten kann, kann genauso leiden, wie jemand, der sich nun keine Reisen mehr leisten kann, oder der seine heißgeliebte Vespasammlung auflösen muß. Es kann nicht angehen, daß beim Thema Eigenheim alle immer um Verständnis bemüht sind,in jeder anderen Hinsicht, soll aber Verzicht unproblematisch sein.

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