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Geschrieben von saulute am 30.07.2005, 10:15 Uhr

Wir Menschen haben uns nicht verändert.

Gestern habe ich den Spielfilm über Muhammed Ali angeschaut. Obwohl ich den nicht besonders gut fand, hat es mich nachdenklich gemacht. Was veranlaßt uns in unserer heutigen humanen Gesellschaft immer noch diese blutigen Spektakel (und beim Boxen fließt Blut) unterhaltsam zu finden? Schon die Römer hatten ihre Gladiatoren (Boxer sind für mich moderne Gladiatoren, auch wenn keiner sterben muß), Stierkampf in Spanien, Kampfhunde, Kampfhähne etc. Ist die Lust nach dieser Art Unterhaltung eine menschenspezifische Eigenschaft (wie die Gier nach Kriegen) oder ist das in irgendeinem Instinkt der Naturgesetze verankert?

 
10 Antworten:

Re: Wir Menschen haben uns nicht verändert.

Antwort von wassermann63 am 30.07.2005, 11:53 Uhr

Hallo,

die Gier nach Kriegen liegt m.E. im Territorialverhalten des Menschen verankert. Wenn er sich eingeengt fühlt, geht er auf Expansionskurs. Und es ist Sache der Gesellschaft und der spirituellen Möglichkeiten, diesen Drang zu unterdrücken.
Ich habe mich bei früheren Geschäftsreisen in Südostasien immer wieder gefragt: wie kommt es, dass sich beispielsweise die Einwohner Hong KOngs nicht regelmäßig an die Gurgel gehen, bei den extrem beengten Lebens- und Wohnverhältnissen? In dem Fall ist es die Spiritualität, dank derer sie sich auf einen kleinen Raum in sich selbst zurückziehen können. Tatsächlich steht dort praktisch in jeder Zimmerecke (auch in den Firmen- und Werksgebäuden) ein Altar.

Die Gier nach Brot und Spielen ist m.E. ebenfalls in der (ur)menschlichen Natur verankert. Nur kann der homo sapiens sapiens von heute ja nicht mehr Jagen, Tiere erlegen und so für das Weiterleben sorgen. Der Instinkt ist aber noch da und sucht nach anderen Kanälen, auf denen er ausgelebt werden kann. Was einst die Arenen, ist heute die virtuelle Welt oder auch die reelle wie der Boxkampf.

VG
JAcky

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Re: an wassermann63

Antwort von saulute am 30.07.2005, 13:27 Uhr

Ja, so ähnlich habe ich auch gedacht, dass die Gründe für diese Unterhaltung in unserem uralten Instinkt, durch Kämpfe überleben zu müssen, liegen.

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"Zivilisiert"

Antwort von Frosch am 30.07.2005, 14:26 Uhr

Hallo!

Wenn man bedenkt, wie "jung" die Menschheit noch ist - und das der Mensch eigentlich von Tieren abstammt...

Ist es doch kein Wunder, daß diese unterschwellige Aggression/Tiersein immer noch vorhanden ist.

Vielleicht hat sich der Mensch auch nur selber zu schnell "zivilisiert", und das Tier im Menschen ist trotz allem noch vorhanden.

Mit "Tier im Menschen" meine ich das Raubtier, das kämpfende Tier.

Ich möchte nicht wissen, welche unterdrückten Gefühle in jedem von uns schlummern. Deswegen sind Kriege möglich, deswegen sind brutale Kämpfe möglich (illegal - ohne Boxhandschuhe, ohne Regeln), etc.

Trotz aller Technisierung und Wunsch des Menschen, die "Krone der Schöpfung" zu sein, sind wir doch alle immer noch Steinzeitmenschen. Wir versuchen das nur unter Kontrolle zu halten ;-)

LG Antje

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Es ist der Wunsch sich zu messen

Antwort von Schwoba-Papa am 30.07.2005, 20:30 Uhr

besser zu sein, stärker zu sein, höher zu springen und schneller zu laufen..., diesem Urtrieb entspringt auch der Sport !
Ob man nun boxt oder Hallenhalma spielt, immer ist es das Ziel zu siegen. Einmal aktiv als Teilnehmer oder auch passiv als Zuschauer !

Grüßle

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Re: @Schwoba

Antwort von saulute am 30.07.2005, 20:47 Uhr

Gilt auch dasselbe für Tierkämpfe? Ich finde deine Erklärung durchaus plausibel, aber irgendwie denke ich, dass die Gründe dafür tiefer sind, als nur besser zu sein. denn dazu wären die meisten Brutalitäten beim Kampfsport nicht nötig.

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Re: Kann es sein...

Antwort von saulute am 30.07.2005, 21:02 Uhr

Dass meine Fragestellung eine typisch weibliche Denkweise ist, weil wir Frauen dieses Brutale oft nicht nachvollziehen können?

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en bisken schon !

Antwort von Schwoba-Papa am 30.07.2005, 21:29 Uhr

Boxen oder der Faustkampf ist sehr ursprünglich und eigentlich sehr fair. Bei Tierkämpfe verhält der Mensch sich halt Passiv, d.h. das Tier ist als sein Stellvertreter eingesetzt oder so zu sehen.

Frauen tragen ihren Wettbewerb sehr subtiler aus und haben meist keinen solchen Hang zur Gewalt. Was nicht heisst Frauen können nicht so gewalttätig sein ! :-)

Also ich sehe z.B. zwischen Boxen und Brutalität keinen Zusammenhang. Brutalität ist dumpf, unkontrolliert und sinnlos. Eine Schlägerei oder Straßenkampf ist jedoch meiner Meinung wieder brutal. So fein kann der Unterschied sein !

Grüßle

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Re: letzte Antwort

Antwort von saulute am 30.07.2005, 22:03 Uhr

Also ich als Frau empfinde das Boxen schon brutal. Aber wie ist das Interesse dann der Schaulustigen bei jeder Kneipen- oder Strassenschlägerei zu erklären? Schlummert da nicht in uns ein Bedürfnis oder eine Befriedigung, was Brutales zu sehen?

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Logisch

Antwort von Schwoba-Papa am 01.08.2005, 8:20 Uhr

sonst wären ja Action- und Horrorfilme nicht so erfolgreich ! Der Mensch ist ein Vojeur, ein Zuseher, ein Beobachter ! Und alles Außergewöhnliche zieht ihn an ! Dazu gehört halt auch Brutalität.
Und Boxen ist nur brutal weil uns anerzogen wurde das Schlagen und Eins auf die Nase zu bekommen weh tut und somit schlecht ist. Brutal ist negativ besetzt.

Grüßle

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Re: Logisch

Antwort von Leolu am 01.08.2005, 12:53 Uhr

Hallo!
Also, daß ein Schlag auf die Nase weh tut, muß man nicht anerziehen, das merkt man schon so, denke ich:-)).
Aonsosten enn ich das Sensationsgier, egal ob ihm pos. oder neg. Sinne, es wird immer schaulustige geben, auch wenn es nur daher ist, um später was zum erzählen zu haben.
Warum sich Leute brutal geladene filem angucken ist mir eh ein Rätsel, also ich denke, es ist nicht immer nur Lust auf Brutalität, sondern manchmal doch die Story die interessiert. Kann nicht behaupten, daß Rambo nun der tollste film ist, aber ich guck ihn schon wenn er mal läuft ,ganz ohne lust auf Gewalt.
Was Sport angeht, so habe ich einige jahre Selbstverteidigung gemacht und halt mich nun nicht für eine Schlägerin, sondern es hat einfach Spaß gemacht, letztendlich bei richtigem Gebrauch im training auch ungefährlich, denke, da ist Fußball schlimmer von der verletzungsgefahr:-). Sicher gibt es auc welche, die Adrenlin pur wollen und sich daher sowas angucken bzw. sowas machen, aber ich denke nicht, daß es ein wirklich großer Teil ist.
LG
Nina

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