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...und wenn Patchwork nicht funktioniert? (Achtung, sehr lang!)

Frage von spiky73  -  11.06.2018
Hallo in die Runde...

Eigentlich ist ja das AE mein Leib- und Magenforum. Ich bin mir noch nicht mal sicher, ob ich hier richtig bin, aber ins AE passt es noch weniger...

Vermutlich muss ich auch mit recht viel Gegenwind rechnen, aber vielleicht ist auch mal ein Kopfstreichler dabei, oder irgendwas, wodurch ich ein bisschen klarer sehe. Denn auch wenn es in erster Linie das Problem meines Mannes ist, bin ich ja irgendwie auch davon betroffen. Und würde ihm gerne mehr zur Seite stehen, weiß aber nicht wie.

Situation ist folgende:

Bin seit Anfang des Jahres verheiratet. Mein Mann hat zwei Söhne aus erster Ehe, 11 und 9, ich nenne sie jetzt mal sK1 und sK2.
Ich selber war vorher nicht verheiratet, habe aber zwei Töchter, 18 und 10. Die nenne ich der Einfachheit halber mK1 und mK2. Väter zu meinen Kindern, die mir irgendwie quer kommen könnten, gibt es nicht.

Mein Mann dagegen - und ich muss fairerweise zugeben, dass ich ja nur seine Seite der Geschichte kenne - hat eine Ex, die wegen einem anderen die Beziehung beendet, die Kinder geschnappt und mit neuem Partner gleich eine neue Familie gegründet hat, inkl. gemeinsamem Nachwuchs, und die die Kinder dafür aus dem alten Umfeld gerissen hat und ca. 60 km vom alten Wohnort weggezogen ist (inzwischen hat mein Mann durch seinen Einzug bei mir die Distanz etwa halbiert).
Er hat heute mittag nochmal gesagt (die ganze Angelegenheit ist aktuell natürlich DAS Thema zwischen uns), dass der Umgang eigentlich von der Regelmäßigkeit her gut geklappt hat, das Verhältnis zu den Kindern war wohl schon während der Ehe schwierig, da die Ex ständig gegen ihn arbeitete und seine Autorität untergrub.

In den guten vier Monaten, in denen wir jetzt zusammen leben, hat sK1 vielleicht 3x hier übernachtet, sK2 1-2 mal. Manchmal teilten sie mit, dass sie es besser fänden wenn kein Umgang stattfindet (das klang dann sehr von der Mutter diktiert), manchmal kam nur ein Kind, manchmal nur für ein paar Stunden, einmal bekamen wir sie von der Mutter quasi aufs Auge gedrückt, weil sie etwas vor hatte, aber bis eine Stunde vor der Veranstaltung nicht mal in der Lage war, bescheid zu geben, ob die Kinder überhaupt kommen oder nicht.

Der Umgang ist dann so, dass sK1 und mK2 sich recht gut verstehen und die Köpfe zusammen stecken, von sK2 aber nichts wissen wollen. Zumal sich sK1 und sK2 überhaupt nicht gut verstehen.
Meist fangen die beiden Jungs dann an zu streiten, was darin gipfelt, das sie versuchen, Türen einzuschlagen, oder sich gegenseitig Dinge über zu werfen, oder aber irgendwelche Gegenstände aus dem ersten Stock die Treppe herunter zu schmeißen. Das sind dann wohlgemerkt nicht ihre Dinge, sondern alles, was ihnen gerade in die Finger kommt, völlig egal, wem das eigentlich gehört.
In friedlichen Momenten laufen sie im ganzen Haus herum, auch in Bereichen, wo sie eigentlich nichts zu suchen haben (zB Zimmer von mK1, unser Schlafzimmer, Keller), alles wird einfach befummelt, versaut, kaputt gemacht. Im Zimmer von mK2 habe ich letzte Woche beim Aufräumen Spuren gefunden, die belegen, dass da gezündelt und gekokelt wurde.
Sagt der Vater etwas, wird entweder alles abgestritten oder nicht gehört.
Macht er eine klare Ansage, heißt es: Nein, mache ich nicht.
Geht sK1 etwas gegen den Strich, wird die Mama angerufen und sich ausgeweint. Und normalerweise immer nur die halbe Geschichte erzählt, und zwar der Teil, der sK1 nicht im schlechtesten Licht dastehen lässt.

Letzten Freitag waren die Kinder wieder hier. Mein Mann hatte etwas zu erledigen und wollte beide Jungs mitnehmen. Beide haben dann gesagt, dass sie lieber hier bleiben. Es war mein freier Tag zwischen zwei Schichten - und ich habe aufgeräumt.
Irgendwann fing sK2 an, mit einem Signalhorn Lärm zu machen, zwischendurch sind sich sK1 und sK2 fast wieder in die Wolle geraten.. Ich habe dann aus dem Hintergrund mitbekommen, wie erst mK1 und danach mK2 die beiden zur Raison gerufen haben. Dazwischen war ich ständig sK2 hinterher, weil der seine Fummelfingerchen wieder an allen möglichen Dingen hatte, die entweder nicht als Spielzeug qualifizieren - oder mK1 oder mK2 gehören (und zumindest von mK2 weiß ich, dass ihr inzwischen ganz gewaltig gegen den Strich geht, wenn sK2 sich an ihren Sachen zu schaffen macht).

Der Supergau kam dann abends, als seine Jungs kurz im Garten waren. SK1 hat aus unserem Gartenhaus einen Unkrautstecher genommen, erst einen Lederball zerstochen und das Teil dann seinem Bruder an den Hals gehalten.
Mein Mann hat ihn daraufhin ins Bett geschickt, worauf hin sK1 sich weigerte, laut wurde und minutenlang nur herum schrie. Es kam dann zu einer tumultartigen Szene, mein Mann hat sich dermaßen aufgeregt, dass er starkes Nasenbluten bekam, und sK1 hat dann die Mama angerufen, mimimi, der böse Papa, mimimi, hol uns ab.
Sie ist dann mit ihrem neuen Partner hier aufgekreuzt. Ich habe ihr erklärt, dass wir unter diesen Umständen die Kinder nicht mehr nehmen werden, sie hat in RTL II Manier mit ihrem Mann zusammen auf der Straße herum geschrien, wurde persönlich und ausfallend - und ist mit den Kindern dann abgerauscht.

Mir tut diese ganze Situation vollkommen leid - aber ich weiß nicht, was ich tun soll, außer meinem Mann immer wieder den Rücken zu stärken, das Jugendamt ins Boot zu holen und zu sehen, dass die Mutter der Kinder mal auf den Pott gesetzt wird.

Ich habe den Eindruck, sie ist selbst völlig überfordert mit der Erziehung der Jungs, schiebt für alles, was schief läuft, meinem Mann die Schuld in die Schuhe, weshalb weiß ich nicht, und instrumentalisiert und impft die Kinder wo es nur geht.
Die kommen dann mit Aussagen hier an wie: Der neue Mann will uns adoptieren, oder eben: Wir möchten nicht mehr kommen, weil wir das besser finden, etc. pp.
SK1 treibt in der Schule auch quer, wurde vor ein paar Wochen für fünf Tage vom Unterricht suspendiert, zündelt zuhause, stiehlt etc.
Mein Mann ist zu weit weg um Einfluss zu nehmen.
Ein Telefonat mit der Lehrerin (er teilt sich das Sorgerecht mit der Exfrau) fand nie statt, weil sie seiner mehrmaligen Bitte nach Rückruf nicht nachgekommen ist. So weit ich weiß, wurde der Schulpsychologe informiert, das Jugendamt ist jedoch nicht involviert.

Nach dem zweiten Besuchswochende hatte ich richtig Bauchschmerzen wenn ich wusste, seine Kinder kommen. Inzwischen hat sich das gelegt, aber ich bin auch nicht immer da, arbeite oft an den Wochenenden.
Aber jetzt ist es mein Mann, der Tage vorher gereizt ist und wegen Bauchschmerzen und Durchfall nicht mehr vom Klo kommt.

Für mich ist das schlimmste an der ganzen Sache die Ungerechtigkeit der Situation, die ich selber empfinde: Mein Mann hat meine beiden Kinder wie selbstverständlich akzeptiert, ich muss aber zugeben, dass beide sehr pflegeleicht sind - und ihn von Anfang an mit offenen Armen empfangen haben.
Im Gegenzug kenne ich seine Jungs einfach zu wenig. Sie sind eigentlich herzig und ich hätte nichts dagegen, wenn sie öfters hier wären. Aber es wäre natürlich auch schön, wenn nicht ständig Grenzen überschritten, Dinge kaputt gemacht und wir Erwachsenen nicht ernst genommen werden. Das hat vor allem mein Mann auch nicht verdient. Sondern dass sie sich dann ein bisschen hier einfügen und auch mal Interesse an ihrem Vater zeigen...

Vielleicht hat ja irgendwer hier einen Gedanken, der uns weiter hilft? Ich bin am Ende meiner Weisheit angelangt...

...und wenn Patchwork nicht funktioniert? (Achtung, sehr lang!)

Antwort von Connor903  -  11.06.2018
Liebe spiky73,
Ich kenne dich aus dem AE-Forum und bin meist stillende Mitleserin.

Zunächst, wenn die Jungs bei euch sind, was macht dein Mann mit ihnen? Ich möchte dir nicht zu Nahe treten, aber wieso können sie solche Sachen anstellen ohne das er es bemerkt?
Hat er Interesse am Kontakt mit seinen Söhne? Oder besteht der Kontakt aus väterlichen Pflichtgefühlen?

Das liest sich sehr... Verfahren... Wie stehen deine Kinder zu seinen?

 
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Antwort von kunigunde  -  11.06.2018
So wie du es schilderst sind hier zwei Eltern (plus neue Partner), die mit ihren Kindern überfordert sind und dem jeweils anderen die Schuld für deren Fehlverhalten zuschieben und zwei Kinder, die das was bei Ihnen los ist laut und vehement ausagieren. Ich als Vater oder Mutter würd mich da flugs mit den Kindern in ein Beratungsgespräch/Therapie begeben, eher nicht würd ich versuchen bei der Gegenseite Druck zu machen.

Irritierend finde ich die Bauchweh/Nasenbluten-Reaktionen vom Vater auf die eigenen Kinder und dass er offenbar geschont werden muss - die schlimmen Kinder hat er nicht verdient, sie sollen auch mal Interesse zeigen an ihm. Da wär ich eher dafür dass sich der Vater mal ein bisschen zum starken Erwachsenen macht und Interesse an den Kindern zeigt.
Mit ins Bett schicken hat er viel zu Eskalation beigetragen. Was ist mit „Unter diesen Umständen nehmen wir die Kinder nicht mehr" gemeint? Wenn Sie nicht brav sind? Ist es denn Aufgabe der Mutter dass die Kinder beim Vater brav sind?

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Antwort von Jeckyll  -  12.06.2018
Seit wann ist dein Partner von der Ex getrennt, wann zog er bei dir ein, wie war der Umgang davor? Hat die Ex mit ihrem neuen Partner ein gemeinsames Kind?

Für die sk1 und sk2 ist die Situation alles andere als schön. Eltern trennen sich, beide haben neue Partner, der Vater sogar "neue" Kinder, die ihn täglich sehen können. Vielleicht hat auch die Mutter ein Baby mit dem neuen Partner bekommen. Da kann ich mir gut vorstellen dass die Kinder sich zurück gesetzt fühlen und unsicher sind.
Und gerade da sind "hilflose" Eltern, die überfordert sind und sogar körperlich (Nasenbluten etc) auf die Kinder reagieren und selbst Unsicherheit ausstrahlen alles andere als weiterführend.

Der Vater scheint mir reagierend statt aggierend zu sein. Als erstes sollte er sich die Informationen aus der Schule besorgen. Termin mit dem Klassenlehrer ausmachen, hören was in der Schule so läuft. Als nächstes eine Erziehungsberatung in Anspruch nehmen. Neue Blickwinkel aufgezeigt bekommen, praktische Tipps zur Deeskalation. So bekommt der Vater wieder mehr Sicherheit im Umgang mit seinen Kindern.

Und als nächsten Schritt der Gang zum Jugendamt um eine verbindliche Umgangsregelung zu finden. Und sei es am Anfang nur ein Wochenende im Monat. Der aber fest und unumgehbar. Auch das gibt Sicherheit für die Kinder. So nett gemeint es auch ist, die Kinder nicht zu Vaterbesuchen "zwingen" zu wollen. Aber wenn die Kinder sich für einen Besuch beim Vater entscheiden sollen müssen sie damit eine Entscheidung gegen die Mutter treffen. Und das führt zu weiteren inneren Konflikten.

Jeckyll

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Antwort von Strudelteigteilchen  -  12.06.2018
Strafandrohung vom Vater: "Wenn Ihr Euch so aufführt, könnt Ihr nicht mehr kommen."

Aber wenn die Kinder dann nicht mehr kommen WOLLEN, hat es die Mutter verbockt.

Und das ist nur der offensichtlichste Unsinn an dieser Geschichte. Die Lehrerin ruft nicht zurück, also legt man sich wieder hin und schiebt alles auf die Mutter. Kann man da nicht einfach mal aufkreuzen? Eine Stufe höher gehen? So eine Suspendierung für 5 Tage (!!!) Ist doch kein Pappenstiel. Der Vater hat körperliche Beschwerden, wenn die Kinder kommen, und Deine Reaktion ist, ihn vor SEINEN Kindern beschützen zu wollen. Anstatt Kindertermine beim THW und ähnlichem mit Interesse zu begleiten, sind sie eine Last. Ich habe den Eindruck, die Kinder sind ganz generell eine Last für das Rama-Glück mit den beiden braven Kindern. Neuer Versuch mit neuen, passenden, guten Kindern - was soll man da noch mit den alten?

Für die Jungs ist - wieder mal - alles über den Haufen geworfen worden, da funktioniert man nicht einfach so, wie man soll, Jungs schon mal sowieso nicht. Sind die Regeln mal klar kommuniziert worden? Ohne Vorwurf, nur als Erklärung? Gibt es Gelegenheit zum Auspowern? Idealerweise mit dem Vater, ohne Anhang. Dürfen sie auch mal sagen, wie sie es gerne hätten, oder müssen sie nur ins vorhandene System passen - und wenn sie nicht passen, sollen sie doch bitte wegbleiben?

Die Ex hat während der Ehe seine Autorität untergraben? So, so.... Aber nach der Trennung war SEIN Interesse an der Nähe zu den Kindern dann doch nicht groß genug, um den Umzug zu verhindern.

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Antwort von jannas  -  12.06.2018
Hallo,
wenn so viele Menschen aufeinander kommen und quasi eine Familie sein sollen sind Konflikte ja schon fast vorprogrammiert.
Ich habe keine gute Idee für dich.
Aber du hast mein vollstes Verständnis, wie anstrengend und belastend trotz aller Bemühungen und guter Vorsätze eine solche Situation ist.
Ich wünsche dir viel Kraft und gute Nerven,
Janna

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Antwort von Streuselchen  -  12.06.2018
Hallo,

was für eine verfahrene Situation. Am Schlimmsten ist es doch für die Kinder. Also zunächst mal, du hast mein vollstes Mitgefühl, das ist keine schöne Situation für dich und für euch alle.

Meine Meinung:
Wenn die Stiefkinder kommen, sollte dein Mann sich mal was überlegen, was er mit den beiden macht.
Der Kleine und deine Kleine stecken zusammen ... gut, dass das funktioniert. Aber was ist mit dem Ältesten? Er steht total alleine da, was soll er ein ganzes WE alleine in einem fremden Haushalt anfangen?
Aktivitäten mit den Kindern müssen nicht immer viel Geld kosten. Vielleicht mal ´ne Runde Kicken mit den Jungs, ´ne Radtour, Schwimmen usw. Oder grillen im Garten! Oder habt ihr irgendein Bauprojekt im Haus, tapezieren, anstreichen, umgraben? Kinder helfen doch gerne normal.

Wenn´s mal heftiger wird, wird dein Mann krank. Da würde ich von einem Vater aber ein bisschen mehr Durchhaltevermögen erwarten. Es sind Kinder und manche sind sehr anstrengend. Aber er ist ein Elternteil dieser Kinder. Wer, wenn nicht er als Vater soll handeln, für die Kinder positiv wirken???
Die Lehrerin hat sich nicht gemeldet - ja, da ruft man zurück und nervt sie oder steht vor der Schule!
Ich finde, dein Mann macht es sich zu einfach. 30 km ist auch keine Entfernung.

Ich denke, dass das Verhalten der Kinder (auch bei euch) ein Schrei nach Aufmerksamkeit ist. Nicht schön, wie die beiden sich bei euch aufführen.
Aber irgendwie sind die Kinder überall nur im Weg. Die Mutter hat neue Kinder, der Vater jetzt auch. Und wo bleiben die beiden?

Dein Mann sollte mal Aktivitäten mit den beiden planen, ernsthaft sich mit den beiden zusammensetzten, immer dranbleiben und wenn sie nicht wollen, würde ich sie auch nicht zwingen zu kommen. Aber zeigen und sagen: Wir sind da!

LG
Streuselchen

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Antwort von Ani_k  -  12.06.2018
Dein Mann sollte sich mal schleunigst an das JA wenden um den Umgang zu vereinbaren. Warum lässt er sich so auf der Nase rumtanzen?

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Antwort von nils  -  12.06.2018
Grundsätzlich würde ich euch mal raten den Umgang mit Hilfe des JAs genau festlegen zu lassen. Ein 14tägiges Umgangsrecht an den Wochenenden ist so der Regelfall und funktioniert meist gut.

Zu sK1 und sK2 kann ich nur sagen, dass dieses Verhalten bei Jungs in diesem Alter nicht so abnormal ist. Sie sind erstens bewegungshungrig und zweitens neugierig - und das Streiten unter Geschwistern ist auch ganz normal.
Hab selbst Jungs und bei uns ist das genauso. Da geht auch der kleinere ins Zimmer der großen Schwester und bringt alles durcheinander, obwohl er weiß, dass er das nicht tun darf. Und Türen knallen und so kommt (leider) auch immer wieder vor.

Ich würde mir ein Programm mit den Kindern überlegen was ihr tun könnt wenn sie da sind. Ins Schwimmbad gehen ist jetzt nicht allzu teuer, ansonsten an einen Bach, Fußball spielen, Spielplatz,...

Für die Kinder ist es zudem eine Ausnahmesituation, wenn sich die Eltern trennen und dann auch noch ein neuer Partner da ist. Sie fühlen sich dann oft zurückgesetzt und wollen auf sich aufmerksam machen (meist mit schlechtem Benehmen).

Bei 5 Tagen Suspendierung von sK würde ich nicht warten bis die Lehrerin zurückruft sondern würde selbst aktiv werden. In die Schule gehen und nachfragen! Ihr tut sK nichts Gutes, wenn die Lehrerin denkt der Vater interessiert sich gar nicht was in der Schule abgeht.

Und sorry, du brauchst deinen Mann nicht vor den Kindern zu beschützen - viel wichtiger ist auf die Kinder zuzugehen und sie nicht sich selbst überlassen so auf die Art sie werden sich schon was zu spielen finden...
Dein Mann muss aktiv werden, den Jungs etwas bieten. Sie kommen zu ihrem Vater und wollen somit auch was mit ihm machen, das ihnen Spaß macht - das kann auch mal ein Nachmittag mit Zocken bei Playstation,... sein.

Patchwork ist Arbeit und braucht Nerven (weiß ich aus eigener Erfahrung). Schön, dass du ruhige, brave Mädels hast, aber es sind eben nicht alle Kinder brav und ruhig - meine auf keinen Fall!
Alles Gute und starke Nerven!

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Antwort von Snüff  -  12.06.2018
Du regst dich auf dass die Ex deines Mannes direkt mit einem neuen Mann zusammen kam und eine neue Familie gegründet hat, dabei ist das was ihr beiden gemacht habt auch nicht das Gelbe vom Ei, gerade in der Konstellation er hat noch Kinder, du hast Kinder, die sich vermutlich auch erst kennengelernt haben als ihr Papa eine Frau geheiratet hat, die er eigentlich nicht kennt.

Dass Kinder dementsprechend verwirrt, unsicher und händeringend nach einer Konstanten im Leben suchen, ist ja schon fast selbstverständlich. Das könnt ihr nicht bieten mit eurem Verhalten und die Kindesmutter wohl auch nicht.
Aber schön dass ihr nach 4 Monaten des Zusammenlebens Risse in eurer rosafarbenen Wolke bekommt. Patchwork ist nicht zu unterschätzen. Aber warum soll man sich vor seiner Blitzhochzeit auch über so etwas Gedanken machen.

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Antwort von und  -  12.06.2018
"In friedlichen Momenten laufen sie im ganzen Haus herum, auch in Bereichen, wo sie eigentlich nichts zu suchen haben (zB Zimmer von mK1, unser Schlafzimmer, Keller), alles wird einfach befummelt, versaut, kaputt gemacht. Im Zimmer von mK2 habe ich letzte Woche beim Aufräumen Spuren gefunden, die belegen, dass da gezündelt und gekokelt wurde."


Wenn die so schwer erziehbar sind und die ganze Zeit nur Scheiße bauen, dann darf man sie halt - wie 2-Jährige - keine Sekunde aus den Augen lassen und muss sich rund um die Uhr mit ihnen beschäftigen. Sie können dann eben nur zu euch kommen, wenn ihr Vater 24h am Tag exklusive Zeit für sie hat. Oder auch du, wenn du deinem Mann diese Arbeit abnehmen willst.

Dass diese Kinder im Alltag einfach nebenherlaufen, wie man das mit 9- bis 11-Jährigen im Normalfall durchaus mal machen kann, geht hier offenbar nicht. Darüber könnt ihr jetzt lamentieren und euch grämen. Oder ihr könnt es schlichtweg akzeptieren und entsprechende Maßnahmen (= intensive, exklusive Aufsichtszeit für die beiden Jungs oder auch für jeweils einen einzelnen) ergreifen.

Wenn du jetzt sagst, ihr bzw. der Vater kann das nicht leisten, tja dann können die Jungs halt nicht mehr kommen. Aber was für ein Armutszeugnis für den Vater wäre das, wenn er sich nichtmal dann und wann Qualitätszeit für seine eigenen Kinder nehmen kann, in denen er ausschließlich ein paar Stunden oder auch mal ein Wochenende lang nur für sie da ist? Klar kann man NORMALERWEISE erwarten, dass 9- bis 11-Jährige sich relativ unkompliziert in den bestehenden Familienalltag einfügen, aber das hier ist offensichtlich kein Normalfall. Ihr solltet die Schwererziehbarkeit der beiden als den erhöhten Betreuungsbedarf anerkennen, der er ist. Wären sie Kleinkinder oder schwerbehindert, müssten sie ja auch mit ununterbrochener Aufmerksamkeit betreut werden.

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Antwort von Möhrchen  -  12.06.2018
Hm - Du hast das Ruder in die Hand genommen - Dein Mann scheint sehr passiv / lässt Dich für ihn agieren - ist in der Opferrolle...sehr bequem für ihn.
Um es mit Deinen Worten zu sagen: ein bisschen Mimimi von ihm und Du rennst los.

Was ist eigentlich mit Dir und Deinen Baustellen? Wenn ich Deine Posts der letzten Wochen in Erinnerung habe, geht es dir psychisch und physisch nicht so wahnsinnig gut...in die Schichtarbeit bist Du ja entgegen Deiner ursprünglichen Absicht dann wieder rein...vielleicht kommt es da auch nicht ganz ungelegen, wenn andere Probleme die eigenen nach hinten drängen? Verlier Dich nicht aus den Augen!

Warum holt er sich keine Hilfe? Wenn er schon jahrelang leidet, die Autorität untergraben und er ungerecht behandelt wurde?

Die Schilderung des Umgangs klingt irgendwie lieblos / distanziert. Was macht er mit seinen Kindern - alleine (!)? Soweit ich das verstehe, nicht viel bis gar nichts?! Es liest sich eher so, als wären seine Kids zu Besuch bei Deinen Kindern und nicht da, um Umgang mit ihrem Papa zu haben. Wo ist er denn überhaupt wenn die Kids da sind und wo, wenn es eskaliert? Erledigungen kann er doch auch an den 26 anderen Tagen des Monats machen, wenn seine Kinder nicht bei ihm sind. Ich kann mir gut vorstellen, dass die Jungs auch körperliche Auslastung, aber vor allem Exclusivzeit mit IHM brauchen.

Dass die Hobbies der Kinder eher als Last empfunden werden, finde ich sehr traurig...dass dann umgekehrt die Kinder sich doch bitte für den Vater interessieren sollen, ist noch trauriger.

Ich weiss ja nicht, wie lange die Trennung bei ihm schon her ist, aber seine Jungs mussten in den letzten Monaten oder Jahren offenbar viel mitmachen und werden hin- und hergeschoben. Ich finde, dass sie da einiges an Verständnis erwarten dürfen, wenn sie nicht sofort Feuer und Flamme sind und über Nacht vor vollendeten Tatsachen stehen - da war ja kein langsames Kennenlernen, kein Annähern, sonder der Papa lebt plötzlich bei euch!

Wenn mein Kind 5 Tage (!) vom Unterricht suspendiert wird, zuhause zündelt, stiehlt usw. dann warte ich nicht ewig auf einen Rückruf, sondern vereinbare einen Termin dort - das wird die Sekretärin sicher erledigen können...falls nicht, stehe ich da auch ohne Termin vor dem Büro - 30 km als "zu weit weg" einzustufen klingt vorgeschoben.

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Antwort von misses-cat  -  12.06.2018
Ehrliche Antwort????
Auch wenn es mir leid tut das du gerade deine rosarote Brille verlierst aber ihr seid selbst schuld an eurer Situation! Dein Mann bedeutend mehr als du aber trotzdem beide.

Als erstes dein Mann, bei dem kleinsten Wiederstand zieht er den Kopf ein und verschwindet in sein Schneckenhaus. Hat er wohl schon in seiner ersten Ehe gemacht und auch in der Trennung. ER hätte verhindern können das die Kinder 60km weit weg ziehen hat er nicht. ER hätte auf regelmäßigen Umgang bestehen können, hat er auch nicht. Seine Rechten als Vater nimmt er anscheinend auch nicht wahr, sonst wäre er persönlich bei der Lehrerin und würde SICH KÜMMERN.

Sind nur drei Beispiele, aber sicher gibt es noch viel mehr.

Dann, habt ihr nach 2-3 Wochen geheiratet ( genau weiß ich es nicht mehr), wie zwei verliebte Teens, mit dem Unterschied das ihr über 40 seit und insgesamt 4 Kinder habt!!!! Patchwork muss wachsen, das dauert Jahre, da kann man nicht erwarten daß das in 6 Monaten passiert.
Und das das eine Kind deines Mannes so aus dem Ruder bei euch läuft, ganz ehrlich was soll er sonst machen Beachtung zu bekommen????
Papa hat keine Zeit, die Geschwister/Stiefgeschwister auch nicht und du bist meistens arbeiten, da kommen Jungs ( auch Mädels) auf scheiß Ideen.
Ändern kann es nur dein Mann zu weiten Teilen , ER muss Verantwortung über nehmen, ER muss sich kümmern und sich nicht auf dem Klo verstecken.
Euer Patchwork muss wachsen und das dauert

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Antwort von kravallie  -  12.06.2018
tja martina, was soll ich sagen. augen auf beim männerkauf.
wir sind fische und haben es in uns, helfen wollen, in schutz nehmen, aufopfern.

es wird dir nicht helfen, wenn man dir sagt, man hättedadiwari gemacht hätte. das kind ist im brunnen, du hast diesen mann mitsamt brut am hals.
und dennoch würde ICH sagen, er soll mal ausserhalb deines dunstkreises eine beziehung zu seinen söhnen aufbauen.
bei allem verständnis für arme trennungskinder, mit mir und bei mir nicht.

ich denke du hast genug mit deinen mädchen zu tun, hals dir doch nicht noch fremdschratzen auf!
soll er doch in den tierpark gehen mit ihnen. oder in die eisdiele.

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Antwort von desireekk  -  12.06.2018
Hallo Liebes,


hier ein paar meiner Gedankenfetzen:

zuerst finde ich: Patchwork Kinder sind nicht "optional".
Sie kommen und man muss für diese Zeiten eine Lösung finden. Punkt. Dass sie nicht mehr kommen können ist für mich KEINE Lösung (und ich weiß, das hast Du ja so auch nicht gesagt).

Aber: das heißt sicher nicht, dass sie alles auf den Kopf stellen können. Ich würde versuchen die "Gefahrenquellen" zu reduzieren (Keller absperren, etc,), viel außerhalb des Hauses unternehmen (das muss nicht zwingen viel Geld kosten).
Deine Mädels sind in den Bereichen wo die Buben ihre Baustellen haben viel pflegeleichter. Das ist ein Kulturschock, den hatte mein Man auch als ich mit meinen 2 Buben ankam!
Man muss ganz anders vorausdenken und planen, stellt eben eine neue "aportliche" Aufgabe an Euch.

Das Ganze wir ZEIT brauchen. Da das mit Euch relativ schnell gin, war nix mit vorsichtig Kennenlernen und sich beschnuppern können und da langsam reinrutschen/reinwachsen (to ease in...)
Das müssen die beiden jetzt erst Mal einsortieren, ZUSÄTZLICH zu dem was sie bei der Mama sortieren müssen.

Dein Mann muss aber da mehr aktiv gestalten. Insbesondere auch was seine Rolle als sorgeberechtigter Elternteil angeht.
Wenn (m)ein Kind in der Schule suspendiert würde, wäre ich genau am NÄCHSTEN Tag dort auf der Matte zu einem Gespräch. Oder wäre das nicht bei Dir der Fall, wenn was mit K2 wäre?

Ich würde an seiner Stelle dringend Erziehungsberatung anleiern, Jugendamt sowieso.
JA: Gespräch mit der Mutter um stabile und klare Besuchsregeln zu finden. Wer ist wann verantwortlich, was sind erlaubte Ausnahmen, etc.
Und ja, zur Not muss er eben (2x) 30 km am Samstagnachmittag hinfahren weil eben THW ansteht o. ä. Übrigens soll er dann den anderen mitnehmen, dann kann der im Auto schon mal nix anstellen ;-)

Erziehungsberatung: erst mal nur für ihn und seine Ex. Nicht zwingend für die Kinder.

Und wenn bestimmte Konstellationen bei Euch (derzeit) unter den Kindern funktionieren, dann nutze die und der Papa soll sich das 5. Rad halt dann schnappen und zum Einkaufen mitnehmen o. ä.

Du warst mit deinen Mädels ein eingespieltes Team, ihr wusstet was zusammen geht und was nicht (das erlebte ich ja auch bei meinem Mann), mit den Buben muss sich das alles erst finden.
ich kann nur einen laaaaangen Atem empfehlen!
Sie sind noch jung genug dass sie formbar sind. Bei einer der Mädels ´hier ist das ja leider anders.
Aber auch meine Buben haben viel länger als gedacht gebraucht um das mit meinem Mann hinzukriegen, obwohl er der totale Kümmer- und Überpapa ist.

Jetzt nach 4 Jahren Zusammenleben ist es ganz nett und gewisse Dinge haben sich in Ritualen entwickelt.

Du hast meine Emailadresse noch? *hint*

LG

D

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Antwort von Reh16  -  12.06.2018
Hallo,
ich fasse mich kurz:
plant die Tage an denen die SK da sind ordenltich durch und unternehmt was schönes, geht raus, macht ein Picknick, spielt Fussball, Basketball, geht auf den Fussball, macht lustige Fotos und später Fotocollagen, bei schlechtem Wetter: backt eine Pizza, jeder darf seine Seite mit seiner Lieblingszutat belegen, schaut gemeinsam einen tollen Film, mit Chips oder Popcorn, backt Muffins von denen jeder auch noch welche mit nach Hause nehmen darf usw, grillt im Garten oder baut irgendwas aus Holzresten es geht nicht darum Geld auszugeben sondern seid kreativ und plant die Zeit gut durch. Ich frage mich wie ein 9 oder 11 jähriger im Zimmer deiner Tochter unbeobachtet „kokeln“ kann....

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Antwort von spiky73  -  12.06.2018
So, ich werde mir eure Antworten in den nächsten Tagen nochmal zu Gemüte führen, aktuell bin ich nicht so oft online...

Die hämischen Kommentare bzgl. rosaroter Brille kaputt und "das haste nun davon" werde ich nicht groß zurück kommentieren - mit meinem Mann bin ich nach wie vor sehr glücklich, und genau diesen Mann habe ich geheiratet weil er so ist wie er ist und das ist gut so.

An die anderen: Ja, es stimmt, er ist ein ziemlich weicher Mann. Der aber durchaus bestimmt auftreten und auch seine Meinung kundtun kann.
Nur bei seinen Kindern ist das schwierig - ich empfinde das so, als hätte er Angst, durch sein Verhalten irgendwas kaputt zu machen. Und genauso habe ich den Eindruck, vor allem sein Großer nutzt das schamlos aus, indem er meinen Mann und seine Exfrau gegeneinander ausspielt. Vor allem, weil er dort Tatsachen verdreht, oder Dinge nur halb erzählt, worauf hin sie dann wieder bei meinem Mann frech wird.

Seinen Kindern gegenüber erlebe ich ihn übrigens als sehr liebevollen, zugewandten Vater. Er hat mir erzählt - und das weiß ich auch von seiner Tante - dass er vor allem zum Großen früher ein sehr intensives Verhältnis hatte. Seine Ex war wohl nach der ersten Geburt durch medizinische Komplikationen längere Zeit nicht in der Lage, sich um das Kind zu kümmern, was er dann übernommen hat, und dadurch war halt auch die Bindung sehr eng.
Ich sehe jetzt auch keinen Grund, das anzuzweifeln, schließlich sehe ich ja, wie er auch heute noch mit seinen Kindern umgeht.

Dass die Kinder ihre Grenzen austesten - und die ganzen Scherereien, die sein Großer momentan produziert - die Reaktion auf das auseinander brechen der Familie und das ganze Hickhack sind, weiß ich schon. Beim Großen hat die Problematik auch noch andere Ursachen, die weiter zurück liegen und die hier jetzt nicht hin gehören.
Er war wohl bereits in therapeutischer Behandlung, wobei aber die Therapeutin damals nicht die richtige war, und ist inzwischen auch wieder bei einer anderen Kinderpsychologin. Ich weiß nicht, wie lange und ob es hilft, aber der Punkt wird zumindest abgearbeitet.

Ich habe meinem Mann jetzt auch ein paar mal gesagt (auch schon vor diesem Posting), dass er endlich aktiv werden und das Jugendamt kontaktieren soll.
Er hat da irgendwie Hemmungen, von wegen: Das hatte ich am alten Wohnort mal versucht (wegen etwas anderem), aber keinen hat es interessiert und Hilfe konnte ich keine erwarten. Aber ich nerve weiter...

Ah, und Möhrchen: Was meine Probleme angeht, mit unserer Hochzeit haben sich 90% davon in Luft aufgelöst. Ich habe einen Partner, der für mich da ist und wirklich in allen Bereichen unterstützt, da muss ich ihn wirklich loben.
Mein größtes Problem damals war ja diese blöde Sachbearbeiterin vom Jugendamt, die immer mit aus der Luft gegriffenen Dingen gedroht hat. Seitdem ich das damals einem Anwalt übergeben habe, herrscht Ruhe. Also war das, was sie mir unterstellte, wohl doch nicht so gravierend, ha!
Aber gerade in der Zeit war er mir eine große Stütze, und ich weiß nicht, was ich ohne ihn gemacht hätte.

Und was ich zum Schluss noch anmerken möchte: Ich bin jetzt 45, vermutlich klopfen die Wechseljahre langsam an, keine Ahnung, vielleicht werden in dem Alter die Nerven auch dünner, wer weiß...
Aber ich sehe es nicht als meine Aufgabe, jetzt zwei Kinder den ganzen Tag zu gängeln, bloß weil man die wie zwei 2jährige dauerbewachen muss.
Ich finde schon, dass da die Eltern in der Erziehung versagt haben (und da schließe ich meinen Mann jetzt mal nicht aus!). Meine Brüder früher waren auch lebhaft und zwei von ihnen wie Hund und Katz miteinander. Aber so aggressiv wie diese beiden hier waren sie nicht. Und sie haben nicht alles, was sie nichts angeht, befummelt und kaputt gemacht. Meine Eltern haben das schon geregelt und gelenkt und den Unterschied zwischen dein und mein vermittelt... Das ist übrigens auch geschlechtsunabhängig.
Daher weiß ich, dass es eben auch anders laufen kann, aber es ist eben nicht mein Job.

So jetzt muss ich gehen, die Pflicht ruft. Wenn ich Zeit finde melde ich mich nochmal...

Liebe Grüße!

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Antwort von spiky73  -  13.06.2018
Nachdem der unfähige Vater vorhin versucht hat, Kontakt zu seinen Kindern aufzunehmen und die Antworten erst von der Mutter kamen bzw. von ihr später vorgegeben wurden, hat der "Vater ohne Arxxx" dann das zuständige Jugendamt kontaktiert.

Seine Bitte nach einem Einzeltermin wurde ignoriert, er muss sich gleich mit der Ex an einen Tisch setzen.

Das ist persönlich ziemlich unbefriedigend, irgendwie wird man da doch nicht ernst genommen.

Ich dachte eigentlich, dass da grundsätzlich erstmal jeder Gelegenheit erhält, sich alleine zu äußern, bevor es an den runden Tisch geht?

...und wenn Patchwork nicht funktioniert? (Achtung, sehr lang!)

Antwort von Terkey235  -  13.06.2018
Hallo spiky,

da kommen ganz schön viele Aspekte und Bedürfnisse zusammen. Das macht Patchwork so schwierig.

Erstmal Hut ab vor deinen Mädels, dass sie das ganze inklusive zweier kleiner Stiefbrüder quasi über Nacht so mittragen. Und das obwohl sie einige eigene Baustellen haben. Sie scheinen deine Ruhe geerbt zu haben

Deinen Anspruch, keine persönlichen Dinge befummeln, verbummeln und beschädigen wollen zu lassen, kann ich total verstehen. Im Prinzip fremde Kinder in mein Reich zu lassen und sie regelmäßig dort zu haben, ehrlicherweise schon irgendwo als "Störfaktor", das würde mir nicht leicht fallen. Ich brauche viel Luft zum Atmen um mich herum, einen gewissen Rückzugsraum und mag eine bestimmte Form von Privatsphäre ganz gerne, auch wenn Kinder da sind.

Dass diese "fremden" Kinder nun in Abständen mit euch unter einem Dach leben, habt ihr auf der anderen Seite selbst herbeigeführt, muss man fairerweise sagen.
Es gab kein Beschnuppern, keine längere Kennenlernphase und viele Überlegungen und Versuche, wie die Situation gestaltet werden könnte, kann es in der kurzen Zeit auch nicht gegeben haben
Dass Leute hier im Forum beim ersten Anzeichen von Herausforderungen den I-told-you-so-Tanz aufführen würden, konntest du dir denken. Und in gewisser Weise ist es nicht ganz von der Hand zu weisen, dass es eine etwas hausgemachte Situation ist. Du konntest nicht wissen, was dich erwartet, und musst jetzt irgendwie vermitteln, ausprobieren, überlegen und handeln.

In dem Punkt kann ich auch die Kinder gut verstehen. Die Eltern trennen sich, Mama setzt ihnen eine neue Familie vor, Papa heiratet nach zwei Wochen eine Frau, die weder sie noch er wirklich kennen, alles im Umbruch, neue Stiefgeschwister, neue Bleibe von Papa, und offenbar sind vor deiner Zeit noch einige andere Dinge nicht optimal gelaufen.
So groß finde ich die Kinder noch nicht, dass das nicht alles ein bisschen viel sein könnte. Was ich vor allem vermisse, auch ganz unabhängig von deinem Part in der Geschichte, sind feste Strukturen. Da ist so viel nicht nur im Wandel gewesen, sondern auch sonst nach Gusto und ohne erkennbares Schema abgelaufen, dass es nicht wundert, wenn Kinder da aus dem Ruder laufen. Bei so viel Unsicherheit würden feste Strukturen und Verlässlichkeit bestimmt helfen, sie innerlich zu festigen. Bislang lernen sie, dass alles auseinanderbricht und neu zusammengewürfelt wird, wenn man sich einmal umdreht, und man sich auf gar nichts, aber auch wirklich auf gar nichts verlassen kann.
Regelmäßige, verbindliche Umgänge wären für mein Gefühl total wichtig, und da dann auch verbindliche Regeln, was erlaubt ist und was nicht. Notfalls visualisiert. Hierfür wäre auch meine Idee, das Jugendamt und eine Erziehungsberatung ins Boot zu holen, um den Umgang zu regeln und sich selbst Unterstützung zu holen, wie sich beispielsweise solche Regeln für die Besuche durch- und umsetzen lassen.

Bei all dem sehe ich deinen Mann in der Pflicht. Ich kann gut verstehen, dass er Bauchschmerzen hat. Für euch Erwachsene ist das auch keine alltägliche Situation und Patchwork bedeutet, ganz oft zwischen den Stühlen zu stehen.
Da ist dein eigenes Bedürfnis, nach 18 Jahren des Selbst-Wuppens, Allein-Rödelns, der Belastung, Verantwortung und der Erschöpfung einfach mal glücklich zu sein und das Karmakonto einzulösen, an dich zu denken und das Leben von heute auf morgen in die genaue andere Richtung umzudrehen.
Und auf der anderen Seite sind da die Kinder, die in gewisser Weise Spielball zwischen den Eltern sind, Verluste und Unsicherheit erfahren haben und im Prinzip danach schreien, Verbindlichkeiten und Orientierung zu bekommen.
So sehr ich verstehe, dass du dieses Verhalten nicht dulden kannst und dir nicht alles bieten lassen wirst, so falsch finde ich persönlich das Signal, den Umgang nicht mehr stattfinden zu lassen. Gerade wenn der Vater eine innige Bindung zu den Kindern, besonders zu einem Kind hatte - was meldet das dem Kind zurück, wenn er nun die Besuche verhindert? Die benehmen sich ja nicht so, weil sie es lustig finden. Die benehmen sich so, weil Dinge ganz gewaltig schief gelaufen sind.

Das ist das Gemeine: Als Partner/Partnerin an der Seite eines Menschen badet man immer das aus, was andere vorher verbockt haben Mit sämtlichen Erziehungskatastrophen, die sich die Eltern meines Mann während seiner Kindheit geleistet haben, musste ich erstmal lernen umzugehen. Und ihm ging es genauso mit mir. In Patchworkgefügen kommt nicht nur die eigene Beziehungsarbeit ins Spiel, sondern auch die mit dem Anhang aus früheren Beziehungen. Das ist ganz schön viel Beziehungsarbeit zum bewältigen.

Ihr werdet vor allem Zeit brauchen. Und langen Atem. Dein Mann wird sich große, haarige Eier wachsen lassen und sich behaupten müssen Ich wünsche dir, dass du einen guten Weg zwischen Unterstützung und Abgrenzung findest.

Alles Gute, terkey

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Antwort von puja  -  18.06.2018
Vermutlich werde ich gesteinigt.
Hat dein Mann denn echtes Interesse am Umgang mit den Söhnen? Oder ist es lästige Pflicht?
Wollen die Kinder denn kommen?
Fragt sie!
Ich weiß von jemandem der den Kontakt zu den Kindern abgebrochen hat, sozusagen.
Es ging über seine Kräfte, die Kräfte seiner Frau und das gemeinsame Kind litt durch den Stress.
Die Kinder hatten aber auch kein großes Interesse am Kontakt.
Er hat gesagt, dass er für sie da ist wenn sie ihn brauchen. Aber er die Besuche so wie sie sind nicht mehr will.
Exfrau mit neuem Mann war froh.
Kinder haben sich nie wieder gemeldet.
Sicher traurig, doch erzwingen kann man nichts.

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Antwort von spiky73  -  11.06.2018
Ja, die Situation ist wirklich total verfahren.

Meist machen wir jetzt kein Riesenprogramm - momentan lassen es die Finanzen selten zu.

Aber die Besuche laufen (im optimalen Fall) so ab, dass Sohn1 sich gleich mit meiner Kleinen zusammen tut, die sieht man dann uU das ganze Wochenende über nicht.
Sohn2 würde sich dann gerne dran hängen, den lehnen die größeren aber völlig ab. Er versucht gerne, den Boss raus hängen zu lassen und die beiden zu kommandieren. Das kommt bei denen dann wieder nicht gut an.
Meine Kleine sagt auch ganz offen, dass sie Sohn2 nicht ausstehen kann...

Meine Große ist mit ihren 18 Jahren da eh außen vor, die geht inzwischen ihre eigenen Wege. Wenn sie aber da ist, macht es ihr aber nicht viel aus wenn der Kleine (der sie wiederum anhimmelt) bei ihr herum hängt. Sie ist da sehr stoisch und hat die Ruhe weg.

Insgesamt ist aber die Planung eh schwierig weil wir bisher ja nie genau wussten welches Kind wie lange kommt, manchmal gaben sie sich quasi die Klinke in die Hand.
Und dann kommen noch ständig Vorgaben von der Mutter - dann hat der eine Feuerwehr, der andere THW, einmal sollte Sohn2 noch irgendwo zur Ergo - und mein Mann soll dann bitte danke chauffieren.
Irgendwie ist das alles total verzettelt.

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Antwort von KKM  -  11.06.2018
"Und dann kommen noch ständig Vorgaben von der Mutter - dann hat der eine Feuerwehr, der andere THW, einmal sollte Sohn2 noch irgendwo zur Ergo - und mein Mann soll dann bitte danke chauffieren."


Na ja, das sind Kindertermine, und auch noch Gruppentermine, die sind von außen vorgegeben.
Die sollten von dem Elternteil ermöglicht werden, bei dem das Kind gerade ist.
Sollte natürlich kommuniziert werden, damit man sich darauf einstellen kann....

Zum Rest kann ich leider nichts beitragen...

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Antwort von KKM  -  12.06.2018
"Der Umgang ist dann so, dass sK1 und mK2 sich recht gut verstehen und die Köpfe zusammen stecken, von sK2 aber nichts wissen wollen"

Das arme sK2...
Wird von den anderen 2 Kindern ausgegrenzt, sogar abgelehnt....

Was soll sK2 denn machen, es braucht Aufmerksamkeit...
Also macht es dummes Zeug, negative Aufmerksamkeit ist auch Aufmerksamkeit.

Ich würde daran arbeiten, dass entweder sK1 und mK2 ihn mitspielen lassen - alles andere ist Mobbing innerhalb der Familie - oder alternativ mit sK2 tolle Dinge unternehmen, dass er sich nicht so ausgegrenzt fühlt....

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Antwort von KKM  -  12.06.2018
"Aber schön dass ihr nach 4 Monaten des Zusammenlebens Risse in eurer rosafarbenen Wolke bekommt. Patchwork ist nicht zu unterschätzen. Aber warum soll man sich vor seiner Blitzhochzeit auch über so etwas Gedanken machen."

Unabhängig von dieser überstürzten Entscheidung: das WÜNSCHT man doch niemandem?

Ich habe M..... alles Glück der Welt gewünscht und hoffe, dass diese rosa Wolken ewig halten!

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Antwort von KKM  -  12.06.2018
"Aber jetzt ist es mein Mann, der Tage vorher gereizt ist und wegen Bauchschmerzen und Durchfall nicht mehr vom Klo kommt."

Sorry, das ist jetzt vielleicht hart...
ER ist der Mann, die anderen sind Kinder - seine Kinder...

Ist er sonst auch eher weich und "waschlappig"?
Er muss seine Position als Vater, als Erziehungsberechtigter einnehmen und klare Ansagen machen.... oder sich Hilfe holen, z. B. bei einer Erziehungsberatungsstelle...

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Antwort von KKM  -  12.06.2018
Nicht wünschen, sondern "schön" finden...

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Antwort von spiky73  -  12.06.2018
Liebes, der Mann passt schon, den will ich garantiert nicht mehr zurück geben.
Aber ich habe eben auch gar keine Lust, da zwei halbwüchsige Jungs auf Linie zu trimmen, nur damit die mir das Haus nicht in Schutt und Asche legen, insofern stimme ich dir zu.
Aber ich sehe mich da eben auch in eine Rolle gedrängt, die ich nicht will, nur damit nicht ständig meine und die Grenzen meiner Kinder übertrampelt werden.

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Antwort von spiky73  -  12.06.2018
Das mit dem Kokeln war ganz einfach:

Meine Kleine, der ich in dem Zusammenhang durchaus vertraue, sonst wäre es ja auch nicht so gewesen, hatte Räucherstäbchen in ihrem Zimmer und gelegentlich eines angesteckt.
Für den Großen meines Mannes war das natürlich ein Fest...
Kürzlich hat er vom Balkon seiner Mutter brennende Gegenstände auf einen Busch darunter geworfen. Die Nachbarin unter ihnen hat das wohl gesehen und schlimmeres verhindert.
Dass er hier mit den Räucherstäbchen Schindluder getrieben hat, habe ich erst später gesehen, als ich den Papierkorb leerte. Jetzt kann ich natürlich so etwas dort nicht mehr zulassen, was natürlich wiederum doof für meine Kleine ist...

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Antwort von und  -  12.06.2018
"Aber ich sehe es nicht als meine Aufgabe, jetzt zwei Kinder den ganzen Tag zu gängeln, bloß weil man die wie zwei 2jährige dauerbewachen muss"


Dann muss eben dein Mann seiner (moralischen, nicht rechtlichen) Pflicht alleine nachkommen, sich während der Umgangszeit nonstop ausschließlich um seine verhaltensauffälligen Jungs zu kümmern, damit die nicht komplett jeglicher normalen Entwicklung entgleiten.

Oder den Umgang eben ganz bleiben lassen (wie gesagt, keine rechtliche Pflicht). Allerdings hattest du ja im AP gesagt, er täte dir so leid und du würdest ihm so gerne helfen...

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Antwort von Reh16  -  13.06.2018
"Aber ich sehe es nicht als meine Aufgabe, jetzt zwei Kinder den ganzen Tag zu gängeln, bloß weil man die wie zwei 2jährige dauerbewachen muss"

Wenn Du möchtest dass die Kinder sich in eure Gemeinschaft integrieren dann muss man sie auch in die Gemeinschaft aufnehmen und da gehört dazu dass ihr den Tag zusammen plant und auch was unternehmt oder sie einbindet. Man kann ja nicht erwarten dass zwei Jungs in diesem Alter, mit den ganzen Problemen die sie sowieso schon haben sich in einem für sie fremden Umfeld problemlos den ganzen Tag angemessen selbst beschäftigen. Ich finde dass das auch nichts mit „gängeln“ zu tun hat...

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Antwort von kevome*  -  13.06.2018
Ich verstehe Dich da sehr gut und kann nach den Kommentaren zu Deinen Beiträgen für mich feststellen, dass ich nicht Patchwork geeignet wäre.

Ich finde schon, dass es einen Unterschied zwischen Kindern, die in dem Haushalt leben und Kindern, die als Gast das Wochenende dort verbringen gibt.

Bei den Wochenendkindern hätte ich auch ein großes Problem, wenn diese in meine Privatsphären/-räume (Schlafzimmer, Schränke, Keller...) eindringen. Das dürfen auch meine Eltern, Geschwister bei Übernachtungen nicht. Ähnliches Verhalten würde ich da auch von den Kindern erwarten, die zwar Familie sind aber eben nicht bei mir wohnen.

Wenn ich hier lese, ist diese Einstellung aber offensichtlich herzlos und falsch....

Und ganz ehrlich ich wäre auch nicht bereit hier Kindermädchen zu spielen, sondern würde ein dem Alter angemessenes Sozialverhalten erwarten.

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Antwort von und  -  13.06.2018
"Und ganz ehrlich ich wäre auch nicht bereit hier Kindermädchen zu spielen, sondern würde ein dem Alter angemessenes Sozialverhalten erwarten."


LOL, das tut sie ja auch und erwartet das auch - so wie du sagst.

Was aber, wenn die Erwartungen nunmal OFFENSICHTLICH nicht der Realität entsprechen? Ganz OFFENSICHTLICH ist bei den Jungs so einiges schief gelaufen, so dass die jetzt mehr oder minder schwer verhaltensauffällig sind. Da kann man sich nun entweder auf den Kopf stellen und auf ewig lamentieren und sich über die Gründe (=leibliche Mutter ist Schuld) echauffieren und auf die unerfüllten Erwartungen pochen, die weiterhin unerfüllt bleiben werden - denn die Protest- und Erwartungshaltung der Stiefmutter wird die Jungs herzlich wenig interessieren.

Oder man kann, anstatt über die unerfüllten und UNERFÜLLBAREN Erwartungen zu lamentieren, rein lösungsorientiert handeln. Und die Lösung liegt (nochmal fürs Protokoll) darin, dass der Vater exklusive Qualitätszeit und therapeutische Aufmerksamkeit für die beiden Jungs aufbringt - sei es einzeln, sei es mit beiden Jungs gleichzeitig - um sie auf einen guten Weg zu bringen, notfalls mit professioneller Hilfe. Ob die AP ihm dabei helfen will, wie sie im Ursprungsposting ja angekündigt hat, weil ihr Mann ihr so leidtut, ist freilich ihre Entscheidung. Sollten sich alle beide mit dieser Aufgabe überfordert fühlen, dann muss der Umgang eben unterbleiben. Aber das wäre, wie gesagt, ein Armutszeugnis für den Vater.

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Antwort von Leewja  -  13.06.2018
ich finde aber, wenn man einen neuen Partner heiratet/mit ihm zusammenzieht, der (kleine, also noch nicht erwachsene) Kinder hat - dann MUSS ich mir bewusst sein, dass diese Kinder nun eben AUCH zu meiner Familie gehören.
Man kann dann nicht Rosinenpicken.
Ich weiß nicht und kann nicht beurteilen, ob Spiky Rosinen picken WILL, aber ich finde, man kann, gerade selber als Mutter, die doch vom Vater ihrer Kinder eine ebenso tiefe Liebe zu diesen Kindern erwartet, wie sie selber empfindet (aber in diesem speziellen Fall HAT die AP eben keine Ansprüche an die Väter, da nie wirklich vorhanden) , nicht erwarten, dass die Kinder des Mannes (gerade in so einem doch sehr "umstürzenden" Umfeld, brav und stromlinienförmig als Besucher höflich am Rand des Familienlebens sitzen.
Es sind jetzt ihre Stiefsöhne und sie ist die Stiefmutter, das ist eine familiäre Bindung, die in meinen Augen auch gelebt werden muss.

Wie gesagt, ich finde das eine sehr schwierige und anspruchsvolle Aufgabe und weiß nicht, ob ich Patchwork meistern könnte, wie ich es mir idealerweise vorstelle.

Ich wäre allerdings von einem Mann entsetzt, der dermaßen wenig an der Beziehung zu seinen Kindern arbeitet.
Für mich ist es eine der Hauptforderungen an meinen Partner, dass er ein guter, teilnehmender, leidenschaftlicher Vater ist (natürlich spielen auch viele andere Dinge eine Rolle, aber ich würde es nicht attraktiv finden und auch in gewisser Weise verachten, wenn er sich nicht um sein Kind kümmern würde).

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Antwort von Strudelteigteilchen  -  13.06.2018
Natürlich gibt es einen Unterschied. Aber liegt nicht genau da das Problem?

Wenn ich einen Gast habe - also einen "richtigen" Gast, der zu Besuch kommt und vielleicht auch ein oder zwei Nächte bei mir übernachtet - dann nehme ich mir frei und sorge weitgehend für Bespaßung. Vielleicht schicke ich ihn mal zu irgendeiner Touri-Veranstaltung oder so, aber ganz grundsätzlich fühle ich mich so ziemlich verantwortlich dafür, daß der Gast nicht auf meinem Sofa sitzt und sich langweilt, weil ich tausend andere Igel zu bürsten habe. Ein Gast findet außerhalb meines Alltags statt.

Mein Kind bespaße ich natürlich nicht. Wenn der sich auf dem Sofa langweilt, dann ist das nicht mein Problem. Aber mein Kind ist auch kein Gast, der lebt da. Und der hat ein Kinderzimmer, in dem er wohnt, in das er sich zurückziehen kann, und das voll ist mit Dingen, die ihm gehören, die er niemandem wegnehmen muss, und mit denen er sich gerne beschäftigt. Außerdem hat er hier in der Nähe Freunde, mit denen er sich treffen kann, wenn er das Sofa (und/oder Muddi) langweilig findet.

Was sind denn jetzt die Stiefkinder? Sind sie Gäste? Dann sollte der Gastgeber (= Vater) Zeit nehmen, sie zu bespaßen. Oder sind es Mitbewohner? Dann sollte ihnen aber auch das gleiche Recht und die gleiche Infrastruktur zur Verfügung stehen, wie den "ständigen" Mitbewohnern.

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Antwort von Nina2611  -  31.07.2018
@Leewja - ich muss mal sagen, in den letzten Tagen habe ich einiges von dir gelesen und ich bin manchmal wirklich - ähm - sprachlos.
Austeilen liegt dir ganz gut, oder?

Diese irrwitzige Idealvorstellung von Patchwork hatte sicher jeder irgendwann mal. Und anfänglich schien sowas ja vielleicht auch immer "einfach zu wuppen" zu sein. Die großen Probleme kommen dann nach und nach. Ganz schleichend und häufen sich so an. Das ist eine Entwicklung, die sich nicht gleich erahnen lässt.
Und was macht man dann nach 2, 5, 10, 15 Jahren, wenn dieser Zeitpunkt auftaucht? Die Flatter?? Oder versucht man das irgendwie anders auf die Kette zu kriegen?

So als Mini-Beispiel: Die Jungs meines Mannes waren 1,5 und 3 Jahre alt, als wir zusammen zogen... Heute sind sie 11 und 13. Bei 2en die noch Windeln tragen, lässt sich nichts erahnen, wie sich ihre heimische Erziehung gestaltet und sich das weitere Leben und der Werdegang entwickelt... Da spielen dann ja immer noch mehrere Leute mit rein, die das prägen. Und wenn es so absolut vor die Wand läuft - dann ist das halt einfach "dumm gelaufen". Aber sicher auch nicht die alleinige Schuld vom Vater, der sie die ersten 8 Jahre alle 14 Tage bei sich hatte... Und nun - da verlass ich also meinen Mann, weil der Kleine keine Beziehung zu ihm entwickelt hat und sich dieses Jahr hat auch noch nicht blicken lassen? *grübel, grübel* Streite ihm sämtliche väterliche Fähigkeiten ab - denn das "Versagen" liegt auf der Hand.. *hmm*

Dich ehren immer deine Grundgedanken und deine Ansichten, dass muss ich mal klar sagen... Aber das Leben ist nicht immer so, dass alles richtig und ideal läuft. Und dann hat man eben ein Problem und manchmal möchte man einfach auch nur die Ansichten anderer hören, ein wenig Verständnis an schlechten Tagen. Ich kann mir aber kaum vorstellen, dass irgendjemand dann noch die "Realitäts-Keule" braucht, was doch alles besser gewesen wäre.

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Antwort von spiky73  -  13.06.2018
Das beschreibt das Dilemma, das wir haben, ziemlich gut.

Natürlich sollen die Jungs keine Zaungäste bleiben. Mein Verständnis von Umgang ist der, dass sie eben ein Stück weit Alltag mit dem Vater (und dem Rest seines Lebensumfelds) erleben sollen und der Vater nicht die Aufgabe hat, da nur den Sonntags -Bespaßungspapa zu mimen. Das grenzt den Rest des Umfelds ja auch wieder aus und trägt nicht zur Integration/Zusammenführung/wieauchimmermanesnennt bei.

Das gleiche Umfeld wie es meine Kinder geht aber gleichzeitig auch nicht. Zimmer für jeden lässt die bauliche Struktur des Hauses im derzeitigen Zustand nicht zu, da müssten wir in der Tat noch anbauen. Also muss das zumindest baw so laufen wie bisher.
Spielsachen hatten die beiden aber auch in der alten Wohnung des Vaters kaum. Er hat sie zwar mitgebracht - dann fiel den Kindern aber ein, dass sie die Sachen lieber mit zur Mutter nehmen wollen.
Und Freunde o.ä. kann ich leider auch keine schnitzen. Meine Große ist als 18jährige eh außen vor, die geht ihre eigenen Wege. Inzwischen hat sie sich - gottseidank - einen Freundeskreis erschlossen, damit hat sie sich ja immer sehr schwer getan. Aber ihre Freunde kommen alle aus dem gesamten Landkreis und kaum aus dem Ort. Und sie ist da inzwischen ständig unterwegs.
Und K2 hat Freunde, die aus dem anderen Ortsteil kommen, da sie die Schule nie gewechselt hat. Mit dem Wechsel an die neue Schule ab dem kommenden Schuljahr rechne ich auch da mit einer Änderung, da die Schule ein größeres Einzugsgebiet hat und auch die Kinder aus beiden Ortsteilen zusammen würfelt.
Aber meine beiden sind halt in der Lage, sich in ihrem Umfeld Freunde zu suchen - und das wird für die Jungs, so lange sie nicht dauerhaft hier leben, einfach nicht der Fall sein (können).

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Antwort von KKM  -  13.06.2018
Ich kenne es oft von öffentlichen Stellen, dass ausschließlich gemeinsame Gespräche geführt werden.

So macht sich die öffentliche Stelle nicht angreifbar, dass sie womöglich Partei ergreift und sich im Vorfeld bereits ein Urteil gefällt hat...

Ich hoffe auf ein gutes Ergebnis!

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Antwort von Strudelteigteilchen  -  13.06.2018
Kenne ich auch so wie KKM, und zwar nicht nur von öffentlichen Stellen, sondern generell von allen, die den Anspruch haben, neutral zu sein. Erstmal beide Seiten zusammen hören - dann kann man immer noch Einzelgespräche führen, wenn man es für nötig hält. Andernfalls fühlt sich der "Zweitgehörte" immer im Nachteil. Hatten wir gerade bei einer unabhängigen, nicht-staatlichen Stelle in einem anderen Zusammenhang.

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Antwort von desireekk  -  13.06.2018






LG
D

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Antwort von Nina2611  -  31.07.2018
Die Fragen haben durchaus eine Berechtigung.

Mein Mann hat früher sehr viel aus "schlechtem Gewissen" heraus gehandelt... oder aus dem Motiv heraus, was man "so macht" und "was die Leuten denken" könnten.. Hat sich aber wirklich voll ins Zeug gelegt und das beeindruckend gut verkörpert.

Er hat das echt durchgezogen... Sohni2 hat jetzt aber klar zu verstehen gegeben, dass er keinen Bock mehr auf Besuche hat, wenns nicht genug abzugreifen gibt. Und seit der "lästige" Ur-Opa bei uns im Haus mit wohnt (seit 2 Jahren), soll der auch noch Unterhalten werden.. Nicht sein Ding, da hat er nämlich keinen Bock drauf... Der 2 Jahre Ältere lässt sich auch nur noch mal sporadisch alle 1-2 Monate an einem Samstag blicken... Hats aber getoppt dadurch, nicht sein Zeugnis her zeigen zu wollen und sich dann ohne ein Wort der Ankündigung zu Oma und Opa die gesamten Ferien zu verdrücken.

Meinen Mann trifft das mittlerweile alles nicht mehr... Er hat 10 Jahre gemacht und getan - manchmal sicher zuviel des Guten, aber letztendlich hat alles nichts genutzt. Er legt von sich aus keinen Wert mehr auf den Kontakt. Wenn einer kommen will, dann soll er es tun oder halt eben nicht. Das Leben geht ja weiter - kannste ja nicht 40 Jahre drum trauern und dein Leben unterdessen ungelebt an dir vorüberziehen lassen. Ist halt so.


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