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Geschrieben von nini+ am 01.02.2005, 11:00 Uhrzurück

Ich finde es schon heftig, ...

... wie leichtfertig hier über Studiengebühren diskutiert wird.

In einem Bericht über diese zinsgünstigen Kredite gestern im TV ist man auf rund 30.000 Euro gekommen (maximaler Satz für acht Semester).

Tja, wer studiert denn noch, wenn er mit 25 Jahren weiß, dass er zwar 30.000 Euro (das sind 60.000 Mark!) Schulden hat, aber noch lange keinen Job?

Und das Akademiker so viel mehr verdienen, ist schon seit langem ein Gerücht. Das gilt vielleicht für wenige Fachrichtungen, aber normalerweise holt man die Studienjahre (sprich: Jahre in denen man Abi gemacht und studiert hat, während andere eine Ausbildung abgeschlossen haben und arbeiten gegangen sind) finanziell nie wieder auf.
Man darf sich eben nicht immer die extremen Beispiele anschauen (ungelernter Hilfsarbeiter versus Zahnarzt o.ä.), sondern muss beim Großteil der Studenten bleiben.

Und eines ist auch klar: »unrentable« Studiengänge werden wegfallen, weil es ja heute schon an eine Kamikaze-Aktion grenzt z.B. Ethnologie oder Germanistik zu studieren - diese geisteswissenschaftlichen Studiengänge lässt man ja heute schon ausbluten, weil man sie loswerden will.
Das kann man dann gut finden (wer braucht eine Million Ethnologen oder Germanisten?), aber auch für andere Bereichen bleibt zu hoffen, dass noch genügend Zeit für Forschung und Lehre genügend Zeit und Geld zur Verfügung stehen wird.

Ich kenne zwar auch einige Studenten, die schon seid Ewigkeiten an der Uni sind. Aber die bekommen keine finanzielle Unterstützung vom Staat, zahlen ihre Langzeit-Gebühren (1000 Euro pro Semester) und müssen sich ansonsten so durchs Leben schlagen.
Der Normalfall! sind aber junge Menschen, die auch ohne Studiengebühren Monat für Monat kämpfen mussten und die Balance zwischen Studium und Job finden mussten. Im Übrigen wird man bei uns nach 11 Semestern von der FH geschmissen, wenn man bis dahin nicht fertig ist (an der Uni zahlt man ab dann besagte 1000 Euro).

Die gebührenfreien Kindergärten sind sicherlich auch wichtig, stehen aber auf einem ganz anderen Blatt. Man neigt nur dazu, Dinge, von denen man selbst betroffen ist, wichtiger zu nehmen.

LG
nine

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