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Geschrieben von Elisabeth mit Fumi & Temi am 02.12.2005, 11:22 Uhrzurück

Closure

Es gibt in USA den Befriff "Closure". Das bezeichnet praktisch das Abschließen mit einem schrecklichen Vorfall.

In USA herrscht die weitverbreitet Meinung, daß "Closure" der betroffenen Familie leichter fällt, wenn der Täter tot ist. Es wird auch oft empfohlen, daß die Familie der Hinrichtung beiwohnt, weil das besagte "Closure" erleichtern soll.

Ich bin kein Psychoexperte und kann daher nicht beurteilen, ob das so ist. Ich bin nur Mutter und versuche mir vorzustellen, daß jemand mein Kind umgebracht hat. Würde ich mich besser fühlen, wenn derjenige tot ist? Keine Ahnung! Ich würde eher zu der Aussage tendieren, daß ich ERWARTE, mich besser zu fühlen, und dann schrecklich enttäuscht bin, weil es eben nicht nach der Hinrichtung plötzlich "klick" macht und die Trauer ist weg. Ich kann das schwer beschreiben - versteht jemand, was ich sagen will?

Selbst, wenn die Hinrichtung zu "Closure" führt, bleibt der moralische Aspekt: Darf ich jemanden töten, damit ich mich besser fühle - auch wenn derjenige das Leben eines Menschen auf dem Gewissen hat? Es ist ganz schlicht Rache, und Rache hat für mich nicht moralisches. Man begibt sich auf die Ebene des Täters. Er tötet ja auch, weil er denkt, daß er sich danach besser fühlt - finanziell, emotional, sexuell. (Was wahrscheinlich eher selten klappt.)

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