Für alleinerziehende Eltern

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Geschrieben von Traumfänger am 29.04.2008, 6:29 Uhr

alles im grünen Bereich :-)

Hallo Sonnenblume!

Ich kann verstehen, dass Dir ein wenig mulmig zumute ist, vor so einem großen Schritt. Aber wichtig ist doch in erster Linie, dass Ihr beide Euch entschieden habt, an Euch zu arbeiten und das ist etwas Positives. Das machen nicht viele Paare, mein Exmann und ich waren auch in einer Paartherapie.

Zunächst einmal kannst Du jederzeit, wenn dir der Therapeut unsympathisch ist, die ganze Sache abblasen.

Hier kann ich Dir mal einen Einblick in meine Erfahrungen geben:

Mein Exmann und ich hatten 3 Versuche, die scheiterten, weil wir mit den Therapeuten nicht klar kamen.

Die eine Therapeutin war total religiös angehaucht, faselte was von Ehe als Institution Gottes und hat immer nur wiederholt, was wir gesagt haben, hatte einen Mireille Matthieu Schnitt (ich weiß, man soll die Menschen nicht nach dem Aussehen beurteilen, aber da hat echt ALLES ins Klischee gepasst!) und ging uns mit ihrem Gefasel auf den Senkel - da waren mein Ex und ich uns zum ERSTEN MAL in unserem Leben VOLLKOMMEN EINIG *grins.

Die zweite Therapeutin fand ich gut, er kam aber mit ihr nicht zurecht. Sie war modern eingestellt und unterstützte mich in der Aussage, dass Frauen durchaus arbeiten gehen könnten und nicht in der Pampa auf einem Dorf ohne Auto in der heutigen Zeit versauern wollen. Da wollte ER dann nicht mehr hin. Wir haben uns nach der Sitzung bei der Therapeutin noch mehr in den Haaren gehabt als vorher *lach.

Also haben wir in unserer Not und Hartnäckigkeit bei der kostenlosen Telefonnummer der Telefonseelsorge angerufen und die haben gesagt: "Wir haben auch einen Paartherapeuten" Ich war verdutzt, denn ich wusste nicht, dass es eine Familienberatungsstelle von der Telefonseelsorge in unserer Stadt gab.

Der mittlerweile 3. Therapeut (Mann) war toll (fand ich), ein Mann nach meinem Geschmack: bodenständig, kinderlieb, schätzte seine Frau, mit ihr seit 30 Jahren verheiratet, meinte, mit Humor und Gelassenheit schafft man es, und einen chaotischen Alltag mit 4 Töchtern zu Hause. Und was ist passiert?

Der Therapeut war WIEDER auf meiner Seite, sagte meinem Ex: "Ja, dann packen Sie halt auch mal an zuhause, muss ich auch bei 4 Kindern und ich arbeite auch den ganzen Tag. Ihre Frau arbeitet 30 Std. pro Woche, Sie haben eine 100 m² Wohnung und sie versorgt das Kind allein - die sieht auch völlig erschöpft aus, wenn ich das mal so sagen darf, Sie müssen daheim die Aufgaben anders verteilen oder Ihre Frau gibt die Berufstätigkeit wieder auf." und als es zu dem Thema "Sex" kam, denn ich wollte nicht oft genug wie mein Exmann, nachdem wir uns ständig zofften, da sagte der Therapeut lachend: "Jetzt stellen Sie sich mal nicht so an. Wenn ich das hingekriegt hab, über die Jahre mit erst zwei Kindern (Zwillingen) und einem 3. und 4. Kind noch Zeit zum Sex zu finden, dann schaffen Sie das auch!" Und er meinte, dass es klar sei, dass ich körperlich total erschöpft sei bei dem, was mein Mann von mir an Leistung erwarten würde, und dann guckte der Therapeut meinen Exmann an und sagte: "Und wo sind Sie in der Zeit?" Tom meinte dann: "Ich entpanne mich vorm PC oder Fernseher oder gehe ins Bett und lese. Wenn meine Frau Stress macht, setze ich mich ins Auto und fahre weg." Da meinte der Therapeut, dass man sich nur durch Reden annähern kann und wenn er keine Einsicht zeigen würde, dass ich überlastet sei, dann würde er sich noch wundern, warum ich mit ihm keinen Sex wolle???

Mein Ex hat endlich mal das gehört durch den Mund eines anderen, neutralen Dritten, dass er es sich nicht stets so einfach machen kann. Und? Was ist passiert? Mein Ex wollte logischerweise da nicht mehr hin.

Der letzte und vierte Therapeut war wirklich EINSAME SPITZE - kann ich nur empfehlen, er hat eine Privatpraxis irgendwo hinter Bad Kreuznach und arbeitet für die Familienberatung. Er hat sogar schon Bücher veröffentlicht und geschrieben - und der hat mir dann klar gemacht, ich will nicht mehr, bin aber zu feige, es zu sagen, weil ich nicht die Böse sein will. Der hat einen angeguckt, sowohl Tom als mich, hat den Mund aufgemacht und hat sofort die Situation erfasst.

Tja, leider war es so: irgendwann konnte ich nicht mehr, es ging einfach nicht mehr. Die Liebe war weggeflogen, ich hab mich schrecklich einsam gefühlt in dieser Ehe. Mein Exmann war Manager, war oft weg, hatte aber einen "nine to five" Job und war schon dadurch ausgelaugt. Ich versorgte unser Baby/Kleinkind, arbeitete in der Abendschicht 30 Std. pro Woche, weil das Geld nicht langte, es war schlimm, mein Ex warf es zum Fenster hinaus, kümmerte sich weder um mich noch um unseren Sohn, er war egoistisch und launisch und hatte auch noch eine Zwangsneurose (Sauberkeitsfimmel), das Kind durfte in seinem heiligen Audi nicht mitfahren oder mal krümeln, da ist der schon ausgerastet. Nach außen hin musste aber das Konstrukt "heile Welt, heile Familie" aufrecht erhalten werden, nach außen hin gab er sich lieb und hilfsbereit und charmant, aber in Wirklichkeit war ihm daheim alles scheißegal.

Gut, wir haben es nicht geschafft, Sonnenblume - aber das muss nicht bei jedem so sein.

Ich wünsche Dir von Herzen, dass der Paarberater, den Ihr jetzt habt, gut ist und dass Ihr es schafft, wieder zueinander zu finden.

Ich würde mich sehr freuen, mal zu hören, wie es war (natürlich keine Einzelheiten, wenn du nicht magst), aber doch so dein Empfinden....

Toi, toi, toi. Du wirst sehen: alles im grünen Bereich :-)

 
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