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Geschrieben von FrauausdemNichts am 01.06.2011, 9:24 Uhrzurück

Re: ein paar Eimer Wasser sind aber nicht die richtige Hilfe...

Nina, du hast mein ganzes Posting nicht verstanden.

NATÜRLICH müssen in Griechenland mittelfristig neue Wirtschaftszweige erschlossen werden. NATÜRLICH müssen die selber wieder auf die Füße kommen.

Aber ihre Kredite sind JETZT fällig, nicht in 5 Jahren. Und man stampft keine Computerbranche in drei Monaten aus dem Boden. Es geht doch darum, was JETZT gemacht wird - und da bleiben schlicht und ergreifend nur die beiden Alternativen: Zahlen oder das Land abschreiben.

Wenn Peter Zwegat jetzt nach Griechenland geht, dann hat er folgendes Problem: Die Banken haben schon alle Kredite gekündigt und erwarten sofortige Zahlungen. Griechenland ist aber nicht nur arbeitslos, es hat auch keine Rücklagen. Auch wenn sich sofort ein gutbezahlter Job für Griechenland findet: Die Banken scharren mit den Füßen und wollen ihr Geld JETZT. Das erste Gehalt aus dem Job kommt aber erst in einem Monat und reicht natürlich keinesfalls, um gleich stante pede alle Schulden zu bezahlen. Weitere Kredite gibt es nicht ohne Sicherheiten, eine Umschuldung ist also nicht möglich.

Also bleiben zwei Möglichkeiten für JETZT: Entweder, Griechenland klappert alle Verwandten und Bekannten ab und bittet dort um Geld in Form von Privatdarlehen, Schenkungen oder zumindest Bürgschaften. Oder es geht in Insolvenz.

Die Frage ist: Kommt man wirklich schneller auf die Füße, wenn man in Insolvenz ist? Man bekommt so schnell keinen Kredit mehr, auch wenn der sinnvoll für die Zukunft ist und beim Auf-die-Füße-kommen hilft. Bei Griechenland kommt dazu, daß aufgrund der Währungsunion überhaupt nicht absehbar ist, inwieweit das uns mit reinzieht.

Das ganze Pisa-Geschwafel hat damit sowieso nichts zu tun, weil wir denen ja kein Bargeld rüberschieben, sondern für die Griechen bürgen. Das tut uns JETZT überhaupt nicht weh in der Kasse. Es gibt eine gewisse Wahrscheinlichkeit, daß uns das in Zukunft mal wehtut. Aber diese Wahrscheinlichkeit gibt es auch, wenn wir Griechenland nichts geben, eben weil wir über die Währungsunion mit drinhängen. Wir haben ja auch nichts gekonnt, wenn wir in 20 Jahren Schulen bauen wollen und keiner uns mehr Kredite gibt, weil der Euro von den insolventen Euro-Ländern in bodenlose Tiefen gerissen wurde.

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